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Wikileaks - Fluch oder Segen?
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31%
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 34%  [ 16 ]
zu komplexe Meinung, als dass sie in eine der oberen Sparten passen würde
10%
 10%  [ 5 ]
Stimmen insgesamt : 47

Autor Nachricht
Annihilator
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 6394
Wohnort: (hier nicht mehr aktiv)

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2010 - 01:11:37    Titel:

FAKEDALLiANCE hat folgendes geschrieben:
Ein kleiner Denkanstoß noch:
WikiLeaks ist sehr wichtig, weil die Menschen denen vertrauen. Warum wurde das Irak-Video nicht der Presse zugespielt, sondern WikiLeaks? Das gleiche auch bei den Afghanistan-Akten.

Ganz einfach: WikiLeaks bietet Vertrauen. Die Leute vertrauen der Presse nicht mehr...


Das - finde ich - ist ein ganz interessante Gedankengang. Warum ist deiner Meinung nach das Vertrauen in die klassischen Medien erschüttert?



Noch ein Gedanke meinerseits zu der ganzen Thematik:
Ich glaube, dass Einrichtungen wie Wikileaks einen bedeutenden Regulierungsfaktor im weltweiten Polittheater darstellen, weil deren bloße Existenz eine Art Hemmschwelle beim Handeln der Akteure erzeugt. Wenn dem Heinz niemand über die Schulter schaut und seine Fehltritte im Verborgenen bleiben, dann wird er womöglich risikofreudiger, denn wo kein Kläger, da kein Richter. Hat er aber im Hinterkopf, dass seine Eskapaden nächste Woche im Netz nachzulesen sind, dann wird Heinz eher 2 mal überlegen, bevor er Blödsinn anstellt.

btw: Assange wird ja jetzt vorgeworfen, dass Wikileaks die erhaltenen Dokumente derart selektiert, dass gezielt Stimmung gegen den Afghanistan-Krieg gemacht werden soll. Davon mal abgesehen, dass ich das für eine einfallslose Attacke seitens der Wikileaks-Gegner halte: Diese Plattform hat schon eine nicht unerhebliche Macht und Verantwortung inne. Müsste man sie nicht allein deswegen auch regulieren lassen? Wer käme aber dafür in Frage?
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2010 - 02:10:37    Titel:

Annihilator hat folgendes geschrieben:

btw: Assange wird ja jetzt vorgeworfen, dass Wikileaks die erhaltenen Dokumente derart selektiert, dass gezielt Stimmung gegen den Afghanistan-Krieg gemacht werden soll.


Würde der Afghanistan-Krieg so sauber, gerecht und westlich zivilisert geführt werden, wir er uns verkauft werden soll... dann würden solche Dokumente erst gar nicht existieren und es könnte überhaupt keine Stimmung gemacht werden Wink

Wozu soll man dort Dokumente veröffentlichen, in denen sauber gelaufene Operationen dokumentiert werden?
1. erwarte ich das von einer militärischen Operation der NATO dort und
2. werden genau diese Dokumente doch ohnehin in veröffentlicht, als Beweis dafür, dass das ein sauberer Krieg mit ehrenwerten Zielen ist, in dem zivile Opfer stets vermieden werden?

Auch du vertauschst Ursache und Wirkung:
Wenn ich dir deine Fehler unter die Nase halte, dann bin ICH doch nicht an deinen Fehlern Schuld? Hättest du die Fehler nicht gemacht, könnte ich sie dir schließlich gar nicht erst unter die Nase halten...
Davon, dass du die Fehler jedoch vertuschst, hat Niemand außer dir selbst etwas. Und das ist nicht in Ordnung...
FAKEDALLiANCE
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Anmeldungsdatum: 19.04.2010
Beiträge: 101

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2010 - 22:37:18    Titel:

Annihilator hat folgendes geschrieben:

Das - finde ich - ist ein ganz interessante Gedankengang. Warum ist deiner Meinung nach das Vertrauen in die klassischen Medien erschüttert?


Nun ja, ich kann aus persönlicher Erfahrung berichten. Ich habe zum Beispiel bei 3 Unternehmen Sicherheitslücken entdeckt. Diese haben nicht reagiert, also dachte ich mir: Okay, gehste zur Presse.

Doch dann kamen Zweifel auf: Was, wenn die Presse sich plötzlich auf die Seite der anderen stellt? Wie sicher ist die Presse wirklich? Beugen sie sich nicht doch der Staatsgewalt, wenn es um ihre Existenz geht? Und vor allem: Wird die Presse was damit anfangen?

Jetzt übertragen auf Kriegsakten z.B. ist das noch viel kurioser: Was, wenn die Medien die Daten nicht richtig verwerten oder damit leichtsinnig umgehen? Und was, wenn der Presse gesetzlich die Veröffentlichung unterbunden wird?

Bei WikiLeaks hingegen weißt du einfach aus der Geschichte: Die Seite veröffentlicht alles, was korrekt ist. WikiLeaks ist ein Netzwerk, von dem man nur den offiziellen Anführer Assange kennt, mehr nicht. Das gibt dem Bürger das Gefühl der Sicherheit. Vor allem weiß man bei WikiLeaks: Was danach kommt, ist egal. Man ist sicher und WikiLeaks wird nicht "den Schwanz einziehen" und alles wegwerfen.

So sehe ich das zumindest. Wink
nuntius
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Newbie


Anmeldungsdatum: 24.08.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 24 Aug 2010 - 16:09:36    Titel:

Ich bin komplett für WikiLeaks, weil ich denke, dass es in Demokratien keine Heimlichtuerei geben sollte. Ich habe den Verdacht, dass spätestens seit dem Kalten Krieg die Weltpolitik massiv von Geheimdienstaktivitäten unterwandert wurde. Dagegen hilf einzig und allein eine Informationskampagne.
Ein Beispiel: Die Enthülung der "Warlogs" hat uns zwifelsfrei gezeigt, dass der "Krieg gegen den Terror" ein falsches Spiel darstellt, in das Geheimdienste aus aller Welt beteiligt sind. Da ist die Frage berechtigt, ob so mancher Terroranschlag nicht evtl. von ebensolchen anstatt langbärtigen Taliban ausgeübt wurde. Seit "Gladio", d.h. die NATO-Geheimarmeen 1990 bekannt wurden, sollten uns mehr Enthüllungen im Interesse des Weltfriedens wünschen.
Steve2525
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 1465

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2010 - 21:45:02    Titel:

Ganz schöner Hammer was da im Moment alles an die Oberfläche kommt. Ich kann eigentlich jedem nur den neuen Spiegel zur Lektüre empfehlen und dabei insbesondere die Passagen zum Iran und der türkischen Regierungspartei AKP.
Pauker
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2010 - 22:00:00    Titel:

Ich habe bisher nur die Einschätzung der Amerikaner zu unserer Politikerriege gelesen. Zumindest in diesem FAll hatte das Ganze etwas lächerliches. Ehrlich gesagt, sind die Urteile meist zutreffend aber gleichzeitig banal.
Und dass irgendein Protokollant ein paar Details aus den Koalitionsverhandlungen ausplaudert ist lästig, aber wohl nicht der Rede wert.

Die internationalen "Hämmer" muss ich mir noch anschauen.

Gruß
Pauker
A320
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Anmeldungsdatum: 19.10.2010
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2010 - 22:26:25    Titel:

Meine erste Einschätzung des veröffentlichten Materials: Hochinteressant.
Die aufbereiteten Artikel in den Zeitungen und Magazinen sind sicherlich lesenswert, wer sich aber noch eingehender für die Depeschen interessiert, sollte sich unbedingt selbst ein Bild von ihnen machen:

http://cablegate.wikileaks.org

Das muss wie eine Goldgrube für Historiker und Politologen sein. Die Botschaften sind in der Presse weitestgehend vereinfacht dargestellt, in Wirklichkeit handelt es sich aber um akkurate, direkte und freimütige Einschätzungen von US-Diplomaten über die Geschehnisse und politischen Akteure ihrer jeweiligen Einsatzländer. Ich bin gerade nur beim durchstöbern, aber besonders in Krisengebieten der Welt könnten die Depeschen nicht spannender sein. Ich weiß jedenfalls nun, was ich in den nächsten Wochen und Monaten mit meiner Freizeit anfangen werde.
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2010 - 02:16:19    Titel:

Dass wir Zeugen libertärer Aktivitäten solchen Ausmaßes werden, lässt tief Blicken in die Entwicklung der westlichen Demokratien im letzten Jahrzehnt.

Westliche Politiker sind viel zu ungeduldig bei ihrer Etablierung des Totalitarismus. Vielleicht sollten sie's erst mal ganz sachte mit einer Diktatur versuchen. Rolling Eyes
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 714

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2010 - 06:45:57    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
in diesem FAll hatte das Ganze etwas lächerliches. Ehrlich gesagt, sind die Urteile meist zutreffend aber gleichzeitig banal. Und dass irgendein Protokollant ein paar Details aus den Koalitionsverhandlungen ausplaudert ist lästig, aber wohl nicht der Rede wert.
Die Tragik liegt tiefer, Pauker: Diplomatie wurde erfunden, um anderen die Gelegenheit zu geben, auch in unglücklichen Situationen das Gesicht - und damit die Macht - zu wahren. Da wird es schon kompliziert, wenn beispielweise Herr Westerwelle ausgerechnet mit jenen Leuten reden muss, deren Zuträger ihn als "inkompetent" klassifizieren. Noch schwieriger wird's, wenn er zukünftig mit Leuten reden muss, die ihn (fast) ausschließlich über Wikileaks kennen lernen.

Versetze dich einfach in die Situation: Du bist Chefunterhändler deines Hauses, das Herr Westerwelle besucht. Ein nicht unwesentlicher Teil deiner "Wer-ist-der-Mann?"-Nachforschungen ergibt, dass dich ein "inkompetenter, aggressiver und eitler" Mann, der sich "abfällig über fremde Meinungen äußert und einen enormen Geltungsdrang besitzt", besuchen wird. ... Wie wirst du ihm entgegen treten? Wie einfach wird es für ihn sein, sich - und behaupten wir es: deutsche Interessen - durchzusetzen?

Unwahrscheinlich, weil man sich schließlich besser kennt, als nur über ein paar Geheimdossiers? Im Gegenteil! Nicht nur in Deutschland wechseln alle paar Jahre die "Chefunterhändler". Und nicht alle Nachrichtendienste sind so pfiffig, wie unsere "Bin-Laden- oder WMD-Finder". Twisted Evil
nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2010 - 08:21:58    Titel:

Also über die Inkompetenz des Aussenministers in Dossiers der eigenen Diplomaten zu lesen ist ok, darüber in der Deutschen Presse zu lesen ist auch ok aber, wenn wikileaks veröffentlicht, was bei uns schon unzählige male in den Zeitungen geschrieben wurde, ist die Demokratie gefährdet?

Und die Demokratie wurde geschaffen, damit Leute ihr Gesicht bewahren können? Wohl eher nicht.
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