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Hausarbeit für Anfänger Strafrecht Uni Augsburg
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LawStudent09
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Anmeldungsdatum: 09.08.2010
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2010 - 14:14:45    Titel: Hausarbeit für Anfänger Strafrecht Uni Augsburg

Hi!

Ich schreibe gerade an meiner Hausarbeit und komm nicht wirklich weiter. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

Es geht darum, dass A das Fahrrad des K haben will. A beschreibt B dieses Fahrrad und behauptet, es sei sein eigenes, er hätte es nur in der Satdt stehen lassen und keine Zeit, es zu holen. Darum will er, dass B für ihn holt. In Wirkoichkeit will A, dass B das Fahrrad stiehlt und ihm gibt.
B glaubt A, auf dem Weg in die Stadt überlegt er es sich aber anders und geht nach Hause.

Kann ich hier eine versuchte Anstiftung zum Diebstahl prüfen, obwohl der Angestiftete gar nicht weiß, dass er zu einer Straftat angestiftet wird??

Vielen Dank schonmal für eure Antwort!! Smile
LawStudent09
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Anmeldungsdatum: 09.08.2010
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2010 - 18:02:10    Titel:

hat keiner eine Idee??

Wäre sehr dankbar um jeden Ansatz, ich weiß nicht mehr weiter...
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2010 - 18:17:41    Titel:

Na .. geh das systematisch an ...


Es gilt:


Täter vor Teilnehmer

Also den

- A erstmal auf Alleintäterschaft prüfen.
(geht unproblematisch nicht durch, da er die Tat nicht selbst verwirklicht)

wenn das also nicht geht fragt sich doch

- A mittelbarer Täter eines Diebstahls?
Das klingt ja hier doch ein bisschen danach. Da der Sachverhalt auch nicht gerade exakt dargestellt wird, ist's etwas gefährlich hier dazu etwas zu sagen.
(Schemata zur mittelbaren Täterschaft dürftest de aber in den einschlägigen Strafrecht AT Skripts finden ... z.B. Braunschneider
Wohl auch zur versuchten mittelbaren Täterschaft )


Erst (und das sollte man wirklich ernst nehmen, denn Teilnehmer ist jedenfalls nicht, wer Täter ist), dann prüfst du den A auf Teilnahme.


- A im Hinblick auf Anstiftung zum Diebstahl
(Da muss dann jedenfalls ein (versuchter) Diebstahl (= rechtswidrige und vorsätzliche Haupttat) vorliegen, an dem man teilnehmen kann. Liegt kein (versuchter) Diebstahl vor, kann man an diesem auch nicht teilnehmen. Ergo auch kein Anstifter sein.)

- A im Hinblick auf Versuch der Beteiligung nach §30 ?
(Für welche Art von Taten geht das nur? Geht das beim einfachen Diebstahl?)
LawStudent09
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Anmeldungsdatum: 09.08.2010
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2010 - 11:37:21    Titel:

also ich bin jetzt gerade dabei eine mittelbare Täterschaft zu prüfen und frage mich, ob ich eine versuchte mittelbare Täterschaft oder eine mittelbare Täterschaft zum versuchten Diebstahl prüfen muss. Genau genommen kam es ja nicht einmal zu einem Versuch, da B nicht zu der Tat angesetzt hat, sondern nach Hause gegangen ist. Dann fällt doch schon die Variante mit dem versuchten Diebstahl in mittelbarer Täterschaft weg, oder??

Wie prüfe ich denn dann eine versuchte mittelbare Täterschaft?

Ich steh komplett auf dem Schlauch....
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2010 - 12:34:01    Titel:

Nö .. wieso ... der Versuch richtet sich doch wesentlich nach der Vorstellung des Täters (hier des A (sorry zunächst verschrieben)). Smile
Die wesentliche Frage ist doch vielmehr, wann der Versuch bei der mittelbaren Täterschaft beginnt. Es kann ja sein, dass der Vesuch der mittelbaren Täterschaft schon beginnt, bevor das menschliche Werkzeug die Tat verwirklicht.

Ich weiß jetzt nicht, in welchem Buch speziell ein Schema zur versuchten mittelbaren Täterschaft abgebildet ist. Wenn, dann müßten das AT Skripten oder Fallbücher sein. Deshalb würde es sich lohnen dort mal nachzugucken.

Auch hilfreich ist wohl, wenn du einen Blick in ein AT Lehrbuch wirfst und dort etwas zur mittelbaren Täterschaft nachliest, um ein breiteres Verständnis zu erlangen. (z.B. Wessels/Beulke - Strafrecht Allgemeiner Teil; Kühl - Strafrecht AT)


Zuletzt bearbeitet von hani125 am 10 Aug 2010 - 13:04:07, insgesamt einmal bearbeitet
LawStudent09
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Anmeldungsdatum: 09.08.2010
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2010 - 12:39:52    Titel:

also ich hab ein paar AT Lehrbücher gelesen. Darin finde ich aber nur Fälle, in denen die Haupttat entwerder verwirklicht wird, der Haupttäter zumindest zum VErsuch ansetzt oder er die Tat zwar begeht, sich jedoch im Irrtum über Umstände befindet.

In meinem Fall setzt B nicht einmal zum Versuch an. Dann kann ich doch weder einen vollendeten noch einen versuchten Diebstahl in mittelbarer Täterschaft prüfen. Wenn ich den Versuch in mittelbarer Täterschaft prüfe, hab ich doch zuerst den Tatentschluss zu prüfen, den B ja nicht hat.

???
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 10 Aug 2010 - 13:00:59    Titel:

Ne ... das menschliche Werzeug setzt bei der mittelbaren Täterschaft (idR) überhaupt nicht zur (d.h. mit Willen zur) Verwirklichung einer Tat an, weil das menschliche Werkzeug eben nicht blickt, dass er in objektiver Hinsicht einen Straftatbestand verwirklicht.

Auch wenn der B hier das Fahrrad mitgenommen und es dem A gebracht hätte, hätte B nicht zur Verwirklichung eines Diebstahls angesetzt, weil er davon ausging, dass er das Fahrrad mit dem Einverständnis des Eigentümers selbigen übergibt.

Zwar bedarf es zur Vollendung eines Diebstahls in mittelbarer Täterschaft des Gewahrsamsbruches durch das menschliche Werkzeug, d.h. aber nicht, dass der Versuch der mittelbaren Täterschaft erst beginnt, wenn das menschliche Werkzeug in objektiver Hinsicht zur Gewahrsamserlangung schreitet.


Man kann zwar darüber streiten, ob die mittelbare Täterschaft für den mittelbaren Täter erst dann beginnt, wenn wenigstens das Tatwerkzeug in objektiver Hinsicht die Tat verwirklicht (= Gewahrsam erlangt), soweit ich weiß ist aber bei der mittelbaren Täterschaft eher herrschende Ansicht, dass der Versuch für den mittelbaren Täter dann beginnt, wenn er denkt, dass er das menschliche Werkzeug derart beeinflußt hat, dass es die Ausführungshandlung wahrnehmen wird und es aus seinem Herrschaftsbereich entläßt.
Der Versuch würde also für A in dem Zeitpunkt beginnen, indem der A den B gehen läßt, damit B ihm 'sein' Fahrrad bringt.
LawStudent09
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Anmeldungsdatum: 09.08.2010
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 12 Aug 2010 - 13:22:16    Titel:

ah, ich glaub ich verstehe...

also prüfe ich §§ 242 I, II, 25 I Alt. 2, 22
Vorprüfung: keine Vollendung, Strafbarkeit des Versuchs
I. TBM
1) Subj TB (Tatentschluss)
A müsste alle subj/obj Merkmale des § 242 haben (+)
Merkmale des § 25 I Alt 2 (+) (strittig, wer ist anderer)
2) Obj. TB (Unmittelbares Ansetzen zum Versuch:(+))
RWK
Schuld

den Aufbau hab ich mir ejtzt mal gedacht....
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 12 Aug 2010 - 14:48:17    Titel:

Zitat:
den Aufbau hab ich mir ejtzt mal gedacht.


Ja genau, du näherst dich bzw. erschließt dir nach und nach das richtige Schema, durchs Verstehen. Idealerweise sagt dir am Ende niemand sonst, sondern dein eigener Verstand, was das richtige Schema ist. ("Ah .. so läuft das ...")


Beim subjektiven Tatbestand

Wie du richtig anführst muss sich die Vorstellung des Täters auch auf §25 I Alt. 2, also auf die Eigenheiten der mittelbaren Täterschaft beziehen.

Der mittelbare Täter muss also die Verwirklichung des Diebstahls Wissen und Wollen.
Zudem muss er denken, dass er aufgrund tatsächlicher oder rechtlicher Umstände eine überlegene Stellung innehat, die es ihm erlaubt, den anderen als menschliches Werkzeug (= Tatmittler) zur Begehung der Tat zu benutzen. ("Hier mein Kind, bring mal das kleine Körbchen zu dem netten Mann in der Bar. Aber nicht reingucken, soll ne Überraschung sein. Smile" tic, tac ...)


Die Absicht der rechtswidrigen Zueignung muss nur in der Person des A erfüllt sein.


(Einen Streit sollte man nur dann erörtern, wenn er entscheidungsrelevant ist. Überflüssiges wird nämlich in der Regel nicht honoriert, sondern negativ angekreidet.
Also, sofern es einen Streit geben sollte, wer anderer iSv §25 I Alt. 2 ist (kann mich da gerade an keinen erinnern, aber vielleicht meinst du was anderes), kommt es hier wohl nicht drauf an. Denn der A wird auf mittelbare Täterschaft geprüft. Er ist hier jedenfalls nicht anderer. Da nur noch B mitinfloviert ist, ist B der andere iSd Norm. )



Objektiver Tatbestand

Unmittelbarer Ansatz

Der unmittelbare Ansatz markiert gleichzeitig den Versuchsbeginn.

Dieser ist bei der mittelbaren Täterschaft umstritten.
Und ja, hier gibt (nach einer älteren Ansicht) einen Streit, welches Aktion (die des mittelbaren Täters oder die des Tatmittlers) für den mittelbaren Täter versuchbegründend ist.

Die allermeisten Ansichten fokusieren aber auf das Handeln des mittelbaren Täters. Das Handeln des Tatmittlers ist diesen nach jedenfalls für die Frage, wann für den mittelbaren Täter der Versuch beginnt, nicht entscheidend.
LawStudent09
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Anmeldungsdatum: 09.08.2010
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 14:47:24    Titel:

ich hätte da noch eine Frage:

ich hab zusätzlich den A auf versuchten Betrug geprüft. Mein Aufbau sieht so aus:

Vorprüfung (+)

Tatentschluss: A hat zwar Vorsatz bzgl. der Merkmale des §263, aber ein Näheverhältnis zwischen B und K fehlt. ("Parkgaragenfall").
Kann ich hier an dieser Stelle das aufführen und es dann am Tatentschluss scheitern lassen? Oder gehört das an eine ganz andere Stelle?

Vielen Dank schon mal! Smile
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