Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Mathematische Physik
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Physik-Forum -> Mathematische Physik
 
Autor Nachricht
ddedd
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.08.2009
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 01:37:22    Titel: Mathematische Physik

Hallo alle zusammen

Ich überlege mir momentan ob ich mathematische Physik in Würzburg studieren soll. In diesem Studiengang wird etwas mehr Mathe gelehrt und dafür die experimentelle Physik nur eingeschränkt behandelt. Das passt mir eigentlich ganz gut, da mich an der Physik eher die mathematisch theoretische Komponente interessiert. Ich bin mir aber trotzdem nicht sicher ob ich wirklich sowas studieren soll, da ich befürchte das mir wichtige Dinge entgehen wenn ich die experimentelle Physik vernachlässige. Vielleicht habe ich dadurch später weniger Möglichkeiten was Laborarbeit und derartiges angeht, außerdem hilft die experimentelle Physik ja möglicherweise auch die Theorie besser zu verstehen. Was denkt ihr darüber? Wäre froh wenn sich hier ein paar Physiker oder erfahrene Studenten zu Wort melden würden.
ichbinsisyphos
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 1699

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 02:03:48    Titel:

Ich weiß nicht ... ich finds eher riskant, sich schon so früh derartig einzuschränken.

Meiner Erfahrung nach kommt die wirkliche Entscheidung zwischen Experimental- oder theoretischer Physik nach dem ersten größeren, eigenständig durchgeführten Projekt.

Experimentalphysik hat enormes Frustpotential, weil die Wirklichkeit nicht so idealisiert wie das theoretische Modell ist. Da muss man manchmal wirklich hart arbeiten um aus dem Rauschen sinnvolle Messdaten zu extrahieren. Die üblichen Laborpraktika geben da auch nur unzureichend Einblicke, weil diese Experimente seit 10 Jahren oder länger optimiert wurden.

Ganz ähnlich ist es bei der theoretischen Physik, sein Leben lang nur auf dem Papier zu arbeiten, kreative Integrationsmethoden anzuwenden und Näherungen zu finden ist auch nicht für jeden das Richtige.


Was ich sagen will, die Spezialisierung sucht man sich nicht aus, sie sucht einen aus. Sonst wird man sicher nicht glücklich.
Zu Beginn tendieren die meisten zur theoretischen Physik, weil die Experimentalphysik irgendwie was stümperhaftes hat, und nur die theoretische Einblicke in die großen Wahrheiten verspricht. Diese Einstellung ändert sich aber im Laufe des Studiums.
Du solltest auf alle Fälle ein großes Interesse an Mathematik haben, weil man in der theoretischen/mathematischen Physik oft gar keine anschaulichen Vorstellungen von den Vorgängen hat, das ist oft sehr formal.

Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 1151
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 16:07:26    Titel:

Mir gehts ganz ähnlich. Ich habe bisher auch den Eindruck, dass mich die theoretische Physik mehr interessiert, ich werde aber zuerst ganz normal Physik mit normalem Experimentalphysikanteil studieren. So kann man auch erstmal einen Eindruck gewinnen, denn mir ist bewusst, dass man sowohl Experimental- als auch theoretische Physik in keiner Weise mit dem vergleichen kann, was man auf der Schule hatte. Im Masterstudium kann man sich dann immer noch spezialisieren.
Binomialkoeffizient
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 590
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 16:31:00    Titel:

Hi,

ich studiere zwar kein Physik, sondern nur Mathe, aber ich denke man muss vorsichtig sein, wenn man noch nicht weiß, was genau einen an der Uni erwartet.
Es gibt Bereiche in der Physik die sind abstrakter und abgehobener als man sich vorstellen kann (auch für viele Mathematiker, so hab ich das zumindest gehört).

Ich würde einfach ganz normal Physik anfangen und dann mal sehen, was mir Spaß macht, die Entscheidungsmöglichkeit läuft einem ja nicht davon. Very Happy

lg, BK
ddedd
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.08.2009
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 17:39:04    Titel:

Hi,
thx für alle Antworten

@ ichbinsisyphos
Also so wie du das beschreibst hab ich eigentlich weder auf experimentelle noch auf theoretische Physik Bock Razz . Aber Mathematik interessiert mich schon, ich denke gern abstrakt und wollte auch eine ganze Weile Mathematik studieren.
Bei experimenteller Physik frag ich mich halt ob es das wirklich Wert ist das ich da soviel Zeit reininvestiere. Ich hab nichts dagegen auch etwas Experimentalphysik zu machen, nur bei einigen Bachelorstudiengängen kommt ja fast so viel experimentelle Physik vor wie Mathematik und theoretische Physik zusammen. Falls mich kein Sinneswandel überkommt und ich unbedingt Experimentalphysiker werden will ist das eventuell einfach nur vergeudete Zeit. Hat man denn beruflich was davon, wenn man als Physiker in die freie Wirtschaft geht?

@ x² & Binomialkoeffizient
Grundsätzlich habt ihr da Recht. Ich hatte allerdings schonmal das Vergnügen zu studieren (oder besser gesagt zu versuchen zu studieren Smile ) und bin deshalb schon ganz gut mit der Hochschulmathematik vertraut. Nur von Experimentalphysik hab ich eben keinen Plan.
ichbinsisyphos
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 1699

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 18:12:03    Titel:

ddedd hat folgendes geschrieben:
@ ichbinsisyphos
Also so wie du das beschreibst hab ich eigentlich weder auf experimentelle noch auf theoretische Physik Bock Razz

Ich schreib das nicht um irgendein Fach oder gar beide schlecht zu reden. So wie ich es oben formuliert habe empfindet es eben jeweils der vom anderen Ufer. Ein später theoretischer Physiker sagt nach den Grundlagen nicht "Theorie interessiert mich ein bisserl mehr als das Experiment" sondern "Wenn ich auch nur noch eine Minute im Labor verbringen muss, lauf ich Amok!". Laughing

Dagegen kann man nicht an, deswegen find ichs riskant sich schon so früh zu spezialisieren. Das musst du dir halt gut überlegen, obwohl du vor dem Studium nicht genügend drüber weißt um eine solche Entscheidung zu treffen.

ddedd hat folgendes geschrieben:
Bei experimenteller Physik frag ich mich halt ob es das wirklich Wert ist das ich da soviel Zeit reininvestiere. Ich hab nichts dagegen auch etwas Experimentalphysik zu machen, nur bei einigen Bachelorstudiengängen kommt ja fast so viel experimentelle Physik vor wie Mathematik und theoretische Physik zusammen. Falls mich kein Sinneswandel überkommt und ich unbedingt Experimentalphysiker werden will ist das eventuell einfach nur vergeudete Zeit. Hat man denn beruflich was davon, wenn man als Physiker in die freie Wirtschaft geht?
Also mir als Experimentalphysiker kam die Laborarbeit in den ersten 6 Semester Physik Diplom zu kurz. Ich finde auch nicht, dass man weniger machen sollte, egal wie man sich spezialisiert.
Wie sich das in den neuen Studienplänen verändert hat weiß ich nicht.

Heißt das, du findest gar kein allgemeinphysikalisches Studium in dem man sich erst im Master-Studiengang entscheidet?

Ich denke, dass man als Experimentalphysiker in der Industrie generell die besseren Chancen hat. Weil man neben der eigentlichen Arbeit als Physiker für jede Laborarbeit, oder in der Messtechnik verwendbar ist. Aber ich weiß überhaupt nichts über die Berufschancen der theoretischen Physiker, außer im Halbleiterbereich vielleicht. Sonst bleiben viele, wenn sie können, auf der Uni.

ddedd hat folgendes geschrieben:
Ich hatte allerdings schonmal das Vergnügen zu studieren (oder besser gesagt zu versuchen zu studieren Smile ) und bin deshalb schon ganz gut mit der Hochschulmathematik vertraut. Nur von Experimentalphysik hab ich eben keinen Plan.
Was hast du studiert und woran ist es gescheitert?

Binomialkoeffizient hat folgendes geschrieben:
Es gibt Bereiche in der Physik die sind abstrakter und abgehobener als man sich vorstellen kann (auch für viele Mathematiker, so hab ich das zumindest gehört).
Würd ich nicht so sagen, aber man steigt halt irgendwo in der Mitte ein, muss viele Dinge akzeptieren, während beim Mathematikstudium möglichst alles auf einem sauberen Fundament aufgebaut wird und damit einleuchtender ist.
ddedd
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.08.2009
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 19:25:07    Titel:

ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Ein später theoretischer Physiker sagt nach den Grundlagen nicht "Theorie interessiert mich ein bisserl mehr als das Experiment" sondern "Wenn ich auch nur noch eine Minute im Labor verbringen muss, lauf ich Amok!". Laughing

oO


ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Heißt das, du findest gar kein allgemeinphysikalisches Studium in dem man sich erst im Master-Studiengang entscheidet?

Doch doch, aber so sieht ein allgemeiner Physik-Bachelor eben an vielen Unis aus. Experimentalphysik bis ins 5 Semester, so um die 4 Semesterwochenstunden zuzüglich Praktika. Weiß ja nicht wie es damals beim Diplom war, aber wenn das zu wenig sein soll..naja, ich kenn mich halt mit der Stofffülle nicht so aus.


ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Was hast du studiert und woran ist es gescheitert?

Technische Informatik. Wollte damals unbedingt was machen was mit Computern und Hardware zu tun hat. Hab aber schnell das Interesse an logischen Entwürfen und dem ganzen Zeug verloren. Dafür hat mir überrachenderweise Mathematik immer besser gefallen, obwohl ich das Fach am Anfang auch ätzend fand. Hab dann abgebrochen und wollte eigentlich Mathematik studieren, habs mir dann aber nochmal überlegt, wie man sieht.


ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Ich denke, dass man als Experimentalphysiker in der Industrie generell die besseren Chancen hat. Weil man neben der eigentlichen Arbeit als Physiker für jede Laborarbeit, oder in der Messtechnik verwendbar ist.

Da wirste wohl Recht haben. Ich glaub als total theoretischer Physiker wird man sich da umso mehr um Zusatzqualifikationen bemühen müssen. Andererseits hat man auch genügend Zeit dazu, wenn die ganzen Experimentalvorlesungen wegfallen Smile


ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Ich finde auch nicht, dass man weniger machen sollte, egal wie man sich spezialisiert.

Und warum? Weil es fürs Verständnis förderlich ist?
ichbinsisyphos
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 1699

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 19:49:35    Titel:

ddedd hat folgendes geschrieben:
ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Heißt das, du findest gar kein allgemeinphysikalisches Studium in dem man sich erst im Master-Studiengang entscheidet?

Doch doch, aber so sieht ein allgemeiner Physik-Bachelor eben an vielen Unis aus. Experimentalphysik bis ins 5 Semester, so um die 4 Semesterwochenstunden zuzüglich Praktika. Weiß ja nicht wie es damals beim Diplom war, aber wenn das zu wenig sein soll..naja, ich kenn mich halt mit der Stofffülle nicht so aus.

Ist dir das schon zuviel? Das ist eh mehr oder weniger was auch ich in den Grundlagen gemacht habe. 4 ausgedehntere Laborpraktika für alles von Reibung, Schwingungen, Elektrizität, Magnetismus, Optik, einfache elektronische Schaltungen bis zu den interessanteren Dingen wie Radioaktivität, Hall-Effekt, Stern-Gerlach und Franck-Hertz. Plus später noch Analogelektronik und Digitalelektronik.
5*4 sind nur 20SWH von ... 140?

ddedd hat folgendes geschrieben:
ichbinsisyphos hat folgendes geschrieben:

Ich finde auch nicht, dass man weniger machen sollte, egal wie man sich spezialisiert.

Und warum? Weil es fürs Verständnis förderlich ist?
Ja.
ddedd
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.08.2009
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 20:20:01    Titel:

Ehm, also wenn man die Übungen hinzuzählt sind es wohl so um die 6 Stunden pro Woche. Wenn dir das wenig vorkommt, Mathematik und theoretische Physik haben letztendlich auch nicht mehr Wochenstunden, nur das Mathematik oft nur bis zum 3 Semester geht und theoretische Physik manchmal auch nur bis zum Vierten. Und bei Experimentalphysik kommt ja dann noch der dicke Batzen der ganzen Praktikas hinzu, die auch mehrere Stunden in Anspruch nehmen dürften.
ichbinsisyphos
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 1699

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2010 - 20:41:57    Titel:

Ich zähl hier nur die praktischen Übungen und eventuell Vorlesungen zu Messmethoden, Fehlerrechnung, etc etc zur Experimentalphysik.

Ich weiß nicht genau, was du da alles in den Topf wirfst. Die physikalischen Grundlagenvorlesungen und -rechenübungen werden gern als Experimentalphysik deklariert, aber ohne die kann man auch theoretische Physik nicht studieren, sie bilden eine gemeinsame Basis für alle Richtungen.

Uns wurde auch Atom-, Molekül- und Festkörperphysik als Experimentalphysik verkauft obwohl das rein theoretisch war. Eine Menge dieser "Experimentalphysik"-Vorlesungen sind für die theoretische Physik zwingend notwendig.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Physik-Forum -> Mathematische Physik
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum