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Abgrenzung Raub-räuberische Erpressung
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Loop5
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Anmeldungsdatum: 27.08.2010
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2010 - 15:10:31    Titel: Abgrenzung Raub-räuberische Erpressung

Hallo ihr Lieben!
Ich weiß langsam nicht mehr weiter bei meinem Fall. Entweder der SV ist zu unpräzise oder ich stehe aufm Schlauch.
Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte, der sich mit der Materie etwas auskennt.

Folgender SV:

A begegnete nachts dem B, den er dann zur Herausgabe von 80 € aufforderte. B sagte allerdings, dass er sein ganzes Geld in einer Disco ausgegeben hat. A glaubte ihm das jedoch nicht und wollte nun auf anderen Wegen an die 80 € kommen. Er schlug den Kopf des B heftig gegen eine Hauswand. B lag benommen auf dem Bürgersteig. Aus Mitleid ließ A von seinem Vorhaben ab.

Versuchter Raub oder versuchte räuberische Erpressung? Oder beides?
Da gibt es ja diesen Meinungsstreit, ob jetzt eine Vermögensverschiebung für räuberische Erpressung erforderlich ist oder nicht. Das würde ja dann bedeuten, dass B dem A das Geld selbst geben msste aufgrund der Gewalanwendung durch A, wenn man der h.M. folgen würde. Ich finde aber, dass aus diesem SV nicht genau hervorgeht, ob A sich nun das Geld nach der Gewalteinwirkung selbst nehmen wollte oder er den B einschüchtern wollte und ihn dann nochmal auffordern wollte ihm das Geld zu geben.

Kann mir jemand helfen? Ich bin schon ganz verwirrt deshalb.Smile

Ganz liebe Grüße
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2010 - 16:19:27    Titel:

Verhältnis von Raub zu Räuberischer Erpressung


Auffassung der Rechtsprechung

(Schwerer) Raub (§§ 249,250) - ist ein Spezialfall der (räuberischen) Erpressung (§§ 253, 255).
(s. BGHSt 41, 123, 126; BGH NStZ 1999, 350, 351)

Dem steht nicht auch nicht zwingend entgegen, dass ggfls. eine Wegnahme vorliegt, da in einem solchen Fall das abgenötigte Verhalten in der Duldung der Wegnahme gesehen werden kann.

Vom Opfer abgenötigt werden kann jedwede Art von Verhalten, es muss nicht zwingend (kann aber) eine Vermögensverfügung sein. (vgl. BGHSt 3, 76; 20, 255)

Die Feststellung, ob eine Wegnahme vorliegt, beurteilt sich maßgeblich anhand des äußeren Erscheinungsbildes des Tatgeschehens.



Die Auffassung der Literatur

(Schwerer)Raub und (räuberische)Erpressung stehen in einem Exklusivitätsverhältnis zueinander; sie schließen sich gegenseitig aus.

Die Erpressung verlangt als erzwungenes Verhalten eine Vermögensverfügung des Opfers. Das Opfer muss sich also eines Teiles seines Vermögens entäußern. (Es muss mitarbeiten/-wirken).

Beim Raub kommt es auf eine Mitwirkung nicht an. Jemand, der sich bis zu Bewusstlosigkeit der Gewahrsamverschiebung widersetzt, duldet nicht die Wegnahme.

Hinsichtlich des Merkmals Wegnahme ist vor allem der innere Wille beachtlich.

-------------

§ 253 Erpressung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Erpressung verbunden hat.

/////////////

§ 255 Räuberische Erpressung

Wird die Erpressung durch Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben begangen, so ist der Täter gleich einem Räuber zu bestrafen.

////////////

§ 249 Raub

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
Loop5
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Anmeldungsdatum: 27.08.2010
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2010 - 16:48:33    Titel:

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Steht das zufällig auch in den Problemen von Hillenkamp?
Wie würdest du das in dem vorliegenden SV beurteilen?
Weil es ist ja nicht wirklich ersichtlich wie sich das Tatgeschehen weiter vollziehen würde, wenn A nicht zurückgetreten wäre. Aber ich denke, dass es sich um eine versuchte räuberische Erpressung handelt, da A den B ja zunächst aufgefordert hat das Geld herauszugeben.
stinki123
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Anmeldungsdatum: 02.08.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2010 - 21:50:58    Titel:

also eine vermögensverfügung kann man ja wohl verneinen, weil der B nicht bereit ist ( laut SV) das geld herauszugeben!
naja..is aber echt ein komischer sv!
also ich würd die vv verneinen!!
stinki123
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Anmeldungsdatum: 02.08.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2010 - 21:52:49    Titel:

also eine vermögensverfügung kann man ja wohl verneinen, weil der B nicht bereit ist ( laut SV) das geld herauszugeben!
naja..is aber echt ein komischer sv!
also ich würd die vv verneinen!!
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