Woher kommt das Umfrage-Hoch der Grünen?
Gehe zu Seite Zurück 1, 2, 3, 4, 5 Weiter
|
|
|
| Autor |
Nachricht |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 05 Sep 2010 - 13:31:34 Titel: |
|
|
Das abstrakte Thema "Laufzeit von Kernkraftwerken" soll also auch das Thema sein, was die nächsten Wahlen bestimmt?
Ich bin mir ganz sicher, dass das Thema teilweise fehlgeschlagene Ausländerintegration bzw. der Umgang mit nichtintegrationswilligen Zuwanderern den kommenden Wahlkampf entscheidend bestimmen wird.
Spätestens, wenn sich bei den GrünenwählerInnen der eigene Nachwuchs einstellt bzw. dieser in die Schule kommen soll, stellen sie naiv verblüfft fest, dass dort - sollten sie in großstädtischen Gebieten mit kultureller Bereicherung aus dem Morgenlande leben - keine bunte Vielfalt mehr herrscht, sondern eine arabisch/türkische Mono/Machokultur dominiert. Das möchte man seinen jungen WeltbürgerInnen dann doch nicht zumuten und wer es sich leisten kann, findet auch Alternativen.
| Zitat: |
Wie ist denn gerade so die Stimmung in Kreuzberg? Was für Themen beschäftigen die Leute in Deinem Umfeld?
Ich habe natürlich viel mit Leuten zu tun, die auch kleine Kinder haben. Die beschäftigt alle die Frage, ob man rausziehen soll oder nicht. Und wenn ja, wohin. Ich bin gespannt, wie das sein wird, wenn unsere Kinder ins schulpflichtige Alter kommen, denn das ist in Kreuzberg ein unlösbares Problem, durch die hanebüchene Berliner Schulpolitik. Wir hätten konkret die Auswahl zwischen zwei Schulen, die beide ein hohes Opfer bedeuten würden – auch wenn man es aus einer politischen Motivation vielleicht gerne machen würde. Und so geht es fast jedem. Viele Leute schicken ihre Kinder auf die Waldorfschule, obwohl sie mit Waldorf-Pädagogik überhaupt nichts am Hut haben. Oder auf eine der neuen evangelischen Schulen. Das hat einen besonders schrägen Beigeschmack: Viele schulen ihre Kinder dort ein, weil die Moslems es nicht tun.
Judith Holofernes im Interview: “Ich will nicht nach Zehlendorf”
Die Sängerin von "Wir sind Helden"
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/blogs/musikblog/2466/judith-holofernes-im-interview-ich-will-nicht-nach-zehlendorf/
|
Und ich kann da weder Lösungsvorschläge noch Strategieen bei den Grünen erkennen. Im Gegenteil -sie leugnen von allen parlamentarischen Parteien am meisten, dass es diese Probleme überhaupt gibt. Siehe die Fernsehinterview mit Ströbele, Künast und Trittin aus der vergangenen Woche.
Einzig Fehler der anderen Parteien in der Vergangenheit sprechen sie an und sehen den Handlungsbedarf ausschließlich bei der aufnehmenden Gesellschaft.
Die SPD-Führung hat ja mit dem Bann Sarrazins (gegen den Willen vieler ihrer Mitglieder) ihre Chance vertan, über gemäßigte Sarrazin-Vorschläge überhaupt nachzudenken und Lösungen zu erarbeiten.
In der CDU hat die Kanzlerette ihr Machtwort gesprochen. _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
|
 |
Tonka Senior Member

Anmeldungsdatum: 03.08.2005 Beiträge: 1747
|
Verfasst am: 22 Sep 2010 - 12:22:58 Titel: |
|
|
Die Grünen kommen in der neuesten Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl auf stolze 24 Prozent!! Damit liegen sie mit der SPD gleichauf, die ebenfalls auf 24% kommen, die CDU hat 29%. Im Bund sind also SPD und Grüne schon gleichauf. Sie profitieren natürlich am meisten von der Laufzeit-Verlängerung der AKWs. Wenn das so weiter geht, heißt es wohl bald Grün-Rote Regierung! Ich bin mal gespannt, wie lange die SPD sich das noch mit anschaut, denn so war eine mögliche Rot-Grüne Regierung ja dann wohl doch nicht geplant!
In Baden-Würtemmberg erreichen die Grünen im Moment sogar 27%, während die SPD bei 21% verharrt. Da kommen die Kontraste zur CDU am ehesten zum Vorschein, da CDU-Mann Mappus ein starker Befürworter von AKWs ist und das Projekt Stuttgart 21 spielt den Grünen auch in die Karten. |
|
 |
Heison Senior Member

Anmeldungsdatum: 05.12.2006 Beiträge: 296
|
Verfasst am: 22 Sep 2010 - 13:48:51 Titel: |
|
|
Man darf auch nicht vergessen, dass die Grünen unglaublich starke Netzwerke aufgebaut haben und sie bei ihrem Marsch durch die Institutionen weit vorangekommen sind und zwar besonders bei den Journalisten und Medien. Von denen eine Mehrheit den Grünen nahesteht:
http://img713.imageshack.us/img713/542/2005parteineigungvonjou.png
Ob diese Verzerrung in der 4. Gewalt langfristig eine Gefahr für die Demokratie darstellt, sei dahingestellt. Auffällig ist allerdings, wie sehr die Grünen bei der Migrationsdebatte geschont werden und wie selten in Zeitungen die Lobbyarbeit der Solarkonzerne beklagt wird. Und das seit Jahren. Allerdings sind auch manche Politiker in meinen Augen zu wenig angriffslustig, etwa als die Grünen die Legalisierung auch harter Drogen im Wahlkampf in NRW im Programm hatten oder die Abschaffung von Sprach- und Einbürgerungstest. Vielleicht schon aus Angst vor schlechten Kommentaren und den Rassismuskeulen?
Dabei sehe ich Fehler in der Energiepolitik noch für eher harmlos, da sie letztlich reversibel sind.
Fehler in der Migrations- und Integrationspolitik aber können einen langfristigen, unwiderruflichen Schaden für Deutschland anrichten. Genau deshalb halte ich die Grünen auch für unwählbar. Es sind und bleiben unverbesserliche Multikulti-Ideologen. Die sich in grobem Zynismus über jedes Gewaltopfer durch einen braunen Idioten aufregen, während sie das Wort Deutschfeindlichkeit nicht mal aussprechen wollen, obwohl Studien gezeigt haben, dass davon 25% der jugendlichen Migranten betroffen sind. Die die tausenden Gewaltopfer durch eine falsche Zuwanderungspolitik nicht mal zur Kenntnis nehmen wollen und glauben, dass man jeden, aber auch wirklich jeden, der die Grenze nach Deutschland übertreten hat, auf Krampf hierbehalten muss.
Bei so viel politischer Ignoranz nützen auch die in anderen Themenbereichen teils durchaus sinnvollen Ansätze wenig (Energiewandel, Bürgerrechte). Migration und Integration sind einfach zu bedeutende Themen. _________________ Migration ist keine Einbahnstraße - für eine intelligente Einwanderungs-, Rückführungs- und Integrationspolitik |
|
 |
Jockelx Senior Member

Anmeldungsdatum: 24.06.2005 Beiträge: 3260
|
Verfasst am: 22 Sep 2010 - 14:11:06 Titel: |
|
|
Wo sollen die ganzen Ex-FDP-Wähler auch schon gross hin? Alle Nicht-Wähler werden? Oder zu den Piraten?
CDU und SPD sind jetzt auch nicht gerade eine klassische Alternative für Liberale.
Die FDP hat wohl mittlerweile (und ich hoffe auch langfristig) jeden Wechselwähler vergrault und die Grünen scheinen die günstigste Alternative zu sein. |
|
 |
jo icke eben Full Member

Anmeldungsdatum: 08.09.2010 Beiträge: 234
|
Verfasst am: 22 Sep 2010 - 15:11:17 Titel: |
|
|
| Für mich liegt das Umfragehoch der Grünen zu 80% an der simplen Tatsache das die FDP/CDU Wähler jetzt zu den Grünen rennen. Das die Regierungsparteien in der Legislaturperiode verlieren und gleichzeitig die Oppositionsparteien gewinnen ist eine Tatsache die es schon seit 50 Jahren gibt, ich denke damit erzähle ich auch nichts neues. Spätestens wenn SPD/Grüne 2013 an der Macht sind, fallen die Umfragewerte der Grünen wieder und die Leute rennen wieder zur FDP...Leider werden die Kleinparteien nicht ernst genommen. |
|
 |
Justav Moderator

Anmeldungsdatum: 31.01.2006 Beiträge: 2150
|
Verfasst am: 24 Sep 2010 - 04:12:32 Titel: |
|
|
| Ich sehe das ähnlich, die Grünen profitieren im Hohen Maße von der Fluktuation bei den anderen Parteien, insbesondere FDP. Dazu kommt geschickte politische Arbeit in diversen Kreisen. Ich finde die Grünen zwar nach wie vor unwählbar, allein der neueste Vorstoß die Abgeltungssteuer abzuschaffen und die Kapitalertragssteuer von wieder 45% einzuführen ist doch Unfug, dann die Blockade von wichtigen Zukunftsprojekten wie Stuttgart21, die Blockade von Flughafenausbau in ganz Deutschland sowie das vehemente Beharren auf Slotbegrenzungen an diversen Flughäfen. Das ganze kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Da gibts einfach zu viele verkorkste Idealisten die viel daherreden und ihre Ansichten der Welt kundtun, aber letztlich für die Wirtschaft und die Gesellschaft (auch im Sinne der Kaufkraft und Lebensqualität) nicht viel positives hervorbringen. |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 24 Sep 2010 - 10:22:55 Titel: |
|
|
Antje Vollmer hätte keine Rede für Westergaard gehalten
| Zitat: | "Ich halte es für unklug. Für eine Staatsfrau halte ich es für sehr unklug", antwortete die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einer Diskussion (etwa ab Minute 15) des SWR auf die Frage, was sie davon hält, dass sich Angela Merkel in einer Rede dezidiert für Kurt Westergaard, den Zeichner einer bekannten Mohammed-Karikatur, einsetzte.
Die Grünen, so scheint es, haben ein taktisches und opportunistisches Verständnis von Meinungsfreiheit. Nach Renate Künast hat sich mit Antje Vollmer nun die zweite Grünen-Poltiikerin mit Kritik an Angela Merkels Rede zur Auszeichnung Kurt Westergaards gemeldet.
Zur Erinnerung: All jene Chefredakteure, die seinerzeit nicht den Mut aufbrachten, Westergaards Karikatur zu drucken, hatten ihn am 8. September mit einem Preis für Pressefreiheit bedacht. Angela Merkels Rede zu diesem Anlass war bemerkenswert. Sie ließ die hohen Herren indirekt wissen, dass sie an ihrer Stelle die Karikatur gebracht hätte. Sie hatte sich bei vergleichbaren Gelegenheiten – auch bei der Frage, ob sie diese Rede für Westergaard halten solle – jedenfalls für die Freiheit entschieden: "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut."
Es war an diesem feierlichen Tag Konsens in der deutschen Presse, dass man die Meinungsfreiheit im Prinzip hochhalten soll, auch wenn man selbst hier mal gekniffen hatte. Aber es gab auch Kritik an Merkel. In der liberalen SZ etwa, die es Westergaard nie verzeihen wird, dass sie ihn nicht druckte, ließ man den Skandinavisten Bernd Henningsen gegen den "Meinungsfreiheits-Fundamentalismus" wüten.
Zu den kritischen Stimmen gehörte wie gesagt auch Renate Künast: "Ich hätte es nicht gemacht", sagte sie zu Merkels Rede. Künast wird als die nächste Regierende Bürgermeisterin von Berlin gehandelt. Aber der Tagesspiegel stutzte: "Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Berlin regiert wird von einer Frau, die sich mehr um die möglichen Reaktionen von religiösen Fanatikern sorgt als um den Wert unserer Grundrechte", schreibt Gerd Nowakowski.
Antje Vollmer, ehemalige Vizepräsidentin einer Institution, die auf Meinungsfreiheit beruht, hat Künasts Kritik nun also noch erheblich verschärft und argumentativ aufgemöbelt. Zuvor hatte sie in der Diskussion Thilo Sarrazins Rhetorik gegeißelt, die sie als Aufruf zum Krieg der Kulturen wertet: "Das ist eine ganz bestimmte Rhetorik, die Angst schürt und Untergangsfantasien erzeugt. Und diese Art von Rhetorik haben Gesellschaften früher eigentlich immer nur in der Vorbereitung von Kriegen angewandt. Zu sagen, wir sind bedroht, wir müssen jetzt den Feind analysieren. Wir müssen ihn so analysieren,dass wir uns auch ermannen, ihn bekämpfen zu wollen, und dann geht irgendwann der Krieg los. Genau mit dieser Art vorauseilenden Kriegsbereitschaft und -emotionalität hat sich Karl Kraus in den 'Letzten Tagen der Menschheit' ungeheuer präzise beschäftigt. Und mir kommt vieles so ähnlich vor."
Darauf folgt die Parallele: "Die ganze Debatte um diese Mohammed-Karikatur war genau dasselbe: Bringt uns auf die Palme und zeigt uns, wie schrecklich die andere Seite ist."
Und dann lässt die als moralisch hochdenkend geltende Politikerin ein Argument folgen, das aufmerken lässt: "Aber würde dieser Krieg mal ausbrechen, wir würden ihn niemals gewinnen können. Dann muss man doch einmal nüchtern sein, und sagen: Schluss mit dieser Art von Theater!"
Wenigstens eine, die zugibt, dass es sich bei ihrer Art von Toleranz nicht um ein Ideal handelt!
Thierry Chervel
http://www.perlentaucher.de/blog/156_antje_vollmer_haette_keine_rede_fuer_westergaard_gehalten |
Nun. In Anlehnung an ein kommunistischen Wahlaufruf aus dem Deutschland der 30er Jahre kann dies nur bedeuten:
"Wer grün wählt, wählt auch die zukünftige Unterwerfung unter eine religiös/archaische Ideologie." _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
Tonka Senior Member

Anmeldungsdatum: 03.08.2005 Beiträge: 1747
|
Verfasst am: 24 Sep 2010 - 18:20:42 Titel: |
|
|
Hier mal ein Erklärungsversuch der Demoskopen:
http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/ein-gruener-als-kanzler-1.100930
| Zitat: | | Nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner, der die sagenhaften Umfragewerte gemessen hat, sind die Grünen nach wie vor keine Volkspartei. Trotzdem sei für Bürgerliche ein Spitzenpolitiker wie Jürgen Trittin akzeptabel geworden: "Der Grünen-Politiker Trittin war noch 1998 der Buhmann. Jetzt wird er als seriöser Staatsmann wahrgenommen. Das macht die Grünen so attraktiv", sagte Güllner unserer Zeitung. Viele Vorbehalte gegen Trittin seien nicht mehr vorhanden. "Wer sich Trittin, Özdemir und Künast anschaut, erhält den Eindruck einer durch und durch soliden, seriösen und anständigen Partei, die nicht mehr streitet und keine Farbbeutel mehr schmeißt." |
Die Aussagen über die drei PolitikerInnen halte ich doch für sehr gewagt. Als ob Trittin jetzt anders redet oder denkt als 1998, der hat doch noch die gleiche Ideologie drin wie damals auch. Künast kann eigentlich auch nur drauf lospoltern, Özdemir halte ich noch für am Fähigsten von den drei Leuten. Der kann sich auch sachlich ausdrücken und grüne Inhalte präsentierern, ohne gleich zum Schreihals zu werden.
| Zitat: | Für die Demoskopen ist der Höhenflug der Grünen mehr als eine Momentaufnahme. "Das ist keine Fantasiegeschichte mehr", betonte Güllner. Er verwies darauf, dass die Grünen bei der Europawahl in Berlin bereits stärker als die SPD abgeschnitten hatten und bei der Kommunalwahl in Stuttgart stärkste Partei geworden waren. Im Zentrum von Köln hätten sie bei den Wahlen für die Bezirksvertretungen doppelt so viele Stimmen bekommen wie die SPD. In der Domstadt habe dies unter anderem an der "völlig verfehlten Stadtentwicklungspolitik" gelegen, auf Bundesebene treibe die SPD den Grünen derzeit die Stimmen geradezu zu. Wer derart massiv auf den Atomausstieg setze wie die SPD, mache auf das "Original" dieser Forderungen durch die Grünen aufmerksam.
Nach Einschätzung von Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen profitieren die Grünen davon, dass sie kaum Regierungsverantwortung trügen. Deshalb seien sie auch am wenigsten von allen Parteien von der Unzufriedenheit über politische Entscheidungen betroffen. Spielten andere Themen eine größere Rolle, könne das Interesse an den Grünen auch wieder abnehmen. Ähnlich äußerten sich SPD-Politiker. |
Den letzten Aspekt sehe ich ähnlich. Die Grünen sind in vier Länderparlamenten an der Regierung beteiligt. In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg bekommt man öffentlich nur sehr wenig der politischen Entscheidungen mit (Ausnahme jetzt die Hamburger Schulreform, die ja von allen Fraktionen getragen wurde). Dazu sind die Grünen noch in NRW in der Regierung (nach 2 Monaten kann man ja noch nicht viel falsch gemacht haben) sowie im Saarland, was auch kaum wahrgenommen wird. Das heißt, die Grünen sind schon auch an Regierungen beteiligt, allerdings nicht in großen Flächenländern, Ausnahme jetzt NRW.
Was mir noch so auffällt: Die Grünen werden medial schon sehr geschont. Es gibt kaum oder fast keine kritische Berichterstattung über die Grünen. Die SPD kriegt da doch eine ganze Ecke mehr ab an Kritik. Wenn die SPD mit der Linken (und den Grünen) koalieren will, dann ist die Empörung über die SPD sehr groß, die Grünen werden dafür überhaupt nicht kritisiert (siehe letzte NRW-Wahl) oder auch in Hessen mit Frau Ypsilanti. Die SPD bekommt den ganzen Ärger ab und die Grünen bekommen stattdessen immer mehr Stimmen-Anteile, obwohl sie im Dreier-Bündnis mit SPD und Linke auch dabei sind bzw. es wären.
Weiterhin finde ich es auch schwierig, sich als politischer Gegner gegen die Grünen-Politik zu positionieren. Mit dem Allzeit-Thema der Grünen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz haben sie ja einen Themenkomplex, der an sich ja kaum zu kritisieren ist. Jeder ist ja für Umwelt- und Naturschutz, für weniger CO2-Emmissionen und so weiter. Fachlich gibt es daran ja kaum etwas auszusetzen, sondern lediglich gegen die geplante Umsetzung einiger Themen kann man etwas mobil machen. Die Grünen-Kritiker können ja höchstens sagen, die Vorschläge der Grünen wären zu ideologisch oder nicht praktisch umsetzbar. Aber diese Aussagen schrecken ja die potenziellen Grünen-Wähler auch nicht ab.
Dass es Oppostionsparteien immer einfacher haben, gute Umfragewerte zu bekommen, ist ja schon seit Jahrzehnten so. Aber die sehr hohen Zustimmungswerte für die Grünen überraschen mich doch. Zum Vergleich die FDP: Bei der Wahl 2005 kamen sie auf knapp 10% der Stimmen und 2009 waren es 14,6%, das sind fast 5 Prozentpunkte mehr innerhalb von vier Jahren. Die Grünen hatten 2009 rund 11% der Stimmen und sind jetzt ein Jahr später bei 24%, das ist ein stolzes Plus von 13 Prozentpunkten - und das innerhalb eines Jahres.
Ich bin mal gespannt, wie lange die SPD die Grünen noch mit Kritik verschont. Tatenlos werden die wohl nicht zusehen, wie die Grünen in einigen Ländern und im Bund an der SPD vorbeizieht. Es kann für die SPD auch nicht gut sein, als (eigentliche) Volkspartei dann als Junior-Partner in Grün-Rote Bündnisse einzusteigen. IN Baden-Würtemmberg könnte es im halben Jahr soweit sein, dass ein Grüner dann Ministerpräsident eines Landes wird. |
|
 |
Thot_nehe_Phantom Junior Member

 Anmeldungsdatum: 13.09.2010 Beiträge: 30
|
Verfasst am: 24 Sep 2010 - 21:34:36 Titel: |
|
|
Gehässige Stimmen behaupten, dass das Umfrage-Hoch aus der Tagespolitik beruht.
So wie im Spätherbst der Anstieg der Arbeitslosigkeit SPD und LINKE hilft, und zu Weihnachten wieder konservative Feiertage mit der Weihnachtskanzlerin herrschen.
Natürlich kommt im Frühling Herr Westerwelle vorbei und erklärt uns, wieso die FDP die durch die Jahreszeit bedingten Arbeitsplätze im Bau wieder entstehen hat lassen...
Ach was ist das Tagesgeschäft der Politik doch schön....
vorhersehbar... |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 11 Okt 2010 - 15:41:42 Titel: |
|
|
Danke Renate!
http://www.spiegel.de/video/video-1088562.html#oas.videobelegung=news
"Deutschland braucht die unregulierte Einwanderung."
"... nicht alle hier Lebenden sind auf allen Ebenen qualifizierbar, aber alle auch zukünftig ungebremst Einwandernden integrierbar."
"Integration bedingt die Teilhabe beider Seiten. Die aufnehmende Seite muss ...(jetzt beginnt eine Aufzählung) und auf der anderen Seite müssen die Migranten auch ihre Leistung bringen."
soweit inhaltlich das, was Frau Künast dazu äußert.
Mein Fazit:
All jene, die nicht ausreichend qualifiziert, gebildet, sprachkundig, anpassungsfähig, usw. sind, um "wo anders hin" (Schweiz, Skandinavien, USA, Australien, usw. usf.) gehen zu können, und für die es hier aber immer noch viel besser ist als "Zuhause" - medizinische und soziale Absicherung, Infrastruktur, kostenloses Bildungswesen "für die kleinen", (schwarz)Arbeitsmarktsituation, usw., besonders wenn man es sich bei uns ja gleichzeitig im gewohnten Umfeld (Sprache, religiöse Identität, Fernsehsender, abgeschlossene Kulturgemeinschaft, usw.) genau so gemütlich machen kann, sind für Politiker vom Schlage der Künast, Roth und Ströbele willkommen.
Sie können hier ja sogar weitgehend ungestört den heimischen Bräuchen weiter frönen: Zwangsheirat, Fehmemorde, Hassprediger, usw. usf.
Für einen qualifizierten Ingenieur/Fachkraft im mittleren/gehobenen (falls es das für ihn noch gibt) Lohnsegment, alleinstehend oder mit kleiner Familie, ist es hier vielleicht (klar, vielleicht...) inzwischen ziemlich ätzend (Zeitverträge, Brutto/Netto, usw.usf.. Ein kurdischer Landflüchtling sieht das aber möglicherweise anders.
Man kann nur hoffen, dass Künasts Aussagen Bestandteil des grünen Wahlkampfes sind.
Wenn jetzt Seehofer zurückrudern sollte, verweise ich noch darauf:
| Zitat: |
Längst haben die Funktionäre der Politischen Korrektheit die Stellen der sozialen Kontrolle dessen besetzt, was als diskutabel gilt. Damit koppeln sie die Moral vom gesunden Menschenverstand ab. Der Politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung als falsch zu erweisen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. |
http://www.focus.de/wissen/bildung/philosophie/tid-20094/debatte-weder-religion-noch-tradition_aid_560039.html?drucken=1
einfach mal durchlesen und drüber nachdenken.  _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
Tonka Senior Member

Anmeldungsdatum: 03.08.2005 Beiträge: 1747
|
Verfasst am: 12 Okt 2010 - 00:17:29 Titel: |
|
|
Naja, die Grünen werden ja Dank der PC überall hofiert. Da wird dann in den Kanon von Künast, Roth und Ströbele mit eingestimmt, damit ja nicht der Verdacht aufkommt, der ein oder andere hätte etwas gegen Migranten.
Leider geht auch die CDU viel zu lasch mit den Grünen um. Das Beste Beispiel war der NRW-Wahlkampf, wo die CDU plakatierte: "Wenn Rot-Rot regiert, wird diese Schule geschlossen". Die Grünen wurden hier absichtlich vergessen, um noch eine weitere Machtoption haben zu können. Das geht jetzt schon seit einiger Zeit so, dass die CDU die Grünen als zweite Machtoption nach Schwarz-Gelb sieht und sich mit ihrem Kuschelkurs immer näher an die Grünen herankuschelt. Dass dabei massenweise CDU-Wähler wegen des Links-Rucks der CDU zu Hause bleiben wird billigend in Kauf genommen.
Im nächsten Wahlkampf im Frühjahr 2011 musst die CDU endlich mal Vollgas geben und den Grünen einen harten Wahlkampf bieten. Anders werden die Kontraste von Schwarz und Grün nicht sichtbar. Alle Aussagen von den Grünen bezüglich Integration müssten knallhart auf den Tisch kommen. Es müsste auch endlich mal ein Politiker sich die Mühe machen aufzuzählen, was unter Grüner Regierungsbeteiligung alles passiert, allen voran übertriebene Umweltgesetze, die zum Investitionsstau in einigen Branchen führen und zu einiger völligen Überregulierung des täglichen Lebens führen. Auch müsste mal deutlich gesagt werden, dass die Grünen die Gemeinschaftsschule flächendeckend einführen wollen. Ob das grüne Bildungsbürgertum das dann auch noch so gut findet, sei mal dahingestellt. |
|
 |
koenig_ludwig73 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 3272 Wohnort: Neuschwanstein
|
Verfasst am: 26 Okt 2010 - 09:43:48 Titel: |
|
|
gegen die Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens....
http://www.youtube.com/watch?v=8FTfTDKiFbI
ich mach mal den Tolgmaster, weils gar zu schön ist....Eines ist zumindest absehbar, sollten die Grünen , was ja derzeit wahrscheinlich ist, wieder in die Regierungen kommen, ists auch ganz schnell vorbei mit den "Dagegen" Demos. Spannend auch, damals hat man ja einfach so getan als gäbe es gar keinen Atommüll mehr, kommt die Vorgabe der EU, wird wohl die nächste Regierung ein Endlager finden müssen. Ich wünsch den Grünen schon mal viel Spass, denn das wird noch lustiger als der Kosovoeinsatz. _________________ Die deutsche Form von Anerkennung ist Neid! |
|
 |
koenig_ludwig73 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 3272 Wohnort: Neuschwanstein
|
Verfasst am: 26 Okt 2010 - 11:54:08 Titel: |
|
|
Ist ja mal eine der interessantesten Webseiten seit langem.
http://feldhamsterverleih.de/home.htm
>>Herzlichen Willkommen bei www.feldhamsterverleih.de, Ihrem kompetenten Serviceanbieter in Sachen Blockade durch Naturschutz. Erfahren Sie mehr über unsere günstigen Angebote und wie diese Ihnen dabei helfen können, unerwünschte Bauprojekte zu blockieren und naturverträglichere Lösungen zu finden.<< _________________ Die deutsche Form von Anerkennung ist Neid! |
|
 |
Jockelx Senior Member

Anmeldungsdatum: 24.06.2005 Beiträge: 3260
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 07:51:10 Titel: |
|
|
| koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben: | | naturverträglichere Lösungen |
Was? Linke Spinner! Naturschutz ist doch wohl eher was für's reiche Afrika! |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 13:05:34 Titel: |
|
|
wer unbedingt grün wählen möchte, sollte auch dies zur Kenntnis nehmen:
| Zitat: | Grüne: Auch ausländische Rentner einbürgern
Osnabrück. Die Grünen wollen ein Gesetz einbringen, dass die Einbürgerung Hunderttausender Rentner ausländischer Herkunft unabhängig von Sprachkenntnissen ermöglicht.
«Wer in Deutschland viele Jahre hart gearbeitet und Steuern gezahlt hat, der sollte als Rentner ohne Vorbedingungen den deutschen Pass bekommen können», sagte der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Memet Kilic, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch).
Mit der Einbürgerungsoffensive ließen sich Hunderttausende Rentner mit ausländischen Wurzeln für Deutschland gewinnen. Damit gewinne man auch die Herzen der Kinder und Enkelkinder, sagte Kilic. Es stoße bei Einwanderern auf großes Unverständnis, wenn der Staat Rentnern auch nach Jahrzehnten in Deutschland Sprachkenntnisse oder Wissenstests zur Auflage für Einbürgerungen mache.
Mehr als 900 000 Ausländer beziehen in Deutschland eine Rente. Von ihnen sind mehr als 250 000 Türken. Die Grünen wollen ihren Gesetzentwurf an diesem Donnerstag in den Bundestag einbringen. Er sieht zudem vor, Zuwanderern schon nach sechs statt acht Jahren die Einbürgerung zu ermöglichen. Wer einen Integrationskurs abgeschlossen habe, solle bereits nach vier Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen dürfen, sagte Kilic.
|
_________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
Brand-Ing Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.11.2008 Beiträge: 3091
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 14:12:03 Titel: |
|
|
| Zitat: | | Wer in Deutschland viele Jahre hart gearbeitet und Steuern gezahlt hat, der sollte als Rentner ohne Vorbedingungen den deutschen Pass bekommen können |
Und, was gibt es dagegen zu sagen ?
Tausendmal lieber geb ich nem Ausländer, der 15 Jahre in Deutschland am Arbeitsleben teilgenommen und Steuern gezahlt hat nen deutschen Pass als einem jungen Dauerarbeitslosen, nur weil der seine Zeit hier abgesessen hat. |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 14:31:31 Titel: |
|
|
| Brand-Ing hat folgendes geschrieben: | ...
Und, was gibt es dagegen zu sagen ?
Tausendmal lieber geb ich nem Ausländer, der 15 Jahre in Deutschland am Arbeitsleben teilgenommen und Steuern gezahlt hat nen deutschen Pass als einem jungen Dauerarbeitslosen, nur weil der seine Zeit hier abgesessen hat. |
Der Erwerb einer Staatsbürgerschaft scheint sich zur Belanglosigkeit zu entwickeln. ...
In Hinblick auf die gestern in diesem höchst interessanten Spiegelbeitrag aufgeworfenen Entwicklungen, erscheint die inflationäre Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft in ganz anderem Licht.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,721741,00.html
 _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
koenig_ludwig73 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 3272 Wohnort: Neuschwanstein
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 14:46:29 Titel: |
|
|
Interessant an diesem Vorschlag ist doch einzig das Eingestehen des Scheiterns bisheriger Integrationsversuche durch die Grünen.
Wie kann man in einem Nebensatz mal so eben feststellen, dass es offensichtlich Menschen gibt die seit Jahrzehnten bei uns leben und arbeiten aber unsere Sprache nicht sprechen??
Ich denke wir sind wieder da, wo ein Vorschlag rausposaunt wird, der mit unserer Realität mal wieder nichts zu tun hat. Wie viele mögen das wohl sein, die hier seit Jahrzehnten arbeiten und leben und dann Angst vor einem Integrationstest haben müssen?? Viel wahrscheinlicher ist doch, dass diese Leute gar keinen Wert auf eine deutsche Staatsbürgerschaft legen.
Inzwischen gebe ich auch die Hoffnung auf, dass bei all dem wirren Rumgeplärre zu diesem Thema am Ende eine sinnvolle Lösung stehen wird. Jede Seite scheint sich in einen Überbietungswettbewerb begeben zu haben was Überreaktionen zu diesem Thema betrifft. Der Hardliner-Ideologe genauso wie der Multikulti-Ideologe. Man sieht mal wieder, dass nichts Geistreiches passiert, wo Ideologen den Ton angeben. _________________ Die deutsche Form von Anerkennung ist Neid! |
|
 |
xmisterDx Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.11.2008 Beiträge: 6192
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 16:38:08 Titel: |
|
|
@Filzstift
- Persönliche Beleidigung gelöscht. Lamasshu -Wer nicht arbeitet darf kein Deutscher werden. Wer arbeitet darf kein Deutscher werden. Wer darf denn eigentlich Deutscher werden? |
|
 |
Julius_Dolby Senior Member

Anmeldungsdatum: 22.06.2008 Beiträge: 2991
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 20:34:45 Titel: |
|
|
| xmisterDx hat folgendes geschrieben: | | Wer nicht arbeitet darf kein Deutscher werden. Wer arbeitet darf kein Deutscher werden. Wer darf denn eigentlich Deutscher werden? |
Wie wär's damit?
Wer...
1. schon eine gewisse Zeit lang in Deutschland ansässig ist und
2. dessen Unterhalt (ohne Fürsorgebezug) gesichert ist
3. und der sich zu den Grundwerten/dem Grundgesetz bekennt und
4. die deutsche Sprache spricht?
Also so ungefähr, wie es den meisten Nicht-Bananenrepubliken der Welt heute schon ist.
Gegenfrage: Welche Länder auf der Welt bürgern - wie? - Leute ein, die nicht die Landessprache sprechen (und weder im betreffenden Land geboren, noch Partner oder Abkommen von Staatsbürgern sind, bzw. selbst einmal Staatsbürger waren)?
| Filzstift hat folgendes geschrieben: | | Kilic. Es stoße bei Einwanderern auf großes Unverständnis, wenn der Staat Rentnern auch nach Jahrzehnten in Deutschland Sprachkenntnisse oder Wissenstests zur Auflage für Einbürgerungen mache. |
Könnte es bei Deutschen auf Unverständnis stossen, wenn Ausländer "auch nach Jahrzehnten in Deutschland" keine alltagstauglichen Sprachkenntnisse erworben haben? |
|
 |
Justav Moderator

Anmeldungsdatum: 31.01.2006 Beiträge: 2150
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 20:43:58 Titel: |
|
|
| Zitat: | Wer...
1. schon eine gewisse Zeit lang in Deutschland ansässig ist und
2. dessen Unterhalt (ohne Fürsorgebezug) gesichert ist
3. und der sich zu den Grundwerten/dem Grundgesetz bekennt und
4. die deutsche Sprache spricht? |
Sehe ich auch ähnlich. Wir müssen uns vor allem mal davon abgrenzen, dass wir für die Ausbildung und Sprachkenntnisse der zureisenden Verantwortlich sind. Ich würde Kenntnisse der Deutschen (außer z.B. bei hervorragenden Englischkenntnissen in Verbindung mit Uniabschluss) Sprache einfach vorraussetzen, egal wie derjenige dazu kommt sie zu erlernen. Wie gesagt mein Lieblingsbeispiel diesbezüglich ist Kanada - wer Englisch und Französisch fließend beherrscht, bekommt mehr Scores als jemand der keine der Sprachen kennt.
Ein Bekenntniss der Grundwerte ist zwar immer so eine Sache, weil die Grundwerte einer Gesellschaft sich ja stetig ändern, aber das Grundgesetz als deutsche Verfassung muss natürlich anerkannt werden. Wichtig ist meiner Meinung auch eine Identifikation mit dem Land, in dem man Leben möchte, und ein Beitrag zu dessen Gesellschaft, warum auch immer. Wenn ich in einem fremden Land leben möchte, dann mache ich mir vorher Gedanken warum gerade dieses Land (was ist dort besser, als woanders?). Der Bezug von Transferleistungen kann mitnichten Antwort darauf sein. Ich finde es ehrlich gesagt ernüchtern, wie das manchmal in Deutschland abgeht, da wird dem Staat und der Gesellschaft die Schuld gegeben, aber verdammt, eben diesen Staat und diese Gesellschaft hat man sich doch für seinen dauerhaften Wohnsitz ausgesucht oder nicht?
Also frei nach JFK, frag nicht was Deutschland für euch tun kann, sondern fragt euch erstmal, was ihr für Deutschland tun könnt. Genauso sehe ich es übrigens mit dem Verhältnis eines Deutschen zu seinem Staat, aber das ist wieder eine andere Geschichte. |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 21:21:59 Titel: |
|
|
| koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben: | Interessant an diesem Vorschlag ist doch einzig das Eingestehen des Scheiterns bisheriger Integrationsversuche durch die Grünen.
Wie kann man in einem Nebensatz mal so eben feststellen, dass es offensichtlich Menschen gibt die seit Jahrzehnten bei uns leben und arbeiten aber unsere Sprache nicht sprechen??
Ich denke wir sind wieder da, wo ein Vorschlag rausposaunt wird, der mit unserer Realität mal wieder nichts zu tun hat. Wie viele mögen das wohl sein, die hier seit Jahrzehnten arbeiten und leben und dann Angst vor einem Integrationstest haben müssen?? Viel wahrscheinlicher ist doch, dass diese Leute gar keinen Wert auf eine deutsche Staatsbürgerschaft legen.
Inzwischen gebe ich auch die Hoffnung auf, dass bei all dem wirren Rumgeplärre zu diesem Thema am Ende eine sinnvolle Lösung stehen wird. Jede Seite scheint sich in einen Überbietungswettbewerb begeben zu haben was Überreaktionen zu diesem Thema betrifft. Der Hardliner-Ideologe genauso wie der Multikulti-Ideologe. Man sieht mal wieder, dass nichts Geistreiches passiert, wo Ideologen den Ton angeben. |
Die Grünen kann man in der Debatte um Integration einfach vergessen.
Die wesentlichen Initiativen in dem Zusammenhang gehen alle auf die Union zurück.
Ich nenne nur:
-vorschulische Sprachförderung (zum ersten mal in Hessen eingeführt)
-Einbürgerungstests (eine Idee der BW-CDU)
-Begrenzung des Familiennachzugs durch obligatorische Sprachtests (in den Verhandlungen ums Zuwanderungsgesetz von der Union durchgesetzt)
-Integrationspakt und Islamkonferenz (alles unter der Ägide von Schäuble und Merkel)
-erste Ministerin mit türkischen Wurzeln (Frau Özkan berufen von MP Wulff)
- nicht zuletzt die von F. Merz angestoßene Debatte um die Leitkultur, also dass was Deutschland von Einwanderern fordern soll, als da sind Bekenntnis zu Verfassung und Rechtsstaat.
- etc.
Welchen Beitrag haben eigentlich SPD/Grüne/Linke an dieser Stelle geleistet? |
|
 |
nAim Senior Member

Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 2003
|
Verfasst am: 27 Okt 2010 - 22:33:07 Titel: |
|
|
| Ich will dir nicht großartig widersprechen Steve aber kannnst du mir bitte erklären, was den die "Leitkultur" sein soll? |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 28 Okt 2010 - 02:50:27 Titel: |
|
|
| xmisterDx hat folgendes geschrieben: | @Filzstift
- s.o.- Wer nicht arbeitet darf kein Deutscher werden. Wer arbeitet darf kein Deutscher werden. Wer darf denn eigentlich Deutscher werden? |
Machs uns einfacher, dein Anliegen zu verstehen:
Wer sollte deiner Meinung nach kein Deutscher werden dürfen?
Nenne uns die Ausschluß-Kriterien, die dir - im Kontext unnötig. Lamasshu - wichtig sind! _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
xmisterDx Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.11.2008 Beiträge: 6192
|
Verfasst am: 28 Okt 2010 - 16:51:56 Titel: |
|
|
| Steve2525 hat folgendes geschrieben: |
Die wesentlichen Initiativen in dem Zusammenhang gehen alle auf die Union zurück.
|
Gut, dass du es erwähnst... Dann wissen wir jetzt ja, wem wir den Vorwurf machen müssen, dass diese ganzen Initiativen offensichtlich (glaubt man Sarrazin) nichts bringen und auch nicht gebracht haben...
PS:
Ich habe keine prinzipiellen Ausschluss-Kritierien. Erst Recht keine, die sich mit einem lächerlich Einbürgerungstest feststellen lassen.
Natürlich kann man irgendjemanden auf die Verfassung schwören lassen. Aber was soll das bringen? |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 12:35:32 Titel: |
|
|
| nAim hat folgendes geschrieben: | | Ich will dir nicht großartig widersprechen Steve aber kannnst du mir bitte erklären, was den die "Leitkultur" sein soll? |
| Zitat: | | „Die Werte für die erwünschte Leitkultur müssen der kulturellen Moderne entspringen, und sie heißen: Demokratie, Laizismus, Aufklärung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft.” |
(B. Tibi, Europa ohne Identität, S. 154). |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 13:31:14 Titel: |
|
|
LOL,
wie laizistisch ist ein Staat, in dem zwei der drei Regierungsparteien auf nationaler Ebene sich konsequent zu einer Religion erkennen und in deren Sichtweise ihr Politik ausrichten? (Ähnlich einer AKP in der Türkei...)
Oder wie laizistisch ist ein Staat, in dem alle Regierungsmitglieder ihren Amtseid auf einen Gott ablegen?
Oder wie laizistisch ist ein Staat, in dessen Verfassung ein Gottesbezug vorkommt? (Als Lehrer in RLP bin ich per Landesverfassung und Schulgesetz sogar dazu aufgefordert und verpflichtet meine Schüler zu "Gottesfurcht" zu erziehen! Interessante Aufgabe für einen Mathelehrer, der nicht mal Mitglied einer sonstwie gearteten Vereinigung von religiös Gläubigen ist. Zum Glück nimmt diesen Paragraphen keiner ernst...)
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 15:31:10 Titel: |
|
|
| cyrix42 hat folgendes geschrieben: | LOL,
...
Oder wie laizistisch ist ein Staat, in dem ...
Cyrix |
-es keine Rolle spielt, nach welchen religiösen Vorschriften Vieh geschlachtet wird?
-es bei der Kleidungswahl von ausschließlich Mädchen und Frauen keine Rolle spielt, ob diese angeblichen religösen Regeln entspricht?
-der alltägliche und gesellschaftliche Umgang zwischen Menschen beiderlei Geschlecht nicht von religiösen Vorschriften gemaßregelt wird?
-nicht eine Religion Menschen die nicht heterosexuell sind, mit Bestrafung bis zur Hinrichtung droht? _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 15:55:09 Titel: |
|
|
Dir ist schon klar, dass homosexuelle Paare in Deutschland eben NICHT gemischtgeschlechtlichen gleichgestellt sind, und dies religiös begründet wird?
In Europa ist m.W. Frankreich der einzige, größere Staat, der sich laizistisch nennen kann. Und das geht auf die Zeit der französischen Revolution und dann folgend Napoleon zurück.
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:08:27 Titel: |
|
|
| cyrix42 hat folgendes geschrieben: | Dir ist schon klar, dass homosexuelle Paare in Deutschland eben NICHT gemischtgeschlechtlichen gleichgestellt sind, und dies religiös begründet wird?
...
Cyrix |
Habe ich auch nicht behauptet. Sie werden aber weder verfolgt noch bestraft und können sogar Bundesaußenminister und Vizekanzler werden.
Gemischtgeschlechtlich gleichgestellt können sie auch biologisch nie sein. Es sei denn, man pflanzt in der Zukunft einem von beiden Eierstöcke und ne Gebärmutter ein. _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:17:53 Titel: |
|
|
Deutschland, wie Europa ist faktisch überwiegend laizistisch. Es geht ja hier auch vor allem darum, dass religöses Recht nicht über staatlichem Recht steht.
Der Begriff Leitkultur ist somit das Gegenstück zum Konzept des Multikulturalismus, wie er in manchen europäischen Ländern praktiziert wurde, und sich durch eine Politik der strengen Nichteinmischung des Staates in kulturelle und religiöse Belange auszeichnet. |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:31:34 Titel: |
|
|
Eingetragene Lebensgemeinschaften homosexueller Paare werden systematisch gegenüber Ehen gemischtgeschlechtlicher Paare benachteiligt: Stichwort Ehegattensplitting. Die FDP will dies zu Gunsten eines Familiensplitting abschaffen, die CDU und CSU dagegen blockieren dies, aufgrund ihres christlichen Familienbilds.
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:43:42 Titel: |
|
|
| Quatsch, in der Bundesrepublik steht die Ehe und Familie vor allem deshalb unter besonderem Schutz, weil erwartet wird, dass aus ihr Kinder hervorgehen, also künftige Staatsbürger und Steuerzahler. Mithin kann sie also als Keimzelle des Staates aufgefasst werden. Daher auch das Ehegattensplitting. Wer die "eingetragenen Lebenspartnerschaften" an dieser Stelle gleichstellen möchte verkennt das verfassungsrechtliche Ziel der Hervorhebung von Ehe und Familie. |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:50:21 Titel: |
|
|
Zwar sagt Art. 6. Satz 1 GG "(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.", aber darin ist wohl kaum eine steuerliche Besserstellung gegenüber anderen Haushaltsformen zwingend enthalten...
Und die Begründung der Unionsparteien zu ihrer Position ist mitnichten die von dir angegebene...
Cyrix _________________ Die Wurzel
--
Zuletzt bearbeitet von cyrix42 am 30 Okt 2010 - 16:50:49, insgesamt einmal bearbeitet |
|
 |
Filzstift Senior Member

 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 4330 Wohnort: im Osten unseres Landes
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:50:29 Titel: |
|
|
| cyrix42 hat folgendes geschrieben: | Eingetragene Lebensgemeinschaften homosexueller Paare werden systematisch gegenüber Ehen gemischtgeschlechtlicher Paare benachteiligt: Stichwort Ehegattensplitting. Die FDP will dies zu Gunsten eines Familiensplitting abschaffen, die CDU und CSU dagegen blockieren dies, aufgrund ihres christlichen Familienbilds.
Cyrix |
Ja und?
Schön das es noch Rudimente eines christlichen Familienbildes in der CDU gibt, ansonsten wäre sie ja kaum noch von der SPD zu unterscheiden.
Auch wenn Homosexualität eine Laune der Natur und damit nicht unnormal oder abartig ist, muss sie nicht jedermann gut finden müssen.
Das normale Familienbild, welches den Fortbestand der Menschheit sichert, besteht schon aus biologischen Gründen aus Vater und Mutter.
Daran ändert auch keine Ehegattensplitting etwas.
Aber das könnten wir - falls Bedarf besteht - ja in einem anderen Strang weiterdiskutieren. _________________ „Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf“ Berthold Kohler |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 16:53:40 Titel: |
|
|
Fakt ist: Dieser Staat ist alles andere als laizistisch (was hier als integraler bestandteil einer europäischen Leitkultur genannt wurde), da in vielen Punkten eben KEINE Trennung von Kirche und Staat vorherrscht. Wesentliche Organe unseres politischen Systems bekennen sich eindeutig zu einer bestimmten Religion und leiten daraus auch entsprechende Entscheidungen ab.
weitere Quellen gern bei Bedarf.
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:04:09 Titel: |
|
|
| Nur weil an der ein oder anderen Stelle die Trennung von Staat und Religion (meist aus Tradition) nicht in vollem Umfang gegeben ist bleibt dennoch festzuhalten dass sie in der großen Mehrzahl der Fälle eben doch vorhanden ist. Hier gelten keine Zehn Gebote oder sonstige der Bibel entnommenen Handlungsmaximen sondern der republikanische Rechtsstaat. |
|
 |
xmisterDx Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.11.2008 Beiträge: 6192
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:13:58 Titel: |
|
|
Wie verträgt es sich eigentlich mit unserem Laizismus, dass der Staat die Kirchensteuer eintreibt oder beispielsweise Bischöfe aus Steuergeldern bezahlt werden?  |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:14:53 Titel: |
|
|
| Steve2525 hat folgendes geschrieben: | | Hier gelten keine Zehn Gebote oder sonstige der Bibel entnommenen Handlungsmaximen sondern der republikanische Rechtsstaat. |
Wenn sich die Gesetze aber stark religiös motivieren, sind sie nicht deutlich abgehoben von religiösen Gesetzgebungen selbst. Beispiel gefällig?
Schulgesetz Rheinland-Pfalz:
| Zitat: | § 1
Auftrag der Schule
(1) Der Auftrag der Schule bestimmt sich aus dem Recht des jungen Menschen auf Förderung seiner Anlagen und Erweiterung seiner Fähigkeiten, unabhängig von seiner Religion, Weltanschauung, Rasse oder ethnischen Herkunft, einer Behinderung, seinem Geschlecht oder seiner sexuellen Identität sowie aus dem Anspruch von Staat und Gesellschaft an Bürgerinnen und Bürger zur Wahrnehmung von Rechten und Übernahme von Pflichten hinreichend vorbereitet zu sein.
(2) In Erfüllung ihres Auftrags erzieht die Schule zur Selbstbestimmung in Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen, zur Anerkennung ethischer Normen, zur Gleichberechtigung von Frau und Mann, zur Gleichstellung von behinderten und nicht behinderten Menschen, zur Achtung vor der Überzeugung anderer, zur Bereitschaft, Ehrenämter und die sozialen und politischen Aufgaben im freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu übernehmen, zum gewaltfreien Zusammenleben und zur verpflichtenden Idee der Völkergemeinschaft. [...] |
Absatz 1 spricht zwar noch von einer Förderung des Schülers unabhängig von seiner Religion, Absatz 2 dagegen sieht als eine Aufgabe der Schule die Erziehung zur Selbstbestimmung in Verantwortung vor Gott. Was aber, wenn ich an keinen Gott glaube?
Art. 33 der Verfassung von RLP wird da noch deutlich konkreter:
| Zitat: |
Artikel 33
Die Schule hat die Jugend zur Gottesfurcht und Nächstenliebe, Achtung und Duldsamkeit, Rechtlichkeit und Wahrhaftigkeit, zur Liebe zu Volk und Heimat, zum Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, zu sittlicher Haltung und beruflicher Tüchtigkeit und in freier, demokratischer Gesinnung im Geiste der Völkerversöhnung zu erziehen. |
So viel also zur Trennung von Kirche und Staat und auch zur Unabhängigkeit der Schulen, die die Schüler zu selbstdenkenden mitgliedern unserer Gesellschaft zu bilden...
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:27:35 Titel: |
|
|
| Ja, und in der hessischen Landesverfassung steht auch noch die Todesstrafe. Das sind so Kuriosität, auf die will ich garnicht weiter eingehen. Bisher hat sich scheinbar auch noch niemand besonders daran gestört. |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:28:11 Titel: |
|
|
| Ja, und in der hessischen Landesverfassung steht auch noch die Todesstrafe. Das sind so Kuriosität, auf die will ich garnicht weiter eingehen. Bisher hat sich scheinbar auch noch niemand besonders daran gestört. Es gilt das oben gesagte.^^^ |
|
 |
xmisterDx Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.11.2008 Beiträge: 6192
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:32:48 Titel: |
|
|
Dass sich niemand daran stört bedeutet nicht, dass es egal ist...
Du behauptest die BRD sei laizistisch. Das ist sie definitiv nicht, wenn sowas in Gesetzen steht, sie Kirchensteuern eintreibt und Bischöfe sowie die Ausbildung zum Pfaffer/Pastor an den Hochschulen finanziert...
Laizistisch wäre es, wenn die Kirchen sich komplett aus den Beiträgen der "Gläubigen" finanzieren müsste. Das allerdings könnte sie nicht  |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 17:35:22 Titel: |
|
|
| Steve2525 hat folgendes geschrieben: | | Ja, und in der hessischen Landesverfassung steht auch noch die Todesstrafe. Das sind so Kuriosität, auf die will ich garnicht weiter eingehen. Bisher hat sich scheinbar auch noch niemand besonders daran gestört. |
zu Hessen zitiere ich mal wikipedia:
| Zitat: | | Ein viel zitiertes juristisches Kuriosum stellt in diesem Zusammenhang Art. 21 Abs. 1 HV dar, nach dem die Todesstrafe nur für besonders schwere Verbrechen verhängt werden kann.[2] Diese Regelung ist jedoch gegenstandslos, da das deutsche Strafgesetzbuch die Todesstrafe nicht vorsieht und aufgrund der Bundesverfassung auch nicht vorsehen darf (Art. 102 GG). |
Zu deinem zweiten Satz: Nun, in Deutschland steht man generell wohl auf dem Standpunkt, dass man die Trennung von Kirche und Staat nicht so eng sehen muss. Dann darf man aber auch nicht behaupten, wir würden in einem laizistischen Staat leben bzw. einer Leitkultur anhängen, die Laizismus als Bestandteil besitzt.
Zumal das mit einem Blick auf GB, welches eine Staatsreligion besitzt und dessen oberster Repräsentant gleichzeitig auch der Staatskirche vorsteht und dessen Amtseinführung ein sakraler Akt ist, auch auf europäischer Ebene recht absurd erscheint...
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 18:00:21 Titel: |
|
|
| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Zu deinem zweiten Satz: Nun, in Deutschland steht man generell wohl auf dem Standpunkt, dass man die Trennung von Kirche und Staat nicht so eng sehen muss. |
Eben weil sie nicht explizit in der Verfassung gefordert ist. Das ändert aber nichts daran dass sich die Trennung von Staat und Religion in der Realität weitgehend herausgeschält hat und sie somit als Teil einer Leitkultur verstanden werden kann. |
|
 |
cyrix42 God of Posting

 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 21523
|
Verfasst am: 30 Okt 2010 - 18:08:28 Titel: |
|
|
Nochmal: Zwar haben in D (im Vergleich zu GB) zwar Geistliche nicht per se auch weltliche Macht, aber die Kirchen wirken stark bis in alle Entscheidungsgremien hinein.
So muss Sigmar Gabriel schnell beschwichtigen, dass es in der SPD KEINEN Arbeitskreis "Laizisten in der SPD" gibt, welcher ein Streichen des Gottesbezugs aus Verfassung u.ä. fordert. Zwar hatten einige BT-Abgeordnete sich dazu entsprechend geäußert, doch eine offizielle Parteistruktur in dieser Richtung soll es nicht geben...
Deutschland ist alles andere als laizistisch.
Cyrix _________________ Die Wurzel
-- |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 31 Okt 2010 - 16:06:52 Titel: |
|
|
| Die Kirchen sind nur eine pressure group von vielen. Gewerkschaften, Sozialverbände, Umweltschützer und Wirtschaftslobbyisten stehen diesen in nichts nach oder sind teils sogar viel einflussreicher. Das hat erstmal nichts mit fehlender Trennung von Staat und Religion zu tun. |
|
 |
Justav Moderator

Anmeldungsdatum: 31.01.2006 Beiträge: 2150
|
Verfasst am: 31 Okt 2010 - 17:32:21 Titel: |
|
|
Nur, dass nicht in der Schulverfassung drin steht, dass ein Lehrer die Kinder zu artigen Kapitalisten erziehen soll, oder?
Es geht ja gerade darum, dass es gleichgestellt sein muss, ob jemand sich für den Umweltschutz engagiert, Briefmarken sammelt oder am Sonntag in die Kirche oder die Moschee geht. Das gehört ins Privatleben und hat nichts mit dem Staat und der Gesellschaft zu tun, meiner Meinung nach. Von mir aus sollen die Leute an das fliegende Spaghettimonster glauben, solange sie das in ihrer Freizeit tun und es nicht in den Staat eindoktrinieren.
Ich finde die Trennung von Kirche und Staat essentiell für eine demokratische Gesellschaft. |
|
 |
koenig_ludwig73 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 3272 Wohnort: Neuschwanstein
|
Verfasst am: 31 Okt 2010 - 18:22:17 Titel: |
|
|
| Justav hat folgendes geschrieben: | Nur, dass nicht in der Schulverfassung drin steht, dass ein Lehrer die Kinder zu artigen Kapitalisten erziehen soll, oder?
Es geht ja gerade darum, dass es gleichgestellt sein muss, ob jemand sich für den Umweltschutz engagiert, Briefmarken sammelt oder am Sonntag in die Kirche oder die Moschee geht. Das gehört ins Privatleben und hat nichts mit dem Staat und der Gesellschaft zu tun, meiner Meinung nach. Von mir aus sollen die Leute an das fliegende Spaghettimonster glauben, solange sie das in ihrer Freizeit tun und es nicht in den Staat eindoktrinieren.
Ich finde die Trennung von Kirche und Staat essentiell für eine demokratische Gesellschaft. |
ähem,
auch wenn Lobbyarbeit gar zu gerne in einem negativen Licht gesehen wird, ist sie aber Teil unserer Gesellschaft und natürlich auch sinnvoll. Sozialverbände, Kirchen, Gewerkschaften, das Handwerk, Umweltverbände, Industrie etc etc. sind Teil unserer Gesellschaft, sie organisieren sich um ihre Belange zu beschreiben und zu kommunizieren. Sie sind unabdingbarer Teil unserer Demokratie. 600 Abgeordnete und ein Dutzend Minister können nicht in jedem Fall und für jede Sache das für eine Entscheidung notwendige Fachwissen vorhalten. _________________ Die deutsche Form von Anerkennung ist Neid! |
|
 |
Justav Moderator

Anmeldungsdatum: 31.01.2006 Beiträge: 2150
|
Verfasst am: 31 Okt 2010 - 20:16:38 Titel: |
|
|
Da hast du sicherlich recht, das meinte ich mit meinem Beitrag auch nicht. Lobbyarbeit sollte allerdings nicht Bestandteil der Verfassung sein, ebensowenig wie ein Lehrer Kinder zu "Gottesfurcht" erziehen soll, soll er sie zu Lobbyisten oder Ökoaktivisten erziehen, sondern eben nur zu aufgeklärten, selbst entscheidenden Individuen.
Ich sehe Interessenvertretung auch nicht unbedingt als negativ an, sowohl was Umwelt- als auch Wirtschaftsaspekte angeht, aber es ist nunmal nicht staatliche Aufgabe das zu unterstützen oder in der Verfassung zu verankern. |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|