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Wie viele Körperverletzungen?
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disturbia
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Anmeldungsdatum: 22.03.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2010 - 18:57:33    Titel: Wie viele Körperverletzungen?

Hi, mich beschäftigt gerade Folgendes:

T begeht einen Raub mit körperlicher Gewalt (Faustschlag). Danach schlägt er das Opfer weiter mit einer Waffe (Schlagstock), weil er wütend über die geringe Beute ist. Da dias Schlagen mit dem Schlagstock von keiner Beutesicherungs- oder Bereicherungsabsicht mehr getragen ist, keine Qualifikation gemäß 250II.

Natürlich hat er sich aber auch der §§223ff strafbar gemacht. Nur wie genau?
Einmal mit dem zum Raub gehörenden Faustschlag, einmal mit dem Schlagstock?
Ist das als eine KV zu sehen (quasi eine Handlungseinheit) oder ehr einemal eine "normale" KV beim Raub und dann eine 224 226 nach dem Raub. (Opfer hatte Folgen des 226)

Ich hoffe jemand kann Licht ins Dunkel bringen Smile
disturbia
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Anmeldungsdatum: 22.03.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2010 - 19:31:29    Titel:

Ok- ein kleinbisschen klarer wirds mir:

Die Gewalt (223) als Raubmittel vor der Wegnahme stehen mit dem Raub in Tateinheit.
Es handelt sich um eine Teilüberschneidung (223 ist ja nicht zwangsläufig in 249)

->also prüfe ich auf jeden fall 223.

prüfe ich dann aber 223 nochmal in qualifizierter Hinsicht auf 224 und 226?
Als komplett neue Handlung. Weil wie geschrieben, die Gewalt nach der Wegnahme haben nichts mehr mit dem Raub zu tun, auch wenn sie in zeitlichem Zusammenhang (vor mat. Beendigung) stehen.
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2010 - 20:29:46    Titel:

Wenn es sich wie hier bei dem § 223 um eine typische Begleitkomponente der Gewaltanwendung handelt, tritt § 223 im Wege der Konsumtion hinter den § 249 zurück (Rengier BT I § 7 Rn.52) § 224 (Schlagstock)ist aber hier keine Begleitkomponente der Gewaltanwendung mehr, sondern geschieht losgelöst vom § 249. § 224 steht daher in Tateinheit (sofern man eine natürliche Handlungseinheit annimmt) bzw. Tatmehrheit zum Raub.
disturbia
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Anmeldungsdatum: 22.03.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2010 - 20:51:04    Titel:

JuraHD2010 hat folgendes geschrieben:
Wenn es sich wie hier bei dem § 223 um eine typische Begleitkomponente der Gewaltanwendung handelt, tritt § 223 im Wege der Konsumtion hinter den § 249 zurück (Rengier BT I § 7 Rn.52) § 224 (Schlagstock)ist aber hier keine Begleitkomponente der Gewaltanwendung mehr, sondern geschieht losgelöst vom § 249. § 224 steht daher in Tateinheit (sofern man eine natürliche Handlungseinheit annimmt) bzw. Tatmehrheit zum Raub.

Das Raubmittel muss ja nicht zwangsläufig Gewalt iS eines 223 sein. Es geht ja auch mit Drohung/ Nötigung (240)
Deshalb denke ich, dass 249 und 223 auf jeden fall nebeneinander existieren müssen, um das unrecht der KV mitzuerfassen. (tateinheit wegen teilidentität)
Das erscheint mir irgendwie logischer... Aber danke für deinen Ansatz!
Zu 224f: Genau, es geschieht quasi losgelöst. Das heisst dann für die Prüfung, dass ich einmal eine normale 223 prüfe und dann eine 224,226 mit dem Schlagstock?
Sieht soweit ganz überzeugend aus...
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