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Passwort bei eBay weitergegeben
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Blofeld112
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Anmeldungsdatum: 31.03.2009
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 14:38:52    Titel: Passwort bei eBay weitergegeben

Hallo,

ich würde euch gerne um eine Einschätzung bitten.

A gibt das Passwort seines eBay-Accounts an den Bruder B weiter. B ersteigert danach unter diesem Account einen Fernseher - also unter fremdem Namen.

Hat A den B durch die Passwortweitergabe konkludent bevollmächtigt?

Oder:

Handelt es sich um eine Duldungsvollmacht, weil A weiß, dass B mit seinem Account Artikel ersteigern könnte?

Was könnten Argumente für das eine oder das andre sein?

Ich würde mich freuen, wenn jemand von euch seine Meinung abgeben würde!
Gruß,
Blofeld
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 15:06:21    Titel:

nunja, ich würde sagen, es kommt drauf an!

in welchem kontext das passwort weitergegeben wurde
einfach so oder explizit nur damit ein verkauf getätigt werden konnte
Blofeld112
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Anmeldungsdatum: 31.03.2009
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 15:11:54    Titel:

Im SV steht leider nur, dass sich B mit dem Einverständnis des A unter dem fremdem Account einloggt.

B hatte schon bevor er den A nach dem Passwort fragt Interesse an dem fernseher. Ob sich das Einverständnis des A auch auf den Kauf bezieht ist sehr fraglich. Es steht jedenflls im SV nichts davon das A von dem bevorstehenden Kauf weiß, man könnte es allerdings hineininterpretieren.


Zuletzt bearbeitet von Blofeld112 am 08 Sep 2010 - 15:33:37, insgesamt einmal bearbeitet
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 15:20:46    Titel:

das ist natürlich ungünstig

also ist die frage abstrakt, warum man jmd das passwort gibt

zum anschauen von artikeln wird es nicht benötigt

verwaltung des accounts ist wohl fernliegend

also entweder kauf verkauf oder beides

dass er beliebes zeug auf den namen seines bruder kaufen können soll ist wohl eher unwahrscheinlich
wobei es eigentlich genauso unwahrscheinlich ist, dass er ihn beliebig zum verkauf irgendwelcher gegenstände verplfichten können soll

also ist es wohl doch so zu verstehen, dass er ihn zu beidem ermächtigt, aber der bruder natürlich im innen verhältnis die kosten zu tragen hat

aber ob das vom aufgabensteller so gedacht ist, ist fraglich

anzunehmen er würde ihm keine vollmacht erteilen aber das passwort und mithin die möglichkeit geben für ihn aufzutreten erscheint ein bisschen als Protestatio facto contraria
Blofeld112
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Anmeldungsdatum: 31.03.2009
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 15:33:09    Titel:

Vielen dank für deine Ideen!

Ich finde deine Argumentation gut. Ich sehe das im Prinzip genau so. Das Problem dass ich noch habe ist, dass sich der Nicht-Jurist A über die Passwortweitergabe keine Gedanken macht. Dass er ihn damit konkludent bevollmächtigt kann er als otto-normal-bürger ja nicht wissen. Und ob er das will ist auch fraglich, denn er hätte es natürlich lieber, wenn sein Bruder berechtigt und verpflichtet würde dies ist aber nicht der Fall, weil es sich eindeutig um ein Handeln unter fremdem Namen handelt, dass dem Namenstäger also A zuzurechnen ist.

Gruß,
Blofeld
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 08.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 15:35:55    Titel:

nunja
dass es ihm zuzurechenn ist, wenn unter seinem account was bestellt wird (jedenfalls wenn er das passwort willentlich weitergegeben hat) kann er wohl auch als juristischer laie so sehen
Blofeld112
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Anmeldungsdatum: 31.03.2009
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2010 - 17:18:45    Titel:

Ronnan hat folgendes geschrieben:
nunja
dass es ihm zuzurechenn ist, wenn unter seinem account was bestellt wird (jedenfalls wenn er das passwort willentlich weitergegeben hat) kann er wohl auch als juristischer laie so sehen


Stimmt, da hast du recht. Ich glaube je mehr ich mich mit irgendwelchen Detailfragen auseinandersetze verliere ich den Blick aufs Wesentliche und auf das was eigentlich offensichtlich ist Razz .

Das Problem ist, dass es eigentlich kein Problem gibt. Die Vollmacht ist auf jeden Fall da. Entweder über konkludente Bevollmächtigung oder kraft Rechtsscheins. Aus diesem Grund geht die Literatur und Rspr. auf das Problem nicht ein. Problematisch wird es erst, wenn jemand unbefugt das Passwort missbraucht.

In meinem Gutachten muss ich aber natürlich auch schreiben WIE die Vollmacht zustande gekommen ist....
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