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Gemischte Klassen, germanische Lehrerzimmer
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Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
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BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 12:03:38    Titel: Gemischte Klassen, germanische Lehrerzimmer

Lehrer als Integrationshelfer
Zitat:
Gemischte Klassen, germanische Lehrerzimmer
Die Forderung ist so alt wie dringend: Mehr Lehrer mit Migrationshintergrund müssen an deutsche Schulen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,716549,00.html


Mal direkt die Frage an Pauker. Was hältst du davon?

Die Argumente die hier in diesem Artikel angeführt werden halte ich für paradox.

Zitat:
Sen spricht fließend Türkisch und kann immer wieder zwischen der Lebenswelt der Schüler und den Ansichten ihrer türkischstämmigen Eltern vermitteln. Wenn etwa eine Schülerin am Wochenende mit ihren Freunden ausgehen will, ist Sen gefragt: "Ich kann den Eltern besser vermitteln, dass ihre Tochter nicht gleich ein schlechtes Mädchen ist." Sie habe gegenüber den Eltern eine andere Glaubwürdigkeit, sie gebe ihnen zu verstehen, "dass niemand sagt: Ihr seid schlechte Eltern - und doch müsst ihr diesen Kulturkonflikt aushalten und im Sinne eurer Tochter entscheiden".


Indem die Lehrer türkisch mit den Eltern sprechen und kulturelles Verständnis für die Parallelwelt bezeugt wird, schwindet der Druck sich zu integrieren bzw. deutsch zu erlernen.
Auch werden nichttürkisch sprechende Leher diskriminiert.

Zitat:
Seit 2008 leitet Antonietta Zeoli das Projekt. Sie wurde in Italien geboren, mit sieben kam sie nach Deutschland. Sie ging auf die Realschule, machte dann das Abitur, studierte, promovierte, und arbeitete dann als Lehrerin an einem Gymnasium. Dort merkte sie, dass sie etwas hatte, das ihren deutschstämmigen Kollegen oftmals fehlte: Sensibilität. "Ein Kollege beschwerte sich zum Beispiel, dass seine russischen Schüler ihn nie ansahen. Er fand das respektlos." Dabei sei das Gegenteil der Fall gewesen: "Bei ihnen ist das eine Respektbezeugung."

"Bei ihnen", heißt doch nichts anderes, als dass diese Schüler noch nicht begriffen haben, dass das offen ins Gesicht des Gegenüber schauen, Bestandteil unserer Kultur ist.
Insofern könnte auch das "nicht die Hand einer Frau geben"- bei der Begrüßung als multikultureller Kniefall akzeptiert werden.

Die Idee, dass es mehr Lehrer mit ausländischen Wurzel geben sollte, finde ich gut. Nur wie sie hier dargestellt wird, entstammt sie dem Multikultiwahn und ist kontraproduktiv - sie würde eher noch die Kluft zwischen Autochonen und Hinzugezogenen vertiefen. Scheint doch das Ziel zu sein - Deutsche aus dem Schuldienst zu verdrängen - gemäß dem Proporz der Schülerzusammensetzung.

und mal so am Rande - besonders lustig dieser Passus:

Zitat:
Sens Eltern sind nahe Ankara geboren, der Vater kam 1962 nach Deutschland, die Mutter 1979. Der Vater sprach zwar gut Deutsch, musste aber arbeiten. Die Mutter war zwar zu Hause, ihr Deutsch war jedoch nicht so gut. Sen kam auf dem Gymnasium dennoch über die Runden. Heute ist sie 29 Jahre alt und unterrichtet Deutsch und Geschichte an einem Gymnasium in Frankfurt.


"Gut deutsch sprechen" und gleichzeitig arbeiten schließen sich in der Welt des Verfassers aus nichtnachvollziehbaren Gründen aus. Laughing


Zuletzt bearbeitet von Filzstift am 10 Sep 2010 - 12:21:21, insgesamt einmal bearbeitet
Heison
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Anmeldungsdatum: 05.12.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 12:18:24    Titel: Re: Gemischte Klassen, germanische Lehrerzimmer

Filzstift hat folgendes geschrieben:

Die Idee, dass es mehr Lehrer mit ausländischen Wurzel geben sollte, finde ich gut. Nur wie sie hier dargestellt wird, entstammt sie dem Multikultiwahn und ist kontraproduktiv [...]


Mir leuchtet bereits das "sollte" nicht ein. Wo ist das Problem bei deutschen Lehrern? Das Problem liegt doch bei denjenigen Zuwanderern, die freiwillig in ein Land kommen und dann nicht bereit sind, sich grundlegende Kulturpraktiken anzueignen.

Das Gleiche gilt bei der Debatte für den Bereich Polizisten, Richter usw.

Wer nach Deutschland kommt und ein Problem hat, Deutschen gegenüberzustehen, sollte meiner Meinung nach es doch lieber in seiner Heimat versuchen. Der ganze Ansatz ist doch völlig absurd. Im Übrigen steht es jedem Bürger mit Migrationshintergrund frei, sich bei enstprechendem Talent für den Beruf ausbilden zu lassen, der ihm liegt.

Ich sehe schon wieder Quotensysteme und Steuergelder am politischen Horizont auftauchen, statt dass sich die Politik endlich mal dazu durchringt, zuallererst die Bringschuld der Zuwanderer zu postulieren und sich von denjenigen zu verabschieden, die diese nicht erfüllen. Das Aufenthaltsrecht und die Sozialsysteme bieten zahlreiche Möglichkeiten, Integrationsverweigerer in ihre Schranken zu weisen.
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 5998
Wohnort: im Osten unseres Landes

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 12:32:31    Titel: Re: Gemischte Klassen, germanische Lehrerzimmer

Heison hat folgendes geschrieben:


Mir leuchtet bereits das "sollte" nicht ein. Wo ist das Problem bei deutschen Lehrern? Das Problem liegt doch bei denjenigen Zuwanderern, die freiwillig in ein Land kommen und dann nicht bereit sind, sich grundlegende Kulturpraktiken anzueignen.

Das Gleiche gilt bei der Debatte für den Bereich Polizisten, Richter usw.



Nach meinem Verständnis kann es sich dabei nur um Menschen handeln, die sich auf normalem Wege qualifizieren und sich ohne Quotenregelungen über ihre Leistungen in diesen Berufen genau so etablieren, wie es jeder Andere (ohne ausländische Wurzeln in der Elterngeneration) auch tun kann.

In dem Artikel wird es so beschrieben, dass ein Bonus: MigraHiGru eingeführt werden soll, um die Zusammensetzung der Lehrerschaft der Schülerschaft anzugleichen.
Insofern völlig kontraproduktiv im Sinne der gerade angestoßenen Integrationsdebatte.
panifex
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Anmeldungsdatum: 01.06.2007
Beiträge: 320
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BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 12:39:28    Titel:

Der Satz:" Der Vater sprach zwar gut deutsch, musste aber arbeiten" bedeutet meiner Ansicht nach, dass der Vater zwar gut deutsch sprach, aber aufgrund seiner beruflichen Abwesenheit nicht viel mit seiner Tochter reden konnte. Ergo haben ihr die Deutschkenntnisse ihres Vaters nicht viel genützt. Nicht mehr und nicht weniger wollte der Verfasser damit sagen.
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 5998
Wohnort: im Osten unseres Landes

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 12:45:31    Titel:

panifex hat folgendes geschrieben:
Der Satz:" Der Vater sprach zwar gut deutsch, musste aber arbeiten" bedeutet meiner Ansicht nach, dass der Vater zwar gut deutsch sprach, aber aufgrund seiner beruflichen Abwesenheit nicht viel mit seiner Tochter reden konnte. Ergo haben ihr die Deutschkenntnisse ihres Vaters nicht viel genützt. Nicht mehr und nicht weniger wollte der Verfasser damit sagen.


So geht es wohl jedem, dessen Eltern(oft sogar beide) ihr Einkommen mit Arbeit verdienen müssen.
Da hätte der Verfasser nun nicht unbedingt drauf hinweisen müssen.

zurück zur Diskussion:

Es geht ja auch nicht wirklich um englische, russische, italienische oder mexikanische Lehrer sondern wiedereinmal nur um Lehrer, die die eine Gruppe, die sich über ihrer Religion definiert und sich besonders schlecht integriert, "verstehen soll".
Insofern sagt der Artikel auch nur aus, was wir schon alle wissen, was aber nicht ausgesprochen werden darf. Cool
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 15:13:39    Titel:

Filzstift hat folgendes geschrieben:
panifex hat folgendes geschrieben:
Der Satz:" Der Vater sprach zwar gut deutsch, musste aber arbeiten" bedeutet meiner Ansicht nach, dass der Vater zwar gut deutsch sprach, aber aufgrund seiner beruflichen Abwesenheit nicht viel mit seiner Tochter reden konnte. Ergo haben ihr die Deutschkenntnisse ihres Vaters nicht viel genützt. Nicht mehr und nicht weniger wollte der Verfasser damit sagen.


So geht es wohl jedem, dessen Eltern(oft sogar beide) ihr Einkommen mit Arbeit verdienen müssen.
Da hätte der Verfasser nun nicht unbedingt drauf hinweisen müssen.

zurück zur Diskussion:

Es geht ja auch nicht wirklich um englische, russische, italienische oder mexikanische Lehrer sondern wiedereinmal nur um Lehrer, die die eine Gruppe, die sich über ihrer Religion definiert und sich besonders schlecht integriert, "verstehen soll".
Insofern sagt der Artikel auch nur aus, was wir schon alle wissen, was aber nicht ausgesprochen werden darf. Cool


Integration ist kein Thema von Tagen, Wochen und Monaten - ja noch nicht einmal eins von Jahren. Integration erfolgt über Generationen hinweg. Endlich fängt Deutschland an dies zu begreifen, endlich versucht es Verständnis für Kulturen aufzubringen und sie der eigenen hinzuzufügen. Warum krakeelst du hier noch so rum, Filzstift? Ist es nicht das, was du schon immer wolltest? Oder geht es dir nur um Fremdenhass?
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
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BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 15:18:24    Titel:

HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:
Endlich fängt Deutschland an dies zu begreifen, endlich versucht es Verständnis für Kulturen aufzubringen und sie der eigenen hinzuzufügen.


Woran erkennst du das und wann soll dieser Prozess begonnen haben?
Meinst du damit das "Hinzufügen" von archaischen Riten, Bräuchen und Gesetzen wie der Scharia und das Unterwerfen des Alltages unter religöse Regel des Islam? Confused
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 15:29:43    Titel:

Filzstift hat folgendes geschrieben:
HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:
Endlich fängt Deutschland an dies zu begreifen, endlich versucht es Verständnis für Kulturen aufzubringen und sie der eigenen hinzuzufügen.


Woran erkennst du das und wann soll dieser Prozess begonnen haben?
Meinst du damit das "Hinzufügen" von archaischen Riten, Bräuchen und Gesetzen wie der Scharia und das Unterwerfen des Alltages unter religöse Regel des Islam? Confused


Es geht hier darum, Eltern, die in eine andere Kultur integriert sind, hin zu der unsrigen zu öffnen, ihr Verständnis von und für unsere Kultur zu fördern, ja zum Teil sogar sie dazu zu bewegen, sich ein Stück weit dieser Kultur anzueignen. Und -was viel wichtiger ist- es geht hier darum, den ausländischen Nachwuchs an der Enkulturation teilhaben zu lassen, so dass er unsere Werte und Lebensweise verinnerlicht. Derartige Prozesse sind langwierig; sie finden vor allem im Kinds- und Jugendalter statt und prägen das Individuum bis hin an sein Lebensende.

Lies dir den Wikipedia-Artikel bezüglich der Sozialisation durch.
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
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Wohnort: im Osten unseres Landes

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 15:38:41    Titel:

HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:
Filzstift hat folgendes geschrieben:
HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:
Endlich fängt Deutschland an dies zu begreifen, endlich versucht es Verständnis für Kulturen aufzubringen und sie der eigenen hinzuzufügen.


Woran erkennst du das und wann soll dieser Prozess begonnen haben?
Meinst du damit das "Hinzufügen" von archaischen Riten, Bräuchen und Gesetzen wie der Scharia und das Unterwerfen des Alltages unter religöse Regel des Islam? Confused


Es geht hier darum, Eltern, die in eine andere Kultur integriert sind, hin zu der unsrigen zu öffnen, ihr Verständnis von und für unsere Kultur zu fördern, ja zum Teil sogar sie dazu zu bewegen, sich ein Stück weit dieser Kultur anzueignen. Und -was viel wichtiger ist- es geht hier darum, den ausländischen Nachwuchs an der Enkulturation teilhaben zu lassen, so dass er unsere Werte und Lebensweise verinnerlicht. Derartige Prozesse sind langwierig; sie finden vor allem im Kinds- und Jugendalter statt und prägen das Individuum bis hin an sein Lebensende.

Lies dir den Wikipedia-Artikel bezüglich der Sozialisation durch.


Und dafür benötigt man Lehrer nichtdeutschen Ursprungs per Quote?
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2010 - 15:44:05    Titel:

Filzstift hat folgendes geschrieben:
HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:
Filzstift hat folgendes geschrieben:
HigherConsciousness hat folgendes geschrieben:
Endlich fängt Deutschland an dies zu begreifen, endlich versucht es Verständnis für Kulturen aufzubringen und sie der eigenen hinzuzufügen.


Woran erkennst du das und wann soll dieser Prozess begonnen haben?
Meinst du damit das "Hinzufügen" von archaischen Riten, Bräuchen und Gesetzen wie der Scharia und das Unterwerfen des Alltages unter religöse Regel des Islam? Confused


Es geht hier darum, Eltern, die in eine andere Kultur integriert sind, hin zu der unsrigen zu öffnen, ihr Verständnis von und für unsere Kultur zu fördern, ja zum Teil sogar sie dazu zu bewegen, sich ein Stück weit dieser Kultur anzueignen. Und -was viel wichtiger ist- es geht hier darum, den ausländischen Nachwuchs an der Enkulturation teilhaben zu lassen, so dass er unsere Werte und Lebensweise verinnerlicht. Derartige Prozesse sind langwierig; sie finden vor allem im Kinds- und Jugendalter statt und prägen das Individuum bis hin an sein Lebensende.

Lies dir den Wikipedia-Artikel bezüglich der Sozialisation durch.


Und dafür benötigt man Lehrer nichtdeutschen Ursprungs per Quote?


Der Borniertheit ist ja bekannterweise durch nichts beizukommen.

Daher: Touché.
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