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Gemischte Klassen, germanische Lehrerzimmer
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konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 17:27:40    Titel:

Julius_Dolby hat folgendes geschrieben:

Was aber, wenn die Bewerber gar nicht in diesem Verhältnis existieren?
Was beispielsweise, wenn von den Türken bzw. türkischstämmigen Mitbürgern einfach überproportional viele eher Gemüsehändler als Beamter oder Lehrer werden wollen?
Willst du dann auch auf Biegen und Brechen dieselbe Verteilung erzwingen?

Das ist doch bester Beleg dafür, dass sich die türkischstämmigen Mitbürger einfach nicht in Deutschland und seine Institutionen integrieren wollen!

Oder was wolltest du uns jetzt damit sagen? Wenn du schon Storys aus deinem Leben erzählst, dann bitte welche, die einen gewissen sinnvollen Kausalzusammenhang erahnen lassen, um deine These zu stützen.

Stärker als bei Behörden wird doch kaum nirgendwo in Deutschland auf Nicht-Diskriminierung im Bewerbungs- und Ausbildungsprozess geachtet. Leichter als gegen Behörden und öffentlich-rechtliche Ausbildungsträger kann man in Deutschland doch nicht klagen. Denn da wird mitprotokolliert, da gibt es das Mehr-Augen-Prinzip, da gibt es relativ leichte Akteneinsicht im Vergleich zu privatwirtschaftlich geführten Firmen, etc.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich gehe auch davon aus, dass bestimmte Bewerber - so z.B. auch welche ausländischer Herkunft - in Deutschland diskriminiert werden. Aber - wenn Nationalität angeblich nicht das Problem ist - gerade die Ausbildung für Beamtentum und öffentlichen Dienst da als Beleg für eine starke Diskriminierung anzuführen, das erscheint ja absurd.


Ich will keinesfalls etwas erzwingen, aber man kann mehr tun als jetzt. Man sieht dann wohin es sich entwickelt und kann danach weiter handeln.

Was ist deine Alternative? Man kann die Türken nicht mehr rausschmeissen wegen der Staatsbürgerschaft und die kriegen im Schnitt mehr Kinder als Deutsche. Willst du das Problem lieber bei den wachsenden Parallelgesellschaften belassen und deine Augen verschließen? Sehr klug!

Das ist nicht der beste Beleg, denn das dort keiner arbeitet ist nicht damit gleichzusetzen, dass die Möglichkeit da gewesen wäre. Was soll das überhaupt für eine Argumentation sein? In dem Gebiet arbeitet keiner, achso, ja, na klar, die wollen nicht... Rolling Eyes

Bei Behörden SOLLEN Frauen und Behinderte bei gleicher Eignung den Job erhalten, aber das lässt sich alles schwer nachweisen. Bei meinem Vorstellungsgespräch gab es auch keine Protokolle. Ich habe einige Migranten im Freundeskreis, die sich auf die gleiche Stelle beworben hatten und gar nicht erst eingeladen wurden, obwohl das Amt ansonsten nicht sehr wählerisch war mit den Einladungen für den Einstellungstest. Für eine Absage brauch man keinen Grund.
Für einen Migranten ist es deutlich schwerer in den öffentlichen Dienst zu kommen, als ein Studium abzuschließen oder in der Privatwirschaft zu arbeiten. Das scheint aber auch nicht einfach zu sein, wie man in der Studie nachlesen kann.
Im übrigen hat mein ehemaliges Finanzamt nur soviele Behinderte eingestellt, dass die Mindestquote erfüllt war (war ein offenes Geheimnis im Amt).
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 5998
Wohnort: im Osten unseres Landes

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 17:32:25    Titel:

konstantin87 hat folgendes geschrieben:
(1.)Leg mal deine rassistische Haltung ab oder (2.)fang an Kinder zu kriegen, denn mit der rückläufigen Bevölkerung werden wir nicht lange eine der führenden Exportnationen bleiben.



1. woher leitetst du diese ab?
2. schon abgearbeitet. Wink

Und du? Cool
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 17:49:50    Titel:

Die Studie war ja so angelegt, dass der einzige Unterschied zwischen den Bewerbern im türkischen Nachnamen lag. Muttersprache bei Allen Deutsch, Qualifikationen gleich oder sehr ähnlich. Vor diesem Hintergrund ist eine 14% bzw. bei kleineren Unternehmen sogar 24% geringere Chance auf einen Arbeitsplatz schon erstaunlich und alarmierend...

Da die Probleme in diesem Land aber NICHT die hochqualifizierten Migranten machen, kann man sich an einer Hand abzählen, wie wohl deren Chancen auf eine Anstellung bzw. zumindest auf eine gleichwertige Behandlung aussehen. Schlecht... wenn selbst ihre hochqualifizierten Leidensgenossen schon nicht als gleichwertig akzeptiert werden...
metalmatiker
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Anmeldungsdatum: 07.06.2010
Beiträge: 305

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:05:07    Titel:

Gibts da auch ne repräsentative Studie?
Ich meine das sagt jetzt nicht soooviel aus wenn ein Migrant 17 Anläufe braucht anstatt 15 wie der deutsche Kollege ist das jetzt nicht so aussagekräftig....
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:09:20    Titel:

Wann ist eine Studie repräsentativ? Wenn sie deiner Meinung entspricht? Laughing
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:11:39    Titel:

Zitat:
Da die Probleme in diesem Land aber NICHT die hochqualifizierten Migranten machen, kann man sich an einer Hand abzählen, wie wohl deren Chancen auf eine Anstellung bzw. zumindest auf eine gleichwertige Behandlung aussehen. Schlecht... wenn selbst ihre hochqualifizierten Leidensgenossen schon nicht als gleichwertig akzeptiert werden...


Eher haben die qualifizierten Migranten das Problem, daß deren Ausbildung nicht anerkannt wird. Nebenan bei Schlecker arbeitet eine ungarische Deutschlehrerin.
Der ebenfalls ungarische Tierarzt arbeitet als Schlachthofgehilfe...

Also, auch die qualifizierten Migranten haben ein Problem, solange Qalifikation nicht anerkannt wird.

Gruß Dornbusch
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:14:19    Titel:

Es ging bei dieser Studie NICHT um Migranten, die eingewandert sind nachdem sie ihren Abschluss im Ausland gemacht hatten...

Es geht um Menschen die hier geboren sind, die deutsche Staatsbürgerschaft haben, besseres Deutsch sprechen als viele Deutsche und ihren Abschluss hier in Deutschland gemacht haben. Selbst die bekommen 14 bzw 24 Prozent seltener einen Job. Weil sie einen fremdländisch klingenden Namen haben...
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:15:27    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Vor diesem Hintergrund ist eine 14% bzw. bei kleineren Unternehmen sogar 24% geringere Chance auf einen Arbeitsplatz schon erstaunlich und alarmierend.

Nein. Du unterliegst da einem statistisch sehr wesentlichen Irrtum: Die Quote von Rückmeldungen, sprich - wieviele Angebote ein Bewerber bekommt - ist (auch wenn sie ggf. statistisch signifikant unterschiedlich ausfällt) keinesfalls gleichzusetzen mit der Chance auf einen Arbeitsplatz.

Wie ich oben schon schrieb: Der exemplarische Bewerber hatte geringfügig weniger Angebote, aber es war ja keinesfalls so, dass er kein Angebot bekam. Er musste beispielhaft einfach 13% mehr Bewerbungen schreiben, um dieselbe Auswahl zu haben.

Im übrigen steht noch etwas sehr wichtiges drin: Bei Bewerbern, die Referenzschreiben früherer Arbeitgeber beilegten, verschwand der Unterschied quasi vollständig (statistisch nicht signifikant).

Man könnte konstatieren: Vielleicht existierte gegenüber den Bewerbern mit türkischem Namen eine anfängliche "Skepsis" - aber: wer sich erwiesenermassen gut integriert und integrierbar zeigt, der wird auch nicht diskriminiert.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:18:27    Titel:

Joah... Problematisch nur wenn man keinen früheren Arbeitgeber hat, weil man nicht "Müller" sondern "Sahin" heisst...

Du kannst es drehen und wenden wie du willst. Migranten haben schlechtere Chancen. Das geht aus der Studie hervor...

Wer sich erwiesenermaßen integriert? Was beweist man denn bitte sonst, wenn man einen deutschen Hochschulabschluss erwirbt? Bei Manchen hakt es offensichtlich mittlerweile völlig aus...


Zuletzt bearbeitet von xmisterDx am 12 Sep 2010 - 18:19:36, insgesamt einmal bearbeitet
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2010 - 18:19:20    Titel:

metalmatiker hat folgendes geschrieben:
Gibts da auch ne repräsentative Studie?
Ich meine das sagt jetzt nicht soooviel aus wenn ein Migrant 17 Anläufe braucht anstatt 15 wie der deutsche Kollege ist das jetzt nicht so aussagekräftig....

Sie ist repräsentativ.
Es hat sich ja nicht ein Hansel bei 17 Firmen beworben.
Es wurden über 1000 Bewerbungen geschickt.
Und beide Bewerber hatten ja mehrere positive Rückmeldungen.


Zuletzt bearbeitet von Julius_Dolby am 12 Sep 2010 - 18:23:08, insgesamt einmal bearbeitet
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