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Gertrud von Le Fort - Das Schweigen
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cukorka
Newbie
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Anmeldungsdatum: 21.04.2009
Beiträge: 2
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2010 - 16:36:01    Titel: Gertrud von Le Fort - Das Schweigen

Hallo!
Könntet ihr mir vielleicht helfen, dieses Gedicht zu verstehen?

Schweigen ist die Sprache der Ehrlichkeit.
Lärm geht vorrüber
???

Meine Reli-Lehrerin möchte, dass ich 5min. darüber rede.. und ich habe keine Ahnung, wie ich diese Zeilen interpretieren soll..
Danke schonmal in vorraus!
Liebe Grüße,
Bibiane
ef90
Full Member
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Anmeldungsdatum: 25.04.2009
Beiträge: 130
Wohnort: Sachsen-Anhalt

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2010 - 21:08:08    Titel:

Heißt es nicht:
"Schweigen ist die Sprache der Ewigkeit, Lärm geht vorüber" Confused
_________________
Alles, was wir mit Wärme und Enthusiasmus ergreifen, ist eine Art von Liebe - Karl Wilhelm Freiherr von Humboldt
Generaltoni
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1670
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2010 - 11:44:51    Titel:

"Schweigen ist die Sprache der Ewigkeit. Lärm geht vorüber."

(Gertrud von Le Fort, deutsche Schriftstellerin, 1876 - 1971)

*

Bei der von le Fort musst du sicherlich - mit den Anforderungen deiner Deutschlehrerin - von dem absolut christlichen Hintergrund der literarischen aktiven Dame ausgehen.
Realität und Politik fanden bei ihr nur in den religiös kompensierten Sphären der Selbstberuhigung und des Verzichts und mit regliösen Ritualen (Gebet, Versenkung, Opferbereitschaft, ohne Widerstand oder politische Analyse) statt.

Ich habe seit einer Schulzeit, die noch stark unter dem Leugnen oder Verdrängen der Zeit der Naziherrschaft geprägt war, nichts mehr von ihr gelesen.

Hier, bei Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_le_Fort
findest du die Gläubigkeit und Weltabstinenz komprimiert formuliert:

"Im Zentrum ihrer Romane, Novellen, Erzählungen und Lyrik stehen religiöse Fragen in meist historischen Stoffen; die römisch-katholische Kirche erscheint als Mittlerin und als sittliche Ordnungsmacht. In ihren Romanen und anderen Werken geht es ihr um die Glaubensentscheidung, um religiöse Sinngebung von Leid und Opfer, um die Auseinandersetzung der Kirche mit dem Geist des Unglaubens und menschlicher Schwäche sowie um psychologische Darstellungen von seelischen Entwicklungen wie tragischen Seelenkonflikten, besonders aus dem Erleben der Frau."

Frau von le Fort hat auch die Nazizeit überstanden, mit einigen privatern Klagegebeten verziert.

Ich halte diesen Aphorismus, den du erläutern sollst, für ein Zeugnis einer politisch abstinenten, in religiös weitschweifiger Dramaturgie. Man kann solche Sätze nur vom aufopferungsbereeiten Glauben her verstehen, den ich als Beschneidung der logischen und gefühlsmäßigen und politischen Substanz des selbst verantwortlichen Menschen verstehe.

Ich weiß nicht, ob eine solche Kritik von deiner Reli-Lehrerin akzeptiert wird. Das musst du austesten, auch durch den Vergleich mit anderen Zitaten über Schweigen, Verantwortung, Gewissen...

*
Das wäre ein anderes, philosophisches, ja sogar naturnahes Kaliber:
„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern.“ (Blaise Pascal).
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