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Jura Erstsemester & verwirrt
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IloveNYC
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Anmeldungsdatum: 29.11.2010
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2010 - 20:18:10    Titel: Jura Erstsemester & verwirrt

Hallo Leute,
ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich hier ein Thema anschneide, das wohl öfters diskutiert wird, aber mittlerweile bin ich wirklich verzweifelt.
Ich, 20, habe diesen Oktober zum WS mein Jura Studium begonnen und fühl mich im Moment ziemlich überfordert ob der neuen Situation, also sowohl was Uni betrifft und auch das Fach als solches.
Habe dieses Jahr mein Abitur gemacht in Bayern mit Abi Schnitt 1,4 und hab das geschafft, ohne dass ich die Jahre über große Probleme gehabt hätte. Hab mich eigentlich immer recht leicht getan mit dem Lernen, v.a. wusste ich immer recht genau, was ich zu lernen hatte um die gewünschten Noten zu erreichen.
So, nun im Studium bin ich überfordert.. Geht das anfangs jedem so? Hab Angst schon zu Anfang etwas falsch zu machen bzw den Anschluss zu verpassen. Dazu muss ich sagen, dass ich ohne große jura Vorkenntnisse das Studium begonnen habe.. Bin gut in Sprachen und mir wurde immer wieder gesagt, dass ich mich sehr gut ausdrücken kann..
Könnt Ihr mir vielleicht Tips geben, worauf ich achten sollte, bzw ob es auch Teile gibt, die man zwar mal gelernt haben muss, aber nicht so überwichtig sind..
Beispielsweise langweile ich mich gerade in der StaatsOrga Vorlesung, habe aber gehört, dass das einem Erstsemester im Öffentlichen Recht meist so geht..

Ach tut mir leid, dass ich so viel geschrieben hab, es würd mir einfach wahnsinnig helfen, wenn ihr euch an euer früheres Ersti-Ich zurückerinnern würdet und mir sagen könntet, dass es machbar ist.
Denn im Moment erscheint mir das Ganze ein ziemlich unmögliches Unterfangen zu sein Wink

Vielen Dank für eure Mühen schon mal & schönen Abend noch!
Majestix
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 113

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2010 - 07:29:27    Titel:

Du hast einen neuen Lebensabschnitt vor Dir. Den muss man auch mal ein wenig entspannt angehen und geniessen können, schließlich durchlebt man den nur einmal im Leben. So, wie in der Schule, dass man in der Regel einigermaßen weiß, wie man welche Note errreichen kann, wird`s wohl im Studium zumeist nicht mehr werden. Ein bißchen ist man hier nun immer ohne Sicherheit am "Schwimmen". Mit der Zeit sollte man fachlich aber ein wenig einen Überblick und Routine darin bekommen. So geht es wohl allen, wenn ich bedenke, was für Vorstellungen Anfangssemester manchmal posten und, wenn ich selbst an meine Anfangssemester zurückdenke, wie viel weniger man da noch überhaupt eine Ahnung hat. Man kann selterner scheitern, oder "groß rauskommen". Die Meisten schlagen sich wohl irgendwie so durch. Mir hat man mal bei der Berufsberatung während des Studiums, weil ich auch Panikattacken hatte, erklärt, dass ich erst, wenn ich erst einmal dreißig sein sollte und dann das Examen nicht mal langsam als Silberstreifen am Horizont in Sichtwiese käme, Grund hätte unruhig zu werden. Das mag jetzt komisch klingen, aber so furchtbar weit weg ist das gar nicht mal, aber noch hast Du alle Zeit. Also, ich würde erst einmal sagen: take it easy. Übrigens habe ich hier in diesem Forum öfters den Tipp gelesen, dass ein Jurastudium kein "Verlegenheitsstudium" sein sollte, welches man nur studiert, weil es "vernünftig" scheint, oder man sich keine rechte Alternative vorstellen will oder kann, und dass man Jura nur studieren sollte, wenn man vom Fach überzeugt ist, was ich bei dir nicht so recht raushöre, denn wieso postest Du sonst überhaupt so etwas?
Wink
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2010 - 09:07:08    Titel:

Solche Anfangsschwierigkeiten sind ganz normal.

Ich habe damals in einem Semester angefangen, in dem wir einen örtlichen NC von 1,7 hatten, das heißt die überwiegende Mehrheit der Leute in meinem Semester hatten ein Einser-Abi. Trotzdem hatten wir in den ersten Klausuren (natürlich) normale Jura-Ergebnisse, d.h. eine Durchfallquote von 20-30 % und ansonsten überwiegend Noten im Bereich von "ausreichend" und "befriedigend". Die Zahl derer, die gute Noten bekommen, d.h. "vollbefriedigend" und besser, liegt einfach bei Jura meist bei nicht mehr als 20 %.

Die weit überwiegende Mehrheit in meinem Anfangssemester musste sich also damit abfinden, dass sie, obwohl sie eben noch in der Schule ohne große Mühe nur Einsen und Zweien geschrieben hatten, plötzlich trotz vielen Lernens durch Klausuren fielen oder beim "ausreichend" hängenblieben. Das ist eine sehr große Umstellung, finde ich... bei mir war's dann im zweiten Semester (wo ich meine schlechtesten Klausuren hatte) auch soweit, und die meisten überlegen sich in dieser ersten Phase irgendwann mal, ob sie nicht besser abbrechen sollten.

Aber da müssen wirklich die allermeisten durch - man muss einfach lernen, sich damit abzufinden, dass plötzlich das Lernen an sich noch keine Garantie für gute Noten ist und dass die Notengebung bei Jura allgemein sehr streng ist.

Man gewöhnt sich aber wirklich daran... wichtig ist eben, dass dich das Fach an sich interessiert (wenn dich Staatsorga langweilt, ist das noch nicht schlimm, das finden viele gruselig).
Nachtblüte
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Anmeldungsdatum: 23.08.2010
Beiträge: 6
Wohnort: bei München

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2010 - 21:24:33    Titel:

Dem kann ich mich nur anschließen.

Bin jetzt im dritten Semester und bin es leider im ersten genau so angegangen wie damals in der Schule: Nur das nötigste machen. Tja, klappt nur leider gar nicht mehr. Im Studium wird einem wirklich nichts mehr hinterhergeschmissen. Aber das wichtigste ist dennoch, dass man das kapiert! Wenn du verstanden hast, dass du am Ball bleiben und wirklich mal was lernen musst, geht alles eigentlich recht gut. Klar, die Noten sind wirklich alle plötzlich im "akzeptabel"-Bereich, aber man kommt durch. Zu denen, die durchfallen, zähle ich mich nicht mehr, dadurch, dass ich gelernt habe zu lernen Very Happy
Man muss nur den Dreh raushaben. Faulheit ist hier nicht mehr. Schade eigentlich Wink
calamity
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Anmeldungsdatum: 21.01.2009
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 12 Dez 2010 - 12:27:12    Titel:

wichtig is das du dir nix auf den abischnitt einbildest,
vorkenntnisse behaupte ich sind nich notwendig...
und ich war immer scheisse in mathe - also das gewäsch von wegen "wer in mathe gut war und logisch denken kann" - ^^ naja wers glaubt.

im jura studium muss jeder voll ranklotzen, wenn er was reissen will.

und dir wird auch leider nichts geschenkt... neben den knüppelharten klausuren is die notengebung megaasozial und subjektiv. ( je nach korrektor 2-3 punkte differenz nach oben / nach unten möglich ). und ab und zu wirste mehrmals korrigiert und in der zweitkorrektur gern mal runtergestuft in der note. (auch gern mal von bestanden -> auf nicht bestanden).

je nachdem bei welcher flasche wein der korrekor/zweitkorrekor schon is.

jura is hart und kein vergleich zum sitzschein abi. ich betone es nur mal damit sich keiner unnötig verschätzt.

das studium kann man nämlich leicht unterschätzen - hat wahrscheinlich jeder von uns getan haha.

lern ordentlich und schau wie die ersten klausuren laufen... siehst ja was bei rumkommt.


ps. hättse nich medizin machen können mit 1.4 noch? dann hätse dein nc jedenfalls nich für jura verschwendet ^^...

ps2. achso bayern abi, gut dann kannse dir doch was drauf einbilden ^^.
Liathano
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Anmeldungsdatum: 23.03.2010
Beiträge: 46
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 12 Dez 2010 - 20:09:20    Titel:

Bei mir ist der Groschen auch erst nach ca. 6 Wochen gefallen, vorher war ich planlos und leicht verzweifelt. Es hilft, wenn man sich mit ein-zwei Kommilitonen austauscht, wenn man selbst erklärt und erklären lässt. Und vor allem Fälle lösen ist wichtig - wichtiger als Defintionen zu pauken.

Als ich dann Dreh raus hatte, musste ich dann auch nur knapp eine Woche lernen und es hat für mind. 10 Punkte in den Grundlagenfächern gelangt. So schwer ist das Ganze im ersten Semester nämlich wirklich nicht, wenn man sich mal daran gewöhnt hat, dass BGB und Co was ganz anderes als Schulfächer sind und damit auch eine andere Denk- und Lernweise erfordern.
Gonzalez
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Anmeldungsdatum: 26.03.2007
Beiträge: 219

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2010 - 09:15:55    Titel:

Wenn wir mal ehrlich sind war das "Lernen" in der Schule doch überhaupt kein richtiges Lernen. Da wurde einem alles vorgekaut, da musste man sich den "Stoff" nur noch mal am Abend vor der Klausur angucken und man wusste, dass man schon ganz gut abschneiden würde. Wobei ich behaupten würde, dass diejenigen, die in der Schule schopn viel gelernt haben, besseren Anschluss an das Lernen im Jurastudium finden können, wobei natürlich das Ergebnis des Lernens im Jurastudium nicht dem aus der Schule entspricht. Wie schon gesagt wurde, ist auch die Notenvergabe subjektiv und mE schon fast willkürlich (jedenfalls im Studium). Mein Kumpel und ich schreiben eigentlich zu ca. 90-95% die identischen Klausuren oder auch Hausarbeiten und wir haben selten die selbe Note. Bei anderen Kommilitonen war's noch besser: Hausarbeit zusammengeschrieben bzw. erarbeitet (wie man das so macht), Ergebnis: der eine 10, der andere 6 und der andere gerade mal bestanden mit 4. Wie sowas gehen soll, weiß ich auch nicht, ist aber so passiert. Damit muss man sich als Jurastudent eben rumplagen, das ist in keinem anderen Fach so (Notenvergabe).
So wie Dir gehts am Anfang 90% der Studenten. So richtig fällt der Groschen erst in den späteren Semestern, wenn du einen einigermaßen groben Überblick über das "große Ganze" hast.
paragraphen-rider
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Anmeldungsdatum: 20.12.2010
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 20 Dez 2010 - 03:19:04    Titel:

Ich würde mal sagen, das, was du da gerade durchmachst, ist absolut normal in den ersten Semestern.

Du lernst ja nicht nur eine völlig neue Materie, sondern musst dich auch in eine völlig neue Denk- und Arbeitsweise hineinfinden. Im Gutachtenstil zu denken und zu schreiben, juristisch zu argumentieren, das muss man erst mal lernen; dafür solltest du dir Zeit geben. Dass man damit anfangs überfordert ist, ist, glaube ich, normal.
Mich hat anfangs sehr verwirrt, dass in Jura vieles ja nicht - wie man es aus der Schule noch gewöhnt ist - einfach feststeht, sondern umstritten ist. Man liest im einen Lehrbuch, dass es so und so richtig ist, und woanders steht das genaue Gegenteil. Dass es in Jura relativ wenig an "gesichertem Wissen" gibt, das ist definitiv verwirrend, und damit muss man erst mal klarkommen. Davon solltest du dich aber nicht ins Bockshorn jagen lassen. Mir hat es sehr geholfen, dass wir vom ersten Tag an mit ein paar Leuten eine Lerngruppe gegründet haben. Das war oft genug die reinste Gruppentherapie: Wir haben nicht gelernt, sondern uns nur gegenseitig aufgebaut (und nebenbei Fragen zum Stoff geklärt). Es hilft einfach enorm zu wissen, das man nicht der Einzige ist, der keine Ahnung hat... Smile
Auch das richtige Lernen muss man ja erst mal lernen. Man muss erst herausfinden, mit welchen Lehrbüchern man am liebsten arbeitet usw.
Will sagen: Es ist nicht nur unglaublich viel Stoff und unglaublich viel neuer Stoff, sondern es ist auch eine ganz andere Herangehensweise als bisher. Dein Lernen für's Abi kannst du mit dem Lernen für das Jura-Studium nur schwer vergleichen. Als grobe Hausnummer kann man vielleicht sagen: Du hast - je nach Fach - für eine Jura-Klausur zwei bis vier Mal so viel zu lernen wie für das gesamte Abitur. Aber das ist wirklich nicht mehr als eine ganz grobe Schätzung.
Ich war anfangs auch ziemlich überfordert, bin es heute noch manchmal (bin im 9. Semester) und möchte mal behaupten, dass es gerade in den Anfangssemestern den meisten so geht. Ich habe vor allem meine Zeit gebraucht, bis ich die für mich richtige Lern- und Arbeitstechnik gefunden habe. Was den Stoff angeht, ist der Groschen bei mir so im dritten oder vierten Semester gefallen. Denn bis dahin hat man die einzelnen Teil-Rechtsgebiete einfach nur auf relativ abstraktem Niveau hintereinander weg gelernt, und auf einmal kriegt man es hin, die ersten gedanklichen Verknüpfungen herzustellen und hat einen ersten groben Überblick. Ab dem Zeitpunkt machen dann ganz viele Sachen auf einmal Sinn, die Verwirrung geht zurück - und ab dem Zeitpunkt fängt's auch an, Spaß zu machen. Smile Aber bis dahin muss man eben erst mal durchhalten.

Fazit: Es ist machbar. Es haben schon etliche vor dir gepackt, und darunter waren mit Sicherheit auch einige, die im Gegensatz zu dir nicht gerade die Hellsten waren (vor einem bayerischen Abitur mit 1,7 habe ich Respekt). Aber: Du brauchst einen langen Atem. Bis du dich "Volljurist" schimpfen darfst, gehen gut und gerne acht Jahre in Land: Vier bis fünf Jahre Studium plus zwei Jahre Referendariat plus diverse Wartezeiten beim Warten auf die Examensergebnisse (in NRW fünf Monate zwischen Examensklausuren und mündlicher Prüfung) und den Referendarsplatz.
So ab dem vierten oder fünften Semester wirst du merken, dass in deinem Freundes- und Bekanntenkreis die ersten Leute fertig werden: Wer eine Ausbildung oder ein Bachelorstudium macht, hat nun mal wesentlich schneller einen berufsqualifizierenden Abschluss. Als Jura-Student sitzt man dann noch einige Jahre länger da, hat im Vergleich zu vielen anderen Studienfächern wenig Praxis und ist den ganzen Tag in der Bib, während andere schon ihr erstes Geld verdienen. Das zu wissen, ist nicht unbedingt motivierend, und ein gewisses Durchhaltevermögen ist da mit Sicherheit von Vorteil. Also: Du musst es wollen. Aber wenn du dir Gleichgesinnte suchst, mit denen du dann auch fest zusammen lernst, dürfte das die Sache schon mal erleichtern. Und ich meine das echt ernst: Redet (auch) darüber, ob, dass und womit ihr überfordert seid. Es hilft gewaltig.
Beim Stoff in den ersten Semestern Abstriche zu machen, halte ich für riskant. Denn es ist wirklich der Grundstein für das spätere Studium. Gut, Staatsorga lernt man, und dann kann man das erst mal wieder eine ganze Zeit lang vergessen. Aber BGB AT und Strafrecht AT sind wirklich elementar. Ich könnte dir jetzt noch nicht mal guten Gewissens einen Tipp geben, was du da weglassen kannst.

Für den ersten Überblick beim Lernen finde ich die "BasisSkripte" von Alpmann Schmidt toll, für das Lernen in der Lerngruppe die "Grundlagen Fälle" von Alpmann Schmidt. Beides ist wirklich gut gemacht. Vergleichbare Angebote gibt es natürlich auch von anderen Anbietern, aber mir gefallen speziell die Alpmann-Sachen.

Wenn du merkst, dass ein Jura-Studium nix für dich ist: Hast du schon mal über ein duales Studium nachgedacht? Das bieten ja z. B. auch Behörden an, und da ist man dann ja auch im juristischen Bereich qualifiziert. Die Bandbreite der Ausbildung ist nicht die des Jura-Studiums, aber man lernt eben auch juristische Inhalte, lernt etwas verschulter, hat immer wieder Praxis-Phasen zwischendurch, ist schneller fertig und hat zum Schluss gute Übernahmechancen. Hätte ich am Anfang gewusst, dass es so was gibt, hätte ich das wahrscheinlich gemacht - eben weil es zwar auch juristischen Bezug hat, aber nicht ganz so furztrocken ist.

Viel Erfolg weiterhin!
Majestix
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 113

BeitragVerfasst am: 21 Dez 2010 - 10:20:28    Titel:

Möchte mich grundsätzlich paragraphen-rider anschliessen.
Natürlich kann es grundsätzlich nicht schaden, sich über Schwierigkeiten auszutauschen.
Dass es so um das vierte Semester herum „klick“ machen sollte, sagen die Professoren immer. Ich persönlich habe allerdings Leute kennen gelernt, bei denen es auch nach mehr als zwanzig Semestern nicht „klick“ gemacht hatte, oder die letztlich durchgefallen und gescheitert sind, obwohl sie eigentlich nicht völlig blöd sind. Auch kenne ich Leute, bei denen es erst später nach dem Studium im Referendariat oder sogar erst im Beruf so etwas wie „klick“ gemacht hat. Hier hat man zum ersten Mal ausserhalb von Lehrbuchtheorie und Lehrbuchwissen mit eigenständiger Lösung von echten Rechtsproblemen zu tun und im Referendariat auch so etwas wie ein wenig persönliche Betreuung, was einen persönlich am meisten voranbringen könnte. Natürlich gibt es Leute, welche stumpfsinnig „nichts merken“ und in Jura erfolgreich sind, wie ich überhaupt eigentlich vermute, dass der Spruch „die dümmsten Bauern kriegen die dicksten Kartoffeln“ in der Juristerei geprägt worden sein muss.
Ohne zu wissen, ob man das verallgemeinern kann: mich ganz persönlich hat es ein wenig vorangebracht, als mir klar wurde und ich mich konsequent daran gehalten habe, dass man sich von dem ganzen „aufgeregten Durcheinandergeschnatter“ um einen herum – man müsse lernen, lernen, lernen und nochmals lernen und dieses oder jenes alles in dieser oder jener Weise, haste nicht gesehen, können und dieser oder jener hätte „den Dreh jetzt raus“- komplett freimachen muss, soweit das geht, und dass man halt konsequent irgendwie „sein eigenes Ding“ machen muss.
Im Übrigen bin ich der festen Überzeugung: die wirklich coolen Leute sind jene, welche voll bewusst die Größe aufbringen, zu sagen, dass man sie mit dem ganzen „Juraquark“ mal gerne haben kann.

Wink
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