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Buchung von Lohnaufwendungen, Verbindlichkeiten, Rückstell.
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Foren-Übersicht -> VWL/BWL-Forum -> Buchung von Lohnaufwendungen, Verbindlichkeiten, Rückstell.
 
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Fletscha
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2010 - 18:56:17    Titel: Buchung von Lohnaufwendungen, Verbindlichkeiten, Rückstell.

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zum Buchen von Löhnen, bzw. glaube das meine Ausführungen nicht korrekt sind, falls dies zutrifft bitte ich um eure Hilfe;)

Mein Gedanke ist, dass man intuitiv zu der Annahme kommen könnte (bzw. ich habe diese öfters gehört) das Löhne als "Lohnaufwand an Verbindlichkeiten" anstatt als "Lohnaufwand an Bank" gebucht werden. Das also im ersten Schritt eine Verbindlichkeit gebucht wird, und diese dann im zweiten per "Verbindlichkeit an Bank" beglichen wird.
Ich denke, wenn Löhne zum Zeitpunkt der Fälligkeit sofort gezahlt werden macht dies keinen Sinn, da eine Verbindlichkeit erst entsteht, wenn die empfangene Leistung zu einem späteren Zeitpunkt entlohnt wird(?). Wird eine Verbindlichkeit gebucht wenn die Löhne später gezahlt werden?

Wäre es nun möglich (oder sinnvoll) ex ante schon eine Rückstellung für Lohnzahlungen zu buchen? Oder trifft der Fall der Rückstellungen hier nicht zu, da es sich um eintreffende Verbindlichkeiten in abschätzbarer Höhe handelt?

Was wäre aber nun z.B. bei der Stromrechnung. Diese wird ja auch als Aufwand gebucht (glaube ich zumindest). Ihre Höhe ist aber ex ante praktisch ungewiss (also nach §249 HGB eine "ungewisse Verbindlichkeit"?), wäre es hier sinnvoll oder möglich eine Rückstellung zu buchen ( oder "Verbindlichkeiten")?
Meine Fragen beziehen sich dabei auch auf andere allgemeine Fälle wie z.B. Zins- und Mietaufwendungen, etc. .

Also zusammengefasst kann man sagen, warum werde Löhne etc. als Aufwand und nicht als Verbindlichkeit, Rückstelllung gebucht?

Danke schonmal für eure Hilfe:)!
Goodwill
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Anmeldungsdatum: 25.06.2009
Beiträge: 896

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2010 - 21:26:31    Titel: Re: Buchung von Lohnaufwendungen, Verbindlichkeiten, Rückste

Fletscha hat folgendes geschrieben:
Hallo zusammen,

Wäre es nun möglich (oder sinnvoll) ex ante schon eine Rückstellung für Lohnzahlungen zu buchen? Oder trifft der Fall der Rückstellungen hier nicht zu, da es sich um eintreffende Verbindlichkeiten in abschätzbarer Höhe handelt?


Rückstellungen werden aber auch primär für 'ungewisse' Verbindlichkeiten angesetzt, wobei (Einschränkung) diese wahrscheinlich sein sollen. Wenn man im vorraus weiß, das Lohnzahlungen der Höhe XY anfallen, ist das ganze nicht mehr ungewiss: daher Lohnaufwand an Bank.
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1423

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2010 - 21:26:49    Titel:

Hab gerade nochmal in SAP nachgesehen, bei uns ist es so:
Zuerst wird eine Verbindlichkeit gebildet, als Gegenkonto ein Bankkonto.
Ist die tatsächliche Höhe klar, so wird die Verbindlichkeit gegenüber einem L/G-Verrechnungskonto aufgelöst. Dieses ist im Grunde auch ein Verbindlichkeitskonto. Dieses wird wiederum ggü. Aufwand Lohn u. Gehalt aufgelöst und muss somit nach Monatsabschluss 0 sein.
Die Zahlungsseite konnte ich leider nicht genau nachverfolgen, müsste dann aber wohl von dem Konto abgehen, welches das Gegenkonto der ersten Verbindlichkeit war.
Grundsätzlich ist gerade der Aufwand für Gehälter erst dann gebucht, wenn dieses bereits auf dem Konto des Empfängers ist.

Das ganze ist jetzt vereinfacht, bei uns sind da noch zig Konten dazwischen und ich kann auch nicht garantieren, dass das so richtig ist, da gerade die Möglichkeiten der Nachverfolgung im FI-Modul für mein Empfinden sehr beschränkt sind.

EDIT:
Für Stromrechnungen wird normalerweise eine Rückstellung gebildet und das ganze dann auf die Monate abgegrenzt, um eine kontinuierliche Belastung zu haben.
faiblesse
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 1930
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2010 - 13:08:43    Titel:

Jetzt gebe ich auch mal meinen Senf dazu.

Rückstellungen werden ansich nur am Ende des Jahres für den Abschluss gebildet.

Im Lohn und Gehaltsbereich werden Rückstellungen gebildet für nicht genommenen Jahresurlaub, der im Folgejahr gewährt wird, oder aber für angesammelte Überstunden.
Der Wert ist bekannt, der Auszahlungszeitpunkt aber nicht.

Unterjährig macht das wenig Sinn, da in den meisten Fällen die Löhne zum 30. fällig sind. Also alles im gleichen Monat läuft.

Bei uns wird auch alles erst auf ein Verbindlichkeitskonto gebucht.
Das liegt auch einfach daran, dass die Verteilung auf die ganzen Aufwandskonten (es gibt nicht nur DAS Aufwandskonto Gehalt) von der Personalabteilung kommt. Und wir meist gar nicht wissen, was genau dahintersteckt.

Ich denke mit der Stromrechnung schmeißt ihr was durcheinander.
Wenn diese nur einmal jährlich kommt, wird meistens kalkulatorisch gebucht, um eine gleichmäßige Kostenverteilung zu haben, dies hat aber mit einer Rückstellung ansich nichts zu tun.
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2010 - 16:09:02    Titel:

Man kann den Personalaufwand direkt buchen. Dann spricht man die Personalaufwandskonten erst an, wenn die Zahlung per Kasse oder Bank tatsächlich ausgeführt wurde. Das hat aber den Nachteil, dass die Personalkosten in den monatlichen Auswertungen der Buchhaltung nicht scharf für jeden Monat abgegrenzt sind. Die Überweisung an die Krankenkasse erfolgt ca. um den 27. desselben Monats, die Überweisungen an das Finanzamt erfolgen dagegen erst zum 10. des Folgemonats. Die Gehaltsüberweisungen an die Mitarbeiter erfolgen je nach Arbeitsvertrag noch im selben Monat oder erst im nächsten Monat. Das Problem lässt sich umgehen, indem man den Personalaufwand über ein Verrechnungskonto bucht. Dabei wird der Personalaufwand für den Monat (auf Datenbasis der Lohnabrechnung) gegen das Verrechnungskonto gebucht. Im zweiten Schritt wird der Aufwand auf dem Verrechnungskonto gegen die Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen, Mitarbeitern und Finanzamt gebucht. Das Verrechnungskonto muss am Ende von Schritt 2 natürlich leer sein, sonst hat man etwas falsch gemacht. Die indirekten Buchungen haben außerdem noch den Vorteil, dass am Jahresende der noch nicht bezahlte Personalaufwand schon automatisch dort ist, wo man ihn haben will, nämlich in korrekte Höhe in den Verbindlichkeiten.

Zu der Frage mit den Stromkosten: Rückstellungen sind Aufwendungen, die entweder der Höhe, dem Grunde oder ihrer Fälligkeit nach unbekannt sind. Wenn zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses bereits die Nebenkostenabrechnung vorliegt, dann handelt e sich daher nicht um Rückstellungen, sondern um „sonstige Verbindlichkeiten“. Man bucht dann für den Jahresabschluss Aufwand an sonstige Verbindlichkeiten. Wenn die Nebenkostenabrechnung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses noch nicht vorliegt, bucht man eine Rückstellung. Also Aufwand an sonstige Rückstellungen.
drohdeifl
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Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 2224

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2010 - 16:48:21    Titel:

faiblesse hat folgendes geschrieben:
Rückstellungen werden ansich nur am Ende des Jahres für den Abschluss gebildet.



Question
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2010 - 09:29:37    Titel:

Ja, das ist richtig.

Rückstellungen werden nicht laufend gebucht, sondern gehören zu den Abschlussbuchungen, die einmal im Jahr bei der Erstellung des Jahresabschlusses gebucht werden.
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1423

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2010 - 11:07:08    Titel:

Rückstellungen werden bei uns monatlich gebucht, GERADE für Urlaubstage und Überstunden macht das auch Sinn, da deren Höhe sehr gut monatlich bestimmt werden kann und man so ein aussagekräftigeres Monatsergebnis bekommt.
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2010 - 12:05:10    Titel:

Da hast du natürlich Recht. Größere Unternehmen machen so etwas so weit es geht monatlich, weil die Auswertungen dadurch aussagekräftiger werden. In so einem Unternehmen werden dann sicherlich auch z.B. die Rechnungsabgrenzungsposten monatlich aufgelöst und die Abschreibung jeden Monat gebucht. Kleinere Unternehmen machen Buchhaltung und Jahresabschluss aber nur für das Finanzamt und verwenden die Zahlen aus der Buchhaltung nicht für interne Zwecke (zumindest nicht monatlich, evtl. jährlich die Zahlen aus der GuV und der Bilanz).

In der Theorie wird die Bildung und Auflösung von Rückstellungen als Buchungen im Rahmen des Jahresabschlusses gesehen. Das ist in jedem Lehrbuch so eingeteilt in laufende Geschäftsvorfälle und Abschlussbuchungen.
Fletscha
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2010 - 20:51:30    Titel:

Danke für eure Antworten, hat mir weitergeholfen:)
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