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Jura in Münster
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Emily90
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Anmeldungsdatum: 25.12.2010
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 25 Dez 2010 - 20:06:59    Titel: Jura in Münster

Hallo!
Ich studiere im 3.Semester Jura in Heidelberg und überlege, nach dem 4. nach Münster zu wechseln,
1. um eine bessere Note im Staatsexamen zu erreichen und
2. wegen des Schwerpunktbereichs.

Wer studiert in Münster bzw. hat dort hin gewechselt und kann mir seine Meinung zum Ganzen geben?

Vielen Dank schonmal und LG
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 26 Dez 2010 - 11:01:48    Titel:

Was die bessere Note im Staatsexamen angeht: Man hört zwar ständig, dass in NRW alles so leicht und in den südlichen Bundesländern alles so schwer wäre - allerdings solltest du dir, ehe du wechselst, darüber im Klaren sein, dass rein von der Ergebnisstatistik her so gut wie kein Unterschied zwischen NRW und B-W besteht. Die Durchfallquote im staatlichen Teil des Examens liegt nämlich auch in NRW regelmäßig über 30 %, und die Noten sind im Schnitt auch nicht besser als in B-W.

Du solltest dir also schon gut überlegen, ob du wirklich meinst, dass du hier leichter zu einer guten Note kommst als in Heidelberg. Klar, natürlich kann man während des Studiums ruhig mal die Uni wechseln, aber du solltest die Vor- und Nachteile schon in Ruhe abwägen.
Peter Pan
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Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 127
Wohnort: Kolonia

BeitragVerfasst am: 26 Dez 2010 - 13:58:33    Titel:

Emily,
ich kann Dir nur wärmstens ans Herz legen, Deine Überlegung direkt wieder zu verwerfen.
Diese Vorurteile, dass das Examen im Norden und in Mitteldeutschland einfacher wäre als im Süden, sind totaler bullshit.
Es handelt sich ja auch schließlich um ein "Staats"examen und nicht um eine universitäre schriftliche Prüfung. Wie sollte sich der Qualitätsunterschied der Prüfung erklären lassen?
Abgesehen davon, sehe ich einen Wechsel nur wegen des Schwerpunktsbereichs auch für total schwachsinnig an.
Den Schwerpunktsbereich habe ich längst hinter mir gelassen.
Durch den Schwerpunktbereich legst Du auch keine Weichen für Deine spätere berufliche Karriere. Bereiche wie Kriminologie und Völkerrecht sind im Hinblick auf das Examen unnütz. Besser ist es, wenn Du bei Dir in Heidelberg einen Schwerpunktbereich aussuchst, der möglichst viele examensrelevante Fächer abdeckt.

Ich beispielsweise hatte Notariat und Rechtspflege als Schwerpunktsbereich. Die nötigen Scheine hatte ich in den Fächern Vertiefung Familien- und Erbrecht, Zivilprozessrecht und Zwangsvollstreckungsrecht erworben.
Dadurch fielen diese Fächer aus meiner Examensvorbereitung heraus, denn das nötige Wissen war ja schon vorhanden und das meiner Meinung nach auch über dem Rep-Niveau.

Der einzige wirkliche Vorteil an Münster als einer Stadt in NRW wäre die des Abschichtens. Meldet man sich in NRW spätestens zum Ende des 7. Semesters für das Examen an, so besteht die Möglichkeit die Klausuren zu splitten.
Bsp: Ich melde mich im September für den Examenstermin im November an und schreibe aber nur Zivilrecht. Die restlichen Klausuren schreibe ich dann ein halbes Jahr später im Mai.
Diese Aufteilung ist so nicht zwinged, man hat mehrere Variationsmöglichkeiten. So könnte man auch von mir aus Strafrecht im Februar und Ö-Recht dann im Mai schreiben.
Der Vorteil an der Sache dürfte auf der Hand liegen.

Statistisch gesehen machen aber nur wenige von dieser Möglichkeit in NRW gebrauch.

Fazit: Deine Beweggründe sind nicht gewichtig genug, um einen Wechsel zu rechtfertigen. Du würdest nur darüber enttäuscht sein, dass die Realität von Deinen Vorstellungen stark abweicht.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 26 Dez 2010 - 15:39:52    Titel:

Peter Pan hat folgendes geschrieben:
Der einzige wirkliche Vorteil an Münster als einer Stadt in NRW wäre die des Abschichtens. [...] Der Vorteil an der Sache dürfte auf der Hand liegen.

Die Nachteile allerdings auch.

Ich selbst habe einmal abgeschichtet (Freischuss) und einmal normal geschrieben (Verbesserungsversuch) und fand letzteres wesentlich angenehmer, d.h. wenn ich nochmal vor der Wahl stünde, würde ich mich gegen das Abschichten entscheiden.

Sicher, man kann sich auf die Klausuren individueller vorbereiten, aber dafür hat man nicht nur einmal die heiße Examensphase inklusive die stressigen letzten Wochen vor den Klausuren und die Ungewissheit des Wartens auf die Ergebnisse, sondern muss das Ganze zwei- oder dreimal durchmachen. Ich fand es wesentlich angenehmer, alle Klausuren auf einmal zu schreiben und sie dann "weg" zu haben, als den hohen Stressfaktor der unmittelbaren Klausurzeit mehrmals hintereinander zu durchleben.

Außerdem darf man auch nicht vergessen, dass man zur mündlichen Prüfung das gesamte Wissen aus allen drei Rechtsgebieten doch wieder gleichzeitig parat haben muss, d.h. wenn man abgeschichtet hat und es z.B. schon wieder acht oder zehn Monate her ist, seit man die Klausuren des ersten Rechtsgebiets geschrieben hat, braucht man einen entsprechend höheren Lernaufwand, um auch dieses Wissen wieder zu reaktivieren.

Und schließlich kann es äußerst demotivierend sein, wenn man gleich beim ersten Abschichteblock ein schlechtes Gefühl bei den Klausuren hat, aber trotzdem sofort für den nächsten Block weiterlernen muss.

Daher: Abschichten ist schon ein sehr zweischneidiges Schwert, aus meiner persönlichen Sicht halten sich die Vor- und Nachteile ungefähr die Waage. Allein deshalb das Bundesland wechseln würde ich sicher nicht.
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