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Gefahrspezifischer Zusammenhang bei §227
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ClintWestwood
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Anmeldungsdatum: 26.01.2010
Beiträge: 218

BeitragVerfasst am: 31 Dez 2010 - 12:37:47    Titel: Gefahrspezifischer Zusammenhang bei §227

Hey,


aus den Übungsfällen, die ich habe wird mir nicht ganz klar wie ich in der Klausur vorgehen soll.

Es gibt grob gesagt die zwei Ansichten, Letalitätstheorie mit Bezug auf Taterfolg und die Gegenmeinung, die den Zusammenhang mit der Tathandlung ausreichen lässt.

Die Subsumtion unter Modell 1 ist ja relativ eindeutig.

Bei der Alternative allerdings überhaupt nicht mehr.

Ich verstehe es so, dass sich im Todeserfolg gerade eine der Handlung anhaftende Gefahr realisieren muss.

Gucken wir uns ein Beispiel an:

A schlägt B mit einem Baseballschläger nieder. Dieser ist bewusstlos und muss ins Krankenhaus. Der Krankenwagen rutscht auf Blitzeis aus und B stirbt an den Folgen des Unfalls.

In meiner AG wurde hier zu folgedes gesagt.

Nach der Letalitätslehre besteht kein Unmittelbarkeitszusammenhang, da die Verletzung durch den Schlag nicht den Tod ausgelöst hat.

Nach der Tathandlungstheorie wurde dieser allerdings bejaht und zwar mit der Begründung, dass allgemein ein Schlag mit einem Baseballschläger die Gefahr birgt zum Tode zu führen.

In meinen Augen ist das aber totaler Quatsch, da es ja nicht um eine allgemeine Gefährdung geht, sondern sich diese im Erfolg auch realisieren muss.

Und vorliegend ist der Grund für den Tod ja nur der Unfall und es gehört doch wohl nicht zu der für einen Schlag mit einem Baseballschläger spezifischen Gefahr, dass der Krankenwagen verunglückt.

Wäre der Unfall jetzt darin begründet, dass der Krankenwagen besonders schnell fährt und deshalb verunglückt könnte man ja noch einen Zusammenhang herleiten.
(Hierbei noch die Frage, ob die Tathandlungsgefahr wirklich so weit auszulegen ist?)

Aber die Begründung, dass ein Schlag mit einem Baseballschläger allgemein dazu geeignet ist jemanden zu töten reicht doch nicht aus um hier den Gefahrzusammenhang zu bejahen, sehe ich das richtig?


lg
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 31 Dez 2010 - 13:25:41    Titel:

es muss sich die typische todesgefahr realisiert haben

hier realisiert sich aber nur das allgemeine lebensrisiko

wenn es auf erhöhter geschwindigkeit basiert, dann realisiert sich doch die gefahr der tat

aber ist das auch die spezifische todesgefahr einer kv?

jedenfalls nicht bereits deshalb, weil ein schlag zum tode führen muss, sondern es muss sich in der tat auch die konkrete gefahr realisiert haben und eine unmtitelbar tödliche wirkung des schlages hat sich hier nicht realisiert

die rettungsfahrt ist hingegen allerdings eine typische folge einer kv, fraglich nur, ob auch die erhöhte geschwindigkeit dazu gehört aber das kann man wohl auch bejahen

die gefahr einer rettungsfahrt ist aber wohl sogar noch eher in einem kverfolg als in einer kvhandlung begründet, denn ohne erfolg wird es auch keine rettungsfahrt geben müssen

für einen unmittelbarkeitszusammenhang verlangt der bgh auch nicht, dass die verletzung als solche unmittelbar zum tod führt
(vgl hochsitzfall: vom hochsitz schubsen führt zu fußverletzung, führt zu bettlägrigkeit, führt zu tödlicher embolie)
wobei hierbei möglicherweise bereits auf die handlung abgestellt wurde

oder verlangt die letalitätslehre dass sich der tod genau als verwirklichung dieser bestimmten verletzung darstellt? also tod durch wunde
vlt gibt es da aber auch verschiedene spielarten der letalitätslehre
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