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Staatliche Maßnahmen (Finanzkrise)
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Salmonknight
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Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2011 - 22:58:18    Titel: Staatliche Maßnahmen (Finanzkrise)

Ich bin noch ein Schüler und interessiere mich für folgende Situation:

Stellt euch vor es beginnt eine neue Finanzkrise wegen paar Banken, deren Manager daran Schuld sind. Diese Manager haben extra ein großes Risiko eingegangen, weil sie wissen, dass die Gewinne der Banken privatisiert werden und die Verluste sozialisiert.
Nun sind aber viele Banken pleite und auch andere große Firmen. Millionen können arbeitslos werden und der Staat muss schnell sich einmischen.
Es wird durchgesetzt, dass der Staat sich überall in die Wirtschaft einmischen kann.

Und nun habe ich folgende Fragen:
1) wie sollte der Staat vorgehen um die Finanzkrise zu besiegen ? z.B. die Banken verstaatlichen oder nicht ?
2) gibt es möglichkeiten die Finanzkrise effektiver zu besiegen, wenn der Staat sich überall in die Wirtschaft einmischen darf, entscheiden kann wieviel die Manager verdienen sollen, oder jederzeit Manager feuern sollen?
3) Wenn der Staat die Finanzkrise ignoriert und sich garnicht einmischt, was könnte dann mit der Wirtschaft geschehen ?
drohdeifl
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Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 2224

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2011 - 23:55:42    Titel:

"Merkel feuert Ackermann - Deutsche Chef geht leer aus" - BILD, 23.03.2013.
lucky24
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Anmeldungsdatum: 05.01.2011
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 24 Jan 2011 - 00:22:18    Titel:

Im Voraus muss man sagen, dass es sicherlich keine Musterlösung gibt. Wenn es den perfekten Weg geben würde, wäre die Krise von 2007 deutlich effektiver abgewickelt worden. Ferner wird es in Zukunft eine größere Regulierung der Finanzmärkte durch staatliche Institutionen geben, die neuen Krisen vorbeugen soll. Das Ziel der Regulierungsbehörden ist es unter anderem, das Gesamteigenkapital einer Bank so hoch zu halten, dass die Gefahr eines Zahlungsausfalles hinreichend niedrig ist. An Spekulationsblasen wird es jedoch auch in Zukunft nicht mangeln. Gerade die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken begünstigt durch einen enormen Liquiditätszuwachs innerhalb der Banken die Investitionen in risikohafte Anlageformen.

Das der Staat immer eingreifen wird, sobald kapitalstarke - systemrelevant ist hier der neue Modebegriff - Banken in Gefahr sind, steht außer Frage. Man muss sich vor Augen führen, dass das größte Problem nicht unbedingt der Kapitalverlust an sich ist sondern das fehlende Vertrauen. Denn jede Bank hat nur einen Bruchteil des ihr anvertrauten Kapitals auch zur Verfügung, da sie einen großen Anteil anlegt oder als Kredite vergibt. Anders gesagt tritt sie sowohl als Kreditor als auch als Debitor auf. Das ergibt ja auch Sinn. Die Bank erziehlt ja gerade durch die Zinsdifferenz (Spread) von Krediten und Einlagen ihren Gewinn. Was würdest du machen, wenn du erfährst, dass deine Bank kurz vor der Zahlungsunfähigkeit steht? Du würdest wahrscheinlich versuchen, dein Geld abzuheben aus Angst vor der Insolvenz. Vielleicht weißt du, dass dein Vermögen in Deutschland über den Einlagensicherungsfonds geschützt ist, doch dein Menschenverstand sagt dir, dass das Volumen viel zu niedrig ist, um allen Leuten ihr Geld zu erstatten. Und genau das würden sehr viele Menschen tun. Es gäbe einen Ansturm auf die Filialen. Gerade weil die Bank nur wenig liquides Kapital zur Verfügung hat, führt dies zwangsläufig zum Bankrott. Auch im Interbankenmarkt (die Banken leihen sich auch untereinander Geld) gäbe es kein Vertrauen in das angeschlagene Kreditinstitut. Die Zinsen für das dringend benötigtes Kapital würden ins bodenlose Steigen beziehungsweise niemand wäre bereit überhaupt einen Kredit zu vergeben. Die Angst ist zu groß, das Geld nicht wieder zu sehen. Durch die des Misstrauens wegen hohen Zinssätze bekämen auch andere Banken Probleme. Die geben die höheren Kosten an die Kunden weiter. Unternehmen können die teuren Kredite nicht bezahlen und melden Insolvenz an, die Arbeitslosigkeit steigt...

Hier tritt der Staat ein. Er sorgt erstens für neues Kapital, das im Markt schwer zu bekommen wäre und zweitens für neues Vertrauen. Die Kunden wären beruhigt. Ein Ansturm auf die Geldautomaten verhindert. Denn der Staat bürgt ja. Das Vermögen scheint gesichert. Damit kann der Teufelskreis eingedämmt werden.
Leider hat der Staat auch nicht unbegrenzte Möglichkeiten. Man versucht also, es gar nicht soweit kommen zu lassen. Regulierung ist hier das Hauptziel. Man muss einen Mittelweg finden. Zu viel Regulierung schadet dem Markt, ein gewisses Maß ist obligatorisch. Es gilt jetzt, diesen schmalen Grat zu finden.

Gruß
lucky24
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