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Aktienkurs
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LazyJay
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Anmeldungsdatum: 01.06.2006
Beiträge: 343
Wohnort: Tokyo

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2011 - 00:43:24    Titel:

mareike85 hat folgendes geschrieben:
Wie ich den zweiten Punkt gemeint habe: Rücklagen (durch Agio der Altaktien) investiert man nicht, sondern erhöht das Nennkapital damit. Folglich wandelt man dieses Mehrnennkapital in Jungaktien um, die man am Markt anbietet. Jemand kauft diese Aktien wieder im Wert der Nennaktie (also der ins Nennkapital umgewandelten Rücklagen) +plus Agio. So sollte das doch jetzt stimmen, richtig?

Selbst wenn man theoretisch eine Bilanzverlängerung mit der Ausgabe von Jungaktien hat, stellt der Verkauf doch nicht, wie im oberen Fall, mehr liquide Mittel dar (da diese davor durch die Rücklagen gedeckt waren vor der Ausgabe) sondern decken den Wert der Jungaktien nur und fließen direkt in Nennkapital ein. Dieses Kapital darf doch nicht zur Investition verwendet werden oder seh ich das falsch?


Also ich will mich hier nicht aus dem Fenster lehnen und sagen, dass das, was Du schreibst in JEDEM Fall falsch ist. Vielleicht gibt es ja irgendwelche speziellen Spezialfälle, die ihr da gerade an der Uni/Berufsschule durchnehmt. Aber für den NORMALfall ist das nicht richtig (oder aber wir reden aneinander vorbei).

Wenn ein Unternehmen junge Aktien ausgibt, dann verfolgt es damit das Ziel sein Kapital zu erhöhen. Der einzig andere Fall, der mir spontan einfällt wäre ein Aktiensplit, bei dem es nur um eine kosmetische Korrektur des Aktienkurses geht, aber bleiben wir mal beim Normalfall: angenommen, du hast Grundkapital 100 und Kapitalrücklage 500 als Ausgangsbasis BEVOR irgendwas mit jungen Aktien passiert. Wenn das Unternehmen frisches Kapital benötigt, kann es dann neue (junge) Aktien ausgeben. Diese haben in der Regel den gleichen Nennwert wie die alten Aktien (z.B. 10). Jetzt sagen wir mal, die geben 5 neue Aktien aus zu nem Nennwert von je 10. Jetzt kommen 10 schlaue Investoren und wollen die 5 haben. Da Nachfrage höher als Angebot fangen die sich gegenseitig an zu überbieten. Am Ende gehen 5 Investoren beleidigt wieder nach Hause und die anderen 5 holen sich die Aktien für je 25 Euro. Diese 5x25 =125 Euro fließen dann dem Unternehmen zu. Machen kann es dann damit, was immer es will (neue Produktionshallen, Maschinen, den Betriebsrat in den P*ff schicken, whatever).

In der Bilanz sieht es dann so aus, dass die 5 ausgegebenen Aktien mit ihrem Nennwert das Grundkapital erhöhen (GK jetzt also 100+5*10 = 150) und die Differenz (also das Agio) der Kapitalrücklage zugerechnet wird (also KR jetzt 500 + 5*(25-10) = 500+5*15=575).

mareike85 hat folgendes geschrieben:
Um meine Fragen noch zu ergänzen, wär gut zu wissen, warum später dann Gewinnausschüttungen/Dividenden den Aktienkurs senken? (ist das, weil weniger Wachsum durch weniger zur Investition zur Verfügung stehender liquider Mittel erwartet wird?)


Das liegt daran, dass Dividenden zu einem bestimmten Tag im Jahr ausgeschüttet werden. Sagen wir mal, dieser Tag liegt zum 15. April und du weißt, dass die Dividende 5 Euro sein wird. Jetzt komm ich zu Dir und sage Dir, ich verkaufe Dir so eine Aktie für 30 Euro am 14. April, also einen Tag VOR der Dividendenausschüttung. Dann weißt du ja, dass du gleich am nächsten Tag 5 Euro zurückbekommst, nämlich die Dividende. Eigentlich bezahlst du also gar keine 30 Euro, sondern insgesamt nur 25 Euro. So, jetzt hast Du auf einmal keine Lust mehr auf die Aktie und möchtest sie mir am 16. April, also einen Tag NACH der Dividendenausschüttung wieder verkaufen. Würde ich Dir 30 Euro dafür geben? NEIN. Du hast ja die 5 Euro Dividende eingesackt. Aber Du hast ja nix dafür getan. Einfach nur 2 Tage die Aktie in der Hand gehalten und die Dividende abgegriffen. Also würd ich DIr nur 25 Euro geben, keinen Cent mehr.
mareike85
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Anmeldungsdatum: 15.01.2011
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2011 - 01:25:14    Titel:

und genau bei der ersten Erklärung liegt mein Problem. In deiner Erklärung sagst du im Grunde, dass die Gewinnrücklagen um 50 abnehmen, das Grundkapital um 50 zunimmt durch den Nennwertanteil des Jungaktienverkaufs und der Mehrwert nur durch das Agio entsteht ( also die 5*15=75 Mehwert), die der AG real mehr zur Verfügung steht. Ich dachte, dass es so funktioniert, dass du das Grundkapital um sagen wir mal 50 erhöhst, dadurch, dass du 50 von den Rücklagen in das Grundkapital umwandelst, du jetzt, weil diese 50 als Sicherheit gelten, Jungaktien im Wert von 50 (sozusagen nur auf Papier geschrieben als Nennwert, mal ohne einen Ausgabeaufschlag) ausgibtst und ein Zuwachs des Grundkapitals am Ende um 100 Einheiten liquider Mittel hast . Würde für mich Sinn machen.
Warum sollten man mit diesem System dann Nennwertaktion für den exakten Nennwert ausgeben? Wo sollen da denn ohne das Agio mehr liquide Mittel zur Verfügung stehen?
mareike85
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Anmeldungsdatum: 15.01.2011
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2011 - 02:01:03    Titel:

ach, nochmal nen Denkfehler gehabt. Es ist quasi wie ich gedacht habe.
Grundkapital nimmt um 150 zu, Rücklagen nehmen um 450 ab.
Jetzt gibt man sagen wir mal 50 Aktien im Wert von 50 aus (also zum Nennwertpreis).
Jetzt hat man durch den Verkauf 450 plus 50 Rücklagen und immer noch 150 Grundkapital, weil das den Nennwert der Aktien auf dem Papier gedruckt wiederspiegelt.
Im Grund kann man also höchstens, was natürlich keiner aufgrund der Stimmrechte macht, 200 Einheiten Grundkapital haben, wenn man alle Aktien verkaufen sollte, was ja keinen Sinn macht, aber mal zur Demonstration. Der Agio ist einfach nen Geldmehrwert, der einem als Ausgabegewinn/Verkaufsgewinn zufließt und die Rücklagen erhöht,richtig?

Eine Investmentbank nimmt einem den Verkauf,durch das finden des richtigen Preises ( der den Unternehmenswert +Zukunftsgewinne wiederspiegelt), ab. Die Börse ist in diesem Sinne nur ein Handelsplattform, auf der die Anteilseigener noch mehr zusätzliches Mehrwert durch An- und Verkauf erwirtschaften können.
Wenn ich also alleine eine Aktiengesellschaft gründe, kann ist das Grundkapital, dass ich als einziger am Anfang aufbringe, auch in Anlagen pumpen während ich Aktien ausgebe, weil die Aktioäre über das Grundkapital quasi ihre Sicherheit bzw. Gegenwert in der Anlage haben (wenn man jetzt das alles sehr vereinfacht darstellt)?
mareike85
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Anmeldungsdatum: 15.01.2011
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2011 - 02:53:43    Titel:

Aktien kann man ja ausgeben ohne an die Börse zu gehen. Wer entscheidet, ob man mit dem Unternehmen an die Börse geht?
Ein Aktionär hat doch bei 5 Prozent Aktienanteil einen 5 prozentigen Anteil am Jahresgewinn? Die Ausschüttung der Dividende wird doch auf der Hauptversammlung beschlossen? Wenn man also 50 oder 75 (?) Prozent der Aktien besitzt und nicht an der Börse ist (so dass das keine negative Auswirkung auf den Aktienkurs hat), kann man dann durch die Mehrheit eine Dividendenausschüttung quasi lebenslang verhindern? (Vom theoretischen Gesichtspunkt aus, interessiert mich irgendwie)
berniebaerchen
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Anmeldungsdatum: 09.04.2007
Beiträge: 1860

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2011 - 15:53:10    Titel:

Zitat:
Im Grund kann man also höchstens, was natürlich keiner aufgrund der Stimmrechte macht, 200 Einheiten Grundkapital haben, wenn man alle Aktien verkaufen sollte, was ja keinen Sinn macht, aber mal zur Demonstration. Der Agio ist einfach nen Geldmehrwert, der einem als Ausgabegewinn/Verkaufsgewinn zufließt und die Rücklagen erhöht,richtig.


Nein, es ist wie gesagt, nicht alles falsch was du sagst;
aber hauptsächlich mit dem agio hast du offensichtlich einen
Gedankenfehler.

Das agio ist kein Mehrwert oder verkaussgewinn oder sonstwas;
das ist vereinfacht gesagt, eine rechentechnisch Größe,
um das Eigenkapital in Grundkapital und Rücklagen
aufzuteilen.

Lass das mit dem agio doch erst mal weg.
drohdeifl
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Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 2226

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2011 - 22:47:27    Titel:

mareike85 hat folgendes geschrieben:
Aktien kann man ja ausgeben ohne an die Börse zu gehen. Wer entscheidet, ob man mit dem Unternehmen an die Börse geht?
Ein Aktionär hat doch bei 5 Prozent Aktienanteil einen 5 prozentigen Anteil am Jahresgewinn? Die Ausschüttung der Dividende wird doch auf der Hauptversammlung beschlossen? Wenn man also 50 oder 75 (?) Prozent der Aktien besitzt und nicht an der Börse ist (so dass das keine negative Auswirkung auf den Aktienkurs hat), kann man dann durch die Mehrheit eine Dividendenausschüttung quasi lebenslang verhindern? (Vom theoretischen Gesichtspunkt aus, interessiert mich irgendwie)


Schätzelein, das geht alles irgendwie etwas wild durcheinander. Ein paar Punkte nur:

1. Ein Unternehmen legt zum Zeitpunkt X (i.d.R. gegen Ende des Jahres) fest, wie hoch die auszuschüttende Dividende (Ausschüttung i.d.R. im Frühjahr) sein soll (Vorschlag durch Vorstand, Absegnung bei Hauptversammlung). Macht ein Unternehmen nun €1 Mio. Gewinn und die Quote liegt bei 50%, werden €500 k ausgeschüttet. Jeder Aktionär erhält folglich €Y je Aktie.

2. Aus regulatorischer Sicht gibt es einige wichtige "Marken" re Akienbesitz (präziser Stimmanteile unter den Anwesenden der Hauptversammlung):

a. >=5%: Du kannst eine Hauptversammlung berufen.
b. >=25%: Du hast eine Sperrminorität, kannst also gewisse Beschlüsse blocken (vgl. [d]).
c. >=50%: Du kannst Gewinnverteilung (d.h. auch Dividendenhöhe) beeinflussen sowie die Wahl des Aufsichtsrates.
d. >=75%: Du kannst Gewinntransfervereinbarungen, delisting, usw. durchsetzen.
e. >=95%: Du kannst die verbleibenden 5% kaufen (squeeze out).


Interessant ist und äußerst relevant in der Praxis ist, dass Du nicht z.B. 50% der Aktien, sondern 50% bei der Hauptversammlung haben musst. Das ist gerade spannend für creeping-in-Geschichten, wo dann die Bieter mehr oder minder hoffen, dass ihr Pflichtangebot (3MVWA) bei Überschreiten der 30%-Hürde durch die Aktionäre abgelehnt wird - das aber eher am Rande.
am_dream
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Anmeldungsdatum: 11.01.2009
Beiträge: 1108

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2011 - 23:10:04    Titel:

Mareike, deinem Post nach bist du blond oder?
Wenn ja, und wenn sonst alles stimmig ist, kannst du mir ja dein fb per pm schicken. Bzgl. Aktien hat das glaube ich auch noch irgendwas mit den Illuminati zu tun.
drohdeifl
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Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 2226

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2011 - 23:13:47    Titel:

am_dream hat folgendes geschrieben:
Mareike, deinem Post nach bist du blond oder?
Wenn ja, und wenn sonst alles stimmig ist, kannst du mir ja dein fb per pm schicken. Bzgl. Aktien hat das glaube ich auch noch irgendwas mit den Illuminati zu tun.


Schick Du mir mal Dein FB per PN. Bin zwar nicht blond, aber mindestens genauso heiß.
berniebaerchen
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Anmeldungsdatum: 09.04.2007
Beiträge: 1860

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2011 - 10:59:57    Titel:

Hey jungs,
es ist nicht alles verkehrt, was sie sagt.
Das Problem ist nur, dass sie alles auf einmal wissen möchte;
dafür ist das Problem für einen Einsteiger zu komplex.

Missverständnsse sind auch vorprogrammiert , weil die gesetzlichen
Formulierungen teilweise ökonomischer Unsinn sind.
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