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Nähe von Erich Fried - Interpertation
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1991wolf
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Anmeldungsdatum: 19.03.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 19 März 2011 - 20:54:55    Titel: Nähe von Erich Fried - Interpertation

Hallo zusammen!
Ich bräuchte eine kleine Hilfe bei der Interpretation dieses Gedichtes:

Nähe
von Erich Fried

Wenn ich weit weg bin von Dir
und wenn ich die Augen zumache
und die Lippen öffne
dann spüre ich wie Du schmeckst
nicht nach Seife und antiseptischen Salben
nur nach Dir
und immer näher nach Dir
und immer süßer nach Dir
je länger ich an Dich denke
und manchmal nach uns
nach Dir und nach mir und nach Dir

Aber wenn ich bei Dir bin
wenn ich Dich küsse und trinke
und Dich einatme
und ausatme und wieder einatme
wenn ich mit offenen Augen
fast nichts von Dir sehe
ganz vergraben in Dich
in Deine Haut und in Deine
Haare und Decken
die duften nach Dir
dann denke ich an Dein Gesicht
weit oben
wie es jetzt leuchtet
oder sich schöne verzieht in rascherem Atem
und denke an Deine Worte
und an Dein Weinen zuletzt
im Fenster des Zuges

Wenn ich bei Dir bin
ist vieles voller Abschied
und wenn ich ohne Dich bin
voller Nähe und Wärme von Dir

In der ersten Strophe geht es ja im Grunde darum, dass das lyrisch Ich mit seiner Geliebten tief verbunden ist und sie schmecken kann, wenn er an sie denkt. Je stärker er an sie denkt, desto stärker schmeckt er sie und manchmal schmeckt er sie beide als Paar. Was das mit der Seife und den Salben soll weiss ich leider nicht... Vielleicht dass er ihren ganz natürlichen Duft schmeckt und nichts künstliches...

Die zweite Strophe bereitet mir grosse Schwierigkeiten. Das lyrische Ich schildert wie es ist wenn er seine Geliebte küsst und den Duft ihrer Haut, Haare und Decken riecht.
Das mit dem ein- und ausatmen zeigt, dass sie für ihn so wichtig ist wie der Sauerstoff den man zum Leben braucht.
"Wenn ich mit offenen Augen fast nichts von dir sehe": Da fällt mir nichts dazu ein. Ich wär über Tipps sehr erfreut Wink
Danach: Wenn er ihren Duft wahrnimmt denkt er an ihr Gesicht. Aber hier komm ich wirklich nicht mehr draus Sad
Wieso das Gesicht "weit oben ist und leuchtet" weiss ich nicht. Es fallen mir spontan Sterne dazu ein aber naja....
"oder sich schöne verzieht in rascherem Atem": Da müsste ich vielleicht die vorherigen Zeilen verstehen... so versteh ich es leider nicht...
"und denke an deine Worte, und dein Weinen zuletzt, im Fenster des Zuges": Hier könnte der traurige Abschied gemeint sein.

In der dritten Strophe geht es darum, dass er, wenn er bei ihr ist ständig an den kommenden Abschied denken muss. Wenn er aber nicht bei ihr ist, ist er voller Vorfreude glücklich da er sie bald wiedersieht.

Ausserdem ist noch zu erwähnen dass die Pronomen für die Geliebte immer gross geschrieben sind, was ihre Wichtigkeit verdeutlicht.

Nun bitte ich euch mir zu helfen an den Stellen die ich nicht verstanden habe und mich auf falsche Interpretationen, falls vorhanden, aufmerksam zu machen.

Vielen Dank
LG
ef90
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Anmeldungsdatum: 25.04.2009
Beiträge: 130
Wohnort: Sachsen-Anhalt

BeitragVerfasst am: 22 März 2011 - 14:03:16    Titel:

Ich finde deine Interpretation gut.

"Wenn ich mit offenen Augen fast nichts von dir sehe": bedeutet mMn, dass er ihr sehr nahe ist, und je näher man jemandem ist, desto weniger sieht man von ihm. Schwer zu beschreiben, ich hoffe du weißt was ich meine.

ganz vergraben in Dich
in Deine Haut und in Deine
Haare und Decken
die duften nach Dir
dann denke ich an Dein Gesicht
weit oben
wie es jetzt leuchtet:
Nun ja, beide sind sich sehr nahe, und in diesem Moment denkt er an ihr Gesicht. Leuchten hat hier die Bedeutung von glühen oder erröten.

Ansonsten würde ich dir bei deiner Interpretation zustimmen Smile
1991wolf
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Anmeldungsdatum: 19.03.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 22 März 2011 - 15:55:49    Titel:

Okay Danke für deine Hilfe! Wink
chyro
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Newbie


Anmeldungsdatum: 20.10.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 20 Okt 2011 - 21:34:07    Titel:

vielleicht fällt es dir leichter, den Text zu verstehen, wenn du weißt, dass es in dem Gedicht um Sex geht! "dann denke ich an dein Gesicht
weit oben " das lyrische ich befriedigt das DU oral Smile
Leoni
Senior Member
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Senior Member


Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1090
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2011 - 00:03:46    Titel:

Natürlich geht es in dem Gedicht um Sex und Nähe bei Fried ist körperliche Nähe.

Trotzdem hat die "Liebe" bei Fried für mich immer so einen rationalen Touch:

Zitat:
Nähe
von Erich Fried

Wenn ich weit weg bin von Dir
und wenn ich die Augen zumache
und die Lippen öffne
dann spüre ich wie Du schmeckst
nicht nach Seife und antiseptischen Salben
nur nach Dir
und immer näher nach Dir
und immer süßer nach Dir
je länger ich an Dich denke
und manchmal nach uns
nach Dir und nach mir und nach Dir

Aber wenn ich bei Dir bin
wenn ich Dich küsse und trinke
und Dich einatme
und ausatme und wieder einatme
wenn ich mit offenen Augen
fast nichts von Dir sehe
ganz vergraben in Dich
in Deine Haut und in Deine
Haare und Decken
die duften nach Dir
dann denke ich an Dein Gesicht
weit oben
wie es jetzt leuchtet
oder sich schön verzieht in rascherem Atem


Wenn er hier aufgehört hätte, wäre es eines der besten Gedichte geworden. Aber nein, er muss ja weitermachen. Wink
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