Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Vorsatz bejahen? HA Heidelberg groß
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Vorsatz bejahen? HA Heidelberg groß
 
Autor Nachricht
glamorous
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2007
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: 27 März 2011 - 19:05:20    Titel: Vorsatz bejahen? HA Heidelberg groß

Hi,

ich schreibe gerade eine Hausarbeit, bei der sich zwei Sätze widersprechen:

"...R sinkt erneut, diesmal lebensgefährlich verletzt, zu Boden. Bei einem Einsatz des Totschlägers hatten sowohl A als auch B und C mit einer lebensgefährlichen Verletzung des R ernstlich gerechnet und sich damit abgefunden. Den Tod des R hatten jedoch alle drei nicht für möglich gehalten."

also im Ergebnis stirbt R nicht, der Schlag erfolgt durch C. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier Vorsatz bejahen kann. Ich denke eher schon, wenn jemand mit lebensgefährlichen Verletzungen rechnet und sich damit abfindet ist das doch mind. dolus eventualis, oder man kann doch nicht mit LEBENSgefahr rechnen aber nicht mit dem Tod? Es heißt ja gerade Lebensgefahr? oder denke ich falsch?
JuraHD2010
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 29 März 2011 - 00:32:14    Titel:

wer den tod nicht für möglich hält, hat keinen tötungsvorsatz.

wer lebensgefährdende verletzungen billigt, hat selbst nach der strengsten meinung vorsatz für § 224 I Nr.5 (rspr lässt schon kenntnis der umstände, aus denen sich die lebensgefährlichkeit ergibt, ausreichen)

ihr schreibt bei dannecker oder? er ist zB einer von denen, die bei § 224 I Nr.5 nicht der rspr folgen, sondern "echten" vorsatz bzgl. der lebensgefährden umstände fordern. daher passt die formulierung im sachverhalt ganz gut.
FlyingCircus
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 05.08.2009
Beiträge: 469

BeitragVerfasst am: 29 März 2011 - 01:13:42    Titel:

Bloß keinen Tötungsvorsatz bei einer solchen Formulierung annehmen! Deine Überlegungen sind zwar richtig, aber der Sachverhalt besagt eindeutig etwas Anderes.
Im Übrigen, wieso stelltst du deine Frage nicht deinen Mitstreitern? http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/277589,0.html
glamorous
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2007
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: 29 März 2011 - 17:26:02    Titel:

Hey,

danke für die Antworten!! Ich habe nach der Straf Gro0 Gruppe gesucht irgendwie nicht gefunden:)

@ JuraHD2010: ja, ich schreibe bei Dannecker. also reicht hier der vorsatz nicht aus, oder? was ist die Begründung? soll ich dann versuchten totschlag überhaupt prüfen oder kann ich das weglassen, ich hab sowieso Platzprobleme? oder soll ich das prüfen und schon beim Vorsatz rausfliegen, scheint eher logisch.

@FlyingCircus: ok, danke. ich hab bisher wirklich dolus eventualis angenommen, weil ein erwachsener Mensch davon ausgehen könnte, dass er stirbt. wie begründest du das überhaupt? da ich andders denke kann ich meinen blickwinkel irgendwie nicht ändern, ich war echt für vorsatz.

Danke euch Smile
FlyingCircus
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 05.08.2009
Beiträge: 469

BeitragVerfasst am: 29 März 2011 - 23:43:58    Titel:

Lass den versuchten Totschlag weg. Du kannst den Beteiligten nicht mehr im Vorsatz zugeben als im Sachverhalt steht. Sie hatten nun einmal lediglich lebensgefährliche Verletzungen in Kauf genommen. Den Tod des R wollte keiner. Man muss dabei nichts wirklich begründen. Bei einer so eindeutigen Formulierung könnte dir der Korrektor eine Prüfung des versuchten Totschlages negativ anrechnen!
glamorous
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2007
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: 30 März 2011 - 11:47:22    Titel:

ok dankeschön Smile
meint JuraHD2010 eigentlich dass Dannecker den Vorsatz hier nicht einmal für 224 I Nr.5 ausreichen lässt oder doch?
glamorous
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2007
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: 31 März 2011 - 20:06:02    Titel:

achja und noch eine kurze Frage: im Joecks steht aber, dass wenn der Täter sich der Herbeiführung einer konkreten Lebensgefahr bewusst ist, dass man dann auch einen bedingten Tötungsvorsatz annehmen kann. und das sieht hier eigentlich doch so aus, oder ist da gar kein Vorsatz gegeben wenn sie nicht mit dem Tod gerechne thaben? danke Smile
FlyingCircus
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 05.08.2009
Beiträge: 469

BeitragVerfasst am: 31 März 2011 - 23:19:15    Titel:

Da hier im Sachverhalt andere Angaben gemacht sind, kann man nicht von einem Tötungsvorsatz ausgehen. Den Tod des R wollte niemand.

Das "Problem" bei §224 I Nr. 5 ist folgendes: Der BGH geht davon aus, dass bereits die Kenntnis über Umstände, die die Lebensgefährlichkeit begründen, ausreicht, um den subj. TB zu bejahen. Dannecker will in Übereinstimmung mit der hL normalen Vorsatz haben, dh min. dolus eventualis. Das ist hier mit der Formulierung im Sachverhalt ohne Zweifel gegeben.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Vorsatz bejahen? HA Heidelberg groß
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum