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Explosion, trotzdem Brandstiftung?
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Flauschi
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Anmeldungsdatum: 30.06.2008
Beiträge: 505

BeitragVerfasst am: 01 Mai 2011 - 23:04:09    Titel:

@Dornbusch
ja, schon klar, eine Kerze brennt auch nicht, sondern nur der Docht Wink

im sachverhalt steht:
"Die Flamme des Feuerzeugs entzündet das in dem Raum befindliche Luft-Gas-Gemisch; die hierdurch verursachte Explosion bringt das gesamte Haus zum Einsturz."
für nen brand ist aber erforderlich, dass teile des hauses brennen. da brennt aber nix, also auch keine §§ 306ff

ich zitiere aus tröndle/fischer:
"Tathandlung ist das Herbeiführen einer Explosion, dh im Sinne der Vorschrift die plötzliche Ausdehnung von Durckwellen außergewöhnlicher Beschleunigung, namentlich durch Sprengstoff, dh einen Stoff, der bei entzündung zu einer plötzlichen ausdehnung von flüssigkeiten oder gasen und dadurch zu einer sprengwirkung führt. darunter fallen neben explosionen durch sprengstoff auch solche durch beliebige andere mittel, die geeignet sind, die wirkung einer explosion herbeizuführen, etwa unkonventionelle spreng- und brandvorrichtungen, (...) Gasgemische sowie Wasserdampf. "kleinexplosionen" durch haushaltsgeräte (gasöfen, druckkochtopf), sind aufgrund von sozialadäquanz schon vom TB auszuschließen".

mein beispiel mit der wasserflasche war etwas blöd gewählt, das fällt wohl doch eher unter kleinexplosion. außerdem braucht man ja noch ne gefährdung von leib und leben, und die ist bei ner sektflasche wohl eher nicht gegeben (sieht man mal von dem sektkorken ab, der ins auge gehen kann)

@Ronnan
ja, das habe ich auch gelesen, mir erschließt sich die problematik nur nicht so ganz. das argument ist ja der wortlaut, der angeblich ein bloßes ausnutzen einer anderweitig entstandenen gemeingefährlichen lage ausschließt; was ich aber absolut nicht nachvollziehen kann, ich finde der wortlaut sagt nur 1. gemein und 2. gefahr, und ob man jetzt eine die schon da ist ausnutzt oder eine erst schafft ist doch egal.
muss mich da wohl noch n bisi intensiver mit auseinandersetzen.


eine frage hätt ich noch, es handelt sich um eine "in einem großen, von vielen Familien bewohnten Mehrfamilienhaus befindlichen Wohnung,"
weiter wird nix gesagt, nur dass 1 bewohner getötet wird.
ist es fernliegend, wenn ich versuchten totschlag/mord bezüglich möglicher anderer dort wohnenden menschen prüfe? mit dolus eventualis ginge das ja
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 01 Mai 2011 - 23:59:34    Titel:

man stellt da glaube ich mehr auf mit ... mitteln ab
das würde aktive verwendung erfordern

erwägenswert in dem zussamenhang ist aber folgendes:
gemeingefährlichkeit bedeutet gefährdung einer vielzahl von personen
wenn das durch unterlassen verwirklicht werden soll müsste der täter zur zurechnung dieser gefahr auch eine garantenstellung bezüglich all dieser potentiell gefährdeten personen haben

vorliegend wäre das wegen ingerenz allerdings wohl der fall

bezüglich dem versuch kommt es auf den sv an, ob das zu prüfen ist oder eher fernliegend
Flauschi
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Anmeldungsdatum: 30.06.2008
Beiträge: 505

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2011 - 22:41:53    Titel:

ja, ne "unbestimmte anzahl von personen" laut bgh. ich hab irgendwie im hinterkopf dass es mehr als 10 sein müssen, aber in büchern findet man immer nur diese phrase, keine zahlenmäßige eingrenzung. ich habs bejaht weil es sich um ein großes haus, was von mehreren familien bewohnt wird, handelt.

garantenstellung aus ingerenz, weil er ja den gashahn vorher geöffnet hat, das war kein problem.

trotzdem danke fürs mitdenken.
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