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Jetzt vielleicht zwei 400€ Jobs was soll ich machen?
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Foren-Übersicht -> Studium allgemein -> Jetzt vielleicht zwei 400€ Jobs was soll ich machen?
 
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Benz@ever
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Anmeldungsdatum: 22.05.2006
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BeitragVerfasst am: 05 Mai 2011 - 19:05:57    Titel: Jetzt vielleicht zwei 400€ Jobs was soll ich machen?

Neben meinem Studium arbeite ich bereits bei einem Unternehmen als 400€ Kraft, jetzt möchte ich gerne noch wo anders arbeiten, weil es mir halt dort mehr Spaß macht aber der Job ist nicht so sicher, sprich ich möchte beide erhalten aber bei dem anderen Unternehmen nur sehr wenige Stunden machen?

Was mache ich am besten? Welchen sollte man auf Lohnsteuerkarte anmelden? Was für kosten kommen dazu Lohnsteuer, Krankenversicherung??

Weiß dort jemand bescheit?
idila
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Anmeldungsdatum: 13.04.2011
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 06 Mai 2011 - 12:05:12    Titel:

Wenn du mehr als 400 Euro verdienst, kann sich vieles für dich ändern, vor allem musst du dann evtl. Lohnsteuer bezahlen und Steuerkarte haben.

guck: http://www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/jobben.php?seite=3#II2a
vor allem bei Mitte der Seite: b) Einkommensermittlung bei mehreren Jobs
da ist ein Beispiel angführt, dass deiner Situation entspricht!!!
Guck auch hier: Jobben während des Studiums

Denk an Folgendes, alles ohne Gewähr:

Arbeitszeit: wenn du mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitest oder über 26 Wochen im Jahr (182 Kalendertage) mehr als 20 Stunden arbeitest, bist du kein Student mehr, sondern giltst als Arbeitnehmer und mußt die vollen Beträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen
Ausnahmen: Arbeiten in den Semesterferien, zu Abend- oder Nachtstunden und Wochenenden, also Arbeiten, die deine 20 Std. Vorlesungszeit pro Woche im Semester nicht beeinträchtigen, aber was die Uni nicht weiß, macht sie nicht heiß.

Verdienst: du kannst soviel verdienen wie du willst, solange die obige Arbeitszeit eingehalten wird, aber:
- bis 893 € Monatslohn steuerfrei (Steuerklasse I), drüber mußt du volle Lohnsteuer zahlen
- bis 10.725 € Jahreslohn steuerfrei (Steuerklasse I), einbehaltene Lohnsteuer wird durch Lohnsteuerjahresausgleich später zurückerstattet
- über 8.004 Euro (seit 2010) pro Jahr (es zählt auch schon 1 Cent mehr), egal ob an einem Tag oder vielen Monaten verdient, gibts kein Kindergeld mehr, guck
Eltern müssen dann 2.208 bis 2.580 Euro Kindergeld zurückzahlen!
Achtung: es kann dabei allerdings noch eine Werbungskostenpauschale bis 1000 Euro pro Jahr (seit 2011) vom Einkommen abgezogen werden!!!

Bafög: Einkommen bis 400 Euro monatlich möglich, 4.800 Euro jährlich, wenn mehr, dann wird es vom Bafög abgezogen, guck
BAföG der Studenten zählt zu 50% als Einkommen
Stipendien haben einen 300 Euro Freibetrag

Familienversicherung: über Eltern oder Ehepartner, Einkommen bis 400 Euro pro Monat möglich, danach wird Selbstversicherung nötig

Sozialversicherung: versicherungsfrei bist du als Student nur bei 1 Minijob, wenn mehr verdient wird, wirst du rentenversicherungspflichtig, guck

Die "Freibeträge" können sich erhöhen, wenn du verheiratet bist, eine eingetragenen Lebenspartnerschaft hast oder Kinder oder sozialtätig bist, die Rechnungen können sehr kompliziert werden, tust daher am Besten alles nochmal bei deinem Finanzamt genau erfragen, vor allem weil ich nicht immer weis, ob es um Netto oder Bruttobeträge geht.
Benz@ever
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Anmeldungsdatum: 22.05.2006
Beiträge: 237
Wohnort: Bielefeld

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2011 - 18:27:10    Titel:

würde das denn ein Arbeitgeber machen, das ich bei Ihm jetzt auf Lohnsteuerkarte arbeite? Ich bin dort ja bisher als 400€ Kraft eingestellt und müsste dort jetzt eine Lohnsteuerkarte (Klasse 1) abgeben.

Kommen zusätzliche kosten auf meinen Chef zu? Lohnt es sich für Ihn überhaupt sowas zu tuen (evtl. zu hohe kosten?)

Eigentlich muss er doch nur einen Anteil zur Rentenversicherung zahlen oder? Denn ich muss mich ja selbst Krankenversichern und Pflegeversichern wenn ich über 400€ bin sprich da dürfte mein Chef ja nichts zu zahlen, zudem muss ich doch bei so einem geringen Einkommen keine Lohnsteuer zahlen oder?

D.h. mir bzw. meinen Chef wird doch nur ein Anteil zur Arbeitslosenversicherung angerechnet?

Weiß ja jemand bescheit?

Edit: Ich habe mir das Beispiel mal durchgelesen und ich habe das jetzt so verstanden, dass man eine Studentische Aushilfetätigkeit nachgehen kann und zusätzlich einen Minijob?? Und man muss nur bei der Studentischen Aushilfetätigkeit Rentenversicherung zahlen?

Muss ich mich denn trotzdem selber Krankenversichern?
idila
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Anmeldungsdatum: 13.04.2011
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2011 - 12:23:22    Titel:

400 Euro Minijobber
zahlt keine Einkommensteuer und
ist nicht kranken-, pflege-, arbeitslosen- und rentenversichert

bekommt also - wenn nicht anders im Vertrag geschrieben -
brutto für netto.


Abgabefreiheit gilt nicht für den Arbeitgeber
er meldet den Minijobber nämlich bei der Bundesknappschaft-Minijob-Zentrale an und zahlt folgende Abgaben:
- 2% Pauschalsteuer (enthält Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer auch wenn man keiner Kirche angehört)
- 15% Rentenversicherung (die Ansprüche daraus sind winzig, ca. 25 Cent pro Arbeitsmonat)
- 13% Krankenversicherung (die entfällt bei bestehender Privatkrankenkasse)
- 0,74% Umlagen (für Krankheitsfortzahlung etc.)
insgesamt also bis 30,74% vom Verdienst
Ausnahme: kurzfristige Minijobs, da fallen für den AG nur die Umlagen an.


3 mögliche Lohnsteuer-Abrechnungen gibt es bei Minijobs:
- 2% Pauschalsteuer
- mit Lohnsteuerkarte
- Pauschalsteuer 20 %
lies hier: Lohnsteuer bei 400-Euro-Jobs

---

Nur bei geringfügiger Beschäftigung gilt f. Studenten Sozialversicherungsfreiheit, also keine Beiträge f. Rente, Arbeitslosen, Kranken, PflegeVers. fällig,
bei über 400 € wirst du rentenversicherungspflichtig und selbst krankenversicherungspflichtig,
Ausnahme: Werkstudent, die sind länger versicherungsfrei und günstiger (9.75% Abgaben), kann dein Minijob als sowas gelten?

Ab jährlich 4.800 € (Bafög und Ferienjob zählen nicht dazu) oder 25 Jahre endet die gratis Familienversicherung der gstzl. Krankenkasse,
du mußt dich dann selbst krankenversichern, Studententarif (ca. 76,41 €) solange du ordentlicher Student bist, also das Arbeitslimit einhältst,
der gesetzlichen Krankenkasse mußt du grundsätzlich alle Einkünfte melden, egal aus welcher Tätigkeit,
bei Bedarf kannst du auch wieder in die Familienversicherung zurück.

Beitragspflicht wird "je nachdem" berechnet, guck hier die Fallbeispiele: Minijob und noch ein Job, lies besser mal alles dort
lies nochmal das Fallbeispiel an der Uni, und ganz genau die Tabelle drunter, vielleicht verstehst du es nun richtig.

Ich habe das alles so vestanden:
bei dir als Student mit 2 Minijobs und 800 €
- liegt keine geringfügige sozialversicherungsfreie Beschäftigung mehr vor, da zur Beurteilung die 2 Verdienste addiert werden
- mußt du den AG und der Krankenkasse Bescheid sagen
- mußt du dich nun studentisch selbst krankenversichern
- eventuelle Lohnsteuer bekommst du wieder zurückerstattet
- du zahlst nun ebenfalls Anteile der Sozialversicherungsbeiträge
- AG zahlt Beiträge nicht mehr an Minijob Zentrale, sondern an Krankenkasse und Finanzamt
- um die Beiträge richtig berechnen zu können, benötigt der Arbeitgeber die Abrechnungsdaten des jeweils anderen (wohl deine Pflicht, diese mitzuteilen)
- AG muss dir am Jahresende Bescheinigung über den Verdienst zur Anrechnung in der Rentenversicherung aushändigen
- für den AG verringern sich die Kosten von 1 Minijob 30,74% auf 21% je Job
- mußt du Lohnsteuerkarten abgeben, jeweils Steuerklasse 1 und Steuerklasse 6

Keine Ahnung ob
der Minijob, der zeitlich als erstes begonnen wurde, als geringfügiges Beschäftigungsverhältnis so bestehen bleibt, wie bisher und der Job, der zeitlich danach begonnen wird, sozialversicherungspflichtiger Hauptjob mit Lohnsteuerkarte und SV-Anteilen für AN und AG wird
oder
beide Minijobs sozialversicherungspflichtig und gemäß der Gleitzone (21% bei 800 € Summe) abgerechnet werden - für dich wohl sowieso nur rentenversicherungspflichtig - und jeweils die Steuerkarte Klasse 1-5 (1-4 sind steuerfrei) und Steuerkarte Klasse 6 abgegeben werden.

Mehraufwand für AG? kostenmäßig fährt AG günstiger mit 2 Minijobs, da du nun ebenfalls anteilig die Sozialversicherungsbeiträge trägst,
falls dein AG schon Festangestellte hat, dürfte es kein Problem sein, den Minijob nun "normal" abzurechnen,
da Buchhaltung bereits programmiert ist, lediglich ein AG von nur Minijobblern könnten da einen Mehraufwand sehen.

Achte drauf, dass dein Minijob immer in einem vollen Monat beginnt und endet, und nicht noch einige Tage von einem Monat berührt, da greift dann nämlich die Tagesabrechnung und es wird auf *28 Tage hochgerechnet, so dass durch das fiktive Monatsbrutto plötzlich Steuerpflicht besteht und auch Steuern abgezogen werden (auch wenn du diese dann durch die Lohnsteuerrückerstattung wiederbekommen kannst).

Rentenanwartschaftszeit bist du schon mehr als 8 Jahre seit deinem 17. Lebensjahr in Ausbildung?
Da lohnt vielleicht, die 4,9% zu den 15% des AG zum vollen Beitrag von 19,9% in die Rentenkasse selber einzuzahlen (9,60 € bei 400 Job),
damit erwirbst du volle Rentenansprüche, samt Rente wegen Erwerbsminderung, was bei 15% nicht der Fall ist;
sowas kostet den AG nichts, er zieht die 4,9% Aufstockung vom Gehalt ab und überweist den Betrag gemeinsam mit dem AGanteil an die Minijob-Zentrale.

So hab ich das jedenfalls alles verstanden, hoffe, das oben stimmt alles.


Zuletzt bearbeitet von idila am 12 Mai 2011 - 08:47:38, insgesamt einmal bearbeitet
RumsDiBumssss
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Anmeldungsdatum: 06.05.2010
Beiträge: 378

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2011 - 22:24:39    Titel:

Arbeite doch eifnach schwarz Twisted Evil
idila
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Anmeldungsdatum: 13.04.2011
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2011 - 10:13:12    Titel:

... oder mach 'nen Bombenjob in den Semesterferien. Razz
Studentenjobber
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Anmeldungsdatum: 28.02.2019
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 20 März 2019 - 12:17:11    Titel: Nicht über die 450€ Grenze kommen oder als Werkstudent

Also, auch wenn es für den Fragesteller keine Relevanz mehr hat, so ist es doch für andere Minjobber interessant:

1.) Als Werkstudent gelten andere Regeln als für Minijobs - hier kann man mehr verdienen!
2.) Als Minijobber (egal ob Student oder nicht) gilt eine monatliche Grenze von 1450€ und eine jährliche Obergrenze von 5400€. Man darf 2 Mal im Jahr auch schon mal die Grenze von 450€ überschreiten, solange es im Abrechnungsjahr eben nicht über 450€ geht.

Wenn man also 2 Minijobs ausüben will und keine Abzüge haben möchte, dann:
Stunden aufsplitten auf beide Minijobs - mit den jeweiligen Arbeitgebern reden und einen Kompromiss finden.

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