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Kunstpräsentation George Grosz
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humpelstilzchen
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Anmeldungsdatum: 15.05.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 15 Mai 2011 - 11:50:37    Titel: Kunstpräsentation George Grosz

Guten Morgen,

nach langem überlegen habe ich mich schließlich für das Bild "Metropolis" von George Grosz für meine Kunstpräsentation entschieden.
An sich finde ich das Bild hochspannend, was auch sicherlich ein Grund meiner Wahl ist.
Ich hab mich mittlerweile auch schon durch Unibibliotheken gesucht und und einiges zu George Grosz und seinem Werk gefunden.
Allerdings komm ich noch nicht so ganz mit seinem Werk klar.
Herausgefunden habe ich unter anderem, dass George aus Hass zeichnet. Das Bild entstand um 1916/17, also gerade zur Zeit des ersten Weltkrieges. Grosz meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger, nicht aus Patriotismus, sondern nur um schlimmeres zu vermeiden, nämlich den Fronteinsatz. 1915 wurde er allerdings als dienstuntauglich entlassen. Grosz verachtet die "Masse".
Er spricht auch hin und wieder von Himmel und Hölle. Auf dem Bild finde ich ist die "Hölle" erkennbar durch die im Vordergrund vorhandenen Figuren, die kreuz und quer angeordnet sind. Einige laufen mit Waffen in der Hand aus dem Bild "hinaus" und tragen sozusagen die Katastrophe in die Welt hinauszutragen, wo sie dann auch tatsächlich stattfand.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, was denn dann der Mittel bzw. Hintergrund mit dem Hotel darstellen soll und den Menschen die hin und herrennen. Die rastlose Gesellschaft? Die nichts mitkrieg von all dem übel?
Dort wo die Laterne ist, welche das Bild teilt (aus welchem Grund? links erscheint mir dunkler als rechts), links unten sieht es so aus, als würde eine Person aus dem Mittelgrund in den Vordergrund gezogen werden. Oder die Person aus dem Vordergrund frisst diese Person auf. Heißt das, dass die Gesellschaft einfach mitgerissen wird und keiner dem Tod entkommen wird? Außerdem hat die Figur, die die andere Firgur halbwegs im Mund hat ein leichentuch oder ähnliches in der Hand.
Über die gesellschaftskritische Aussage bin ich mir auch noch nicht sicher...

Zu guter letzt kommt hinzu, dass ich mir gerade total unsicher bin, ob ich das Bild dem Expressionismus zuordnen kann. Einerseits hat es einige expressionistische Merkmale und andererseits auch einige Futuristische. Wenn letzteres der Fall sein sollte, muss ich mich wohl doch wieder umentscheiden. Sad

Das wars erstmal.
Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen.

Liebe Grüße
Humpelstilzchen
idila
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Anmeldungsdatum: 13.04.2011
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2011 - 09:51:45    Titel:

Die Avantgarden um 1900 haben mehrere neue künstlerische Gruppierungen hervorgebracht. Einerseits grenzen sie sich stark voneinander ab, andererseits haben sie vieles gemeinsam in ihrem Bruch mit der Tradition. Die 3 wichtigsten avantgardistischen Strömungen um 1900 sind: der italienische Futurismus, der überwiegend deutsche Expressionismus, der in der Schweiz entstandene Dadaismus.

Grosz wird der Dada-Szene zugeordnet: http://de.wikipedia.org/wiki/George_Grosz
Der Expressionismus bricht mit den Traditionen und malt nicht, was das Auge sieht (dreidimensional mit Schatten), sondern geistige Wahrheiten und Tabus. Der Dadaismus bricht nicht nur mit den Traditionen, sondern auch noch mit dem Expressionismus als Kunst, überhaupt bricht er mit allem: Kunst ist hier Protest, sie soll aufschrecken und alles Herkömmliche ironisieren (ins Lächerliche ziehen). Grosz lehnt die abstrakte Kunst (ohne Bezug zum Gegenstand) und den Expressionismus (Freiheit in Form und Farbe) ab. Seine Malerei ist aber vom Expressionismus und dem Futurismus beeinflußt und wird auch dem Expressionismus zugeordnet, da Dada nur eine kurze Stilrichtung von wenigen Jahren war und dadurch dem Überbegriff Expressionismus zugeordnet wird.

Grosz hat aber verschiedene Phasen durchgemacht, gegen Ende malte er Stilleben. Du mußt also seine "Metropolis" (1917) eng mit seiner Biographie betrachten, was du ja tust, damals war er politisch sehr angagiert und gegen den Kriegwahn.

Grosz lebte in Berlin, die Hauptstadt, hier nahm Dada seine extremste Form an. Grosz hatte eine Haßliebe zu der Stadt. Er bewunderte die neuen Techniken (Strom, Autos, Maschinen), die Massen und Geräusche. Aber erkannte auch das Chaos und die Hektik dieser neuen Epoche, die Grausamkeit und die tägliche Armut in der Großstadt. Mit "Metropolis" stellt er dies mit Härte da: vor dem Hintergrund der großen Hotels, eleganten Geschäfte und Cafes spielt sich der Kampf der Bewohner ab, egal aus welchem Quatier sie kommen, alle und jeder kämpft ums Überleben. Hier bildet die Masse keine Einheit, keine Gemeinschaft, jeder rennt für sich. Heuchelei, Gier und Egoismus bestimmen das Gestz des Großstadtdschungels. Im Bild werden diese dunklen Kräfte und das irrationale Chaos und der Zerfall der bürgerlichen Zivilisation dargestellt. Es ist eine bildliche Kritik an den grottesken, dramatischen, tragischen Kontrasten der modernen Gesellschaft des 1900, denn hinter der glitzernden Fassade der Modernisierung (große Hotels mit Lichtern) verbirgen sich die heftigen Widersprüche, die die Großstadt verursacht.


Falls du einen kurzen Überblick über die moderne Kunst brauchst, hier: http://www.kunst-zeiten.de/Kunststile_der_Moderne
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