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Ausbildung durchziehen oder nicht?
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Zwatzel
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Anmeldungsdatum: 29.06.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 29 Jun 2011 - 21:22:56    Titel: Ausbildung durchziehen oder nicht?

Ich bin zurzeit echt verzweifelt, weil ich nicht weis was ich tun soll, und so viel davon abhängt. Diese Gedanken daran bestimmen derzeit mein Leben, und ich bekomme schon Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen davon, und es hemmt mich zu leben.
Ich bin 23 Jahre alt, und habe im September 2010 eine Ausbildung als Bürokaufmann in der Sport- und Fitnessbranche begonnen. Dies ist meine erste Ausbildung, davor habe ich das Wirtschaftsgymnasium ungeplant mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife abgeschlossen, und dann 9 Monate Zivildienst geleistet.
Ich bin also noch im 1. Lehrjahr, in meinem Betrieb, welcher ein kleines familienbetriebenes Fitnessstudio ist. Der Beruf den ich erlernen möchte macht mir schon Spaß und liegt mir auch, doch sind die betrieblichen Umstände alles andere als zufrieden stellend, das der erfolgreiche Abschluss meiner Ausbildung in diesem Betrieb stark gefährdet ist und das Arbeitsklima ziemlich schlecht ist.
Zudem habe ich keinen geeigneten Arbeitsplatz – weshalb ich zum Ergebnis komme das dieser Betrieb eigentlich gar keine Bürokaufleute ausbilden dürfte - ein geeigneter Arbeitsplatz wurde mir zugesichert, doch stattdessen sitze ich in einem zum Büro umfunktionierten Wohnwagen, in dem es ziemlich eng ist, im Winter oft ziemlich kalt war, jetzt bei der Hitze ziemlich heiß, und keine geeigneten Büromöbel zu finden sind, und diese Rücken- und Nackenschmerzen hervorrufen Dann gibt es in diesem Betrieb keine Pausenräume und mein Eindruck ist, da ich der erste und einzigste Bürokaufmann bin, habe ich das Gefühl das mehr Wert auf die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gelegt wird, hat mir mein Chef auch schon gesagt dass das Bürogeschäft nur das notwendige Übel sei, und davon weitere Bürokaufleute einzustellen, ist der Betrieb abgerückt.
Es gibt keine Frühstückspausen, es wird kontrolliert wann und wie lange ich aufs Klo gehe, z.B. darf ich 30 Min vor und nach der Mittagspause nicht mehr aufs Klo gehen, und ich werde immer schief angeschaut wenn ich nicht erreichbar bin, wenn ich aufm Klo bin.
Mein Chef und meine Chefin (es handelt sich um ein karrieregeiles, größenwahnsinniges Ehepaar), lassen mich immer ganz alleine, fahren oft unangekündigt weg, zeigen mir kaum etwas und sind immer kurz angebunden und geben mir Aufgaben die meine Kompetenzbereich übersteigen und gar nicht einem Azubi gegeben werden dürfen, oft muss ich auch private Dinge für meine Chefs machen. Ebenso habe ich kaum einen Ansprechpartner, da es ja auch keine älteren Bürokaufleute gibt. Es gibt trotz kleinem Betrieb kaum Kontakt zu Kollegen, der auch nicht gefördert wird, da mein „Büro“ ziemlich abgeschieden vom Rest ist, und wenn ich mal Kontakt aufnehmen möchte geben mir die Chefs nonverbal zu verstehen nicht erwünscht zu sein. Oft habe ich keine Arbeit und sitze nur rum, muss um Arbeit betteln. In letzter Zeit haben 3 Auszubildende ihre Ausbildung vorzeitig beendet, so dass der ursprüngliche 10-Mann Betrieb zu einem 3-Mann Betrieb + 2 Chefs geschrumpft ist und viele Bewerber sagen nach der Ansicht des Betriebes und eines Vorstellungsgespräches von sich aus ab, so dass ich Angst habe der Betrieb könnte im Laufe meiner Ausbildung ganz schließen und ich stehe dann mit leeren Händen da.
Zu diesen oben geschilderten Punkten kommt jetzt noch hinzu das ich offenbar von meinen Chefs gemobbt werde, sei es um mich weg zu ekeln, da mein Chef mir schon mal gesagt hat, das sie nicht kündigen wollen, bei jedem Azubi. Meine Chefs werfen mir dann vor, den falschen Betrieb gewählt zu haben, wenn noch mehr Fehler passieren sei ich fürs Unternehmen nicht mehr tragbar. Meine Erziehung und damit meine Eltern werden kritisiert und angezweifelt. Ich solle zum Gastrologen gehen, da ich stinken würde und im Wohnwagen (Büro) immer schlechte Luft, wenn ich da bin.
Auch wird nur darauf gewartet dass ich Fehler mache, damit man mich wieder maßregeln kann. Für gute Leistungen werde ich gar nicht gelobt, sondern da wird nix zu gesagt, als sei alles selbstverständlich.
Alles in allem habe ich das Gefühl ausgenutzt zu werden, nichts zu lernen, sondern das ich als billige Vollzeitarbeitskraft eingesetzt werde unter dem Deckmantel Ausbildung da alles perfekt sein muss, lieber gestern als heute die Arbeit erledigt sein sollte, also Zack Zack.
Ehrlich gesagt belastet mich diese Situation sehr, und wenn mein Vater nicht wäre hätte ich schon längst gekündigt, da ich Angst habe das er mich sonst raus schmeißt und ich habe halt niemanden außer meine Eltern, und weis nicht wohin. Und reden kann man über solche Dinge mit meinem autoritären Vater auch nicht, denn für ihn gibt es nur einen Weg der funktionieren muss, einen Plan B gibt es nicht, und ein Abweichen von diesem einem Weg ist eine mittelschwere Katastrophe. Die Situation zu Hause ist sowieso nicht ganz einfach, da sich meine Eltern andauernd streiten, und ich dies alles auch hautnah miterlebe.

Was soll ich machen? Kündigen? Einen anonymen Hinweis der IHK geben? Durchziehen?

Ich brauche dringend Hilfe, nicht das ich noch einen psychischen Schaden bekomme, oder eine Depression!
Ingo30
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2095

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2011 - 13:27:58    Titel:

Hi,

schon ziemlich kasse Zustände bei Euch, auch wenn man hier schon vieles gelesen hat.

Was auffällt:
- wenn wirklich nicht richtig ausgebildet wird, solltest Du dich wirklich an die IHK wenden
- es wird offensichtlich gegen arbeitschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen (ein Wohnwagen ist sicherlich kein adequates Büro für dauernenden Aufenthalt, incl. fehlender geeigneter Möbel). Meldung an die Berufsgenossenschaft.

Dazu kommt aber: Du bist 23 Jahre alt und musst anfangen Dein Leben auf eigene Füße zu stellen. Du hast den Betrieb selber angeschaut und dort einen Vertrag unterschrieben. Natürlich bietet sich für Azubis oft nicht der tiefe Einblick, trotzdem hast Du ja auch eine Probezeit gehabt bzw. schon etwas von anderen Azubis erfahren.

Du bist alt genug und musst Dein Leben selber bestimmen. Als Alternative könntest Du versuchen über die Kammer einen anderen Ausbildungsbetrieb zu finden und den Wechsel aus der laufenden Ausbildung zu machen. Dein Vater ist Dir übrigens bis zum Abschluss der ersten Ausbildung zum Unterhalt verpflichtet - und ein Wechsel der Ausbildung ist von den Eltern in der Regel hinzunehmen.

Ansonsten musst Du es einfach auch als Fehlentscheidung hinnehmen. Schau Dir mal die Maßen von Studenten an, die sich für den falschen Studiengang entscheiden und dann auch wechseln. Das ist normal.
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