Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Rettung Griechenlands: Finnland will keine Geschenke machen
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Rettung Griechenlands: Finnland will keine Geschenke machen
 
Autor Nachricht
veteran
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.07.2005
Beiträge: 709
Wohnort: Eurabia, Almanistan

BeitragVerfasst am: 18 Aug 2011 - 14:54:23    Titel: Rettung Griechenlands: Finnland will keine Geschenke machen

18.08.2011

Sicherheiten für Finnland

Brüssel - Finnland wird im Gegenzug für Kredite an Griechenland Sicherheiten aus Athen erhalten. Um die Beteiligung aller mit der besten Kreditnote AAA bewerteten Euro-Länder am zweiten Rettungspaket sicherzustellen, hat sich Griechenland auf dieses ungewöhnliche Geschäft eingelassen. Zuvor hatte die finnische Regierung gedroht, sich wegen des politischen Drucks europaskeptischer Kräfte im Parlament nicht an dem Rettungspaket zu beteiligen. Nach dreiwöchigen Verhandlungen sagte die griechische Regierung Helsinki jetzt Sicherheiten für den finnischen Anteil am europäischen Rettungsschirm (EFSF) von insgesamt 109 Milliarden Euro zu.

Dabei handelt es sich aber nicht um sachliche Sicherheiten, sondern um 'Bargeld', wie die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen mitteilte. In Brüssel führte das zu einigem Erstaunen. Um welche Summe es sich handelt, ist zwar noch nicht bekannt. Aber sie soll in etwa der Höhe des finnischen Anteils entsprechen. Läge der etwa bei einer Milliarde Euro, so müsste Athen ungefähr eine Milliarde Euro an Helsinki zahlen. Faktisch muss Griechenland also das Geld aus Finnland als Sicherheit gleich wieder an Finnland weiterreichen.

Das griechische Geld soll dann dem Vernehmen nach vollständig in die Verfügungsgewalt Finnlands übergehen, das es im Gegenzug treuhänderisch in langfristigen Anleihen von 15 beziehungsweise 30 Jahren anlegt. Sollte Griechenland die Kredite des EFSF zuverlässig bedienen und in der vorgesehenen Zeit tilgen, dann bekommt es seine Sicherheiten von Helsinki zurück. Anderenfalls wollen sich die Finnen aus dem griechischen Bargeld bedienen, um keine Ausfälle zu haben. Finnland ist damit das bislang einzige Euro-Land, das sich von allen Risiken der Rettungsaktion freistellt.

sueddeutsche.de
Foerster
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 901

BeitragVerfasst am: 19 Aug 2011 - 08:50:32    Titel:

Zitat:
Das von Griechenland hinterlegte Geld werde Finnland in risikoarme Anleihen investieren, sagte die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen am Mittwoch in Helsinki. Langfristig werde die Summe durch Zinszahlungen der risikoarmen Anleihen auf den Betrag anwachsen, mit dem Finnland für Griechenland über den europäischen Krisenfonds EFSF bürge.
http://m.faz.net/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E8AF450B602584A09BA66912EF63FDF62~ATpl~Epartner~Ssevenval~Scontent.xml

Bei einem Zinsatz von 4% und Laufzeit von 30 Jahren muss also eine Einlage von 30% der Bürgschaftssumme erfolgen, um obige Bedingung zu erfüllen. Finnland haftet also für 100% der Gelder, die Griechenland aufnimmt, wenn Griechenland ihnen ~30% der aufgenommen Gelder hinterlegt, um in finnische Staatstitel investiert zu werden.

Alles klar?

und ob pleite oder nicht, GR zahlt natürlich nichts zurück.
Auch die anderen zahlen nichts (TOitschland, Österreich, Niederlande und auch Finnland).
Die ganze Frage ist allein, in wessen Namen weiter aufgeschuldet wird bzw aufgeschuldet werden kann.

Es wurden noch nie in der neueren Geschichte (abgesehen von Rumänien unter Ceaucescu) die Staatsschulden eines Landes getilgt bzw. von den Bürgen abgearbeitet.

Tatsächlich bürgen die Staaten überall für die Aufrechterhaltung des Schuldenwachstums. Denn sobald dieses abbricht und die deflationäre Spirale einsetzt, ist es mit den Guthaben der Bürger vorbei und in kurzer Folge auch mit deren Eigentum, weil der Staat, welcher dieses schützte, mit dem Zusammenbruch der Schuldenpyramide ebenfalls untergeht.

Sollte danach ein neuer Staat die Rechtsnachfolge antreten, wird wohl die Schuldenübernahme verweigert (siehe Russland 1917, Deutschland 1945, Osteuropa 1989).


Zuletzt bearbeitet von Foerster am 19 Aug 2011 - 18:39:02, insgesamt einmal bearbeitet
konstantin87
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 19 Aug 2011 - 14:40:29    Titel:

Foerster hat folgendes geschrieben:


Es wurden noch nie in der neueren Geschichte (abgesehen von Rumänien unter Ceaucescu) die Staatsschulden eines Landes getilgt bzw. von den Bürgen abgearbeitet.


und was ist mit russland, dass die schulden für die sowjet-union übernommen hat und bald vollständig getilgt hat? natürlich war russland der größte teil der sowjet-union, aber ihr gehörten auch noch 14 andere staaten an http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/07/21174/

ich finde es okay, dass die finnen sicherheiten verlangen. natürlich wäre es schwachsinnig bargeld in höher der kredite zu verlangen, aber den anfallenden zinsbetrag kann man doch hinterlegen.
Foerster
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 901

BeitragVerfasst am: 19 Aug 2011 - 19:06:00    Titel:

Zitat:
und was ist mit russland, dass die schulden für die sowjet-union übernommen hat und bald vollständig getilgt hat?
Die Übernahme der Altschulden fand ja nicht 1991 statt, sondern Jahre später......




...zu einem Zeitpunkt als Russland kurz vor der Pleite stand.


Zitat:
On 17 August 1998, the Russian government devalued the ruble, defaulted on domestic debt, and declared a moratorium on payment to foreign creditors.
http://research.stlouisfed.org/publications/review/02/11/ChiodoOwyang.pdf


Zuletzt bearbeitet von Foerster am 20 Aug 2011 - 07:52:58, insgesamt einmal bearbeitet
konstantin87
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 19 Aug 2011 - 19:57:43    Titel:

das war mir nicht bekannt, aber klug gemacht Laughing bezahlen tun sie es trotzdem, sogar vorzeitig.
Foerster
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 901

BeitragVerfasst am: 19 Aug 2011 - 21:16:07    Titel:

Was zahlen sie denn?
Gab doch diverse Schuldenerlasse: 93% von Toitschland ( http://www.netzeitung.de/wirtschaft/186023.html ), 30% vom Londoner Club..
Dazu kommen noch die elendigen Verzögerungen bei der Rückzahlung, die in Verbindung mit dem damaligen Zinsniveau die Gesamtlast bestimmt nochmals um 30% oder mehr gedrückt haben.
veteran
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.07.2005
Beiträge: 709
Wohnort: Eurabia, Almanistan

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2011 - 16:41:23    Titel:

Foerster hat folgendes geschrieben:
Tatsächlich bürgen die Staaten überall für die Aufrechterhaltung des Schuldenwachstums. Denn sobald dieses abbricht und die deflationäre Spirale einsetzt, ist es mit den Guthaben der Bürger vorbei und in kurzer Folge auch mit deren Eigentum, weil der Staat, welcher dieses schützte, mit dem Zusammenbruch der Schuldenpyramide ebenfalls untergeht.

Das ist aber ein hartes Urteil...

Gibt es keine Alternative zu diesem dramatischen Fatalismus?
konstantin87
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2011 - 18:06:10    Titel:

Foerster hat folgendes geschrieben:
Was zahlen sie denn?


was ihnen auferlegt wurde, zahlen sie auch. deutschland wurde ja auch immer viel erlassen.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Rettung Griechenlands: Finnland will keine Geschenke machen
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum