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Staatsverschuldung
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Super-Gau
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Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 296
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2011 - 12:52:06    Titel: Allgemeine Antwort

Warum kann sich eigentlich keiner zu diesem Thema äussern, und, warum muss alles auf irgendwelche Diskussionen rauslaufen, die etwas mit "Juden" zu tun haben?

Gut, es gibt Leute, die sagen, die bedeutesten Banken gehören den Juden; na und?

Würde es etwas an der ganzen Sache ändern, wenn dies nicht so wäre????
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4536

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2011 - 15:00:52    Titel:

So sieht's aus. Eine Diskussion uber Juden und Banken ist wenig zielfuehrend. Das im Mittelalter zumeist Juden Geld verliehen haben hat religioese Ursachen, ausserdem spielt die Tatsache ob der Banker nun Jude ist oder nicht absolut keine Rolle.
Aber egal, zuruck zur Diskussion. So richtig verstehe ich Gaislers Argumentation nicht so ganz. Was du an der Stelle anmerkst ist richtig, nur hat leider rein garnichts mit dem Kern des eigentlichen Problems zu tun.
So schreibst du hier beispielsweise:

Zitat:
Denk mal drüber nach, was passiert, wenn die Zinsen zur Bank kommen. Horten die Banken diese Zinsen? Nein, das meiste davon geht an die Mitarbeiter der Bank für deren Gehälter, an Miete für die Räumlichkeiten, an Dividenden an die Eigentümer. Der Betrag, der an Zinsen fällig wird, ist quasi zweimal im Umlauf, und dadurch werden die Schulden eben doch gedeckt.


Das Zinsen die "Gewinne" der Bank sind und Kapitalanleger fur ihr Geld Zinsen erhalten, weisst du, ich glaube das ist allen klar. Nur mit einer solch simplen Erklarung wirst du nicht weit kommen.
Schau dir mal dieses Bild von Foerster an:

http://www.steuerboykott.org/finanzsystem.steuerboykott.org.gif

Seit 1970 hat sich die Geldmenge auf der Erde ungefahr vervierzigfacht, die Gutermenge verdreizehnfacht. Die Geldmenge und Schulden wachsen also exponentiell. Nun gibt es folgende Erklarung von Prof. Bernd Senf oder Andreas Clauss unter anderem dazu: Alles was in der Natur einem exponentiellen Wachstum unterliegt, muss sich irgendwann selbst zerstoren. Und genauso ist es beim Geldschopfungsprozess.
Die Geldmenge kann nicht bis ins Unendliche ewig lange weiter wachsen, es muss vorher zu einem Crash kommen - es sei denn jemand kann mir plausibel erklaren wie etwas unendlich lange wachsen kann - bei endlichen Ressourcen, das geht nicht.

Zitat:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=10530


Nur ein kleiner Tipp: Poste nicht irgendeinen Link der zufallig gerade deine Argumentation untermauert. Auch der Autor(Jens Berger) ist nur ein Mensch der gerne mal Fakten zuruckhaelt und eben die Halbwahrheit erzaelt.
Die Erklaerungen zum Josephspfennig sind sehr gelungen, die zur Geldmenge leider kompletter Schwachsinn, anders kann man es nicht sagen. Es macht meiner Meinung nach einfach wenig Sinn etwas nachzuplappern was irgendein gewisser Jens Berger mal geschrieben hat, denn da ist eben nicht alles ganz koscher.


Zitat:
Wenn sich niemand mehr verschulden kann oder möchte, dann wird das fehlende Geld für die Zinsen nicht mehr erschaffen. Das führt dann dazu, dass viele Kreditnehmer defaulten müssen und deren Sicherheiten an die Gläubigerbank übergehen. Wenn der Kredit nicht wirklich besichert ist (z.B. bei Staatsanleihen) dann geht die Forderung auch gerne mal unter.


Das ist ein Punkt den ich auch schon x-mal hier geschrieben habe. Was Foerster im Endeffekt beschreibt ist nichts anderes als:
Wenn die grossen Schuldner dieser Erde, zum Beispiel die USA, Deutschland, Frankreich und Japan nun allesamt Ueberschuesse erwirtschaften wuerden, wie es alle Politiker immer fordern, dann crasht das Finanzsystem, weil kein neues Geld mehr geschopft werden kann.
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2011 - 17:09:46    Titel:

jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Die Geldmenge kann nicht bis ins Unendliche ewig lange weiter wachsen, es muss vorher zu einem Crash kommen - es sei denn jemand kann mir plausibel erklaren wie etwas unendlich lange wachsen kann - bei endlichen Ressourcen, das geht nicht.


das finde ich logisch, aber wenn wir realistisch sind, ist das ende der fahnenstange doch noch lange nicht erreicht. die schwellenländer boomen jetzt, aber sind noch weit vom westlichen standard entfernt und dann haben wir noch die entwicklungsländer um wachstum zu generieren. die weltbevölkerung nimmt ja auch zu. wann wird das also zum problem? in ein paar hundert jahren? dann haben wir bei unserem energiehunger ohne uran, öl und gas ganz andere probleme.
wir brauchen nur halt irgendwann einen erdähnlichen planeten, wovon es ja genug gibt, und die technologie für den transport Very Happy

jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Wenn die grossen Schuldner dieser Erde, zum Beispiel die USA, Deutschland, Frankreich und Japan nun allesamt Ueberschuesse erwirtschaften wuerden, wie es alle Politiker immer fordern, dann crasht das Finanzsystem, weil kein neues Geld mehr geschopft werden kann.


kannst du mir das etwas genauer erklären. wird denn das größte anteil am geld durch die staatsschulden geschaffen? ich dachte den schaffen eher die unternehmen und bürger.
Foerster
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Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 901

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2011 - 18:47:41    Titel:

Zitat:
wird denn das größte anteil am geld durch die staatsschulden geschaffen? ich dachte den schaffen eher die unternehmen und bürger.

Unser Geld kann NUR durch Schulden erschaffen werden. Wer sich dafür verschuldet ist allerdings egal. Wenn die Schulden verschwinden, dann werden auch die gegenüberstehenden Guthaben pulverisiert.
Wenn die privaten Haushalte weiterhin monetäre Überschüsse akkumulieren wollen, so wie in den letzten Dekaden, müssen sich dafür eben der Staat und die Unternehmen verschulden. Sollen die Staaten entschuldet werden, so müssen die Privaten entsparen bzw. entspart werden.

Sieht man auch gut am Beispiel der USA. Die späte Clinton-Administration hatte riesige Überschüsse ( http://www.irishtimes.com/blogs/business/files/2008/11/us-budget-deficits.JPG ) erwirtschaftet und keine Defizite. Das lag daran, dass sich in diesem Zeitraum die amerikanischen Privaten wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte verschulden konnten-> http://www.youtube.com/watch?v=tGk5ioEXlIM#t=3m57s

Zitat:
die schwellenländer boomen jetzt, aber sind noch weit vom westlichen standard entfernt und dann haben wir noch die entwicklungsländer um wachstum zu generieren. die weltbevölkerung nimmt ja auch zu. wann wird das also zum problem? in ein paar hundert jahren? dann haben wir bei unserem energiehunger ohne uran, öl und gas ganz andere probleme.
Begrenzte Energie und Ressourcen (bzw, deren exorbitante Preise) werden das Wachstum der Schwellenländer noch in dieser Dekade abwürgen und dann ist bald Ende im Gelände. Du hast aber recht damit, dass momentan viele Hoffnungen auf dem Verschuldungspotential dieser Länder liegen.

Gruß,
Foerster
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2011 - 09:11:49    Titel:

nur durch schulden? was ist denn mit dem wertschöpfungsprozess von unternehmen. ein unternehmen erschafft etwas (z.b. öl-förderung), verkauft es und bezahlt damit den mitarbeiter. warum muss denn dieser prozess unbedingt durch verschuldung geprägt sein? der käufer muss das doch nicht zwangsläufig durch schulden finanzieren. bis zu den 70ern gab es doch kaum verschuldung.
ich dachte für wachstum muss bloß die arbeitsproduktivität schneller steigen als die inflation?
der wert eines abbezahlten gebäudes verschwindet doch auch nicht, wenn das darlehen getilgt ist.

nun gut, was sind die alternativen? kommunismus scheint ja auch nicht zu funktionieren.


Zuletzt bearbeitet von konstantin87 am 30 Aug 2011 - 10:24:01, insgesamt einmal bearbeitet
veteran
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Anmeldungsdatum: 24.07.2005
Beiträge: 709
Wohnort: Eurabia, Almanistan

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2011 - 10:07:19    Titel:

konstantin87 hat folgendes geschrieben:
warum muss denn dieser prozess unbedingt durch verschuldung geprägt sein?

Muss nicht. Aber ohne Schulden — keine Zinsen. Und es gibt einflussreiche Kräfte, die große Zinserträge bekommen und deswegen die Verschuldung der anderen brauchen, genauso wie Drogendealer des Drogensuchtes anderer Menschen bedürfen.
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4536

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2011 - 11:48:26    Titel:

Zitat:
nun gut, was sind die alternativen? kommunismus scheint ja auch nicht zu funktionieren.


So siehts aus. Ich denke man sollte versuchen die Situation richtig zu analysieren und die entsprechenden Schluesse daraus ziehen.
Ich habe hier schoen oefters mal eine moegliche Alternative vorgestellt und so richtig konnte mir eigentlich niemand Gegenargumente nennen. Ich denke das ist eine gute Moeglichkeit etwas abseits dem Mainstream zu praesentieren: http://www.bandbreitenmodell.de/
Foerster
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Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 901

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2011 - 13:28:45    Titel:

doppelpost...

Zuletzt bearbeitet von Foerster am 30 Aug 2011 - 19:43:29, insgesamt einmal bearbeitet
Foerster
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Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 901

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2011 - 13:29:34    Titel:

Zitat:
bis zu den 70ern gab es doch kaum verschuldung.
Was war 1971? http://www.youtube.com/watch?v=iRzr1QU6K1o&t=0m55s

Zitat:
nur durch schulden? was ist denn mit dem wertschöpfungsprozess von unternehmen. ein unternehmen erschafft etwas (z.b. öl-förderung), verkauft es und bezahlt damit den mitarbeiter. warum muss denn dieser prozess unbedingt durch verschuldung geprägt sein?
Du hast es noch nicht komplett verstanden. Wenn wir Nettogeld hätten, dann bräuchte sich niemand verschulden. Wir haben aber ein Kreditgeld - Fiatgeld System, in dem die Verschuldung automatisch Eingebaut ist. Schon die Geschäftsbanken müssen sich bei der Zentralbank verschulden um überhaupt an Geld zu gelangen. http://www.gegenfrage.com/warengeld-vs-kreditgeld-silber-vs-euro/ (<-Einfache Beschreibung, fast auf Kindergarten Niveau)
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2011 - 15:06:42    Titel:

nur warum wird dann kreditgeld geschaffen? die folgen müssen einem doch vorher bewusst gewesen sein. natürlich ist bei unseren politikern die möglichkeit der abwertung praktisch, aber langfristig gesehen ist das doch bullshit.
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