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Frage: Eine einzige Bank?
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Foren-Übersicht -> VWL/BWL-Forum -> Frage: Eine einzige Bank?
 
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Limo
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Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 18:29:55    Titel: Frage: Eine einzige Bank?

Hey,

ich brauche ein wenig argumentative Unterstützung. Bei der letzten Vereinssitzung kam das Thema der Wirtschaftskrise auf. Die meisten sprachen sich, wie sooft davor aus die gescheiterten Banken etc. zu bestrafen, indem sie bsp. nicht gerettet werden, und dafür, dass es eine einzige deutsche Zentralbank geben sollte, die einfach aus allen deutschen Banken, die verstaatlicht werden, zusammengesetzt werden sollte (damit der ganze Quatsch endlich aufhört).

Nunja es kam, wie es kommen sollte. Ich stand da und versuchte dafür zu argumentieren, dass beim derzeitigen System es unmöglich sei einfach so Banken zusammenbrechen zu lassen bzw. eine einzige staatliche Bank zu gründen.

Alles was ich sagte stieß auf taube Ohren. Ich wurde einfach in Grund und Boden gestampft.

Jetzt wollte ich, bevor ich alles wiederholen muss, noch einmal lieber nachfragen, was ihr geantwortet hättet. Ich will mich lieber nicht mit meinem Geschwafel, um ineffiziens und den vielen Zusammenhängen zwischen einzelnen Banken blamieren... mein Wirtschaftswissen reicht wohl dafür nicht aus... (alles aus Financial Times, Focus, Zeit, Süddeutsche und ein bisschen Leistungskurs Wirtschaft zusammenklamausert).

Gruß

L

PS: ich hab das jetzt mal so runtergeschrieben... ich hoff es ist wenigstens ein bisschen lesbar und man versteht worum es geht.
Tequil4_91
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Anmeldungsdatum: 25.05.2009
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 18:59:40    Titel:

WEIL...

...der Staat die Bank als Einnahmequelle "missbrauchen" könnte, wenn er eine Monopolstellung hat

...wir gesehen haben, dass Planwirtschaft noch schlechter als die Marktwirtschaft performt hat

...Wettbewerb im Endeffekt gut für den Kunden (also uns) ist und der Staat somit sämtlichen Wettbewerben ausschließen würden (Denke mal dran, was Telekommunikation in Zeiten des Staatsmonopols gekostet hat und was sie heute kostet Wink)

...Es durchaus effizienter sein kann, dass es kleine Banken gibt, die sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren (z.B. Privatbanken, Schiffsbanken, Wertpapierhandelsbanken)

....es ein großes Risiko birgt, alles unter einem Dach zu haben, da du riesige Abteilungen bräuchtest, um sicherzustellen, dass Informationen niemanden erreichen, für den sie nicht bestimmt sind (normalerweise wird das durch das Vorhandensein verschiedener Banken verhindert)

...to be continued Smile
Limo
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Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 19:26:54    Titel:

Tequil4_91 hat folgendes geschrieben:
WEIL...

...der Staat die Bank als Einnahmequelle "missbrauchen" könnte, wenn er eine Monopolstellung hat

...wir gesehen haben, dass Planwirtschaft noch schlechter als die Marktwirtschaft performt hat

...Wettbewerb im Endeffekt gut für den Kunden (also uns) ist und der Staat somit sämtlichen Wettbewerben ausschließen würden (Denke mal dran, was Telekommunikation in Zeiten des Staatsmonopols gekostet hat und was sie heute kostet Wink)

...Es durchaus effizienter sein kann, dass es kleine Banken gibt, die sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren (z.B. Privatbanken, Schiffsbanken, Wertpapierhandelsbanken)

....es ein großes Risiko birgt, alles unter einem Dach zu haben, da du riesige Abteilungen bräuchtest, um sicherzustellen, dass Informationen niemanden erreichen, für den sie nicht bestimmt sind (normalerweise wird das durch das Vorhandensein verschiedener Banken verhindert)

...to be continued Smile


Ok, so hab ich auch ungefähr argumentiert... das war hauptsächlich das Problem...

Ich kann mal so ungefähr rekapitulieren, was ihnen dazu eingefallen ist.

1) Der Staat ist für den Bürger da. Die Finanzinstitute haben dem Bürger einen hohe weitere Bürde verschafft, die der Staat nicht imstande ist abzubauen, ohne den Bürger wieder mehrzubelasten, während er den Banken hilft. Wenn die Bank zum Staat geworden ist, würden Kredite vom Staat ausgegeben, anstatt von Banken und er hätte eine bessere Chance auf Schuldentilgung etc...

2) Ich hab die DDR als Beispiel gehabt. Aber sie meinten es ginge hier nicht um die gesamte Wirtschaft sondern nur um den Bankensektor. Daher würde Konkurrenz nicht um Geld sondern um Produkte stattfinden.

3) Ich hab auch gemeint, dass es keinen Anreiz für effiziens gibt. Aber sie meinten Gehälter an diesem zu orientieren. Alles andere bleibt ja gleich.

4) dazu hab ich nichts gesagt... aber im nachhinein, wäre wohl ihre Antwort, dass die eine Bank einfach verschiedene Unterabteilungen hätte (alle Banken wären ja verstaatlicht und man hätte die Ressourcen von allen)

5) Das hab ich auch nicht gebracht. Aber das mit den Informationen kann sehr wohl auch in großen heutigen Banken ohne weiteres passieren... zudem ist der Verwaltungsaufwand geringer, da alle Verwaltungsapperate zusammengeschlaten werden würden.

wirklich ich weiß nicht, wie ich dennen das nächste mal stand halten soll. :/
mondieu
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Anmeldungsdatum: 22.11.2009
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 19:41:14    Titel:

Frag' sie doch mal, was eine Bank überhaupt ist und welche Funktionen Banken erfüllen.
ConsultingDetective
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Anmeldungsdatum: 04.09.2011
Beiträge: 151

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 19:41:39    Titel:

Du kannst auch das Versagen der Landesbanken während der Finanzkrise als Argument heranziehen. Diese Banken stehen auch mehr oder weniger unter staatlicher Aufsicht und standen den privaten Banken in Sachen Handel mit Schrottpapieren in nichts nach.
Gaisler
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Anmeldungsdatum: 12.08.2009
Beiträge: 1275

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 19:46:16    Titel:

1. Der Dienstleistungscharakter, der Banken innewohnt, würde durch die mangelnde Konkurrenz ad absurdum geführt. Der Besuch der Bank wäre wie der einer Behörde. Da nützt es auch nichts, die Gehälter an die Leistung anzupassen. Es ist die Bank als Ganzes, die keine Konkurrenz mehr fürchten müsste und damit ihren Service gegen null fahren könnte.

2. Wie will denn eine Bank beispielsweise bei einer M&A-Transaktion Buy UND Sellside gleichzeitig beraten? Stichwort Interessenskonflikte.

3. Der Staat ist nicht gut, und es ist zu befürchten, dass die Kreditvergabe immer auch politisch motiviert wäre. Davon abgesehen könnte der Staat auch versuchen, über die Staatsbank seine Einnahmen zu erhöhen.

4. Staatseigentum ist keine Garantie für solides Wirtschaften. Siehe die Landesbanken. Gäbe es keine Konkurrenz mehr, könnte die Bank schalten und walten wie sie will, schließlich gibt es keine Konkurrenz mehr, und jeder Verlust geht dann tatsächlich direkt an den Staat. Manager werden nicht zu besseren Menschen, wenn sie Staatsangestellte werden, im Gegenteil, das Anreizproblem verschärft sich noch.
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2011 - 22:43:15    Titel:

Verständnisfrage:

Sehe ich es richtig, dass die anderen nicht für "eine einzige Bank in Deutschland" waren, sondern sich "nur" dafür ausgesprochen haben, gescheiterte, d.h. im Rahmen einer Pleite/Illiquidität verstaatlichte Banken zusammenzuführen?
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2011 - 09:39:32    Titel:

Ja, das Stammtischniveau. Das sind dann auch die Leute, die erzaehlen, wie schoen es doch vor der Wiedervereinigung war.
Erstmal wurden die Banken ja nicht wirklich gerettet. Die HRE sind jetzt im Staatsbesitz. Die Aktionaere haben Milliarden verloren und die Verantwortlichen wurden
entlassen. Man auch nachgerechnet, dass der 'Bankrott' von Lehman letztlich teurer war als eine 'Teilrettung'.
'Staatliche' Banken gibt es in Deutschland schon - naemlich die Sparkassen. Es wird niemand gezwungen, sein Konto bei der Deutschen Bank. Pikanterweise ist die 'bankrotte' WestLB eine staatliche Landesbank. Es stimmt also nicht, dass
Politiker bessere Bankmanager sind.
allegutennamensindweg
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Anmeldungsdatum: 01.02.2011
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2011 - 11:47:47    Titel:

...und es sind die selben Leute, die im Falle einer staatlichen Superbank rumheulen würden, dass der böse Staat jetzt den totalen Überblick über die Finanzen aller seiner Bürger hat und wieder ein Stück dichter an der totalen Überwachung ist.
Wenn man denen das sagst, werden se zB Antworten: ist doch super, weil dann keiner mehr Steuererklärungen machen muss, da die Bank das dann leicht machen kann, also gibts auch keine Steuerhinterziehung durch böse Bonzen mehr...
Solche Leute wissen es immer besser und wenn sich Laien untereinander einig sind handelt es sich, wie hier, meist um (freundlich gesagt) suboptimale Ergebnisse - unfreundlich gesagt um Blödsinn.
Investmentbanking ist da auch ein gutes Beispiel, wenn das Thema aufkommt einfach mal Fragen, was son Investmentbanker eigentlich macht - da hört man dann ziemlich lustige Antworten.
Aloha08
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Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 1001

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2011 - 12:40:41    Titel:

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