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Adam und Eva
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Meerlaus
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Anmeldungsdatum: 30.08.2011
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2011 - 22:49:25    Titel: Adam und Eva

Hallo allerseits!

Dieser Beitrag steckt natürlich wiedermal voller Fragen und weniger voller Antworten. Und er richtet sich durchaus auch an die Männerwelt...denn mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Frage der Definition der Geschlechter nicht mehr nur die Frauen etwas angeht.

Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken darüber, welche Richtung diese Sache mit den "Geschlechterrollen" überhaupt angenommen hat. Ausschlaggebend war eine Diskussion über Rousseau in meinem anderen Thread. (Ich fand seine Ansichten über Mann und Frau macho-haft, aber der Gedanke, dass sie von Natur aus gleichwertig zu betrachten sind, war für die damalige Zeit, wie ich erfahren habe, neu.)
Dann habe ich über Sartre und deBeauvoir nachgedacht, die ja eigentlich für die absolute Freiheit und Unabhängigkeit in einer Beziehung waren- und gleichzeitig fiel mir auf, dass sie eigentlich ihr Leben lang voneinander abhängig waren (und sich deBeauvoir gegenüber Sartre meiner Meinung nach viel zu klein gemacht hat!)

Aber was ist mit dem 21. Jahrhundert? Immer wieder höre ich-besonders von in ihrer Zeit festgefahrenen Feministinnen wie Alice Schwarzer- dass die Frauen sich befreien und emanzipieren sollen (wenn sie es nicht schon getan haben).
Aber wie steht es denn nun wirklich mit den Geschlechterrollen im 21. Jhd?
Ich persönlich muß sagen, dass ich mich als Frau nicht diskriminiert fühle und daher auch nicht wirklich das Gefühl habe mich emanzipieren zu müssen.
SInd wir also auf der Ebene der Gleichstellung angelangt?
Stecken wir in diesem alten "Emanzipationsdenken" zu tief drin, um zu erkennen, das es längst andere Probleme gibt, die Männer und Frauen betreffen?
Oder ist das, was ich denke, etwa ein Trugschluß?
Kann man heute nicht eigentlich auch manchmal schon über eine "Diskriminierung des Mannes" sprechen?
Gibt es zeitgenössische Philosophen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen?
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2702

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2011 - 23:26:38    Titel:

ICh bin kein Philosoph, aber was mir dazu einfällt:

Ja, es wurde in einigen Artikeln angesprochen, dass sich mittlerweile die Männer eher emanzipieren müssen bzw. die Männer "feminisiert" werden. Es gibt anscheinend immer mehr Lehrerinnen anstatt Lehrern in den Schulen (vor allem in den Grundschulen), so dass beklagt wird es fehle den Jungen an männlichen Vorbildern.
Des Weiteren sollten sich leicht Artikel dazu finden lassen, dass bestimmte Frauengruppen probleme haben einen geeigneten Mann zu finden. Und zwar die Karrierefrauen, die sehr emanzipiert sind, voll auf eigenen Beinen stehen und finanziell völlig unabhängig sind. Diese finden wohl kaum noch Männer, die ihnen das Wasser reichen können und als potentielle Ernährer ihrer Kinder in Frage kommen.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 07 Sep 2011 - 17:56:32    Titel:

Nur eines:

Einige Berufe gelten immer noch als "Frauen-" oder "Männerberufe".
Der wesentliche Unterschied zwischen diesen Berufen ist die Bezahlung.

Gruß Dornbusch
johnruizone
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Anmeldungsdatum: 25.09.2008
Beiträge: 736

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2011 - 17:38:09    Titel:

Es gibt weder Frauen noch Männer.
leser_
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Anmeldungsdatum: 05.05.2011
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 08 Sep 2011 - 17:59:00    Titel:

johnruizone hat folgendes geschrieben:
Es gibt weder Frauen noch Männer.

Laughing stimmt !!
A.H.Hattray
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Anmeldungsdatum: 11.07.2011
Beiträge: 940

BeitragVerfasst am: 09 Sep 2011 - 02:14:04    Titel: Unter anderen

Sloterdijk, Spaemann, Luhmann, Precht.

Abdul
Clarice
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Anmeldungsdatum: 24.07.2007
Beiträge: 625

BeitragVerfasst am: 27 Jul 2012 - 19:49:16    Titel:

Sloterdijk und Precht?? Nee, lieber Butler, Bourdieu, Goffman, Hochschild... Cool
Feanorr
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Anmeldungsdatum: 27.10.2010
Beiträge: 73
Wohnort: DE

BeitragVerfasst am: 29 Jul 2012 - 16:34:09    Titel:

Das Thema Emanzipation ist im Westen politisch gesehen gegessen, dank Verfassung und Grundgesetz sind den Frauen in der westlichen Hemisphäre überall gleiche Rechte vorbehalten. Das ist natürlich nicht der Fall in der sogenannten "Dritten Welt" oder auch vielerorts anderswo. Dort hat der Feminismus noch die einfache und klare Forderung, diskriminierende Aspekte in Gesetzen zu entfernen. Die jetzt eingeführten Frauenquoten in vielen Betrieben und Konzernen bei uns im Westen allerdings, die man ja als Fortführung der politischen Emanzipation ansehen kann, sind nicht nur schlecht für die Wirtschaft, sondern auch noch Teil der eigt. gerade aus feministischer Sicht zu bekämpfenden maskulinen Ideologie. Eine Frau, die einen Arbeitsplatz als einen Quotenplatz bekommen hat, verfängt sich notwendig im Zweifel und das zu recht - ihr Arbeitsplatz ist ja nun mal in keinster Weise rechtschaffen. Sie generiert Wert durch ihr Minderheitendasein, nicht durch ihre potentere Arbeitskraft. Mancher würde argumentieren: vor den Frauenquoten war die Vergabe ungerecht, da Männer bevorzugt wurden, jetzt müssen wir die Frauenquoten als einen automatisierten Übergang zu einer sich später alleine feminisierenden Arbeitswelt sehen. Das ist aber nicht komplett richtig. Die Möglichkeit zur Bildung und Qualifikation zum Beruf war vor allem ungerecht verteilt, die Vergabe aber in dem Maße nur der entsprechende Verdienst der ungerecht verteilten Bedingungen.

Ich möchte mich eigentlich auch gar nicht auf eine allzu politische Diskussion einlassen, weil diese aus genannten Gründen bei uns zu nichts führt. Jedenfalls bleibt aber eins der Grundprobleme der Emanzipation, das brillant ignoriert, geleugnet, geläutert wird - der Wille der Frau selbst zur Unterwerfung. Das bleibt das Kernproblem, denn ihren Vaterkomplex können sie nur ganz allein überwinden. Das ganze ist ein im besonderen Maße tiefenpsychologisches Problem. Die Gender Studies haben Freud und die Psychoanalyse im Affekt verworfen, und das zu Unrecht. Sie beschränken sich zumeist (man kann hier ja schlecht verallgemeinern, Butler hat das Problem ja auch reflektiert) auf die Ausdifferenzierung von Gender und Sex, und leugnen jeden Zusammenhang dieser beiden Instanzen. Für mich gleicht das der haarsträubenden Behauptung, die materielle und geistige Substanz seien abgekoppelt voneinander und vollkommen different. Dass es womöglich doch eine relative Essentia im Sinne des Geschlechts von Mann und Frau geben könnte und sich diese dann auch noch sinnvoll nur aus ödipalen und elektralen Wunschphantasien (und ja, letzteres heißt: ein kleines Mädchen will von seinem Vater vergewaltigt werden) erklären lässt, will natürlich wieder keiner hören. Ich möchte nur dezent darauf hinweisen, das Jacques Lacan, dessen Zunge der bei Feministinnen viel verhasst Satz entsprang: "La femme n' existe pas" nicht in einer abwertenden Weise gemeint war, denn das Nicht-Sein ist nur ein Nicht-Sein im Symbolischen und nicht im Realen. Der gute Mann hatte L'origin du monde von Coubert im Wohnzimmer hängen. Solch eine Feststellung, dass die Realität symbolisch-phallisch aufgebaut ist, und die Frau dort nur als Nicht-Sein und Abwesenheit anwesend sein kann, macht das Projekt Feminismus zwar weitaus komplizierter, aber dafür wesentlich tiefgründiger. Es kann nicht darum gehen, nur aufzuzeigen, dass Mann und Frau ja doch nur willkürliche Gendervariablen sind, die es zu dekonstruieren gilt. Um positive Aspekte der Weiblichkeit zu schöpfen, muss jeder Gendertypus als logisch-historisches Element eines Werdungsprozess gedeutet werden. Klar wird es hier heikel, wenn man sich an Matriarchatstheorien u.ä. heranwagt, denn dort kann man ohnehin nur spekulieren und es wird auch in der Literaturgeschichte dort recht schnell okkult und völkisch. In einem aber bin ich mir recht sicher:
Dass ein starker Aspekt der Weiblichkeit in der neolithischen Revolution verloren gegangen ist. Erst durch die Viehzucht, in der der Zusammenhang zwischen Koitus und Geburt anhand der kurzen Tragezeit bei bsw. Schweinen erkannt werden konnte - denn die lange Tragzeit beim homo sapiens ließ dortzwischen kein Zusammenhang erkennen - erst dadurch konnte die eigentliche Magie der Geburt rationalisiert und erklärt werden und verlor so ihren Glanz, der womöglich die meisten Matriarchate ermöglichte. Zuvor wurde die Frau eben als Zauberin, die Leben aus dem Nichts schöpfen kann, angesehen.
Allerdings sieht man auch hier, dass es sich um eine Kreatürlichkeit, die animistisch als göttlich und mächtig interpretiert wird, handelt, die dann rational durch Erkenntnis überwunden wird. Wir haben also einen ganz klassischen Gendergegensatz, der im Christentum und vielen Religionen ausgeweitet und heute dekonstruiert wird. Man muss schon selber seinen Standpunkt hier haben - denn ich bin mir auch nicht recht sicher - aber derzeit halte ich das bloße Dekonstruieren für erstens zu langweilig und banal und zweitens für falsch und unzuträglich für die (wirkliche) Emanzipation.



[quote=johnruizone]Es gibt weder Frauen noch Männer.[/quote]
Arrow Beauvoir. Ich kann's nicht unterschreiben. Rolling Eyes
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