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Der Atomstrom ist tot, es lebe der Atomstrom!
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Der Atomstrom ist tot, es lebe der Atomstrom!
 
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Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5742
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2011 - 15:44:07    Titel: Der Atomstrom ist tot, es lebe der Atomstrom!

Ach ja...mal wieder eine grüne Lebenslüge die sich ganz getrost in "Rauch", "Strahlung" aufgelöst hat.

Wirklich jedem klardenkenden Menschen war klar, was nach der Abschaltung unserer acht Atomreaktoren passieren wird. Wir müssen Strom importieren und woher? Von unseren Nachbarn. Wie sagten die Grünen immer? Wäre nicht nötig. Dumm nur, dass Frankreich und Tschechien vornehmlich Atomstrom produzieren und das mit objektiv unsichereren Kraftwerken...

...so können wir natürlich unseren Ökostromanteil von in Deutschland produziertem Ökostrom trefflich von den Zahlen hochpushen. So können wir uns auch die "Kalte Reserve" sparen und verlagern unser Risiko eines atomaren Unfalls mit den vergleichsweise sicheren Kraftwerken auf unsere Nachbarn, mit russischen Reaktoren (Tschechien) oder in Frankreich auf Reaktoren in deutlich erdbeebengefährdetere Gebiete. Das ist wirklich grüne Idiologie wie sie (nicht) sein sollte. St. Florian, St. Florian, verschon mein Haus, zünd andere an.

focus hat folgendes geschrieben:

[size=120]Nach Abschaltung von acht AKW[/size]

[size=150]673 Prozent mehr Strom aus Tschechien[/size]

Deutschland führt seit der Abschaltung von acht AKW deutlich mehr Strom aus Nachbarländern ein. Aus Frankreich wurde nach FOCUS-Informationen 50 Prozent mehr importiert – aus Tschechien sogar 673 Prozent.

In Folge der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im März 2011 sind die Stromeinfuhren aus Frankreich und Tschechien stark angestiegen, wie FOCUS unter Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das erste Halbjahr entnimmt. Demnach flossen zwischen Januar und Juni aus Frankreich 10,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom und damit 51 Prozent mehr elektrische Energie als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Die Einfuhren aus Tschechien erreichten 5,6 Milliarden kWh. Das war 673 Prozent oder fast siebenmal höher als 2010.

Nach FOCUS-Informationen wurde aus beiden Ländern in erster Linie Atom- und in geringerem Maße Kohle-Strom nach Deutschland importiert. AKW in Tschechien gelten als weniger sicher als deutsche Anlagen. [...]

mehr unter http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/nach-abschaltung-von-acht-akw-673-prozent-mehr-strom-aus-tschechien_aid_664202.html
Richi
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2011 - 16:14:06    Titel:

Damit haben wir also grob über den Daumen gerechnet 7 Milliarden KWH mehr importiert. Bei einem Verbrauch von ca 607,8 Milliarden KWH (Stand 2010) hätten wir also ganze 1,2% unseren Bedarfs durch erhöhte Importe bedient, klingt schon weniger Spektakulär 673 Prozent... Rolling Eyes
Und für 8 AKWs weniger ein geringer Preis...
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2011 - 16:31:58    Titel:

Laughing seh ich ähnlich.

es gibt so viele argumente gegen die atomkraft. irgendwann muss ja mal irgendwer anfangen.

- uranabbau ist nicht gerade umweltfreundlich
- eine sichere endlagerung ist bis heute nicht möglich
- kosten der endlagerung trägt steuerzahler indirekt
- warum muss der staat die endlagerung übernehmen? ein elektronikfachhandel nimmt doch auch alte batterien zurück. dann würde der preis viel höher ausfallen und das geschäft nicht mehr so rentabel sein
- es drohen engpässe beim uran, die es schon in den nächsten jahren deutlich teurer werden lassen. in etwa einem jahrhundert soll es dann komplett ausgehen
- grundlast kann durch pumpspeicherkraftwerke in norwegen gedeckt werden. bis 2030 soll im bereich offshore in der nordsee so viel entstehen, dass die leistung von 60 akw erzeugt wird.
- an der kernfusion wird schon ewig geforscht, aber konkrete ergebnisse sind nicht in sicht
- als erster aussteiger könnten man auch wirtschaftlich stark profitieren

übrigens hat nicht jeder unserer nachbarn akw. österreich hat keins, polen und dänemark auch nicht. das eine akw in den niederlanden liegt an der westlichen grenze zu belgien und nicht bei uns, das eine in tschechien auch nicht direkt an der grenze. die in belgien liegen auch eher zentral im land.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2011 - 17:03:25    Titel:

Sollen die Franzosen und Tschechen doch ihr Hoheitsgebiet verstrahlen? Wen hier im schönen Niedersachsen sollte das stören? Wink
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2011 - 18:56:10    Titel:

Richi hat folgendes geschrieben:
klingt schon weniger Spektakulär 673 Prozent.

Umso mehr, als diese 673% schlicht auf einem "Übertragungsfehler" beruhen, und in Wirklichkeit 15,7% sind:

http://www.deraktionaer.de/newsticker/korrektur--stromimport-aus-frankreich-und-tschechien-nimmt-massiv-zu---focus-17118889.htm

http://www.dowjones.de/site/2011/09/stromimport-aus-frankreich-und-tschechien-nimmt-massiv-zu-focus.html
Jan999
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Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2011 - 00:20:10    Titel:

Wenn kein Land innerhalb Europas den Schritt geht aus der Atomenergie auszusteigen, wird der Prozess der Ablösung von der Atomenergie auch nie beginnen. Und Deutschland hat eine starke heimische Industrie für erneuerbare Energien bzw. die Produzenten der Technik. So muss Deutschland weniger Technik und Know-how aus anderen Ländern importieren. Deutschland kann so günstiger die regenerativen Energien ausbauen als Länder die nur eine kleine oder gar keine Industrie im Bereich der erneuerbaren Energien hat. Man darf auch nicht vergessen dass durch die erneuerbaren Energien Arbeitsplätze entstehen können und bereits entstehen. Hier kann man natürlich nicht sagen ob dass immer so weiter geht. Und auch in dieser Branche gab und gibt es Probleme, nur es gebe die Industrie überhaupt nicht wenn ein Ausstieg aus der Atomenergie nie zur Debatte gestanden hätte. Ebenso kann Deutschland von den eigenen Forschungsbemühungen und dem Ausbau der eigenen "Öko-Netze" profitieren. die deutschen Unternehmen können die gewonnenen Kenntnisse in die Weiterentwicklung der Technik stecken und sich so einen Vorsprung verschaffen vor den Ländern die an der Atomenergie als Hauptstromquelle festhalten. Diese Fortschritte in der Technik und Entwicklung führen natürlich zu besseren Produkten die man dann auf dem Weltmarkt teuer verkaufen kann (natürlich könnte man auch nur an Ökostrom forschen und gleichzeitig die Atomenergie als Hauptstromquelle nutzen, aber die besten Kenntnisse und fortschritte bringt der praktische Betrieb einer Technik). Deutschland braucht auch Industrie um immer genug Arbeitsplätze für die Bevölkerung zu haben, daher lohnt es sich Industriezweige zu entwickeln die dann viele Menschen beschäftigen können. Und gerade bei einem relativ großen Land wie Deutschland mit wenig Resourcen sind starke Industriezweige sehr wichtig. So werden Arbeitsplätze in der Verwaltung, forschung und Entwicklung geschaffen, hochwertige Arbeitsplätze die eher in Deutschland angesiedelt bleiben und bei denen sich eine Auslagerung ins Ausland nicht immer lohnt. Arbeitsplätze werden auch in der Produktion geschaffen, die lassen sich natürlich leichter ins Ausland auslagern.

Dann darf man natürlich wie schon gesagt wurde nicht vergessen dass es in Deutschland bis heute kein sicheres Atomendlager gibt. Möglicherweise gibt es auf der Erde für Atommüll gar kein sicheres Endlager weil dieser Müll zu giftig ist um irgendwo sicher gelagert werden zu können.

Und unsere Regierung würde dieses Vorhaben nie umsetzen wenn nicht die Chance bestehen würde dass der Atomausstieg wirklich verkraftbar ist. die andere Sache wird ja immer abgetan von allen Seiten, was passiert wenn es wirklich einen Super-Gau gibt. Die Chance ist sehr gering, aber die Chance war auch in Japan gering und doch ist ein Super-Gau eingetreten. Und in diesem Hinblick ist es schon von Bedeutung ob ein Super-Gau im eigenen Land passiert oder im Nachbarland. Natürlich ist man dann genauso mitbetroffen aber schlimmer trifft es einen wenn der Super-Gau im eigenen Land passiert. Ein Tanklager explodiert oder ein Kohlekraftwerk oder ein Windrad kann umfallen, das wars dann auch schon. Der Müll wird beseitigt die Versicherung zahlt (oder auch nicht, ganz so einfach ist es natürlich nicht aber im Vergleich zum Super-Gau sidn alle negativen Folgen bis auf Menschenverluste wieder reparierbar). Dann wird das Werk wieder aufgebaut oder nicht. Der Punkt ist diese Schäden lassen sich beseitigen. Bei einem Super-Gau wird für Jahrzehnte die ganze Umgebung und ein großer Teil des betreffenden Landes verseucht. Da hilft auch die Zahlung der versicherung nichts mehr, die meistens für solche Schäden gar nicht bezahlen. Die bewohnten Gebiete können nicht wieder aufgebaut werden, die Menschen können nicht mehr dort leben und müssen umgesiedelt werden, können vielleicht nie wieder zurückkehren. Jede Industrie, jede Investition die dort getätigt wurde ist hin und verloren. Ein Teil des menschlichen Lebensraumes ist unbewohnbar geworden, es ist totes und verlorenes Land und dieses Risiko kann man durch den Atomausstieg vermeiden. Diese Folgen lassen sich nicht mit Geld aufwiegen. Deshalb bin ich auch einverstanden mit dem Atomausstieg obwohl er uns als Verbraucher sehr wahrscheinlich höhere Stromkosten bringen wird, im Sinne einer sicheren Zukunft sollte man aber meiner Meinung nach bereit sein den Preis zu zahlen.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2011 - 11:17:37    Titel:

Ach Jan, du armes naives Öko-Tucktuck Wink

Natürlich werden wir, wenn Öl, Gas und Uran verbraucht sind, innerhalb weniger Monate, wahrscheinlich sogar Wochen komplett auf regenerative Energien umsteigen (können). Das ist gar kein Problem. Wir schnippen dann mit den Fingern und aus dem Boden erwachsen Windräder, solarthermische Kraftwerke und geothermische Anlagen...

Daher ist es auch vollkommen unnötig und übereilt heute schon mit dem Umstieg zu beginnen. Die ganze Welt lacht über uns.

Und was haben wir schon im Kindergarten gelernt? Wenn die Anderen über uns lachen, dann haben wir uns gefälligst zu ändern, der Masse anzupassen und ihr hinterher zu rennen!

Conformity ist das Stichwort:
http://blog.schst.net/wp-content/uploads/2010/01/conformity-2.jpg
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2011 - 12:50:45    Titel:

spätestens 2030 werden uns die anderen um diesen schritt beneiden, vor allem die franzosen. es drohen beim uran jetzt schon engpässe und die anzahl der akw wächst in den schwellenländern rasant.
in 100 jahren, wenn öl, gas und uran knapp oder weg sind, wird es bei diesem wachstum an energiehunger ländern wie china und indien nicht möglich sein ihre energieversorgung sicherzustellen. die chinesen investieren nicht umsonst im gebiet der regenerativen energien und in den anderen auch stark.

ich finde den schritt gut. die atomenergie musste auch subventioniert werden.
Jan999
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Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2011 - 17:44:30    Titel:

Ich bin erstmal kein "Öko-Tucktuck", so kannst du jemand anderes betitteln aber nicht mich. Wir wollen hier schließlich sachlich bleiben.

2. Mir ist durchaus klar dass die ganze Umstellung nicht mit einem Fingerschnippen funktioniert. Es ist aber reel dass wir regenerative Energien so gut wie möglich fördern müssen, es braucht einen wirtschaftlichen Anreiz damit der Umstieg zu regenerativen Energien funktioniert. Denn wenn es nichts zu verdienen gibt macht auch die Energiewirtschaft nicht mit. So wird es sicherlich auch bei dem Bau der Akw´s gewesen sein, denn ich glaub nicht dass damals die Energiekonzerne wirklich das Kapital für den Bau der Akw´s hatten. Und so ist der Atomausstieg sinnvoll, damit die "Großen" der Branche gezwungen sind zu handeln. Ohne Zwang würden die einfach weitermachen wie bisher (und wir können uns sicher sein dass die Energiewirtschaft da schon einen schönen Plan mit unserer momentanen Regierung ausgeknobbelt hat dass die durch den Atomausstieg nicht notleiden). Komisch wäre es nur wenn die Energiewirtschaft jetzt sich nicht beschweren würde über diese Maßnahme, ja sogar unglaubwürdig. Deshalb muss die Energiewirtschaft natürlich ein bisschen "Tamtam" machen damit die Leute nicht misstrauisch werden und merken dass die ganze Sache schon abgesprochen ist. Wir dürfen nicht vergessen dass wir in einer zum Teil von der Wirtschaft gelenkten Demokratie leben. So einen Affront kann sich keine deutsche Regierung gegenüber einer so wichtigen Industrie wie der Energieindustrie leisten. Es lacht auch nicht die ganze Welt über uns, die Chinesen investieren verstärkt in regenerativen Energien ebenso wie die Amerikaner. Es gibt z.B. überall auf der Welt Regionen in denen die Vorraussetzungen für regenerative Energien z.b. Solarenergieanlagen in Wüstenregionen günstig sind, oder in Küstenregionen Windräder. Jetzt ist es natürlich auch vorteilhaft wenn man eine gut ausgebaute Industrie zur Produktion dieser Anlagen hat wie Deutschland, man kann so diese Technik z.b. nach Afrika exportieren

http://www.ad-hoc-news.de/strom-riesige-solar-anlagen-in-der-wueste-geplant--/de/News/20283274
http://www.zum.de/wettbewerbe/unterricht_innovativ/projekte/hebeler/windenergie/standorte.htm
www.geo.uni-augsburg.de/lehrstuehle/humgeo/.../Plakat_Windenergie.pdf
http://www.wirtschaftsblatt.at/home/schwerpunkt/dossiers/klimaschutz/china-investiert-mehr-in-erneuerbare-als-die-usa-413608/index.do

Der Umstieg von Atomstrom auf "Ökostrom" hat schon längst die idelogische Ebene verlassen und ist schon längst zu einem lohnenden Geschäft für den deutschen Staat geworden, für die neu entstandenen Unternehmen, die "Öko-Branche" und für die großen Energieunternehmen wie z.b. Eon.

Und ich könnte dich ja auch Atom-Tucktuck nennen und bin nicht so unverschämt.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 01 Okt 2011 - 17:52:46    Titel:

Ich hatte gehofft... nein ich bin davon ausgegangen, dass spätestens beim Fingerschnippen deutlich geworden sei, um welche Art Beitrag es sich hier handelt bzw. wie er gemeint ist...

Ironie bzw. ironisch...

Schade...
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