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Rösler Problemlösung oder Wahltaktik ?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Rösler Problemlösung oder Wahltaktik ?
 
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GLÜ
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Anmeldungsdatum: 02.03.2009
Beiträge: 134

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2011 - 14:18:41    Titel: Rösler Problemlösung oder Wahltaktik ?

Rösler Problemlösung oder Wahltaktik ?

Hurra , ich der biegsame Bambus bin dagegen .

Erst Richtlinien-Kompetenz . Jetzt , hurra ich bin dagegen . Damit liege ich doch hoffentlich voll im Trend , - - - oder ??! Das genügt mir vollkommen . Schließlich wurden wir vom Stimmvieh (das immer in den brennenden Stall zurück will ) zur Regierungspartei auserkoren. Wie sollte ich sie auch lösen , da diese Probleme auf unserem Neo(neo)liberalem-Gedankengut (Mist) so hervorragend gut zügellos gewachsen sind . Ich müsste ja allem was mir bisher heilig war abschwören .

Natürlich darf es keine Denkverbote geben , aber Gedanken sollten endlich zu Problem-Lösungen führen und diese nicht zusätzlich erschweren !

Wo ist in DIESEM Europa das Instrumentarium , um Probleme zu lösen ??! Darüber sollte sich Herr Rösler als erstes Gedanken machen . Daran sollte der biegsame Bambus in erster Linie mitarbeiten und solange die Klappe halten anstatt mit billiger Wahlkampftaktik seine mal vor Jahrzehnten brauchbare Partei nur noch tiefer in den Abgrund zu stoßen und vor allem die Lösung des enorm schwierigen Problems zu erschweren .

Wie ist dieses Europa gebaut ??! Zweidutzend Bankrotteure ergeben noch keine Weltfirma .
Bevor man sein Haus erweitert sollte man seine eigene Wohnung sanieren und zukunftsicher machen . Die Parteien , die der Erweiterung beitreten , sollten dieselben Bedingungen erfüllen , sonst werden Sie nicht aufgenommen . Diese Bedingungen werden in einer verbindlichen Hausordnung festgelegt.

Soweit so gut
.

Aber was nutzen uns in der EU Verträge , wenn es in der EU kein Instrumentarium gibt , sie notfalls mit Pönalen durchzusetzen .

Keine Parlamentarische-Demokratie funktioniert , wenn auch der letzte Abgeordnete zustimmen muß . In dem Fall ist Sie funktionsunfähig . Sie braucht Mehrheitsentscheidungen .

In der BRD liegt sie im Bundestag und in der Bundesrat (Länderkammer) bei 50% , was oft über die Länderkammer zu Blockaden durch die jeweilige Opposition führt . Um die Interessen der einzelnen Länder und nicht der jeweiligen Opposition zu vertreten plädiere ich hier seit langem für eine erforderliche 2/3 Mehrheit .

Um ein solches Model auf die EU zu übertragen , müssten die einzelnen Staaten mindestens Wirtschafts- und Finanzpolitische- sowie Außenpolitische-Befugnisse an das EU-Parlament und die EU-Kommission (EU-Regierung) abgeben und sich in diesen Ressoren auf ein Einspruchsrecht mit 2/3 Mehrheit beschränken .

Nur so wird es möglich die dringend erforderlichen Maßnahmen durchzuführen .

Was hat uns in diese bedrohliche Kriseneskalation (Banken- Staats- und kommende Wirtschaftskrise) geführt ?

Die Staaten haben für Wahlgeschenke bei schlechter und guter Konjunktur Kredite aufgenommen und sie selbst bei guter Konjunktur nicht wieder abgetragen. Sie waren stolz , wenn Sie bei guter Konjunktur weniger Schulden gemacht haben . Jetzt handeln Sie nach dem Motto : Spare in der Not , so hast Du Zeit dazu !! (und sparen Griechenland womöglich zu Tode) .
Griechenland ist sicherlich ein großer Sünder , aber nicht der Verursacher dieser bedrohlichen Krisen .

Wir haben also durch Nicht-Rückzahlung von Schulden in guten Konjunkturzeiten gewaltige Schulden angehäuft .

Weiter haben wir nach Neo(neo)liberaler- Heilslehre die Märkte völlig dereguliert ,
was in der Wirtschaft u.a. zu auf Staatskosten subventionierten Hungerlöhnen geführt hat .

Einmal eingeführte und zu dem Zeitpunkt erforderliche Anschub-Subventionen wurden zu Dauer-Subventionen .

Steuerschlupflöcher wurden nicht geschloßen . (Nach diesen Maßnahmen hätten wir bequem eine Steuersenkung in Betracht ziehen können !)

Besonders dramatisch hat sich diese Deregulierungs-Heilslehre auf die Finanzmärkte ausgewirkt .

Was ist hier seit der Finanz-Krise passiert ?!
!

Steinbrück und Merkel haben erfolgreich auf die Notbremse getreten und durch eine Einlagen-Garantie einen Run auf die Banken verhindert . Hut ab . Aber das war`s auch schon !!!


Wo sind EU-weit u.a.:

Das Verbot von Ungedeckten-Leerverkäufen ?

Wo ,das man diese auch noch gegen Ausfall versichern kann ?

Wo bleibt die Spekulationssteuer ?

Wurde etwa Schröders Heuschreckengesetz : Steuerfreiheit bei Verkauf von Firmeneigentum

oder Merkels Gesetz , das es den Banken im Nachhinein ermöglichte Kredite der Häuslebauer weiterzuverkaufen , ohne daß der Kredithai die alten ausgehandelten Konditionen übernehmen muß , auch wenn der Kredit stets bedient wurde , korrigiert ??!
Wurden die Zocker in den Banken nachhaltig an die Kette gelegt . Stattdessen werden auf unsere Kosten Steuergeschenke an die jeweilige Klientel verteilt .

Die jetzige Koalition vor allem die FDP tanzt weitab von der rean Lage . Traumtänzer .

Es ist legitim ,das Schäuble Szenarien durchspielen läßt , um für den Fall gewappnet zu sein , daß Griechenland doch Pleite geht .

Es ist FDP-Untergangshysterie , wenn man aus Wahltaktischen-Gründen die Insolvenz Griechenlands fordert ohne Problemlösungen für diesen Fall anbieten zu können , ohne dabei die eigene Deregulierungs-Heilslehre über Bord schmeißen zu müssen .

Der Unterschied zwischen Steinbrück und in abgeschwächter Form auch Schäuble zu Rösner ist wie der Unterschied zwischen Sarrazin und Buschkowsky . Sarazin legt aus populistischen Gründen den Finger in eine real existierende Wunde , Buschkowsky legt auch den Finger in die Wunde , bietet aber dringend erforderliche Lösungsansätze für die Probleme an !!!

Wo sind bei Rösler die Problemlösungs-Vorschläge ??!


Wann , wenn nicht jetzt , wollen wir die längst überfälligen Rahmengesetze schaffen , die anstelle des inzwischen herrschenden neoliberalen Kasinokapitalismus wieder eine Soziale-Marktwirtschaft ergmöglichen ??! Wir sind seit langem schon nur noch eine demokratisch gewählte Lobbykratie .

Ich höre schon : Wieder neue Gesetze .
Rahmengesetze heißt aber nicht mehr Gesetze , sondern Festlegung eines volks- und weltwirtschaftlichen Rahmens innerhalb dessen Betriebswirtschaften sich frei entfalten können ohne die Gesamtheit zu gefährden .


Dirigistische Eingriffe in einzelne Betriebe von seiten des Staates sind dagegen Gift , genauso wie einseitige Profitmaximierungen der Unternehmen .
Wann begreifen unsere Politiker die Volks- Weltwirtschaft endlich als eine Art geschlossenen Kreisprozeß des gegenseitigen Geben und Nehmens . Sie blüht nur nach dem Prinzip leben und leben lassen !!!


Es läßt sich nicht vermeiden , daß Fehler gemacht werden , aber wir erwarten , daß sie schnellstens korrigiert werden .

Auf meiner Uhr ist es scheints schon 5 nach 12 . Ich weiß nicht ob sie vor geht .
Aber wenn Leute wie Rösner statt Lösungen aus wahltaktischen Gründen nur zusätzliche Unruhe produzieren , wird es in kurzer Zeit 5 nach 12 sein .

So wie DIESE EU bis jetzt gebaut ist , erinnert Sie mich fatal an die Seilbahn des Alexis Sorbas . Eine Pionierleistung ohne Bremsen und Gegengewicht .
Bei der ersten Belastung sausten die Baumstämme (Konjunktur) ungebremst (deregulierte Märkte) und ohne Gegengewicht (Schuldenabbau in der Hochkonjunktur) zu Tal und rissen im Dominoeffekt einen Stützfeiler (Griechenland) nach dem anderen mit sich (EU) .
Worauf Alexis Sorbas ,der Erbauer sich zu Tode lachte . Es war für ihn die größte Gaudi seines Lebens .
Ich befürchte nur , die wenigsten von uns haben die Mentalität des Griechen Alexis Sorbas . ([SIZE="1"]Was nicht unbedingt ausschließt , daß etliche zu Tode kommen .)[/SIZE][/SIZE]


Wir haben in drei Krisenjahren nicht all zu viel gelernt . Wollen wir den Umbau der EU noch schaffen oder wollen wir zurück in den brennenden Stall ?!!


Denk ich an Deutschland und die EU in der Nacht . . . .

Bürger einer demokratisch gewählten LOBBYKRATIE

GLÜ2010

Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2011 - 22:51:21    Titel: Re: Rösler Problemlösung oder Wahltaktik ?

GLÜ hat folgendes geschrieben:
Es ist FDP-Untergangshysterie , wenn man aus Wahltaktischen-Gründen die Insolvenz Griechenlands fordert

Jetzt zeigst du uns aber verdammt noch mal sicherlich, wo die FDP das eigentlich tut?!?
A.H.Hattray
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Anmeldungsdatum: 11.07.2011
Beiträge: 940

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2011 - 23:12:14    Titel: Ein sehr guter Beitrag

Glü:

Dochnicht das erste Mal, dass die FDP ihre existenzielle Frage an Binsenweisheiten knüpft und auch nicht das erste Mal, dass die CDUCSU der FDP in taktischer Hinsicht Wahlkampfhilfe leistet.

Die Regeirung hofft auf das schlechte Gedächtnis der Wähler, dass die FDP für maximal 2,5 % der Wähler Politik macht und jede Stimme darüber hinaus auf der Unkenntnis derer beruht, die nicht über die FDP aufgeklärt sind.

Dass diese Partei dennoch immer wieder über 5 %, sogar 8% zuletzt fast 15 % der Stimmen erreichte ist einer weitreichenden Desinformation des Gefälligkeitsjournalismus und teilweise den Massenmedien zu verdanken.

Die Frage, die sich jeder Wähler stellen sollte ist: Wem nützt die FDP?

Manche die meinen, dass das Liberale in der Gesellschaft Platz haben muss, haben nicht erkannt, dass die FDP das Neolioberale repräsentiert und das ist nicht Freiheit, sondern Unfréiheit für alle die, die unter dem Neoliberalismus zu leiden haben. Das sind nicht wenige.

Die Leihstimmenkampagne der CDU/CSU für die FDP hat die FDP fast bei jeder >Wahl gerettet. Nicht umsonst sieht man am gegenwärtigen Wählerstrom , dass 2 % weniger bei der CDUCSU 2 % mehr bei der FDP bedeuten.

Dabei muss dem Bürger klar sein: Wer CDUCSU wählt bekommt nicht etwa christliche oder liberale Politik, sondern denselben Neoliberalismus den auch die FDP vertritt. Die Anstrengungen der GRÜNEN als künftige Mehrheitsbeschaffer für SPD und CDUCSU zu gelten und die FDP entbehrlich zu machen muss man aber nicht gutheißen. Denn was GRÜNE Politik bedeuten kann, das müssten die Wähler seit Schröder/Fischer wissen: Nichts als Neoliberalismus im Sinn.

Klassischerweise ist die Europapolitk das Feld, wohin die verantwortlichen Politiker immer mehr die Verantwortung hinschieben wollen, um sich davon zu stehlen. Immer mehr rücken Politiker ins Bewusstsein, dass sie auf den verschiedensten Feldern der Politik keine Verantwortung mehr wahrnehmen können, wo es um das "freie Spiel der Kräfte" geht. Wofür aber wollen sie gewählt werden, wenn sie ja doch nichts machen können, vor denen kapitulieren die Alles haben und jene rupfen die Habenichtse sind?

Das hat die FDP mit der neuen Gesundheitspolitik auf den Punkt gebracht. Die "Kopfpauschale" in die alle Parteien hintendieren, auch solche die jetzt noch die Bürgerversicherung präferieren. In einem solchen Feld ist es für die FDP leicht aus dem DStimmentief wieder heraus zu kommen, selbst wenn sie sich "verbiegen" muss und plötzlich ein soziales Thema aufgreift, mit dem man allein Stimmen "fangen" kann.

Es bleibt der FDP die Erinnerung an die Hotelsteuerminderung zu erinnern, der auch den Bordelliers zugute kam. Das ist das Klientel, das sich bei der FDP am meisten die Hände reibt.

Abdul
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 17 Sep 2011 - 05:46:05    Titel:

>>Neoliberalismus
Denkrichtung des Liberalismus, die eine freiheitliche, marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit den entsprechenden Gestaltungsmerkmalen wie privates Eigentum an den Produktionsmitteln, freie Preisbildung, Wettbewerbs- und Gewerbefreiheit anstrebt, staatliche Eingriffe in die Wirtschaft jedoch nicht ganz ablehnt, sondern auf ein Minimum beschränken will.

Die Ideen des Neoliberalismus, dessen führender Vertreter in Deutschland Walter Eucken (* 1891, gestorben 1950) war, basieren zum großen Teil auf den negativen Erfahrungen mit dem ungezügelten Liberalismus des Laissez-faire im 19. Jahrhundert, als der Staat die Wirtschaft komplett dem freien Spiel der Marktkräfte überließ. Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft sind deshalb aus Sicht des Neoliberalismus dann gerechtfertigt und notwendig, wenn sie z. B. das Marktgeschehen fördern und die Bildung von Monopolen oder Kartellen verhindern, Konjunkturschwankungen ausgleichen oder dem sozialen Ausgleich dienen. Die deutsche Variante des Neoliberalismus wird auch als Ordoliberalismus bezeichnet. Die angelsächsische Variante mit ihrem Hauptvertreter Friedrich August von Hayek (* 1899, gestorben 1992) setzt mehr auf die Selbststeuerung der Marktwirtschaft.

Die meisten Wirtschaftsordnungen der westlichen Industrienationen, so auch die soziale Marktwirtschaft in Deutschland, basieren heute auf den grundlegenden Prinzipien des Neoliberalismus. <<
A.H.Hattray
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Anmeldungsdatum: 11.07.2011
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BeitragVerfasst am: 17 Sep 2011 - 08:27:39    Titel: Meinungen über den Neoliberalismus

Die Frage ist ja nicht, dass die westlichen Gesellschaften den Neoliberalismus bevorzugen, sondern die, was bringt es den Bürgern.

Siehe da, der Neoliberalismus hat sich als Flop herausgestellt, insbesondere in der deregulierten Art.

Das freie Spiel der Märkte zu propagieren ist das Eine. Wer aber ruft zuerst nach dem Staat, wenn es gilt die Verluste zu sozialisieren, nachdem die Gewinne in die privaten Hände geflossen sind?

Die Destruktivität des Neoliberlaismus hat sich ja nicht erst seit dem Exkurs von Milton Friedman nach Chile(als Berater von Pinochet im Auftrag Reagans) erwiesen, sondern auch durch den Thatcherismus, der die Verschlechterungen der Lebensbedingunegn der britischen Bürger in allen Bereichen zur Folge hatte.

In den USA leben heute 200 Millionen unter oder um die Armutsgrenze herum, weil dort der Neoliberalismus die meiste Zerstörungskraft entfaltete und nichts anderes als auf Kosten der Allgemeinheit Industriebrachen und verwahrloste Städte hinterließ.

Die Definition dessen was Neoliberlismus aus dem "Lexikon" ist, König Ludwig, sagt ja noch nichtsw über seine wirklichen Auswirkungen von denen die Finanzkrise und der Finanzjongleurismus, ja nur die Spitze des Eisbergs ist. Darunter liegen Pleitewellen en masse, Lohndumping, Ein-Euro und Mini-jobs, sowei die Wiedereinführung der Klassengesellschaft in vielen Bereichen.

Die Enteignung der Privatbanken ist längst zwingend erforderlich, weil die Auswüchse wie Griechenland verursachen, die der Allgemeinheit nur schaden. Auf der Grundlage neoliberaler Thesen.

Abdul
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 17 Sep 2011 - 08:52:06    Titel:

ich dachte ja nur, weil Du doch beim Sozialismus und kommunismus so auf die Lehrbuchdefinition bestehst. Solltest Du das beim Neoliberalismus nicht fortsetzen?

Ich behaupte mal einen echten Neoliberalismus haben wir seit Eindampfen des Wirtschaftswunders durch Übernahme sozialistischer und kommunistischer Irrlehren nicht mehr gesehen.
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2011 - 17:20:51    Titel: Re: Meinungen über den Neoliberalismus

A.H.Hattray hat folgendes geschrieben:
In den USA leben heute 200 Millionen unter oder um die Armutsgrenze herum

Absurd.
Quelle?
Fakten?

A.H.Hattray hat folgendes geschrieben:
Die Enteignung der Privatbanken ist längst zwingend erforderlich, weil die Auswüchse wie Griechenland verursachen, die der Allgemeinheit nur schaden

Vielleicht mal ganz langsam und detailliert für Begriffsstutzige wie mich:
Was zum Teufel haben ausgerechnet Privatbanken mit "griechischen Auswüchsen" zu tun?

In einem "liberalen" System ohne EU-Dirigismus wäre Griechenland schon vor einiger Zeit nicht mehr für Privatbanken kreditwürdig gewesen und hätte nicht jahrelang diese "Auswüchse" an weiteren Schulden aufhäufen können.
A.H.Hattray
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Anmeldungsdatum: 11.07.2011
Beiträge: 940

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2011 - 18:06:51    Titel: Fakten bekannt?

Durchaus richtig Julius_Dolby. Dennoch, waren die Fakten über griechenland nicht bekannt und haben Banken und Politik das System des "Auslutschens eines ohnehinn wirtschaftlichen Staates trotz der bekannten Tatsachen betrieben?

Auch wenn es Täuschungen seitens der griechischen Regierung gegeben hat, bist Du nicht auch der Meinung dass die Eliten der Banken davon gewusst haben und letztlich darauf setzten, dass für alle Verluste letztlich der Steuerzahler in Europa eintreten würde?

Nun Julius_Dolby, diese Antwort ist leicht, auch längst bekannt, ob es nunum bewusstes Versagen der Bankereliten geht oder um bekannte Täuschungen der griechischen Regierung hat man billigend in Kauf genommen , dass der Steuerzahler zahlt.

Es ist ja nicht so, dass da ein "Schwarzes Loch" wäre, sondern es gibt ja Gewinner, also Kreise, denen das Geld zufließt, egal, ob Griechenland fit gemacht würde seine Schulden begleichen zu können, oder der EU Rettungsschirm den Gewinnern das Geld rüberschiebt.

Nur die Namen werden uns nicht genannt, die jeweils nach Bankencrahs's ihr Säckel gefüllt bekommen. Was wir als ein "Fass ohne Boden" wähnen, ist für die Gewinner ein Geldsegen, mit dem die Wert aufgekauft werden, die inflationssicher sind.

Abdul
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 17 Sep 2011 - 18:53:00    Titel:

A.H.Hattray hat folgendes geschrieben:
Auch wenn es Täuschungen seitens der griechischen Regierung gegeben hat, bist Du nicht auch der Meinung dass die Eliten der Banken davon gewusst haben und letztlich darauf setzten, dass für alle Verluste letztlich der Steuerzahler in Europa eintreten würde?

Ob sie von Täuschungen gewusst haben, diese geahnt haben, oder nicht:
Natürlich! Sie haben darauf gesetzt, dass die anderen europäischen Länder schlechte Schuldner wie Griechenland nicht fallen lassen würden.

Und damit haben sie ja auch genau das antizipiert, was letztlich - bisher zumindest - eingetreten ist: Andere Länder kommen dafür auf, die EZB kauft Anleihen, etc.

A.H.Hattray hat folgendes geschrieben:
ob es nunum bewusstes Versagen der Bankereliten geht

Genau das ist ja der Punkt: Welche (Privat-) Banker sollen denn hier wo "versagt" haben? Sie haben - korrekterweise - antizipiert, dass Griechenland nicht von den anderen EURO-Ländern fallen gelassen würden. Und deshalb haben Sie Griechenland trotz schlechter Bonität weiter Geld geliehen, was die Schuldenspirale immer weiter trieb.

Nur: Mit Liberalismus, freiem Markt etc. hat das ja herzlich wenig zu tun!
Im Gegenteil: In bester sozialistischer Tradition werden da Illusionen aufgebaut und Fehlanreize gesetzt.
Das ist ein klares Politikversagen und kein Bankenversagen oder Marktversagen!

Das Perverse daran ist allerdings: Solange die EU das tut, solange die EU sich gegen die Realitäten der Märkte stemmt, so lange setzt sie ja erst recht (!) Anreize zu schlechtem Wirtschaften. Anreize für Länder, defizitär zu wirtschaften und Schulden zu machen, und Anreize für Banken, schlechten Schuldnern Kredite zu gewähren! Die Schraube wird nur weitergedreht.

Wenn Philipp Rösler allerdings davon spricht, dass Länder geordnet bankrott gehen können müssen, dann hat er damit nicht nur völlig recht - nein, er nennt damit auch eine (notwendige) Lösung!
Richi
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2011 - 09:32:48    Titel:

Zitat:

Wenn Philipp Rösler allerdings davon spricht, dass Länder geordnet bankrott gehen können müssen, dann hat er damit nicht nur völlig recht - nein, er nennt damit auch eine (notwendige) Lösung!


Mag ja sein, aber sowohl Form als auch Zeitpunkt dieser "Idee" trägt alles andere als zur Lösung bei. Denn jetzt buttern wir auf der einen Seite immer mehr Geld in Griechenland rein (mit Zustimmung der FDP), gleichzeitig hängen wir (bzw. der werte Herr Rösler und damit leider zum Teil auch stellvertretend für Deutschland) aber an die große Glocke, dass wir ja selbst nicht wirklich dran glauben dass das hilft und torpedieren damit unsere eigenen Maßnahmen.
Also worum geht es Herrn Rösler dabei wohl mehr, um die Lösung der Griechenlandkrise oder der FDP-Krise, und zwar auf Kosten der anderen...
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