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Studium im 5. Semester und kein Land in Sicht
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rilakkuma
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Anmeldungsdatum: 24.10.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2011 - 08:15:57    Titel: Studium im 5. Semester und kein Land in Sicht

Hallo alle miteinander!

Mein Problem lässt sich ja schon im Thread-Titel ablesen, aber vielleicht beschreibe ich euch ersteinmal meine Situation.

Ich bin 21 Jahre alt und studiere in NRW an einer FH mehr schlecht als recht Biotechnologie. Mit der Wahl meines Studienfachs bin ich auch nachwievor zufrieden, mal abgesehen von so Sachen wie Elektronik, Prozesstechnik oder BWL die ich einfach machen muss. Rolling Eyes
Allerdings habe ich schon fast seit Beginn ein massives Lern- und Motivationsproblem.

Mein Abitur habe ich mit minimalem Lernaufwand mit 1,9 gemacht. Mit etwas mehr Elan und besseren Abschlussprüfungen hätte ich locker eine 1,5 oder 1,6 rauskitzeln können. Ich war es immer gewohnt, mir ohne viel Pauken die guten (oder zumindest mittelmäßigen) Noten aus dem Ärmel zu schütteln.
Doof bin ich nicht, nur Lernen habe ich nie gelernt. Und genau das bricht mir jetzt das Genick.
Im Auswendiglernen war ich nie so wirklich gut, aber Verstehen und Anwenden hatte ich ganz gut drauf. Aber leider besteht das Studium zu 90% aus sturem Auswendiglernen.

In den ersten beiden Semestern bin ich dann auch prompt auf die Fresse gefallen und durch die Hälfte der Prüfungen gerasselt.
Als Ursache habe ich eine Mischung aus Selbstüberschätzung, schlechtem Zeitmanagement und mangelnder Lernbereitschaft diagnostiziert. Embarassed

Im dritten Semester hätte ich das Ruder vielleicht noch rumreißen können, aber der Berg aus Altlasten und neuen Prüfungen türmte sich so groß vor mir auf, dass ich gar nicht wusste wo ich anfangen sollte. Im vierten Semester ein ähnliches Bild. Das Ergebnis: erst knapp über 40 Punkte und 4 Klausuren im Drittversuch.

Vorallem im vierten Semester wurde ich langsam aber sicher lethargisch bis depressiv und habe mir selbst immer mehr Steine in den Weg gelegt. Diverse Laborberichte nicht geschrieben (mein Ticket zur Klausur), eine Hausarbeit nicht geschrieben (die zweite Hälfte meiner Note in dem Fach) obwohl in wirklich großes Interesse an meinem Thema hatte.

Hinzu kommt, dass weder Freunde noch Familie das ganze tragische Ausmaß kennen. Schlimmer noch: die meisten halten große Stücke auf mich.
Abgesehen von meiner Laborpartnerin um die es ähnlich steht.

Wenn ich nochmal 2 Jahre zurückspulen könnte würde ich mich um eine funktionierende, regelmäßige Lerngruppe kümmern.
Einfach als mentale Stütze um meinen Lernfortschritt zu überwachen und mir im Zweifelnsfall in den Arsch zu treten. Der Druck mitzuhalten oder sogar Besserwisser spielen zu können ist eine 1A Motivation.
Ich glaube, damit hätte ich das schlimmste abwenden können.


Was mich am meisten frustriert und beschämt ist, dass ich mir fast sicher bin dass ich eigentlich nicht zu doof zum studieren bin. Und bisher hatte ich alles geschafft was ich angepackt habe.
Langsam aber sicher sollte ich mir aber mein Scheitern eingestehen.
Rein theoretisch könnte ich es ja noch schaffen wenn ich mich ab sofort richtig reinhänge.
Aber dann lägen noch mindestens 4 Semester vor mir, dazu 4 Klausuren im Drittversuch. Und einen Nebenjob müsste ich auch noch einkalkulieren, da mir natürlich zum 5. Semester das Bafög gestrichen wurde.
Wenn ich das alles ganz realistisch betrachte, sehe ich wirklich kaum noch Hoffnung. Die Wahrscheinlichkleit nach 6, 7 oder sogar 8 Semestern doch noch ohne Abschluss das Feld zu räumen ist zu groß und dann stehe ich wirklich mit leeren Händen da.


Ich hatte darüber nachgedacht auf ein duales Studium umzusatteln, aber dann hab ich mitbekommen, dass man auch seine negativen Leistungen (sprich: vergeigte Klausuren) an die neue Hochschule mitnimmt. Und wer nimmt denn jemanden, der schon mit einem Bein im Grab steht? Crying or Very sad Außerdem würde ich mir das selbst nicht zutrauen die Klausuren im ersten Anlauf auf einer neuen Hochschule zu packen.
Und alles abseits von Naturwissenschaften interessiert mich nur mäßig. Vielleicht noch Japanologie, aber nicht so sehr, dass ich mein Hobby zum Beruf machen möchte.

Bleibt also nur noch eine Ausbildung, zumindest fällt mir keine andere Lösung mehr ein.
Chemie- oder Biologielaborant würde mir wahrscheinlich ganz gut liegen, zumindest hab ich immer wirklich gern im Labor gearbeitet.
Aber ganz ehrlich: so weit auf der Karriereleiter herunter zu müssen tut echt weh.
Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind eher begrenzt und ich fürchte mich davor, in der Ausbildung im anderen Extrem zu landen und mich zu langweilen. Ich sehe die Sackgasse schon fast vor mir.


Ich bin für alle Arten von Kritik, Anmerkungen und Ideen offen.
Und danke an alle, die sich diesen langen Text durchgelesen haben.
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2011 - 19:46:07    Titel:

welche veranstaltungen haben dir denn an dem studium bisher gut gefallen?

du nimmst zwar fehlversuche mit, wenn du die hochschule im inland wechselst, aber gerade bei studiengängen wie biotechnologie sind die studienverläufe von hochschule zu hochschule nicht 100% identisch. vielleicht gibt es bei einigen hochschulen ein paar deiner problemfächer gar nicht.

in den niederlanden, schweiz oder österreich würdest du die fehlversuche auch nicht mitnehmen. bei letzteren beiden gibt es auch fh und dir rechnen dir nur das an, was du auch willst.

warum muss es eigentlich bioTECHNOLOGIE sein, wenn dir vorlesungen wie elektronik und prozesstechnik nicht gefallen?
rilakkuma
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Anmeldungsdatum: 24.10.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2011 - 20:50:27    Titel:

konstantin87 hat folgendes geschrieben:
welche veranstaltungen haben dir denn an dem studium bisher gut gefallen?


Am meisten Spaß hab ich allen biologischen Fächern (Mikro-, Molokularbio), Immunologie, Gentechnik, aber auch eigentlich alles chemische und die dazugehörigen Laborpraktika.


Zitat:
du nimmst zwar fehlversuche mit, wenn du die hochschule im inland wechselst, aber gerade bei studiengängen wie biotechnologie sind die studienverläufe von hochschule zu hochschule nicht 100% identisch. vielleicht gibt es bei einigen hochschulen ein paar deiner problemfächer gar nicht.


Ich bin z.B. in Mathe im Drittversuch, was man in jedem naturwissenschaftlichem Studium findet.


Zitat:
in den niederlanden, schweiz oder österreich würdest du die fehlversuche auch nicht mitnehmen. bei letzteren beiden gibt es auch fh und dir rechnen dir nur das an, was du auch willst.


Ich muss dir echt für diesen neuen Denkanstoß danken! Very Happy
Über ein Studium in den Niederlanden habe ich mich bisher noch gar nicht informiert.
Und was habe ich herrausgefunden nach einem Tag Recherche?
In Enschede gibt es einen Studiengang der mich wirklich sehr anspricht. Biologie und medizinische Laborforschung.
Der Wohnungsmarkt ist gar nicht so teuer und überlaufen wie ich immer dachte (zumindest in Enschede).
Mit einem Arbeitsvertrag von mindestens 32 Stunden im Monat habe ich Anrecht auf ein Basisstipendium über 269€ im Monat. Damit hätte ich nie gerechnet. Surprised
Vielleicht hängt ja sogar noch das Aufstockungsstipendium (Abhängig vom Einkommen der Eltern) über maximal 245€ drin.
Meine Waisenrente krieg ich auch beim Studium im Ausland.
Der Haken: Studiengebühren von etwa 1700€ im Jahr und Studium auf niederländisch und NL2-Examen vor Beginn des Studiums vorrausgesetzt.

Da bleibe ich erstmal dran. Infomaterialien habe ich schon geordert. Hoffentlich mit Modulandbüchern, von denen fehlt im Netz nämlich jede Spur.


Zitat:
warum muss es eigentlich bioTECHNOLOGIE sein, wenn dir vorlesungen wie elektronik und prozesstechnik nicht gefallen?


Ich möchte denjenigen sehen, dem jedes seiner Fächer gefällt. Wink
Und ich dachte in den sauren Apfel muss ich halt beißen, was vielleicht ein Fehler war.


Auf jeden Fall bleibe ich erstmal an Enschede dran. Mal schauen was das Infomaterial so bringt.
Ein Auslandsstudium (naja, 10 km hinter der Grenze Laughing) und Fremdsprache bügelt vielleicht auch einen Studienabbruch im Lebenslauf wieder etwas aus.
rilakkuma
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Anmeldungsdatum: 24.10.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 27 Okt 2011 - 15:44:53    Titel:

Ok, Enschede ist wieder abgeschrieben.
Habe jetzt herausgefunden, dass niederl. Hogeschool =/= dt. Fachhochschule.
Die vergeben da auch keinen Bachelor of Science, sondern einen Bachelor of Applied Sciences mit dem man in Deutschland keinen Master machen kann und scheinbar selbst in den Niederlanden erst noch ein Jahr Vorbereitung vor dem Master machen muss. (Vorsicht, Halbwissen)
Was machen die denn da bitte vier Jahre lang wenn's dann noch nichtmal nen richtigen Bachelor gibt? Rolling Eyes

Dabei hat mir Enschede spontan echt zugesagt.
Da hätte es sogar ein NRW-Ticket gegeben. Sowas hab ich ja noch nicht einmal hier. Als Student in NRW! Laughing

Bin gerne noch für weitenen Input offen.
Jetzt schau ich mal was die Unis in NL so zu bieten haben.
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 27 Okt 2011 - 15:49:33    Titel:

mathe ist in allen, aber was ist mit den anderen drei problemfächern? diese eine mathe-veranstaltung sollte mit erhöhten aufwand doch machbar sein.

wenn es unbedingt dieser studienabschluss sein muss, versuch es bis zum bitteren ende in deutschland und wenn du durch den letztversuch rasselst, geht es für dich ins ausland, ganz einfach. da muss man dann aber wahrscheinlich bisschen mehr flexibilität zeigen, als du es gerade versuchst. zumindest wäre das mein vorgehen.
maile15
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Anmeldungsdatum: 28.07.2011
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 27 Okt 2011 - 17:14:51    Titel:

Also,

Meiner Meinung nach sollte für dich erstmal SCHLUSS sein.

Es gibt nämlich ein Problem was du mit jedem wechsel nicht an der Wurzel packst, du hast nämlich eine Lernschwäche hast!

Die Frage ist also, sich in das nächste Studium stürzen und die gleichen Fehler machen weil sich ja sowieso nichts geändert oder erst an dem eigentlichen Problem arbeiten?

Willst du den das Studium machen? Wenn ja dann würd ich ein Urlaubsemester machen und lernen zu lernen....
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 27 Okt 2011 - 19:40:24    Titel: Re: Studium im 5. Semester und kein Land in Sicht

rilakkuma hat folgendes geschrieben:

Allerdings habe ich schon fast seit Beginn ein massives Lern- und Motivationsproblem.

Mein Abitur habe ich mit minimalem Lernaufwand mit 1,9 gemacht. Mit etwas mehr Elan und besseren Abschlussprüfungen hätte ich locker eine 1,5 oder 1,6 rauskitzeln können. Ich war es immer gewohnt, mir ohne viel Pauken die guten (oder zumindest mittelmäßigen) Noten aus dem Ärmel zu schütteln.

Im Auswendiglernen war ich nie so wirklich gut, aber Verstehen und Anwenden hatte ich ganz gut drauf. Aber leider besteht das Studium zu 90% aus sturem Auswendiglernen.

In den ersten beiden Semestern bin ich dann auch prompt auf die Fresse gefallen und durch die Hälfte der Prüfungen gerasselt.
Als Ursache habe ich eine Mischung aus Selbstüberschätzung, schlechtem Zeitmanagement und mangelnder Lernbereitschaft diagnostiziert. Embarassed

Im dritten Semester hätte ich das Ruder vielleicht noch rumreißen können, aber der Berg aus Altlasten und neuen Prüfungen türmte sich so groß vor mir auf, dass ich gar nicht wusste wo ich anfangen sollte. Im vierten Semester ein ähnliches Bild. Das Ergebnis: erst knapp über 40 Punkte und 4 Klausuren im Drittversuch.

Vorallem im vierten Semester wurde ich langsam aber sicher lethargisch bis depressiv und habe mir selbst immer mehr Steine in den Weg gelegt. Diverse Laborberichte nicht geschrieben (mein Ticket zur Klausur), eine Hausarbeit nicht geschrieben (die zweite Hälfte meiner Note in dem Fach) obwohl in wirklich großes Interesse an meinem Thema hatte.

Wenn ich nochmal 2 Jahre zurückspulen könnte würde ich mich um eine funktionierende, regelmäßige Lerngruppe kümmern.
Einfach als mentale Stütze um meinen Lernfortschritt zu überwachen und mir im Zweifelnsfall in den Arsch zu treten. Der Druck mitzuhalten oder sogar Besserwisser spielen zu können ist eine 1A Motivation.
Ich glaube, damit hätte ich das schlimmste abwenden können.



es ist definitiv keine lernschwäche, auch wenn er eventuell falsch lernt, sondern viel mehr seine faulheit und eine fehlende lerngruppe. das erkennt man auch immer wieder in seinem beitrag. auswendiglernen kann schließlich jeder, nur ebend nicht gleich schnell.

wenn ich zurückblicke, habe ich einige prüfungen NUR durch meine lerngruppe geschafft. das war bei vorlesungen der fall, wo ich den prof kein bisschen verstanden habe und am ende vielleicht ein aufgabengebiet von vier konnte. am ende konnten die anderen die übrigen 3 und wir haben uns gegenseitig geholfen, so ähnlich ist es schon häufiger vorgekommen.
ich habe durch die lerngruppe auch viel mehr zeit investiert, denn ich MUSSTE nach der zusage morgens aufstehen und ab in die bib, wo ich mich auch nicht ablenken konnte. die pausen sind dort auch nicht so langweilig, vor allem ist man nicht so genervt vom lernen, weil alle das gleiche "schicksal" teilen.

das sind auch seine beiden probleme (siehe markierungen im zitat). er kann seine situation super selbst reflektieren, aber den inneren schweinehund nicht überwinden. davon habe ich einige kennengelernt, unter anderem mein mitbewohner..

ein weiterer tipp von mir wäre, kümmer dich nicht zu sehr um altlasten. natürlich müssen die geschrieben werden, aber doch nicht alle problemfächer in einem semester und vor allem versuch dann nicht auch noch das komplette nächste semester dazu zu nehmen. wenn ich ein hartes fach nicht packe und im nächsten wiederhole, dann schieb ich aus dem nächsten ein hartes. ansonsten fällt man nachher durch beide oder kriegt schlechte noten.
die regelstudienzeit ist keine pflicht und auch keine durchschnittliche studiendauer aller studenten.
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