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Was verdient ein Unidozent?
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Historier
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Anmeldungsdatum: 03.02.2010
Beiträge: 183
Wohnort: Uni Bamberg. derzeit Nancy

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2011 - 00:20:33    Titel: Was verdient ein Unidozent?

Hallo zusammen,

ich würde mich sehr freuen wenn endlich mal jemand etwas Licht ins Dunkle bringt:
ich strebe eine wissenschaftliche Laufbahn an, bestenfalls an der Uni.
Nun ist das ja i d R so:
wiss. Mitarbeiter (MA)
ebd (Dr)
Habilitation
Professor

An allen Ecken und Enden wird mir jedoch davon abgeraten, es sei zu unsicher und außerdem würde man eh nichts verdienen: ein wiss. Mitarbeiter bekomme demnach ca 1000 € für einen Kurs PRO Semester! Nehmen wir also an, man hält 3 Kurse und das Semester dauert 4 Monate so wäre das ein Verdienst von 750€/Monat.
- Stimmt das wirklich? Bekommt jeder Hilfsarbeiter mehr Geld als ein Unidozent? (Mir geht es in erster Linie um die normalen wiss. Mitarbeiter nach Promotion aber nicht Habil.)
- Ist das von Fachrichtung zu Fachrichtung unterschiedlich? (beziehe mich auf Geschichte und Politikwissenschaft)
- erhält ein Dozent zusätzlich ein Grundgehalt von der Uni. z.b. für Zuarbeit für den Professor etc.?
- Wie viel verdient also ein Uni-Dozent?

Ich mein, ich habe noch keinen Dozenten kennengelernt der den Eindruck machte, ein schlimmes Leben führen zu müssen, da muss also mehr als die läppischen 750€ am Monatsende vorhanden sein. (z.T. geben die dem Kurs sogar mal nen Getränk in einer Bar aus)
Die Thematik ist mir sehr wichtig, wäre schön, wenn mir jemand weiterhelfen kann!
emoguy
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Anmeldungsdatum: 08.07.2008
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2011 - 00:26:13    Titel:

ein Großteil der Dozenten dürfte entweder im akademischen Mittelbau (A13-A14 sein) und damit ähnlich wie ein Lehrer verdienen (schau halt nach akutellen Besoldungstabellen) oder als PostDoc nach E13 bezahlt werden (was in der Regel auf ein klein bisschen geringeres Gehalt hinausläuft)

so ca. 2000netto (nach Steuern und Sozialabgaben) kann man mit rechnen.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2011 - 11:11:53    Titel:

Die Entlohnung von Lehraufträgen gestaltet sich in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren, wobei die von den Universitäten (und Hochschulen generell) herangezogenen Tabellen und Regularien für Dritte häufig nicht oder nur auf Nachfrage einsehbar sind. Hinzu kommt, dass manche Universitäten stark pauschalisieren (feste Entlohnung nach der Anzahl der gegebenen Semesterwochenstunden), während andere variable Bestandteile (Anzahl der korrigierten Prüfungsleisten, Skripterstellung etc.) kennen. Im Großen und Ganzen ist der von dir genannte Betrag von 1.000 € pro Veranstaltung (2 SWS) und Semester für einen nicht angestellten Lehrbeauftragten durchaus realisitisch und kann in gewissen Grenzen höher oder niedriger ausfallen.

Hierbei gilt allerdings, dass nicht jeder Dozent bezahlt wird. Mir sind auch sehr große gesellschafts- und geisteswissenschaftliche Institute und Fachbereiche bekannt, die nur einen relativ geringen Anteil an bezahlten Lehraufträgen vergeben, während ein Großteil der zumeist geisteswissenschaftlichen Dozenten die Lehre umsonst abhält - fast immer in der Hoffnung, doch noch einen Fuß in die (bezahlte) akademische Welt setzen zu können.
Hierunter fallen oftmals auch die Privatdozenten, die häufig zur Lehre "verpflichtet" sind, allerdings meistens (?) keinerlei Salär erhalten. Universitäten und die entsprechenden Dozenten gehen damit übrigens nicht unbedingt hausieren. Innerhalb des Öffentlichen Dienstes ist die Personalpolitik mancher Universitäten erschreckend ambivalent, ohne dass dies angesichts einer überschaubaren Community wirklich offen thematisiert werden würde.

Eine Universitätskarriere nach dem Studium beginnt in Deutschland klassisch über eine Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter, der gerade in den Geisteswissenschaften (aber auch anderswo) in der Vielzahl der Fälle formal in Teilzeit (TVÖD, TVL-L, TV-H etc. E 13; 50%) eingestellt wird. Vollzeitstellen sind tatsächlich relativ selten. Mitarbeiter mit Doktorat weichen hiervon kaum ab, auch diese sind zumeist nach E 13 angestellt. Auch eine Habilitation sorgt nur eher selten für eine bessere Entlohnung.

Beamtung und entsprechende Besoldung (A 13/ A14) sind relativ selten geworden und beinhaltet Stellen für etwa Akademische Räte. Diese Positionen werden in Zukunft aber wohl zumindest nicht zunehmen, zumal auch eine steigende Anzahl an Lehrstuhlinhabern nicht mehr in ein Beamtenverhältnis eintritt.

Kurzum, 2.000 € netto als Dozent (im weiteren Sinne) zu verdienen ist durchaus möglich, jedoch würde ich gerade in den Geisteswissenschaften nicht zwangsläufig damit rechnen. Obwohl Historiker (wie viele Geisteswissenschaftler) breit einsatzfähig sind und auch in der freien Wirtschaft mehr oder weniger zufriedenstellend unterkommen, ist besonders finanziell die Hochschullaufbahn für diese Berufsgruppe eher lukrativ und der Wettbewerb entsprechend groß.
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