Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Walter Helmut Fritz - Augenblicke
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Walter Helmut Fritz - Augenblicke
 
Autor Nachricht
Feyala
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 12.12.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 12 Dez 2011 - 01:58:41    Titel: Walter Helmut Fritz - Augenblicke

Hallo, Wir haben gerade Prüfungsvorbereitung und müssen dazu ein brief schreiben zu den nach folgenden Text.
In den Breif sollen wir uns in der Person der Elsa reinversetzen und ihn als Elsa schreiben an ihrer Freundin.
Der Brief steht unter der kurzgeschichte.
Meine Frage ist ob ich den so lassen kann oder ob ich noch was verändern muss Inhaltlich oder in der grammatik.

Kaum stand sie vor dem Spiegel im Badeziminer, um sich herzurichten, als ihre Mutter aus dem Zimmer nebenan zu ihr hereinkam, unter dem Vorwand, sie wolle sich nur die Hände waschen.
Also doch! Wie immer, wie fast immer.
Elsas Mund krampfte sich zusammen. Ihre Finger spannten sich. Ihre Augen wurden schmal. Ruhig bleiben!
Sie hatte darauf gewartet, daß ihre Mutter auch dieses Mai hereinkommen würde, voller Behutsamkeit: mit jener scheinbaren Zurückhaltung, die durch ihre Aufdringlichkeit die Nerven freilegt. Sie hatte - behext, entsetzt, gepeinigt - darauf gewartet, weil sie sich davor fürchtete.
- Komm, ich mach dir Platz, sagte sie zu ihrer Mutter und lächelte ihr zu.
- Nein, bleib nur hier, ich bin gleich soweit, antwortete die Mutter und lächelte.
- Aber es ist doch so eng, sagte Elsa, und ging rasch hinaus, über den Flur, in ihr Zimmer. Sie behielt einige Augenblicke länger als nötig die Klinke in der Hand. wie um die Tür mit Gewalt zuzuhalten. Sie ging auf und ab, von der Tür zum Fenster, vom Fenster zur Tür. Vorsichtig öffnete ihre Mutter. Ich bin schon fertig, sagte sie.
Elsa tat, als ob ihr inzwischen etwas anderes eingefallen ware, und machte sich an ihrem Tisch zu schaffen.
- Du kannst weitermachen: sagte die Mutter.
- Ja, gleich.
Die Mutter nahm die Verzweiflung ihrer Tochter nicht einmal als Ungeduld wahr.
Wenig später allerdings verließ Elsa das Haus, ohne ihrer Mutter adieu zu sagen. Mit der Tram fuhr sie in die Stadt, in die Gegend der Post. Dort sollte es eine Wohnungsvermittlung geben, hatte sie einmal gehört. Sie hätte zu Hause im Telefonbuch eine Adresse nachsehen können. Sie hatte nicht daran gedacht, als sie die Treppen hinuntergeeilt war.
In einem Geschäft für Haushaltungsgegenstände fragte sie, ob es in der Nähe nicht eine Wohnungsvermittlung gebe. Man bedauerte. Sie fragte in der Apotheke, bekam eine ungenaue Auskunft. Vielleicht im nächsten Haus. Dort läutete sie. Schilder einer Abendzeitung, einer Reisegesellschaft, einer Kohlenfirma. Sie läutete umsonst.
Es war später Nachmittag, Samstag, zweiundzwanzigster Dezember.
Sie sah in eine Bar hinein. Sie sah den Menschen nach, die vorbeigingen. Sie trieb mit. Sie betrachtete Kinoreklamen.
Sie ging Stunden umher. Sie würde erst spat zurückkehren. Ihre Mutter würde zu Bett gegangen sein. Sie würde ihr nicht mehr gute Nacht zu sagen brauchen.
Sie würde sich, gleich nach Weihnachten, eine Wohnung nehmen. Sie war zwanzig Jahre alt und verdiente. Kein einziges Mai würde sie sich mehr beherrschen können, wenn ihre Mutter zu ihr ins Bad kommen würde, wenn sie sich schminkte. Kein einziges Mal.
Ihre Mutter lebte seit dem Tod ihres Mannes allein. Oft empfand sie Langeweile. Sie wollte mit ihrer Tochter sprechen. Weil sich die Gelegenheit selten ergab (Elsa schützte Arbeit vor), suchte sie sie auf dem Flur zu erreichen oder wenn sie im Bad zu tun hatte. Sie liebte Elsa. Sie verwöhnte sie. Aber sie, Elsa, würde kein einziges Mai mehr ruhig bleiben können, wenn sie wieder zu ihr ins Bad käme.
Elsa floh.
Über der Straße künstliche, blau, rot, gelb erleuchtete Sterne. Sie spürte Zuneigung zu den vielen Leuten, zwischen denen sie ging.
Als sie kurz vor Mitternacht zurückkehrte, war es still in der Wohnung. Sie ging in ihr Zimmer, und es blieb still. Sie dachte daran, daß ihre Mutter alt und oft krank war. Sie kauerte sich in ihren Sessel, und sie hätte unartikuliert schreien mögen, in die Nacht mit ihrer entsetzlichen Gelassenheit.
--------------------
Ort, Datum(oben rechts)

Hallo Lisa,
ich schreibe dir einen Brief, weil ich es Zuhause nicht mehr aushalte.Ich war gerade im Badezimmer und stand vor dem Spiegel und wollte mich fertig machen.Und als ob ich es geahnt habe, kam meine Mutter herein.Ich versteh sie einfach nicht, das macht sie fast jedes mal.
Aber eines kann ich dir sagen, ich musste mich mächtig zusammen reißen.
Ich habe mir leise gedacht „ruhig bleiben“.Aber ich hatte schon darauf gewartet, es war als hätte ich es geahnt, dass sie kommt.Ich fragte sie, ob ich ihr Platz machen sollte, weil es ja so eng war.
Aber das wollte sie ja nicht. Sie hätte ja was verpassen können.
Und dann hat sie noch die Frechheit besessen und lächelte dabei.
Ich war so sauer, das kannst du dir nicht vorstellen. Ich ging hinaus über den Flur in mein Zimmer.
Ich hielt länger wie nötig von meiner Tür die Klinke fest, nur damit sie zu bliebe.
Ich ging in mein Zimmer auf und ab. Dann kam meine Mutter vorsichtig herein um mir zu sagen,
dass sie fertig sei. Es ist zwar kindisch von mir gewesen, aber ich konnte ihr einfach nicht vor Wut ins Gesicht schauen. Also habe ich so getan als habe ich was anderes an meinen Tisch gemacht.
Sie sagte dann zu mir, dass ich weiter machen kann. Ich sagte zur ihr „ja, gleich“.
Ich war so verzweifelt und selbst das nahm sie nicht wahr, sie nahm es auch nicht als Ungeduld wahr. Ich weiß nicht ob es mich noch wütender oder trauriger machen sollte, als wie ich es schon war. Später verließ ich das Haus, ich hatte ihr nicht Adieu gesagt! Ich fuhr mit der Tram in die Stadt.
Ich habe gehört dort in der nähe von der Post soll es wohl eine Wohnungsvermittlung geben.
Ich hielt das für die Lösung. Ich wusste nur nicht wo genau die sein sollte.
Ich habe es so eilig gehabt von Zuhause weg zu kommen, dass ich nicht einmal daran gedacht habe mal in das Telefonbuch zu sehen. Dort hätte ich bestimmt eine genaue Adresse gefunden.
Also fragte ich in einem Geschäft für Haushaltsgegenstände nach, man konnte mir da aber keine Auskunft geben. Dann ging ich zur Apotheke um dort vielleicht eine Auskunft zu bekommen,
dort konnte man mir auch nur eine ungenaue Auskunft geben.
Ich hoffte vielleicht im nächsten Haus mehr Glück zu haben, aber dort hat noch nicht einmal einer aufgemacht. Ich habe auf Schilder einer Abendzeitung, eine Reisegesellschaft, einer Kohlenfirma nachgesehen. Es war nichts zu finden. Vielleicht lag es daran dass wir Samstag späten Nachmittag hatten. Es war der 22th Dezember, 2 Tage vor Weihnachten.
Als ich dann in eine Bar hinein ging, sah ich den Menschen nach, die an mir vorbei gingen.
Ich hatte das Gefühl als musste ich mit ihnen gehen.Ich sah mir noch die Kinoreklamen an.
Ich ging Stunden hin und her. Ich wollte jetzt noch nicht nach Hause gehen.
Ich hoffe Mama würde da schon schlafen wenn ich nach nach Hause komme.
Dann müsste ich ihr nicht mehr gute Nacht sagen. Ich werde mir gleich nach Weihnachten eine Wohnung nehmen. Ich bin ja schließlich 20 Jahre alt und verdiene ja schon was.
Ich glaube ich könnte könnte mich kein einziges mal beherrschen, wenn sie noch einmal im Bad kommt wenn ich mich schminke. Und das würde sie mich Sicherheit machen.
Ist das denn zu viel verlangt mal zu klopfen oder zu fragen ob sie herein kommen kann?
Es kommt mir so vor als nimmt sie mich nicht ernst, als ob ich noch ein kleines Kind in ihren Augen bin und dabei bin ich doch schon Erwachsen.
Die Straße strahlten durch die künstlichen Lichter. Das war schön die blau,rot und gelben Farben zu sehen. Ich empfand Zuneigung zwischen den ganzen Leuten wo ich ging.
Alles war besser außer Zuhause. Ich ging kurz vor Mitternacht nach Hause.
Es war schon alles still, ich ging in meinen Zimmer und auch da war noch alles ruhig.
Ich habe daran gedacht, dass meine Mutter oft krank war. Aber lange halte ich es hier nicht mehr aus. Als ich klein gemacht in mein Sessel saß, hätte ich am liebsten schreien können.
Ich hätte mir alles von der Seele geschrien. Mir geht es so schrecklich, das kannst du dir nicht vorstellen. Deswegen habe ich dir geschrieben. Ich wusste nicht mehr wohin damit.
Ich musste mir die ganze Last mal von der Seele reden. Mit dir kann ich wenigstens darüber schreiben. Ich denke sie würde mir ja noch nicht einmal zuhören, wie will sie mich dann verstehen.
Ich hoffe du verstehst mich. Das war es erstmal von mir. Sobald es was neues gibt, melde ich mich wieder. Bis die Tage. Deine Elsa
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Walter Helmut Fritz - Augenblicke
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum