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Die marode FDP
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Die marode FDP
 
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koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 13:10:23    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Wenn Roßmann am Ende seines Berufslebens sein Lebenswerk verschenken muß steht er am Ende, also im Ergebnis, genauso da, wie Ronny Staskoviak, der die Schule schmiß und sich und seiner Familie ein Leben lang Hartz IV gönnte. Also Ergebnisgleichheit.


Korrekt. Im Tod sind alle gleich. Oder glaubst du, dass du irgendwas von deinem hier erwirtschafteten Reichtum in irgendeine "Nachwelt" mitnehmen kannst?!

Alle Toten sind ziemlich gleich reich oder gleich arm; oder bestreitest du das?


Die Frage ist ja auch nicht, ob man dem Unternehmer etwas wegnimmt. Der verliert durch seinen Tod alles. Die Frage ist nur, ob man nun dieses frei werdende Vermögen nun irgendjemandem gibt, der damit nichts zu tun hat. Und mit welchem Recht? (Gemeint ist die Chancengleichheit, die eben nicht Kinder reicher Eltern vor solcher armer bevorzugen sollte.)


Zitat:

Und meine Frage ist immer noch, wenn es das Roßmann-Erbe nicht mehr gibt, inwieweit steigen damit die Chancen für Kevin und Chantalle Staskoviak die nächsten Roßmännerinnen zu werden??


Also ist die Chancengleichheit doch kein Ziel mehr, dass du anstrebst?

Übrigens könnten die Steuern auf die "ehrliche Arbeit" von Roßmann und Co. gesenkt werden (und so mehr Leute zu entsprechend aktiven Unternehmern werden lassen, weil sich "Leistung [!] wieder mehr lohnt"), wenn man die leistungslose Zahlung eines Erbes (für das man selbst nichts getan hat; erwirtschaftet hat es ja der Erblasser [oder noch weiter zurückliegend]) deutlich besteuert.


Dabei muss ich keinerlei linke Ideologie verwenden, sondern bewege mich voll in der liberalen Denkweise: Leistung [!] soll belohnt werden, die Chancen eines Jeden sollen zu Beginn gleich sein. Beides spricht gegen leistungslos erhaltenes Erbe, was die Chancen des Einzelnen verzerrt...


Dem Toten nimmst du mit einer Erbschaftssteuer nichts mehr weg, denn er hat nichts mehr (jedenfalls an irdischen/ diesseitigen Gütern). Dem Einzigen, dem du mit einer Erbschaftssteuer belastest, ist jemand, der Geld bekommen hat, ohne dafür etwas geleistet zu haben. Sie stellt also ein Korrektiv zur erblich bedingten Chancenungleichheit dar, welche ein dem liberalen Gedanken nach zu bekämpfendes und zu überwindendes Problem darstellt.

Ein echter Liberaler müsste also insbesondere gerade hohe Steuern auf Erbschaften verlangen! (Übrigens müssen dafür keine Unternehmen schließen. Jedes Unternehmen erlebt Wechsel an der Führungsspitze und auch der Besitzer. Warum das nun gerade im Erbfall ein Problem darstellen soll, ist völlig unklar. Bei vererbtem Geldvermögen jedenfalls scheint das sowieso völlig unstrittig...)


Cyrix


Also bitte lieber Cyrix, nach zwei SPD Wahlkämpfen mit entsprechenden Steuererhöhungen im Programm, nach der Mitarbeit an der höchsten, ursprünglich mal temporär beschlossenen Steuererhöhung, MwSt, die auf ewig verlängerte Solidaritätsabgabe, der Suche der SPD nach weiteren Einnahmequellen, um trotz voller Kassen noch etwas in den Straßenbau stecken zu können, tausende Argumente um nicht mal die kalte Progression (nach Dir gibt es die ja nicht mal) abzubauen, soll ich Dir nun glauben, nachdem sich der Finanzminister am Erbe des Herren Roßmann bedient hat, wird sich die SPD kümmern, dass die jungen Roßmänner nun genügend Spielraum hätten, neue Konzerne aufzubauen? Warum eigentlich? Roßmann beschäftigt auch so genügend Mitarbeiter, erfüllt also seine soziale Aufgabe hervorragend, welchen Sinn soll es machen, den Firmenerben fürs Erben eine Strafe aufzubrummen, die der Betrieb, also die Mitarbeiter, erwirtschaften müssen?? Und inwieweit wäre das gerecht gegenüber staatlichen Betrieben? oder Aktiengesellschaften? Mir ist nicht bekannt, dass der Vorstandswechsel der Deutschen Bank mit Erbschaftssteuern belegt werden würde, würde aber ein privates Bankhaus vererbt werden müßte bezahlt werden. Auch der Rücktritt von Mehdorn führte für die Bahn nicht zu einer Erbschaftssteuerpflicht. Falls Du eine Autobahnmeisterei kennst, wo das mal der Fall war, nur heraus damit.

Das klingt wie das SPD Versprechen, wir erhöhen, die MwSt nur für zwei Jahre, um den Haushalt zu konsolidieren, danach wird diese Erhöhung zurückgenommen, oder das Versprechen den Soli nach nur zwei Jahren wieder einzustampfen...

Und selbst wenn Du die Steuern auf Einkommen senkst, in welchem Maße soll eine unplanbare Steuer, wie die Erbschaftssteuer, denn eine dauerhafte Senkung der Lohnsteuer finanzieren könne? Und hilfst Du damit nicht denen, denen Du mit der Erbschaftsstseuer schaden möchtest, nicht jedoch denen, die aufgrund falschen Elternhauses, eine Hartz IV Karriere anstreben?? Also linke Tasche, rechte Tasche bei den Reichen und Placebo fürs Neidgefühl der Armen, die ihre Stimme hierfür hergeben sollen.

Und natürlich haben die Roßmannkinder ihren Anteil dazu beigetragen. Anders als Ronny Staskoviak hatte Herr Roßmann 50 bis 60 Stunden Wochen, kein wirklichen Úrlaub, also keine Zeit für Gedöns und Talkshow am Nachmittag gucken mit den Kindern! Dafür aber ein schickeres Fahrrad als Staskoviaks, dann geschieht es denen auch recht, wenn sie neben dem Vater auch noch den elterlichen Betrieb verlieren sollten... ganz komische Logik.


Zuletzt bearbeitet von koenig_ludwig73 am 19 Mai 2015 - 13:45:01, insgesamt einmal bearbeitet
cyrix42
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BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 13:38:55    Titel:

Wieso weichst du jetzt auf die SPD aus? Klar gibt es eine linke Ideologie, aber hier ging es doch allein um die liberale Weltsicht.

Stelle dir also vor, die FDP hätte nicht knapp unter 5%, sondern 50%.

Was würde mit Erbschaften passieren? Leistungsloses Einkommen für Einzelne oder Chancengleichheit für alle?



Cyrix
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 14:07:10    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Wieso weichst du jetzt auf die SPD aus? Klar gibt es eine linke Ideologie, aber hier ging es doch allein um die liberale Weltsicht.

Stelle dir also vor, die FDP hätte nicht knapp unter 5%, sondern 50%.

Was würde mit Erbschaften passieren? Leistungsloses Einkommen für Einzelne oder Chancengleichheit für alle?



Cyrix


wie gesagt, für mich ist Chancengleichheit, dass alle Roßmännerinnen werden können wenn sie wollen. Allerdings heißt das nicht aus den Roßmännern, die eh schon welche sind erst mal Staskoviacs zu machen und dann mit staatlicher Hilfe doch wieder Roßmänner entstehen zu lassen.

Auf die SPD kam ich, weil Du so vehement gegen jede steuerliche Entlastung eingetreten bist und mich jetzt mit genau dieser Entlastung überzeugen möchtest. Das ist nicht sonderlich glaubwürdig. Mal davon abgesehen, dass bisher Dein Argument war, eine Steuersenkung würde Staskoviacs ja nicht helfen, deren Chancen wären mit oder ohne Erbschaftssteuer gleich, nur die Roßmannerben werden schlechter gestellt. Was dann wieder zu dem alten Aphorismus führt, wenn der Reichtum eines Tages erfolgreich bekämpft ist bleibt am Ende aber nur Armut übrig.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24255

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 14:57:53    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

wie gesagt, für mich ist Chancengleichheit, dass alle Roßmännerinnen werden können wenn sie wollen.


Hm, was sagt dein wirtschaftlicher Sachverstand: Sind die Chancen für eine Existenzgründung gleich, egal ob ich mit 0 oder mit ner Million Euro (die ich leistungslos vererbt bekommen habe) Startkapital an den Start gehe?

Zitat:

Allerdings heißt das nicht aus den Roßmännern, die eh schon welche sind erst mal Staskoviacs zu machen und dann mit staatlicher Hilfe doch wieder Roßmänner entstehen zu lassen.


Nun, den Unternehmer Roßmann will man hier doch gar nicht angreifen!

Und ein Roßmann-Erbe ist erst einmal per se (im Sinne der von den Liberalen geforderten Leistungsgerechtigkeit) auch nur ein "Staskoviac", wie du sie nennst: Jemand, der noch nichts selbst auf die Reihe bekommen und sich wirtschaftlichen Wohlstand erarbeitet hat.

Wo genau in deinem Gedankengut kommt jtzt die Rechtfertigung dazu her, dem einen ne Menge Geld zu schenken, dem anderen nicht. Beide haben dafür nichts, aber auch gar nichts getan.

"Leistung muss sich wieder lohnen". Ach ja? Welche Leistung des Erben denn? Dass er bis zum Todesfall des Erblassers überlebt hat? Dass er in die richtige Familie geboren wurde? (Damit kann man auch wieder den Erbadel begründen; wobei der Liberalismus ja eigentlich genau von solchen Dingen weg will, und die Leistung des Einzelnen, und nicht seine Herkunft, in den Vordergrund stellen will.)



Ich rede hier mit dir über Liberalismus, nicht über linke Vorstellungen. Es geht um dein Gedankensystem. Und dass eine Erbschaftssteuer genau in das System hineinpasst, ja die Haltung der FDP hier eben alles andere als liberal ist. Nicht mehr und nicht weniger...


Cyrix
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 15:35:18    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

wie gesagt, für mich ist Chancengleichheit, dass alle Roßmännerinnen werden können wenn sie wollen.


Hm, was sagt dein wirtschaftlicher Sachverstand: Sind die Chancen für eine Existenzgründung gleich, egal ob ich mit 0 oder mit ner Million Euro (die ich leistungslos vererbt bekommen habe) Startkapital an den Start gehe?

Cyrix


Ja, die Chancen sind gleich. Mit einer guten Ausbildung, so ich die kostenlosen Bildungsangebote auch nutze und einem entsprechend qualifizierten Geschäftsmodell, ist es tatsächlich egal ob ich diese Existenz mit ererbtem Eigenkapital, zusammen mit einem Investor oder geliehenem Fremdkapital aufbaue. Es ist für mich auch weiterhin nicht nachvollziehbar inwieweit allein die Existenz von einer mio Euro an ererbten Vermögen eines anderen, meine persönlichen Chancen schmälern sollte.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24255

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 15:43:53    Titel:

Willst du mir ernsthaft weismachen, dass du den Unterschied zwischen Eigen- und Fremdkapital nicht kennst? o.O

Cyrix
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
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BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 15:54:27    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
[Wo genau in deinem Gedankengut kommt jtzt die Rechtfertigung dazu her, dem einen ne Menge Geld zu schenken, dem anderen nicht.

Cyrix


Hmm diese Rechtfertigung ziehe ich aus dem GG:

>>Artikel 14.(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.<<

Eigentum und Erbrecht werden gewährleistet. Du stellst Beides in Frage mit der Begründung, der Erbende leiste ja nichts für sein Erbe. Zeitgleich führst Du aber Andere, noch Leistungslosere, die nicht mal z.B. die innerfamiliäre Betreuung leisten müssen, als Rechtfertigung an, Eigentum und Erbschaftsrecht in Frage zu stellen.

Kommen wir zurück zu Roßmann und dem in Deinen Augen ungeheuren Vorgang, dass seine Söhne nicht einfach so den elterlichen Betrieb weiterführen dürften. Zuerst müßten sie eine Strafabgabe zahlen, weil nur das sozial gerecht sei. Parallel würdest Du den Roßmannerben aber dauerhaft die Lohnsteuer senken, damit sie es bei der Existenzgründung leichter hätten. Damit ist aber immer noch nicht die Chancengleichheit zwischen den Roßmann-Erben und den Staskoviak-Nichterben hergestellt. Dies zu erklären hast Du bisher vermieden. Oder ich konnte Deine Antworten hierzu mit Deinen früheren Argumenten gegen Steuersenkungen als nicht ausreichend einordnen. Denn wie gesagt, Staskoviaks zahlen weder Lohn, noch Erbschaftssteuer. Deine Art von Gerechtigkeit spielt sich nur zwischen Staat und Reichen ab. Also wie ich bereits sagte, in Deinen Augen wäre es schon gerechter, wenn der Staat Reichtum bekämpft. Wozu also überhaupt jemandem eine Chance einräumen? Und eine Chance auf was überhaupt? Auf Reichtum? Du möchtest ja gar keine Roßmanns, weil sie auf unerklärliche Weise neue Roßmänner unter den Staskoviaks verhindern würden. Wie das genau passiert, weiß ich leider immer noch nicht.

Was sagst Du zur Ungerechtigkeit, dass staatliche Unternehmen, niemals unter einer Erbschaftssteuer zu leiden hätten? Ist das Chancengleichheit, wenn Du von Papa den Gartenbaubetrieb übernehmen möchtest und damit eine zusätzliche Belastung tragen müßtest, die der städtische Bauhof nie zahlen müßte??



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koenig_ludwig73
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Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 15:59:08    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Willst du mir ernsthaft weismachen, dass du den Unterschied zwischen Eigen- und Fremdkapital nicht kennst? o.O

Cyrix


Doch kenne ich, aber schützt eine Fremdkapitalbeteiligung vor der Erbschaftssteuer?

Es ist für mich auch weiterhin nicht nachvollziehbar inwieweit allein die Existenz von einer mio Euro an ererbten Vermögen eines anderen, meine persönlichen Chancen schmälern sollte.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24255

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 16:25:49    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

>>Artikel 14.(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

Eigentum und Erbrecht werden gewährleistet. Du stellst Beides in Frage mit der Begründung, der Erbende leiste ja nichts für sein Erbe. Zeitgleich führst Du aber Andere, noch Leistungslosere, die nicht mal z.B. die innerfamiliäre Betreuung leisten müssen, als Rechtfertigung an, Eigentum und Erbschaftsrecht in Frage zu stellen.


Lerne endlich mal zu lesen. Wo genau soll denn das Eigentum in Frage gestellt werden? Einem Toten kann man nichts mehr wegnehmen, denn er hat kein Eigenutm...

Und übrigens rede ich über eine offensichtlich grundgesetzkonforme Erbschaftssteuer. (Dass das Grundgesetz nicht völlig liberal ist, hast du aber erkannt. Offenbar will man teilweise eben gerade keine Chancengleichheit, da man die Erben gegenüber sonstigen Personen, ohne weitere Begründung, auszeichnet. Man muss nichts für sein Erbe geleistet haben. Das ist kein liberaler, sondern ein konservativer Gedanke.)

btw: Was heißt denn hier "noch leistungsloser"? An welche Bedingung ist denn deines Wissens nach die Erbschaft geknüpft? Wie sieht es z.B. mit dem Erb-Pflichtteil aus? ...

Zitat:

Kommen wir zurück zu Roßmann und dem in Deinen Augen ungeheuren Vorgang, dass seine Söhne nicht einfach so den elterlichen Betrieb weiterführen dürften.


Auch das ist Quatsch. Lerne bitte zu lesen...

Wieso sollte ich dem Unternehmen X untersagen, dass von nun an nicht P, sondern Q den Chefposten inne hat? Und selbst ein besitztümerwechsel ist nichts Besonderes: Dafür zahlt A an B etwas Geld und damit gehen die Besitzrechte von B an A über. Soweit ist das was völlig Normales.

Zitat:

Zuerst müßten sie eine Strafabgabe zahlen, weil nur das sozial gerecht sei.


Lerne bitte endlich lesen! Es regt mich auf, dass du hier offensichtlich nicht fähig (oder Willens) bist, zu verstehen, was ich schreibe. Über Fragen rund um "soziale gerechtigkeit" geht es doch gar nicht! Es geht darum, dass der Erbe - im Sinne der Leistungsgerechtigkeit, die Dreh- und Angelpunkt liberaler Gedanken ist, - nichts geleistet hat, was ihm das Guthaben (z.B. des Betriebsvermögens) zukommen lassen würde.

Es gibt - im Sinne des Liberalismus', der Leistung und nicht Herkunft [!] als Maß dafür her nimmt, welchen Wohlstand jemand führt - keinen Grund, warum ein Kind des Unternehmensinhabers gegenüber irgendeinem anderen Menschen bevorzugt werden sollte. Liberalismus kennt hier keine Erbschaft, dass das Vermögen von A auf B übergeht. Jeder ist dazu verpflichtet, sich selbst hochzuarbeiten. Man wird - im Sinne des Liberalismus' - nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren, sondern jeder fängt gleich an.

Es wundert mich sehr, dass du dies negierst...

Zitat:

Parallel würdest Du den Roßmannerben aber dauerhaft die Lohnsteuer senken, damit sie es bei der Existenzgründung leichter hätten. Damit ist aber immer noch nicht die Chancengleichheit zwischen den Roßmann-Erben und den Staskoviak-Nichterben hergestellt. Dies zu erklären hast Du bisher vermieden.


Wie zeichnet sich Chancengleichheit denn deiner Meinung nach aus? Dahingehend, dass alle die gleichen Startvoraussetzungen haben. Dies ist im Falle Erben vs. Nichterben nicht gegeben. Also haben wir eine Ungleichheit, die es - im Sinne des Liberalismus' - zu überwinden gilt.

Das kannst du nun auf zweierlei Art tun: Entweder, du du schaffst das leistungslose Erben ab, oder aber, du gibst jedem Nichterben genauso leistungslos entsprechende Ausgleichszahlungen. Dann hat jeder den gleichen Betrag als Ausgangswert zur Verfügung und ab dann ist eder selbst seines Glückes Schmied.


Ganz praktisch ist die erste Variante natürlich deutlich einfacher. Bzw., eine Teilumsetzung davon via der Erbschaftssteuer.

Im Sinne des Liberalismus' erhielte man damit also gewisse Einnahmen, aus Vermögensbildungsprozessen, die der Leistungsgerechtigkeit widersprechen (jemand kommt ohne Leistung zu Vermögen), und könnte diese nun dazu nutzen, Vermögensbildungsprozesse, die dem gewünschten Ideal entsprechen, zu unterstützen. Z.B. könnte man also die Besteuerung von geleisteter Arbeit senken. Denn diese Form der Vermögensbildung ist ja genau die, die man - der Liberalismus - fördern will.

Der Liberalismus an sich will keinen Adel, auch keinen Geldadel. Hier soll jeder selbst für sein Wohl und Wehe verantwortlich sein. Insbesondere soll er nicht von seiner Herkunft abhängig sein, denn für diese kann er nichts. (Deshalb entwickelte sich das liberale Bürgertum auch in Auflehnung gegen den Erbadel.)

Zitat:

Also wie ich bereits sagte, in Deinen Augen wäre es schon gerechter, wenn der Staat Reichtum bekämpft.


Ich wiederhole mich: Lerne lesen...

Nein, es geht hier nicht um die Besteuerung von Reichtum! Im Sinne des Liberalismus' kann doch jeder x-Beliebige so reich werden, wie er will: Wenn er sich dies erarbeitet hat, dann ist dies ein Ausdruck der Leistungsgerechtigkeit, die gewünscht wird.

Es geht um leistungslos erworbenen Reichtum.

Zitat:
Du möchtest ja gar keine Roßmanns, weil sie auf unerklärliche Weise neue Roßmänner unter den Staskoviaks verhindern würden. Wie das genau passiert, weiß ich leider immer noch nicht.


Was *ich* will, steht hier doch überhaupt nicht zur Debatte! Lerne mal lesen... Es geht um die Position des Liberalismus'. Und dann versuche endlich mal den Begriff "Chancengleichheit" aufzufassen, den du so gern benutzt. a, der gehört zum Liberalismus dazu. Aber deine Dialektik ist gerade hierbei doch sehr schräg. Natürlich führen unterschiedliche Startvoraussetzungen zu verschiedenen Entwicklungen, selbst wenn die Personen ansonsten vollkommen gleich wären. Genau dies zu verhindern, ist doch das Ziel, Chancengleichheit herzustellen, damit eben die Leistung belohnt wird und nicht die Herkunft!

Zitat:

Was sagst Du zur Ungerechtigkeit, dass staatliche Unternehmen, niemals unter einer Erbschaftssteuer zu leiden hätten?


Mensch Junge, lerne Lesen! Nicht das Unternehmen wird besteuert, sondern der Erbe! Wer bitte soll denn ein staatliches Unternehmen erben?! ...

Zitat:

Ist das Chancengleichheit, wenn Du von Papa den Gartenbaubetrieb übernehmen möchtest und damit eine zusätzliche Belastung tragen müßtest, die der städtische Bauhof nie zahlen müßte??


Wenn ich den Gartenbaubetrieb meines Papas Erbe steigt mein Vermögen deutlich an, ohne, dass ich dafür was geleistet habe. Das ist nicht im Sinne der Leistungsgerechtigkeit des Liberalismus'. Würde man den Ernst nehmen, müsste ich, damit ich Eigentümer dieses Betriebs werden könnte, diesen meinem Vater abkaufen.

Im Sinne der Erbschaftssteuer erhalte ich nun nicht alles geschenkt, sondern nur einen Teil. Das ist immer noch leistungsloser Wohlstandsgewinn, aber weniger. Also muss ich notfalls einen Teil der Firma/ Aktien/ ... verkaufen. So what? Ein ganz normaler Vorgang eben!


Und nun zeige mir den Fall auf, wo der städtische Bauhof den Besitzer wechselt, weil der Vorbesitzer verstorben ist. Wo gewinnt hier also jemand leistungslos dieses Vermögen? Wo sollen also diese Steuern anfallen?! ...



Cyrix
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2015 - 16:51:57    Titel:

Zusammenfassend also Kampf gegen Reichtum, egal zu welchem Preis. Ist doch egal, wenn sich die Roßmänner hierfür Fremdkapital leihen müssen und die Bezahlung der Zinsen durch Lohndrücken erreichen, Ist doch egal, wenn der Handwerker seinen gerade geerbten Betrieb verkaufen müßte, Hauptsache der Finanzminister kann noch mal etwas gegen privates Eigentum und private Unternehmer tun und ganz am Ende die Staskoviaks, die hier zwar mehrfach instrumentalisiert wurden, immer noch nicht mehr Chancen haben, woran irgendwie die Reichen und die privaten Unternehmen schuld sein sollen. Schöne sozialedemokratische Welt, mit Mindestlohn und Frühverrentung dafür allgemeine gerechte Armut!

Im Grunde könntest Du die Erbschaftssteuer auch damit begründen, dass regnerische Wochenenden so gar nicht gerecht wären und man darum vermeiden müssen, dass sich reiche Menschen Regenschirme kaufen könnten!

Und ich weiß immer noch nicht, warum Ronny Staskoviac nun sein Nagelstudio nicht eröffnen könnte, wenn die Roßmannerben keine Erbschaftssteuer bezahlen müßten.
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