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Marcel_jay Newbie

Anmeldungsdatum: 25.12.2011 Beiträge: 3
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Verfasst am: 25 Dez 2011 - 04:09:51 Titel: Ölpreisbildung |
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Ich habe nach kurzer Recherche im Internet keine überschaubare Aufschlüsselung des Ölpreises gefunden.
Und zwar interessiert mich, welchen Profit die Mineralölkonzerne an den Ölfeldern erwirtschaften.
1) Die Förderkosten: Lizenzgebühren, Investition in Technologie und Anlagen, sowie laufende Kosten von Mitarbeitern etc.
2) Die Bildung des Preises an der Börse (sind hier Transportkosten enthalten)
Als Beispiel dieses Feld:
http://en.wikipedia.org/wiki/West_Qurna_Field#West_Qurna_Phase_I
Die Kosten liegen bei 50 Milliarden US$, das Feld beherbergt lediglich 9Mrd Barrel. Die Irakische Regierung zahlt ihnen also je geförderten Barrel 1,90 US$. Somit könnte theoretisch nur ein Umsatz von 17 Mrd US$ erwirtschaftet werden? Ich gehe jetzt davon aus, dass die 1,90$ pro Barrel für den Verkauf an den Irak bestimmt sind, oder sind sie nur für die Steigerung der Ölfördermenge?
Falls ja frage ich mich, wie der Irak hier an der Förderung verdient.
Ich möchte den maximalen erwirtschaftbaren Profit eines Ölfeldes errechnen (Also Erlös abzgl. Förderkosten).
Viele Grüße und Frohe Weihnachten,
Marcel |
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am_dream Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.01.2009 Beiträge: 1065
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Verfasst am: 25 Dez 2011 - 04:36:15 Titel: |
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Bin zwar gerade ein eenig dicht, aber die USD1,9 sind sicher nicht auf den Umsatz pro Barrel bezogen. Ein Barrel West Texas Intermediate müsste irgendwo zwischen USD90 und USD100 liegen, Klar dass Öl muss erst mal nach Cushing, Oklahoma gebracht werden, aber so hoh sind die Transportkoten pro Barrel nicht. Ich denke, dass die USD1,9 irgendeine Subvention oder so sind. _________________ I have to return some videotapes. |
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Foerster Senior Member

 Anmeldungsdatum: 08.01.2007 Beiträge: 867 Wohnort: Oestrich
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Verfasst am: 25 Dez 2011 - 10:15:40 Titel: |
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Die Förderkosten sind in der Region allgemein sehr gering. Das hat mit dem Weltmarktpreis nichts zu tun. Bei den Saudis lagen die Förderkosten 1972 noch bei nem cent pro Barrel. Auch heute noch sind sie sehr niedrig (~0,70$??). Irak dürfte etwas teurer sein.
Das Öl wird dann imho vom jeweiligen Staat auf dem Weltmarkt zum Weltmarktpreis verkauft, wodurch sich dieser dann finanziert.
Förderpreis und Weltmarktpreis sind zwei paar Schuhe.
Ist bei allen Rohstoffen so. Bei Gold (aktueller Preis 1607$/oz) kostet die Förderung im Schnitt nur 800$/oz. Vor ein paar Jahren nur 400$. Bald werden Projekte mit Förderkosten von 1200-1400$/oz. entwickelt. Die Ressourcen waren schon lange bekannt, aber noch nicht profitabel abzubauen. Trotzdem fördern natürlich die Minen mit Kosten von 300$/oz. weiterhin Gold.
Ähnliches gilt für Öl. Zwar ist der Weltmarktpreis gestiegen, aber die Förderung im nahen Osten ist immer noch Spotbillig.
| Zitat: | | In November 2009, an Exxon Mobil - Shell joint venture won a $50 billion contract to develop the 9-billion-barrel (1.4×109 m3) West Qurna Phase I.[1] As per Iraqi Oil Ministry estimates, the project will require a $25 billion investment and another $25 billion in operating fees creating approximately 100,000 jobs in underdeveloped southern region. ExxonMobil is set to increase the current production of 0.27 to 2.25 million barrels per day (43×103 to 358×103 m3/d) within seven years. The Iraqi government, in turn, will pay $1.90 per barrel produced by ExxonMobil-Shell alliance | Bedeutet: ExxonMobil darf das Projekt mit dem Geld vom Irak (Ausschreibung über 50Mrd. USD) für den Irak entwickeln und bekommt zusätzlich 1,9$ pro gefördertem Barrel als "Provision".
Pro Barrel kostet das Öl den Irak dann 5,56$ (50Mrd.$/9Mrd.bl) Entwicklungs- und Förderkosten (wobei nicht genau geklärt ist, inwieweit Exxon hier auch noch Überschüsse erzielen kann) + 1,90$ = 7,46$/bl.
Der Profit von Exxon sollte dann entsprechend 1,90$ + X$ betragen. 1,90$ kommt fix vom geförderten Öl. Den Rest würden Experten, Berater und Ingenieure einbringen, durch die Exxon von den 50 Milliarden noch etwas abzwacken kann. _________________ Wer braucht schon Geld?
http://www.youtube.com/watch?v=I4k-hlUPpz0 - Debitismus |
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Bruder Nummer 1 Gesperrter User

Anmeldungsdatum: 12.06.2010 Beiträge: 112
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Verfasst am: 25 Dez 2011 - 12:10:35 Titel: |
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wenn ein Ölfeld 9 Mrd Barrel hat heisst das noch längst nicht das man auch genau die menge fördern kann. Die förderbare Menge liegt meist deutlich darunter. Wenn man eine Öllagerstätte "ansticht" dann bewirken die im Öl gelösten Gase , dass das Öl nach oben schiesst (ähnlich wie bei einer geschüttelten Seltersflasche).
Der Gasdruck nimmt aber mit der Zeit ab, ohne Druck kein Ölfluss. Da wird dann z.B. Wasser in die Lagerstätte gedrückt um den Druck bzw. Fluss aufrecht zu erhalten, darf man aber nicht beliebig machen da man sich bei zu viel Wasser die Öllagerstätte versauen kann, d.h. irgendwann kommt nur noch Wasser statt Öl obwohl noch viel Öl unten ist.
da kommen dann die ganzen EOR (Enhanced Oil recovery) Sachen ins Spiel. CO2 Verdichter pressen CO2 in die Lagerstätte um den "Selterseffekt" aufrecht zu erhalten.
Mit den EOR Geschichten kommt man dann an recoveryraten um 40-50% ran, d.h. maximal die hälfte der 9Mrd Barrel sind förderbar ! |
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Marcel_jay Newbie

Anmeldungsdatum: 25.12.2011 Beiträge: 3
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Verfasst am: 25 Dez 2011 - 19:58:47 Titel: |
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| Foerster hat folgendes geschrieben: |
Pro Barrel kostet das Öl den Irak dann 5,56$ (50Mrd.$/9Mrd.bl) Entwicklungs- und Förderkosten (wobei nicht genau geklärt ist, inwieweit Exxon hier auch noch Überschüsse erzielen kann) + 1,90$ = 7,46$/bl.
Der Profit von Exxon sollte dann entsprechend 1,90$ + X$ betragen. 1,90$ kommt fix vom geförderten Öl. Den Rest würden Experten, Berater und Ingenieure einbringen, durch die Exxon von den 50 Milliarden noch etwas abzwacken kann. |
Wie kann es sein, dass der Irak, in Besitz des Öls, für Förderung zahlen muss, und Exxon, ein ausländischer Konzern, den gesamten Gewinn einfährt? Was verdient der Irak an seinem Öl?
Für mich macht das so alles keinen Sinn, vielleicht kannst du es noch mal genauer erläutern. |
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Foerster Senior Member

 Anmeldungsdatum: 08.01.2007 Beiträge: 867 Wohnort: Oestrich
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Verfasst am: 25 Dez 2011 - 20:57:53 Titel: |
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| Zitat: | | Wie kann es sein, dass der Irak, in Besitz des Öls, für Förderung zahlen muss, und Exxon, ein ausländischer Konzern, den gesamten Gewinn einfährt? Was verdient der Irak an seinem Öl? |
Der Irak verdient an der Differenz zwischen 7,46$/bl. und dem aktuellen Rohölpreis: http://www.forexpros.com/commodities/crude-oil-advanced-chart
Er muss für die Ölförderung bezahlen, weil er kein Staatsunternehmen besitzt, dass für ihn die Lagerstätten erschließen könnte. Also wird der externe Dienstleister ExxonMobil mit der Entwicklung des Ölfeldes beauftragt.
Ist nicht viel anders als wenn Northrop Grumman von der Airforce den Auftrag bekommt einen Bomber zu entwickeln und anschließend zu den Entwicklungskosten noch pro hergestelltem Stück eine Vergütung bekommt. _________________ Wer braucht schon Geld?
http://www.youtube.com/watch?v=I4k-hlUPpz0 - Debitismus |
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Marcel_jay Newbie

Anmeldungsdatum: 25.12.2011 Beiträge: 3
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Verfasst am: 27 Dez 2011 - 13:25:01 Titel: |
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| Foerster hat folgendes geschrieben: | | Zitat: | | Wie kann es sein, dass der Irak, in Besitz des Öls, für Förderung zahlen muss, und Exxon, ein ausländischer Konzern, den gesamten Gewinn einfährt? Was verdient der Irak an seinem Öl? |
Der Irak verdient an der Differenz zwischen 7,46$/bl. und dem aktuellen Rohölpreis: http://www.forexpros.com/commodities/crude-oil-advanced-chart
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Danke, so oder so ähnlich hatte ich mir das auch gedacht.
Ich wollte eigentlich nur mal errechnen, ob es theoretisch ein Grund gewesen sein könnte den Irak-Krieg aus Ölförderungsgründen zu führen.
Da der Irak aber nur 115 Milliarden Barrel Rohöl hat, und nur ein Teil davon von amerikanischen Konzernen gefördert wird und dann auch nur wieder ein Teil dieser Subventionen per Steuern an die USA abgeführt wird, kommt man rechnerisch nicht ganz auf die 3,000,000,000,000 US$ Kriegskosten. |
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Foerster Senior Member

 Anmeldungsdatum: 08.01.2007 Beiträge: 867 Wohnort: Oestrich
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Verfasst am: 28 Dez 2011 - 08:35:43 Titel: |
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Du weißt aber schon, dass es der USA dabei nicht ums Geld geht. Das Geld können die selber auf die eine oder andere Art "herstellen" und die grünen Scheine sind eigentlich auch nichts Wert...
Wichtig ist eher, dass man Regierungen Nordafrika und dem nahen Osten hat, die beeinflussbar und bereit sind, ihr Öl den USA überhaupt zu irgendeinem Preis zu verkaufen. Die USA sind süchtig nach Öl und verhalten sich wie ein reicher Drogenjunky, dessen Dealer ihn hasst und im zweifel nicht mehr beliefern möchte.
Die hohe Verschuldung der USA ist auch nicht so wichtig. Aktuell bestellen sie ihr Haus und haben eigentlich so ziemlich alle potentiellen Gegner aus dem Weg geräumt. Wenn der nahe Osten dann komplett befriedet ist und China implodiert, können sie ihre Schulden dann in einem Abwasch wahrscheinlich synchronisiert mit der EU "wegwerfen" und neu anfangen. _________________ Wer braucht schon Geld?
http://www.youtube.com/watch?v=I4k-hlUPpz0 - Debitismus |
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