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Abitur ja oder nein / Welche Möglichkeiten für mich optimal?
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Teddybaer
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Anmeldungsdatum: 28.01.2012
Beiträge: 1
Wohnort: Bitburg / Trier

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2012 - 15:18:52    Titel: Abitur ja oder nein / Welche Möglichkeiten für mich optimal?

Hallo @all,

nachdem ich schon längere Zeit hier mitlese, hab ich mich hier registriert - denke, dass ich von euch Tipps bekommen kann, was für mich und meine Begabungen am besten geeignet wäre.

Ich werde bald 27 und bei meinem bisherigen Lebenslauf kann man schon fast von einer gescheiterten Existenz sprechen. Aber ich fang am besten von vorne an.

In meiner Kindheit und Jugend war ich ein auffälliges Kind - an der Grenze zur Hyperaktivität nannten es die Ärzte, aber nicht sehr ausgeprägt. Ich nenne es im nachhinein gestörtes Sozialverhalten, da ich in großen Gemeinschaften meist Außenseiter und ohne viel Freunde war. Aus dem Grund war ich leistungsmäßig nie besonders gut - ich galt als Klassenclown; die Lehrer sahen in mir vorallem einen Störenfried. Es gab aber auch Lehrer, die mit mir klar kamen - dort erreichte ich plötzlich sehr gute Leistungen. Nach der Grundschule ging es zur Orientierungsstufe, von dort wieder zur Hauptschule (wegen dem Verhalten, nicht der Leistung). Im Alter von 12 Jahren wurde ein IQ-Test durch eine Kinderpsychologin gemacht, der mit 126 gut ausfiel. Sie vermutete, dass ich unterfordert wäre und daher Blödsinn machte. Dann kam die Pubertät, ich machte nicht viel für die Schule und fehlte häufig (da ich in der Klassengemeinschaft ausgegrenzt war und als Sonderling galt; dadurch häufig auch körperlich attackiert wurde). Die Lehrer sagten immer, ich wäre sehr intelligent und könnte viel, wenn ich wollte. Dennoch endete die Hauptschule mit einem Schnitt von 3,4.

Damals war ich 16 und wollte auf die Berufsfachschule Wirtschaft (2jährig für den Sekundarabschluß I). Mit dem Schnitt von 3,4 kam ich aber nicht hin, musste daher zuerst ein Berufsgrundschuljahr machen. Das war eindeutig die richtige Entscheidung - dort fühlte ich mich wohl, kam auch in der Klassengemeinschaft zurecht und merkte, wieviel Spaß und Interesse mir der Unterrichtsstoff machte. Es war nicht sehr anspruchsvoll, aber das Zeugnis motivierte mich für die Zukunft:


Damit ging es direkt zur Berufsfachschule Wirtschaft (frühere Handelsschule). Leider musste ich nach dem ersten Schuljahr aufhören, da ich wegen einer Herzerkrankung längere Zeit ausfiel. Daher erhielt ich nur ein Abgangszeugnis und hatte das Klassenziel (Sekundarstufe I) nicht erreicht:


Danach arbeite ich 1 Jahr im Verkauf - ich verdiente nicht viel, aber die Arbeit machte Spaß. Durch Kontakte konnte ich später in einem anderen Betrieb eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beginnen, wo ich dank der Vorbildung durch das Berufsgrundschuljahr und der Berufsfachschule direkt im 2. Lehrjahr eingestiegen bin. Die Zwischenprüfung zum EHK lief dann auch ganz gut:


Leider war es mir krankheitsbedingt erneut nicht möglich, das 3. Ausbildungsjahr und damit die Ausbildung abzuschließen. Nach der Reha-Klinik versuchte ich einen Betrieb zu finden, indem ich das 3. Ausbildungsjahr wiederholen konnte - leider ohne Erfolg. Die nächsten Jahre arbeitete ich hier und da auf Teilzeit im Verkauf und verdiente mir durch selbstständige Computerdienstleistungen etwas dazu.

Nun zur Gegenwart: Mein Lebenslauf ist ein ein Teppich voller Löcher. Einen guten Job erhalte ich so nicht. Ich habe nichts zu Ende gebracht und stehe trotz meiner Erfahrungen im Verkauf und meiner schulischen Vorkenntnisse nur mit dem Hauptschulabschluß da. Ich weiß, dass ich mehr drauf habe und bin gesundheitlich wieder stabil. Darum will ich endlich etwas machen.

Ich habe von der SGD den Testmonat für das Fernabi genutzt, aber wiederrufen. Habe nie gelernt, wie man selbst richtig lernt. Aus dem Grunde ist ein Fernabitur für mich keine Option. Bin zudem lieber mit Menschen zusammen, die das gleiche Ziel verfolgen und wo es Strukturen gibt, wann Unterricht ist. Ein Lehrer, den ich direkt fragen kann, ist mir zudem wichtig in Fächern, die mir Probleme bereiten (insb. Sprachen). Ich bevorzuge den Frontalunterricht.

Meine Stärken und Schwächen versuch ich mal aufzulisten:

+ Bei Fächern, die sachlich und logisch sind (oder zumindest mir so erschienen), verstehe und lerne ich sehr schnell. Während andere zuhause viel lernen müssen, reicht mir meist eine kurze Wiederholung. Das meiste habe ich bereits nach dem Unterricht dauerhaft drin.
+ Besonders kaufmännische und wirtschaftliche Fächer und der Umgang mit dem Computer sind kein Problem.
+ Ich bin nicht dumm. Wenn ich geschichtliche Dokumentationen im TV schaue, bleibt da immer was hängen. Auch das Nachvollziehen von Finanzkrise, globaler Wirtschaft und deren Diskussionen kann ich problemlos folgen. Das sind Dinge, die bei mir einfach Sinn ergeben.

+- Mathe ist bei mir mittelmäßig. Sobald es an größere Formeln geht, ist Schluß. Ich schätze, hier müsste mir einfach ein Lehrer das verständlich erklären.
+- Wenn ich etwas verstanden habe, was vorher unklar war, habe ich es auch verstanden. Dann ist es im Kopf drin.
+- Mit naturwissenschaftlichen Fächern hab ich es etwas schwerer, ist aber machbar.

- Selbst organisiert lernen kann ich nicht.
- Bin sprachlich unbegabt. Ich weiß, dass Experten sagen, es gäbe keine klassische Sprachbegabung - doch egal welcher Lehrer oder welche Lernart ich versucht habe, das Ergebnis bei mir ist nie gut. Ich kann mich seit meiner Kindheit in der deutschen Sprache gut ausdrücken, aber deren Regeln und Ausnahmen habe ich bis heute nicht kapiert. Englisch als meine bisher einzige Fremdsprache geht inzwischen leidlich - und das auch nur, weil ich selbst durch lesen englischer Bücher und englischer TV-Sendungen (extra Satellitenanlage auf Astra 28,2°E erweitert) was getan habe. Heute kann ich im normalen Rahmen Englisch nutzen, aber die Regeln dahinter versteh ich wie bei Deutsch nicht.

Ich denke teilweise, ich habe einiges von den Eltern geerbt - sofern das, was Begabung angeht, möglich ist. Beide haben die Handelsschule besucht und danach die bankkaufmännische Lehre gemacht. Jeweils gut abgeschnitten und lediglich Defizite im Bereich Sprache. Da kommt mir schon der Verdacht auf, dass Sprachbegabung teilweise genetisch veranlagt ist und Menschen wie ich da mehr Förderung bräuchten. Mein Vater hat es trotzdem zu einer leitenden Position der Bank geschaft.

Aber heutzutage habe ich das Gefühl, ein Mensch ohne Abi hat auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen. Vorallem in Bezug auf die Diskussion, die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger ans Abitur zu koppeln. Mein Wunsch wäre eine Ausbildung als Physiotherapeut oder als Bürokaufmann/Verwaltungsfachangestellter. Physiotherapeut wäre sehr schön, da ich ehrenamtlich als Sanitäter tätig bin und mir die Arbeit mir Menschen Freude bereitet. Aufgrund meiner bisherigen Schulerfahrung denke ich aber, das der kaufmännische Sektor für einen dauerhaften Job die ideale Schiene ist. In dem Bereich habe ich ja bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Ich weiß nur jetzt nicht, was am besten für mich wäre und würde mich über Tipps freuen. Fürs Abitur gäbe es hier in der Nähe ein Kolleg, was 3 1/2 Jahre ginge. Ich wäre vielleicht nicht der Beste, aber es wäre sicher zu schaffen. Die Frage ist nur, was mir das Abitur bringt, wenn ich kein Studium anstrebe. Ich persönlich kann auch ohne Abitur glücklich sein - wünsche mir nur einen Job, der mir Freude bereitet -nur den Weg dorthin muss ich finden. Ich könnte auch auf einer privaten Schule 2jährig die Berufsfachschule Wirtschaft I und II machen und hätte danach den Sekundarabschluß I - also die Schule, die ich damals nicht zu Ende bringen konnte. Andererseits hätte ich den Sekundarabschluß I auch dann, wenn ich jetzt eine neue Ausbildung beginnen und diese gut abschließen würde (mir wurde gesagt, bei einem Durchschnitt unter 3,0). Die Option wäre mir am liebsten, da ich dann 3 Jahre eine erneute Ausbildung machen würde und dann eine abgeschlossene Ausbildung und den Sekundarabschluß I in der Tasche hätte. Nur wie finde ich einen Betrieb, der einen Hauptschüler mit meinen Lücken nimmt? Habt ihr da Tipps? Oder sollte ich besser eine Schulbildung (Abi oder erneute BF) und danach eine Ausbildung machen?

Sorry, der Text wurde jetzt etwas länger. Freue mich über eure Anregungen/Vorschläge.
Ingo30
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 1919

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2012 - 17:03:47    Titel:

Hi,

Deine Beobachtungsgabe ist doch schon mal ziemlich realistisch. Richtig ist, dass Fernkurse z.B. nur für sehr wenige Menschen geeignet sind. Somit die richtige Einschätzung mit dem direkten Unterricht.
Dein Problem sehe ich eher darin, dass immer noch ein großer Unterschied zwischen "mal ein Geschichts Doku" auf einem meist sehr grottigen Kabel-1 Niveau und wirklich Beschäftigung mit der Thematik z.B. im Abitur.
Das Abitur bereitet Dich eigentlich aufs Studium vor - selbständiges Arbeiten liegt Dir aber wiederrum nicht. Und das ist z.B. Grundvoraussetzung in einem Studium.
Ich würde an Deiner Stelle wirklich versuchen, erstmal Schritt für Schritt den Bildungsabschluss anzuheben und das auch durchzuziehen. Das ist erstmal das Wichtigste. Viel Erfolg.
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