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subjektiv oder nicht?
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Foren-Übersicht -> Kunst-Forum -> subjektiv oder nicht?
 
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blue_angel
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Anmeldungsdatum: 12.02.2012
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2012 - 23:37:50    Titel: subjektiv oder nicht?

Huhu alle zusammen...
ich hab da ma ne Frage, ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Geht sich um die Frage ist Kunst subjektiv oder objektiv?
Ich steh jetzt kurz vorm Abi und bin mit der Meinung meiner Lehrerin absolut nich einverstanden dass da absolut kein bisschen Subjektivität drinne steckt, sie meint den Sinn Kunst zu erkennen kann man anerziehen und das ist ihre Aufgabe an uns, schreibt uns sogar vor wie wir unsere Zimmer/Wohnungen später einzurichten haben usw...
Ich bin ja ma stark der Meinung die Frau hatn Knall...

Was meint ihr dazu? Und noch viel wichtiger ist Kunst subjektiv oder nicht?

Danke schonmal im Vorraus für die Antworten!
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2012 - 23:44:08    Titel:

es ist subjektiv, ob einem kunst gefällt, aber ich glaube deine lehrerin meint etwas anderes. eher was in der richtung, dass kunst einem bestimmten bereich objektiv zugeordnet werden kann oder auch man klar erkennen kann, ob etwas wirklich kunst ist. ich habe davon allerdings selbst nicht viel ahnung Very Happy
Super-Gau
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Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 296
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2012 - 15:03:06    Titel: Re: subjektiv oder nicht?

blue_angel hat folgendes geschrieben:
Huhu alle zusammen...
ich hab da ma ne Frage, ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Geht sich um die Frage ist Kunst subjektiv oder objektiv?
Ich steh jetzt kurz vorm Abi und bin mit der Meinung meiner Lehrerin absolut nich einverstanden dass da absolut kein bisschen Subjektivität drinne steckt, sie meint den Sinn Kunst zu erkennen kann man anerziehen und das ist ihre Aufgabe an uns, schreibt uns sogar vor wie wir unsere Zimmer/Wohnungen später einzurichten haben usw...
Ich bin ja ma stark der Meinung die Frau hatn Knall...

Was meint ihr dazu? Und noch viel wichtiger ist Kunst subjektiv oder nicht?

Danke schonmal im Vorraus für die Antworten!



Was passiert, wenn du deine Wohnung später NICHT nach ihren Vorgaben einrichtest? Bist du dann ein "Antikünstler" ????
Ach ja, bevor ich es vergesse: Die Aussage, "die Frau hatn Knall" ist Kunst, deren Kunstverständnis man anerziehen kann; und, wenn sie dich fragt, wie man soetwas objektivieren kann, dann sage ihr, sie müsste ja einen "Knall" haben, ansonsten hättest du dich selber in sie ja nicht verknallt, und, um dieses beweisen zu können: Wo es einen Knall gibt, da ist irgendwo auch immer ein "Bums"; lass mich also mit deiner Lehrerin "bumsen", um meine "Verknalltheit" zu beweisen; DAS IST KUNST !!!!!!
oberhaenslir
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Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 781

BeitragVerfasst am: 02 März 2012 - 15:33:04    Titel: Der Schöpfer eines Werkes entscheidet, ob dieses 'Kunst' ist

Nur der Schöpfer eines Werkes entscheidet, ob dieses 'Kunst' ist. Er tut dies, indem er es signiert. Das ist natürlich ein subjektiver Akt.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2014 - 17:28:19    Titel:

Klar ist Kunst immer zuerstmal subjektiv.

Doch wenn viele meinen, es sei Kunst, dann ist es nicht objektiv, aber doch intersubjektiv, also fast objektiv....aber:

Ueber Geschmack kann und soll man nicht streiten! Smile

Das Leben diene der Kunst!

Oder doch umgekehrt ?

Hab auch mal eien Frage:

Wenn man die Kunstszene - von Malerei bis Literatur etc. etc. - in den letzten 300 Jahren "Revue" passieren laesst, kann man da nicht sogar feststellen, dass deutsche Kunst da ganz oben auf der Liste steht?
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 24 Jan 2014 - 15:12:50    Titel:

"Auch wenn alle einer Meinung sind,

können alle unrecht haben."


(Bertrand Russell)
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2014 - 16:27:35    Titel:

Fussball! Das ist Kunst!
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2014 - 21:55:34    Titel: Na Bitte !

Hier ist eine eigene Welt, die als Produkt des Menschen nur dessen eigenen Gesetzen gehorcht, die in ihm ihren eigenen Grund hat und so zum Modell der Freiheit wird.

Jean-Paul Sartre über die Kunst
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Jean-Paul Sartre: Über Kunst, Imagination und Freiheit - LESEPROBE:

Und obwohl es in der fast hundertjährigen Geschichte der Phänomenologie „keine einheitliche Theorie des Bildes“ 5gibt, besteht eine gemeinsame Gesinnung aller Phänomenologen: Die Essenz eines Bildes setzt sich aus dem zusammen, dass „man auf einem Bild etwas sehen kann, was ohne Bilder nicht zu sehen wäre“ 6. Die Sichtbarkeit eines Bildes istsui generis,d.h. einzigartig in seiner Charakteristika. Die erste gemeinsame Basis zwischen Phänomenologie und Kunst ist daher das Merkmal einer Intentionalität: „Das Denken und das Bildbewusstsein vermeinen ihr intentionales Objekt gleichermaßen als einen imaginären Gegenstand.“ 7 Der Denkerwendet sich seiner gedachten Sache zu; beim Bildbewusstsein richtet er seinen Blick auf dem im Bild dargestellten Gegenstand. Bilder stellen im Allgemeinen die Grundlage für bestimmte Leistungen dar: Zum einen fungieren Bilder als Zeichen für Gegenstände, zum anderen dienen sie zur Erforschung der Wahrnehmung. Ein Bild stellt die Sachverhalte dar, ohne dass sie realen Tatsachen entsprechen. Das Bild-Bewusstsein ist immer ein Bewusstsein-von-etwas, d.h. das reflektierende Subjekt denkt intentional. Da sich die Phänomenologie als Wissenschaft versteht, welche sich der Wechselwirkung zwischen Bewusstsein und Gegenständen widmet, liegt ihr eine ähnliche Methode wie die der Bildbetrachtung in der Kunst zugrunde.


Bei der Kunst spielt die Subjektivität des Bewusstseins ebenso diese entscheidende Rolle. Jeder künstlerische Ausdruck, sei es sprachlich oder bildlich, ist zugleich eine Interpretation der Welt und ihres Sinns. Der Bildbetrachter stilisiere und synthetisiere wie es der Phänomenologe von alltäglichen Bewusstseinsakten annimmt. Aus dieser Darstellung erschließt sich, dass die Phänomenologie eine Interpretation der Welt auf theoretischer Ebene und die Kunst sie auf der angewandten, praktischen Ebene vollzieht. Das ist die Formel, auf die sich das Verwandtschaftsverhältnis von Kunst und Phänomenologie bringen lässt. Die Verwandtschaft von Denken und Bildbetrachtung dürfe sich allerdings nicht auf das Merkmal der Intentionalität beschränken, denn jedem Bewusstseinsakt liege ja eine Intention zugrunde. Zusammengefasst bedeutet dies, dass die Kunst also ein „nicht zu leugnendes Phänomen ist“.
PaperMoon22
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Anmeldungsdatum: 19.05.2011
Beiträge: 39
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 03 Feb 2014 - 11:49:34    Titel:

Kunst folgt Regeln, Gesetzmäßigkeiten. Nur kann man einen schlechten Musiker von einem guten Musiker leichter unterscheiden als gute von schlechter Kunst.
Ein Beispiel ist der Goldene Schnitt, der nicht nur in der Kunst zu finden ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Schnitt#Anwendungen_des_Goldenen_Schnitts
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 03 Mai 2014 - 21:50:19    Titel:

Multivista hat folgendes geschrieben:
Für den Soziologen Max Weber gibt es „keine schlechthin ‚objektive‘ wissenschaftliche Analyse des Kulturlebens oder ... der ‚sozialen Erscheinungen‘Max Weber, Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, In: Schriften zur Wissenschaftslehre, Reclam, Stuttgart 1991. S.499) ... weiter:“ Erkenntnis von Kulturvorgängen geschieht in der „individuell geartete[n] Wirklichkeit des Lebens“ in Abhängigkeit von „Wertideen“ und ist „stets eine Erkenntnis unter spezifisch besonderten Gesichtspunkten“...


Karl Popper, der Begründer des Kritischen Rationalismus, verteidigte den Begriff der Objektivität.(K.R.Popper: Objektive Erkenntnis. Ein evolutionärer Entwurf Hamburg 1974) > Er kritisierte zwar die klassische Sichtweise zum Begriff der Objektivität, nach der Wissen und Erkenntnis durch Begründungsmethoden seine Objektivität erhalte und die Objekvität für die Richtigkeit und Zuverlässigkeit des Wissens garantieren könne.

Aber er wies darauf hin, dass Objektivität zumindest im Sinne von intersubjektiver Überprüfbarkeit möglich sei.

Später erweiterte er seine Sicht und sprach sich für Objektivität im ontologischen Sinn aus, denn auch wenn eine Annahme nicht begründet werden k ö n n e, k ö n n e sie dennoch wahr sein und mit der Wirklichkeit übereinstimmen, und wenn sie tatsächlich wahr s e i, dann könne sie nicht nur intersubjektiv überprüft werden, sondern auch ihre Konsequenzen wären objektiv zutreffend.


Habermas kritisiert am Begriff der Objektivität, die Wissenschaften würden durch ihn „die spezifische Lebensbedeutsamkeit einbüßen“.

Er setzt die Offenlegung „erkenntnisleitender Interessen“ an die Stelle der Objektivität, Objektivität selbst hält er für unmöglich.

(Jürgen Habermas: Erkenntnis und Interesse. In: Technik und Wissenschaft als »Ideologie«. 4. Auflage. Edition 287, Suhrkamp, Frankfurt [1965 Merkur] 1970, Seite 150 f.)

Für Niklas Luhmann sind Objektivität und Subjektivität keine Gegensätze, sondern ähnliche Begriffe in verschiedenartigen Systemen.

Objektiv ist, was sich im Kommunikationssystem (= Gesellschaft) bewährt, subjektiv ist, was sich im einzelnen Bewusstseinssystem (grob gesprochen: im Kopf eines Menschen) bewährt.

Bewusstseinssysteme können dann „subjektiv das für objektiv halten, was sich in der Kommunikation bewährt.... (Luhmann, Die Religion der Gesellschaft, Suhrkamp, Frankfurt 2002. S.19)
(Anm.. Koennte auch von Habermas so gesehen werden)


Nach Ernst von Glasersfeld, Radikalen Konstruktivist, ist

alle Wahrnehmung und jede Erkenntnis subjektiv.

Intersubjektiv wird eine Erkenntnis dann, wenn auch andere Menschen diese Erkenntnis erfolgreich anwenden (sagen wir "teilen").

Da auch deren Erkenntnis aber subjektiv ist (!), wird damit keine Objektivität gewonnen,
sondern eben nur Intersubjektivität.

Damit ist aber auch keine Erkenntnis der ontologischen Realität möglich.
Von Glasersfeld beansprucht daher, die vorausgesetzte Trennung von Objekt und Subjekt überwunden zu haben.
(Ernst von Glasersfeld: Objektivität, in: Leon R. Tsvasman (Hg.): Das große Lexikon Medien und Kommunikation. Kompendium interdisziplinärer Konzepte. Würzburg 2006.)

I.d.Z. empfehle ich auch Donald Davidson!

http://de.wikipedia.org/wiki/Intersubjektivit%C3%A4t
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