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Vertriebsorganisation ERGO PRO - Vertreter werden?
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Foren-Übersicht -> Sonstige Berufe -> Vertriebsorganisation ERGO PRO - Vertreter werden?
 
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Noris
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Anmeldungsdatum: 04.08.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 28 Sep 2012 - 19:36:20    Titel:

Fakt ist, dass über 99% der Teilnehmer auf eines Grundseminares nach spätestens 1 Jahr nicht mehr dabei sind.

UND DAS HAT EINEN GRUND!

Und zwar keinen positiven.
Doch wer aus Fehlern anderen nicht lernen will, der sollte bei Ergo Pro anfangen Smile
Betty Buh
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Anmeldungsdatum: 10.07.2012
Beiträge: 127

BeitragVerfasst am: 28 Sep 2012 - 20:58:05    Titel:

Noris hat folgendes geschrieben:
Fakt ist, dass über 99% der Teilnehmer auf eines Grundseminares nach spätestens 1 Jahr nicht mehr dabei sind.

UND DAS HAT EINEN GRUND!

Und zwar keinen positiven.

Und warum diese Aussage nicht stimmt und Ergo Pro ein vertrauenswürdiges Unternehmen sein soll, kann uns ja die oberschlaue Hauptschülerin ricarda07 mal erklären. Rolling Eyes
Momentum
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Anmeldungsdatum: 07.07.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2012 - 07:45:09    Titel:

Hihi...

Ich dachte, ich schau nach paar Wochen einfach mal wieder rein... Total witzig, was hier nun abgeht..

Keine sachliche Diskussion mehr, sondern irgendwelche kindischen und unrecherchierten Äußerungen.. Saugut..

Ich finde es faszinierend, wie sich viele leute hier die Zeit vertreiben..

Fakt ist, dass der Status des Unternehmers bei der ERGO Pro unter den meisten Unternehmern sehr anerkannt ist. Und damit meine ich keine aus der Versicherungsbranche.
An alle, die sich für dieses Geschäft interessieren: Fragt keine Angestellten oder Beamte um Rat, sondern immer nur Selbstständige! Was sollen die euch denn erzählen? Wenn ihr was über Tennis erfahren wollt geht ihr doch auch zu 'nem Tennisspieler und nicht zum Hobbywanderer.. Smile

Wichtig ist zu wissen, schwarze Schafe gibt es definitiv überall, und die wird es auch in der Ergo Pro geben. Es liegt immer an einem selbst, was man aus seinen Möglichkeiten macht. Mit Wasser kann ich den Durst eines Kindes stillen - oder es ertränken.

PS: Schön fand ich übrigens, dass mein Post komplett ignoriert wurde.. Vermutlich zu sachlich und man fand nichts, was man irgendwie verdrehen konnte.. Vielleicht ja dieses mal.. Wink
P.Roth
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Anmeldungsdatum: 26.03.2013
Beiträge: 2
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 26 März 2013 - 17:16:59    Titel:

Würde gerne mehr über die ergo pro erfahren, kann mir jemand mal genau erklären wie der verdienst in jeder Stufe aussieht und wie viele stufen es gibt? Sagen wir mal 100€ sparsumme? Wie viele dieser Einheiten brauch man zum aufstieg? Und kümmert sich ergo pro nur um Versicherungen?
P.Roth
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Anmeldungsdatum: 26.03.2013
Beiträge: 2
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 26 März 2013 - 17:24:43    Titel:

Würde gerne mehr über die ergo pro erfahren, kann mir jemand mal genau erklären wie der verdienst in jeder Stufe aussieht und wie viele stufen es gibt? Sagen wir mal 100€ sparsumme? Wie viele dieser Einheiten brauch man zum aufstieg? Und kümmert sich ergo pro nur um Versicherungen?
Neugierige1980
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Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2013 - 21:31:33    Titel:

Hallo zusammen,
auch ich will mal meine Erfahrungen zur ErgoPro schreiben...ich bin auf dem Weg in die Selbststaendigkeit und habe zur Ueberbrueckung einen richtig doofen Job in einem Callcenter angenommen. Dort wurde ich von einem Arbeitskollegen angesprochen, ob ich nicht Lust haette, nebenher noch ein bisschen Geld zu verdienen. Mein Arbeitskollege ist mir wirklich symphatisch und von vornerein dachte ich schon, als er von Versicherungen sprach : ''ohje, sowas mach ich bestimmt nicht!''...dann wurde mir aber klar, dass ich bis jetzt wirklich nur Negatives gehoert hatte, ohne selbst Erfahrungen damit gemacht zu haben. Einfach um mir ein eigenes Bild zu machen und eine eigene Meinung zu bilden, willigte ich ein, mich mal mit eben diesem Arbeitskollegen in seinem Buero zu treffen, damit er mir genauer erklaert, worum es geht...so, dieser Termin liegt hinter mir und eigentlich habe ich dort nur erfahren, was ErgoPro fuer eine super Altersvorsorge anbieten wuerde...Alles sehr kurz dargestellt, hoert sich erstmal genial an (Du zahlst sehr wenig jeden Monat ein und kriegst im Rentenalter wahnsinnig viel dafuer raus), wie genau dieses System funktioniert, wurde mir nicht erklaert, das sollte ich in einem sogenannten ''Schaufenster'' erfahren, also eine Art Seminar...was mir dort schon spanisch vorkam:
-mein Arbeitskollege erzaehlte mir, er waere 20 Jahre dabei und wuerde super verdienen->Warum arbeitet er dann nebenher in einem wirklich hirnlosen Job wie dem Callcenter? Seine Antwort: ''Ach, ich hatte so viel Zeit ( ''Du machst viel Geld mit wenig Zeitaufwand''...) und da wurde mir langweilig,deshalb''
...mhmmm...ok...jeder, wie er mag! Tja, das zweite Komische war, dass es ihm sehr wichtig war, dass ich bei den anderen Mitarbeitern (auf dem folgendem Seminar) nicht verrate, woher wir uns kennen! ''Die wissen das alle nicht, dass ich noch im Callcenter arbeite-muessen sie auch nicht..''Achso, jaja, na dann, von mir aus...
Also gut, ich erinnere mich: Mein Arbeitskollege erzaehlte, er wurde vor eben diesen 20 Jahren von einem Bekannten angesprochen, ob er nicht mit wenig Zeitaufwand viel Geld verdienen moechte...klar, wer will das nicht, sagte er....und dann suchst Du Dir einen Job nebenbei, weil Du ploetzlich nicht mehr so viel Freizeit haben willst?!Also mir wuerde mit viel, viel Geld (was man nach 20 Jahren Arbeit bei Ergo ja auf jeden Fall verdient Wink ) und viel, viel Freizeit viel, viel mehr einfallen, als im Callcenter unter Druck Leute am Telefon zu nerven,aber eben...jedem das seine Rolling Eyes
Ich war nach diesem Termin schon ueberzeugt, dass da irgendwas nicht stimmen kann, aber genau begruenden konnte ich es fuer mich selbst noch nicht, also sagte ich zu, auf das Seminar mitzukommen!
Wir (es waren noch 2 Kerle dabei, die schon dort arbeiten) wurden von eben diesem Arbeitskollegen mit seinem Porsche abgeholt*uiuiui*...dann ging's ab in ein Buero der Ergo, wo ich einem , mir total unsymphatischen Kerl vorgestellt wurde, der wohl ''ganz oben'' auf der Huehnerleiter steht. man kann ja verschiedene Stufen auf der Karriereleiter erklimmen und dieser Mann wurde von den anderen Seminarteilnehmern angesehn wie ein kleiner (gross war er wirklich nicht Wink ) Gott!
Ach ja, das Seminar kostete mich 25 Euro, weil ja schliesslich Essen dabei ist (''reichhaltiges Fruehstueck und Mittagessen''...)...
Dort angekommen gab es Kaffee und eine Butterbrezel Shocked -und ich hatte extra auf's Fruehstueck zu Hause verzichtet, um die 25 Euro voll wieder mit Essen rauszuholen..naja...also, los ging's:
Wir sassen alle um den Bigboss herum (er stand in der Mitte), ich hatte sogar ein eigenes Namensschild am Platz und haette mir auch einen , extra fuer mich ausgedruckten Namenspin anstecken koennen, was mir dann aber doch etwas doof vorkam (da stand schon drauf Name-Ergopro, und ich war ja schliesslich nur zum Informieren hier!).
Ok, der big Boss erzaehlt auf ekelhaft arrogante Art, wie gross und geil und perfekt und reich die ERGO doch sei, wie sie immer groesser und reicher wuerden und dass sie es geschafft haben, schon tausende von Stellen abzubauen und noch 5000 mehr folgen Twisted Evil !Ehrlich, der Typ war begeistert, weil diese gefeuerten Menschen braucht man ja nicht (kurz dazu: Ergo ist ein Zusammenschluss aus vielen Versicherungen und bei einem Zusammenschluss braucht man weniger Personal fuer die Verwaltung etc., weil ja alles aus einem Haus kommt!)
und man spart Kohle ein fuer die verbleibenden Mitarbeiter (ach ja und natuerlich auch, um den Kunden noch viiieel bessere Preisleistungen anbieten zu koennen!)...Blabla, ERGO ist super, das Team besteht nur aus erfolgreichen...dann ein paar Schreckensmeldungen, die deutlich machen sollen, dass JEDER Mensch eine private Altersvorsorge benoetigt. Klar ist es heute immer wichtiger, vorzusorgen, aber dann erleutere das bitte kompetent und nicht nur abgezielt auf den dadurch entstehenden Markt fuer die ERGO!! Ach ja, Deutschland hat ja ca.80 Millionen Einwohner und Bigboss wollte uns weismachen, daher haette unser Markt eine unglaubliche Groesse (naemlich 80 Millionen Buerger Rolling Eyes )...Genau, wei auch jedes Baby schon vorsorgt und sich mit in die Windel pinkeln Geld fuer diese Vorsorge verdient und dieses Geld abdruecken kann an ERGO?Mhmm...ach ja, und wie war das : '' es wird immer mehr Rentner und immer weniger junge Leute geben''( jap, das ist Fakt, Mr.Bigboss)-
dann erklaer mir aber bitte, warum Du diese Millionen Rentner nicht von dem 80 Millionen-Markt abziehst! Oder soll man denen auch noch weismachen, dass eine Altersvorsorge lukrativ fuer sie ist?!
Naja, ihr seht, Widersprueche immer wieder. Das Schlimme war, man erfaehrt NIX ueber das Produkt, ausser eine Rechnung, was ein Kunde einzahlen muss, um seine Wunschrente von XY zu erhalten. Genauer eingegangen wird nicht und das, obwohl Bigboss anfangs die ERGO-Mitarbeiter als SUPERBERATER hingestellt hat, viel,viel besser als alle anderen natuerlich Cool
In der Pause hab'ich einen der Jungs angesprochen, ob denn spaeter noch genauer ueber das Produkt erzahlt wird. Seine Antwort:''musst Du darueber was wissen??'' ich:''naja, es hiess, man wird so gut beraten und um beraten zu koennen, brauch ich Wissen!'' er wieder :''Ne, verkaufen musst Du wissen, wissen, wie Du den Kunden ueberzeugst...'' Ahja...so funktioniert das...
Bigboss ueberliess dann meinem Arbeitskollegen das Wort, der uns coachte, wie man die Kunden ueber ihre Finanzen ausfragt...
also, ich schreib schon wieder so viel, aber kurz zusammengefasst meine Eindruecke:
-ein Kerl, der seit 5 Jahren dabei ist, schwaermte so uebertrieben von seinem Job (er wollte bitte,bitte den ERGO-Fussabtreter vor der Tuer fuer sein Schlafzimmer, damit er morgens drauftreten kann und motiviert ist Shocked -ehrlich!! Ja und bei jedem Satz zum Einkommen kam ein ''super!'' oder ''wahnsinn!!Genial!!'' Was haben die mit dir gemacht, hab ich mich die ganze Zeit gefragt! Und warum bist Du noch nicht hauptberuflich dabei, wenn ERGO doch dein Leben ist, wie du immer wieder betonst?
-mein Arbeitskollege sagt, er macht das hauptberuflich, ist in der 2.hoechsten Stufe (bei der man nach Rechnung der ERGO schon Millionaer sein muesste) und muss (meiner Meinung nach MUSS er das!) im Callcenter dazuverdienen)
-wer als Bigboss prahlt, wie viele Leute sie entlassen konnten, ist meiner Meinung nach einfach ein kapitalistisches AR***
-warum hab ich meinen Arbeitskollegen vorher nie im Porsche zur Arbeit kommen sehn?
-jeder ist abhaengig davon, was die ueber Dir und die unter Dir machen (auf der Stufenskala), d.h., wenn keine Abschluesse von Versicherungen gemacht werden, gibt's kein Geld, der obere macht Abschluesse, der untere verschafft ihm Adressen und eigentlich muss jeder Beides tun.
-wer nicht genug Abschluesse macht?Adressen ranschafft,fliegt und ist das Ar***, weil ja die anderen dann auch weniger Kohle machen
-ich habe ein Blatt erhalten, auf dem Platz fuer ca.300 Adressen ist. Der Platz ist fuer potenzielle Kunden und wer dazu gehoert, ist genau aufgelistet: angefangen bei Freunden, Verwandten, ueber ehemalige Lehrer, deinen SUpermarktverkaeufer, deinen Vermieter, Kinder von Bekannten, ehemalige Klassen-und Kindergartenkammeraden, also praktisch alle, die dir jemals irgendwo begegnet sind!
-es wir vom grossen Geld bei wenig Arbeit gesprochen, aber wenn Du DIch in Foren umschaust und begeisterte (gehirngewaschene) ERGO-Mitarbeiter vom Job erzaehlen, liest man ueberall das Selbe: Ach, wir sind so fleissig, von nix kommt nix, wir arbeiten hart fuer unser Geld und alle, die es nicht geschafft haben, sind unfaehig
-ERGO trichtert den Leuten wirklich ein, sie seien zu bloed, faul etc., wenn sie nicht genug Umsatz machen->AETZEND!
-Mitarbeiter werden gekoedert mit goldenenen Anstecknadeln, Uhren etc., bei vielen Abschluessen->baut Neid und Druck auf, weil Du umgekehrt genauso gedisst oder gar gefeuert wirst!
-Die Verdienstrechnungen sind utopisch, klingen natuerlich super, aber wenn man realistisch anschaut, wieviele Menschen man anquatschen muss, bis einer sich mal auf'nen Versicherungsberatungstermin einlaesst und davon dann einer auch noch ja sagt, ist es voellig ueberzogen ! Es gibt nur dann Kohle, wenn man was verkauft hat! Egal, wieviele Stunden Arbeit man bis dahin hatte!
-wenn ein Kunde innerhalb von 5 Jahren von der Versicherung zuruecktritt oder sie nicht mehr zahlen kann und daher kuendigt: musst Du Deinen Lohn dafuer ZURUECKZAHLEN! Machst also Schulden bei der ERGO!
-Du musst selbststaendig sein, sie stellen keine Leute ein (nicht jedenfalls fuer die Art Job), d.h., Krankenkasse, saemtliche Versicherungen zahlst DU KOMPLETT alleine!
-dienstliche Telefonate, Fahrtkosten etc. werden nicht uebernommen!
-das Mittagessen fuer 12 Euro, 3 Kaffees und'ne Brezel, Saft und Wasser, Hin-und Rueckfahrt, decken ungefaehr die Seminarkosten Wink
-niemand, der dort war, arbeitet NUR dort...
-ach ja: ich werde wohl nicht dort anfangen, aber vielleicht hat der Bericht euch ein wenig weitergeholfen, falls ihr auch gelockt wurdet Wink
Liebe Gruesse und viel Erfolg auf der Suche nach was Anstaendigem!
sejo2222
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Anmeldungsdatum: 10.07.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 10 Jul 2013 - 17:27:04    Titel: positiv überrascht

Hallo,

ich arbeite seit vielen Jahren bei ERGO pro und bin sehr zufrieden.

Ich möchte mal ein paar Sachen emotionslos richtig stellen.
Ausbildung und Qualität steht zumindestens bei unserer Geschäftsstelle an erster Stelle. Gerade als gelernter Versicherungskaufmann war ich da anfangs skeptisch.
Es wird sehr viel Aufwand betrieben die Rentensituation des Kunden zu ermitteln um beim 2. Gespräch die optimale Lösung zu präsentieren.
Ich denke über das gesetzl. Rentenproblem brauchen wir nicht diskutieren. Wir versuchen immer an erster Stelle die betriebliche Altersversorgung zu installieren. Ganz ehrlich soviel Mühe machen sich viele Mitbewerber nicht.

Da wir uns hauptsächlich auf dieses Thema Altersvorsorge konzentrieren, sind wir da auch hervorragend ausgebildet.

Ebenso achten wir sehr auf die Qualität unserer Mitarbeiter. In meinem Team befinden sich Selbständige, Akademiker, viele Studenten usw..
Wir haben oben angesprochene Probleme also nicht.

Gute Mitarbeiter, gute Beratung, kaum Storno.

Es ist völlig marktüblich, dass man für solche Verträge 60 Monate haftet. Und das ist auch gut so. Die Stornoreserve von 20 % ist auch völlig normal.

Man kann haupt- oder nebenberuflich auf seriöse Art und Weise Geld verdienen. Strukturvertrieb ist eine feine Sache wenn man auf Qualität achtet.

Was die Seminarpauschale angeht, ist einiges falsch dargestellt. Die ERGO nimmt kein Geld für das Seminar. Das Hotel möchte Geld für Essen, Trinken Übernachtung im EZ. Bei unseren Seminaren handelt es sich um Vollpension in einem 4 Sterne Hotel zu einem sehr günstigen Preis.

Ich arbeite sehr gerne bei der ERGO und empfehle jedem, sich seine eigene Meinung zu bilden. :wink:
Vomndr
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Anmeldungsdatum: 02.12.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2013 - 17:24:22    Titel:

Hallo,

ich arbeite als Journalistin beim NDR und recherchiere derzeit zum Thema Ergo.
Einige von euch haben von Erfahrungen im Strukturvertrieb geschrieben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand erstmal nur für ein Hintergrundgespräch beim mir melden würde.

Gerne als Private Nachricht hier und dann kann ich gerne anrufen.
sunnyday2014
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Anmeldungsdatum: 23.05.2014
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2014 - 09:10:10    Titel:

Also ich habe auch überhaupt keine guten Erfahrungen mit der ERGO gemacht..

Ich wurde über Xing von einem Ansprechpartner der Ergo Pro angeschrieben und zu einem Gespräch eingeladen bezüglich einer Position im "Vertriebsbereich Personalaufbau/-Entwicklung".

Der Gesprächspartner war ein typischer Versicherungsvertriebler: sympathisch, offen und sehr kommunikativ. Die beschriebene Position hörte sich anfangs nicht schlecht an - man bekommt zunächst eine 3-monatige Ausbildung (wie sich später herausgestellt hat wird man in den 3 Monaten nicht bezahlt!! und muss trotzdem schon Verträge abschließen!) und anschließend hat man die Möglichkeit aufzusteigen...

Immer wieder wurde auf eine sogenannte "Informationsveranstaltung" hingewiesen, die über 2 Tage in einem luxeriösen Hotel stattfindet. Zu dieser werden angeblich ausschließlich nur die besten Kandidaten, die aus diesen Interviews hervorgehen, "eingeladen".

Dann kam der Knüller: am Ende des Gesprächs stellte sich heraus, dass man für die Teilnahme an der INFORMATIONSveranstaltung rund 110 EURO bezahlen muss!
Die Ergo hätte sich dafür entschieden, da sonst immer zu viele Bewerber abspringen würden und sie somit sicherstellen, dass auch jeder, der zusagt kommt. Außerdem würden die Teilnehmer mit einer ganz anderen Motivation an diesen Veranstaltungen teilnehmen, wenn sie bezahlen würden.

Ich habe selten so eine Dreistigkeit von einem Unternehmen erlebt. Es war offensichtlich, dass der Ansprechpartner danach bezahlt wird, wie viele Kandidaten er zu der Veranstaltung überreden kann. Es geht ganz offensichtlich nicht darum gut qualifizierte zukünftige Mitarbeiter zu gewinnen ? denn diejenigen, die sich zu solch einer Unverschämtheit hinreißen lassen können entweder nicht bis 3 zählen oder sind extrem verzweifelt.

Nach meinem Erlebnis habe ich ein wenig recherchiert und folgende Reportage vom NDR dazu gefunden:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen...

Anscheinend wird es nach einer Anstellung und Teilnahme an solch einer Veranstaltung noch viel dreister, was die Geschäftspraktiken angeht.

Die Ergo verkauft einen für blöd und ich bin wirklich verärgert darüber, 2 Stunden meines Lebens verschwendet zu haben..
ManuelMMM
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Anmeldungsdatum: 01.05.2013
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2014 - 21:09:33    Titel: Mein Erfahrungsbericht

Anmerkung zum Text: Leider hat mir das Formular das kursiv geschriebene und die Absatze zerhauen - im Original ist es etwas übersichtlicher. Ich hoffe, man kann es trotzdem lesen.


Strukturvertrieb im Finanzbereich – die große Chance?

„Wie du vielleicht mitbekommen hast, arbeite ich seit geraumer Zeit im Bereich Vermögensaufbau, Steuervorteilsicherung und Altersvorsorge. Wir expandieren im Moment verstärkt im Bereich Buxtehude [Ort v. Verfasser geändert] und suchen noch Führungskräfte, welche jeweils vier- bis sechsköpfige Teams leiten. Deine Aufgaben wären insbesondere die Koordination, Einarbeitung und Motivierung deiner Mitarbeiter. So kannst du dir nebenberuflich etwas Ernsthaftes aufbauen, was sich nebenbei auch gut im Lebenslauf macht.“

So kam ich als damaliger junger Student einer völlig anderen Fachrichtung erstmals mit Multi-Level-Marketing beziehungsweise einem Strukturvertrieb in Berührung. Ich hatte zuvor noch nie von diesem System gehört. Ich möchte in diesem Artikel weniger das Multi-Level-Marketing als solches erklären, sondern vielmehr meine persönlichen Erfahrungen im Strukturvertrieb eines Finanzdienstleisters mit euch teilen. Erstaunlicherweise stellten sich meine Erfahrungen als nahezu identisch mit denen anderer „Strukkis“ aus verschiedenen Finanzunternehmen heraus. Für unerfahrene Leser in diesem Bereich empfehle ich als Grundlage die Lektüre des passenden Wikipediaartikels. Alle kursiv und in Anführungsstriche gesetzte Worte sind Schlüsselbegriffe des Multi-Level-Marketings, die in ihrer Bedeutung nie völlig falsch verwendet werden, jedoch dem Aufbau einer Illusion zur Täuschung vor wahren Gegebenheiten dienen.

Zurück zur Ausgangssituation. Dort stand ich also auf der Suche nach einem Nebenjob, den ich insbesondere zur Verbesserung meiner Perspektiven am zukünftigen Arbeitsmarkt suchte. Meine naturgemäße Skepsis und mein als Frage formulierter Einwand, wie so eine Arbeit denn ohne jegliches Wissen in dem Arbeitsbereich möglich sei, wurde mit einem „Du wirst natürlich intensiv und umfassend geschult und eingearbeitet“ entkräftet. Ich bin schon immer eine erfolgsorientierte und ehrgeizige Persönlichkeit gewesen. Die geschilderte Stellenbeschreibung sprach meine Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Themengebieten und Erfahrungen an. Hungrig auf Karriere und Geldverdienen, jedoch noch reichlich unerfahren, war meine Neugier geweckt.

Und so traf ich mich noch einmal in einem offizielleren Rahmen mit meinem zukünftigen „Ausbilder“, auch Strukturhöherer beziehungsweise „Strukki“ genannt. Wir lernten uns schnell kennen und mir wird die ein oder andere „Personalerfrage“ gestellt, welche - wie sich nachher recht schnell rausstellte - weniger zum Testen und Selektieren etwaiger Mitarbeiter, als vielmehr zur Aufrechterhaltung der Illusion, es handele sich dabei um eine gefragte und zahlenmäßig limitierte Arbeitsstelle, eingesetzt wurden. Schnell waren wir beim „Du“. Diese jugendhafte Lockerheit gefiel mir. Dass diese nur einen weiteren Baustein des Systems Strukturvertrieb darstellt, war mir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bewusst. Des Weiteren wurde mir das Vergütungssystem erklärt, ohne dabei als Strukturvertrieb bezeichnet zu werden. Dabei wurde mit Zahlen gearbeitet, die für mich als Studenten unglaublich groß erschienen. Erstmals war von „Beratung“ (anstatt Vertrieb oder Verkauf) die Rede. Bezahlt wurde jedoch nicht für „Beratungs“-, sondern ausschließlich für Verkaufsleistungen. Der gesamte Gesprächsaufbau wurde immer wieder mit Elementen des Eingangszitats gepickt, so dass alles sehr einfach und schlüssig, insbesondere aber attraktiv erschien. Trotz meiner Unerfahrenheit zu der Zeit war ich nicht naiv und mir bewusst, dass außerordentliche Geldsummen nicht einfach mal so zu verdienen sind. Daher halbierte ich die von meinem Strukki genannte Anzahl an Vertragsabschlüssen und die daraus resultierenden Provisionssummen und stellte fest, dass das immer noch eine echt beneidenswerte Summe ergab. Und ganz nebenbei konnte ich mir ja „nebenberuflich etwas aufbauen“, was hinterher immer mehr abwirft. Schlussendlich hatte ich nichts zu verlieren und Probieren geht bekanntlich über Studieren.
Das Einstiegsseminar - die nächste Station meiner „Karriere“ im Multi-Level-Marketing. Dieses fand in Seminarräumen eines gediegenen Tagungsortes statt – inklusive Frühstück, edles Mittags-Menü und Anzugpflicht aufgrund eines „geschäftlichem Umfeld“. Diese Umgebung beeindruckte mich verständlicherweise und die scheinbare Professionalität steigerte meine Entdeckungslust. Kosten waren von den Seminarteilnehmern selbst zu tragen. Diese waren bunt zusammengewürfelt – jüngere Studenten, Schüler, aber auch ältere Teilnehmer. Frauen und Männer waren gleichermaßen vertreten. Bei einigen Teilnehmern fragte ich mich aufgrund ihrer äußeren Erscheinung und ihren Artikulationsfähigkeiten jedoch recht schnell, wie diese auch nur annäherungsweise im Vertrieb von Finanzdienstleistungen tätig sein sollten. Wie auch immer, war ja nicht mein Bier.

Wir trudelten in den Veranstaltungsraum ein. Laute Partymusik („Here’s my key, philosophy, a freak like me just needs infinity…”) machte Stimmung und für den richtigen Wohlfühlfaktor war direkt gesorgt. „Infinity“, zu Deutsch Grenzenlosigkeit. Ein passendes Stichwort für die Philosophie des Strukturvertriebs. Die Musik lief aus und wir wurden von einem sympathischen Herrn in edlem Anzug, Manschettenknöpfen und Einstecktuch begrüßt. Diese Kombination aus Lockerheit und (scheinbarer) Seriosität wirkte. Nach kurzer Erläuterung der Tagesordnung wurde der erste Redner angekündigt:

„Unser erster Redner saß vor vier Jahren genau auf denselben Stühlen, auf denen Sie jetzt auch sitzen. Mit nur 22 Jahren hat er einen vorbildlichen Karriereaufstieg hinter sich und ist in Stufe 4 angekommen! Sein maximaler Verdienst in einem Monat betrug
30.000 €! Wie in seiner Freizeit als Triathlet ist er auch auf der Straße mit seinem Mercedes SL schnell unterwegs! Und jetzt begrüßen Sie mit mir mit einem tosenden Applaus unser Nachwuchstalent Johannes Hofschmidt [Name von Verfasser geändert]!“


...Okay ... Etwas befremdlich wirkte diese Ankündigung schon. Auf der einen Seite musste ich schmunzeln über diesen Einstieg und fragte mich, wo ich hier gelandet bin... Aber irgendwie war es auch erfrischend anders. Das „Nachwuchstalent“ erschien mir auf einmal wie ein Halbgott. 30.000 € in einem Monat! Mit 22 Jahren! ... Wow! Dass diese Art der Präsentation zum Strukturvertrieb dazugehört wie das Salz zur Suppe war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Es folgten mehrere Vorträge zu verschiedenen Themen – die Ankündigungen der Redner verliefen stets nach dem gleichen Schema. Den Einstieg bildeten Informationen zum demografischen Wandel, zu den Nachteilen der umlagefinanzierten staatlichen Rentenversicherung und erste Ausblicke auf Finanzprodukte, welche die Rentenlücke schließen können. Der Markt schien existent zu sein. Nach einer kurzen Pause, in der ich von meinem „Strukki“ betreut wurde, folgten die letzten Vorträge, welche der (wenn auch einseitigen) Wissensvermittlung dienten: Private Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung. Ich wurde erstmals mit den starren aber guten Vertriebswerkzeugen konfrontiert: Schaubilder, Lebenslinien, Illustration von Sachwerten, die nahezu jedem Menschen wichtig sind und welche durch die Gefahren des Lebens bedroht sind. Verlustängste und die Bedürfnisweckung nach Sicherheit – das zieht bei den Deutschen! Danach dachte ich mir: Dumm, wer da noch rein gesetzlich versichert ist. Nach der Mittagspause waren die Vorträge etwas anderer Natur. Das Vergütungssystem wurde noch einmal erklärt und ich merkte, wie die genannten Summen ihre Wirkung in meinem Gehirn abermals entfalteten. Der Referent befragte zwei, drei „Strukkis“, was ihr höchster Verdienst war – Frau Merkel wäre neidisch geworden. Zwei, drei Abschlüsse im Monat und noch den ein oder anderen meiner Mitarbeiter bzw. „Geschäftspartner“ - das wird ja wohl möglich sein! Wieder halbierte ich die genannten Provisionssummen, um realistisch bleiben zu können. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass ich potentielle Kunden zugewiesen bekommen würde. Vom Abgrasen meines persönlichen Umfeldes, dem sogenannten warmen Markt, wusste ich bis dato nichts. Im Anschluss wurden die Vorteile der „Selbstständigkeit“ im Unternehmen erläutert - wie in den anderen Themenbereichen wieder mit einer beispielhaften, den Laien überzeugenden Einseitigkeit. Es wurde uns klar gemacht, welches Schicksal an horrenden Abgaben uns blühen würde, wenn wir in ein Angestelltenverhältnis einsteigen würden, beziehungsweise in diesem verbleiben würden. Es erschien mir so, als seien Arbeitnehmer grundsätzlich zu bedauern. Ohne vermeintliche Risiken nebenberuflich starten und anschließend in die hauptberufliche Selbstständigkeit! Klang gut! Dass die Risiken tatsächlich weniger im wirtschaftlichen, jedoch dafür umso mehr im sozialen und persönlichen Bereich liegen, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst... Wie auch? Den Abschluss bildete ein Vortrag über die Incentives, welche im Strukturvertrieb Gang und Gebe sind. Der sympathische Herr mit dem schicken Anzug, Manschettenknöpfen und Einstecktuch erklärte uns die Grundidee von Incentives und präsentierte Beispiele mit Hilfe gutgemachter Videos und Bilder: Reisen, besondere Erlebnisse und Tagesausflüge. Oft hatten diese Abenteuercharakter: Das spricht insbesondere erfolgs- und erlebnisorientierte Menschen an. „Work hard, play hard!“ ist ein Motto, dem ich noch öfters in diesem System begegnet sein werde. Es folgte mein persönlicher Höhepunkt des Tages: Der sympathische und insbesondere herausragend charismatische Herr sprang ohne Vorwarnung mit einem lauten Knall auf einen Tisch der ersten Reihe. Die Seminarteilnehmer schreckten auf. „ES IST ALLES MÖGLICH, WENN MAN BEI UNS GAS GIBT!“ Ich war hellwach – er machte das echt gut. Er sprang wieder agil vom Tisch herunter und holte ein etwa 0,5 Zentimeter dickes Bündel pastell-roter Scheine hervor, welches mit einer überdimensionalen goldenen Büroklammer zusammengehalten wurde. Okay dachte ich, jetzt wird es aber lächerlich. „Für diese Büroklammer aus echtem Gold müssen Sie nur [x] Einheiten in [x] Monaten schreiben und sie hilft Ihnen dann, Ihr vieles Geld, was Sie bei uns verdienen, zusammenzuhalten.“ Im Anschluss präsentierte er seine Armbanduhr der wohl populärsten Marke für hochpreisige Luxusuhren. Er fragte seine Kollegen, wie viel die Uhr denn wert sei. – „Das gleiche Modell gibt es für ca. 17.000 € im Handel.“ „Diese Uhr dürfen Sie Ihr eigen nennen, sobald Sie Stufe vier erreichen! Ich würde Sie sie ja gerne von Nahem betrachten lassen, aber dafür ist sie einfach zu teuer!“ Es wurden noch einige Incentives vorgeführt, welche man schon mit geringerem Aufwand sein eigen nennen kann: Edle Kugelschreiber und Ledermappen oder silberne und goldene Anstecker für den Anzug. Ich fragte meinen Strukki, ob man diese Gegenstände auch verkaufen beziehungsweise einschmelzen könne. Doch das ist anscheinend nicht gern gesehen, denn diese gelten als Statussymbole und Erkennungsmerkmale unter ihresgleichen, wie weit es der jeweilige Mitarbeiter schon geschafft hat. Kurz vor Abschluss wirft ein Referent noch die Frage ein, ob so viel Luxus und materieller Reichtum denn verwerflich seien. Das paralysierte Kollektiv der Seminarteilnehmer entgegnet mit einem entschiedenen „Nein“, denn für diesen Erfolg hat man schließlich hart und ehrlich gearbeitet! Der frühe Abend brach an und das Seminar neigte sich dem Ende zu. Ich fühlte mich wie in einer Art Rausch – hochmotiviert, den erfolgreichen Referenten nachzueifern und selber Erfolg zu haben! Gehirnwäsche per excellence! Gleichzeitig stieß mich jedoch die extreme vorherrschende Fixierung auf materielle Dinge als ausschlaggebender Punkt beruflicher Tätigkeit ab. Ich kommunizierte meine Bedenken und mir wurde versichert, dass diese Aufmachung nur der Motivierung von Menschen mit stark monetärer Orientierung diene und keine ausschlaggebende Rolle spiele. Ich akzeptierte die Antwort vorläufig und blieb am Ball, denn meine Neugier war noch lange nicht gestillt.

Mein weiterer Werdegang bestand aus verschiedenen Elementen: Drei Grundkurse, die jeweils einen ganzen Tag dauerten, wöchentliche zweistündige Meetings mit dem gesamten Team und die Treffen mit meinem „Strukki“, welche insbesondere zum individuellen Coaching und Absprechen weiterer Vorgehensweisen dienten. Diese Elemente waren perfekt aufeinander abgestimmt, so dass die Verdrehung von Tatsachen, das Aufbauen einer Illusion und das Einbinden neuer Mitarbeiter in das soziale System Strukturvertrieb effektiv vorangetrieben werden konnten. Die Grundkurse gefielen mir sehr gut, da mir dort Einblick in einen Themenbereich gewährt wurde, der für mich bis dato absolutes Neuland war: Steuern, Risikoabsicherung, Altersvorsorge und noch viele weitere Themen wurden behandelt. Leider war der zeitliche Rahmen zu straff, um tiefergehendes Wissen zu vermitteln. Dieses - so wurde mir versichert - würde ich mir in den regelmäßigen Meetings aneignen können.

In den wöchentlichen Meetings und den Treffen mit meinem „Strukki“ lernte ich das zentrale Verkaufsinstrument des Strukturvertriebs kennen: Einen Fragebogen für das Kundengespräch, in welchen dieser zentrale Fragen zur finanziellen Situation und seinen Wünschen und Zielen beantwortete. Bei diesem Fragebogen handelte es sich um ein hochgradig effektives Verkaufswerkzeug, welches insbesondere der Manipulation des Kunden unter dem Deckmantel der „kostenlosen Beratung“ diente. Bedürfnisweckung und das geschickte Einfädeln von Kaufanreizen waren vom laienhaften Kunden nicht von einer „ganzheitlichen und bedarfsoptimierten Beratung“ zu unterscheiden. Gleichwohl sollte mit geschickt platzierten Fragen weiteres Kundenpotential aus dem Bekanntenkreis des jeweiligen Kunden im Sinne von Empfehlungsmarketing generiert werden. Der Umgang mit diesem Fragebogen wurde mit systematischen und feststehenden Formulierungen geübt, wobei komplette Kundengespräche als Leitfäden zur Verfügung standen. Dem Kunden wurde der Fragebogen als Basis eines kostenlosen umfassenden Gutachtens eines unabhängigen Finanzinstituts präsentiert, welches individuelle Förder- und Gewinnmöglichkeiten differenziert ermittele. In Wahrheit war dieses Gutachten nichts weiter als ein Darstellungsprogramm mit simplen Berechnungen, welches die Angaben des Kunden veranschaulicht und auf dessen Basis der „Berater“ seriös wirkende Produktempfehlungen aussprechen konnte.
Den neuen Verkäufern wurden diese Verkaufsinstrumente nicht sonderlich anders vorgestellt als den Kunden, da im Strukturvertrieb neue Verkäufer erst einmal auch als potentielle neue Kunden anzusehen sind, welche ebenfalls mit Produkten eingedeckt werden können. Zudem muss der Nachwuchsverkäufer davon überzeugt sein, dass er mit seiner „Beratung“ seinen Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten etwas Gutes tut. Denn das ist der entscheidende Punkt des Multi-Level-Marketings, welchen ich erst einige Zeit nach meinem ersten Kontakt mit dem Strukturvertrieb kennenlernte: Ich bekomme keine potentiellen Kunden zugewiesen, sondern muss diese aus meinem persönlichen Umfeld akquirieren. In meiner Zeit im Strukturvertrieb hatte ich von da an mit dem inneren Konflikt zu kämpfen, mein persönliches Umfeld und dessen Vertrauen in meine Loyalität unter dem Vorwand der nett gemeinten „Beratung“ zu missbrauchen, um dieses mit Finanzprodukten zu versorgen, deren Qualität und Sinnhaftigkeit ich gar nicht einzuschätzen vermochte. Mir wurde versichert, dass ich nach einiger Zeit im Strukturvertrieb über ein Wissen verfügen würde, welches dem regulärer Versicherungskaufleute überlegen sei. Allerdings liegt es in der Natur des Strukturvertriebs, dass dieser nur effizient ist, wenn möglichst schnell die Struktur vergrößert wird, so dass eine gute vorangestellte Ausbildung auch vor dem Hintergrund der ausschließlichen Bezahlung auf Provisionsbasis jeglicher Realität entbehrt. Ich merkte, wie ich gute Freunde nicht mehr als solche sah, sondern vielmehr als Möglichkeit, an ihnen Geld zu verdienen. Mit meinem „Strukki“ erstellte ich eine Liste mit allen Personen, die ich kannte. Ich sollte an Kommilitonen, Freunde aus dem Sportverein, Familienmitglieder, Arbeitskollegen, Bekannte vom Feiern und viele weitere denken - mein gesamtes persönliches Umfeld. Das Adressbuch meines Handys und meine Freundeslisten in sozialen Netzwerken lieferten dafür ausreichend Informationen. Diese Auflistung wurde als mein „Potential“ betitelt. Da ich in Zeiten, in denen es noch keine Textmessenger gab, nur mit wenigen Menschen Mobilfunknummern austauschte, war mein Adressbuch dementsprechend karg gefüllt. Kein Problem - mein "Strukki" brachte mich dazu, in einem sozialen Netzwerk den Verlust meines Handys via Statusreport vorzutäuschen und meine Internet-Freunde so dazu aufzumuntern, mir ihre Handynummer per Privatnachricht zukommen zu lassen. Aus diesem wurden besonders geeignete potentielle Kunden und auch Mitarbeiter beziehungsweise „Geschäftspartner“ ausgewählt. Die potentiellen Kunden wurden telefonisch kontaktiert und mit standardisierten Formulierungen und psychologischen Tricks wie Alternativfragen zu einem Termin gedrängt:

„[...] Ich bin seit einiger Zeit selbständig und baue mir nebenberuflich jetzt etwas im Bereich Vermögensbildung, Steuervorteilen und staatlich geförderter Altersvorsorge auf. Ich habe da an dich gedacht, da du als mein Freund auch von 500-2000 € jährlicher Ersparnis profitieren sollst. Wann sollen wir uns mal zusammensetzen? Samstag oder Sonntag?“

Bei eventuellen Widerständen kam es zur „telefonischen Einwandbehandlung“, welche sich wiederum aus auswendig gelernten Formulierungen für jegliche Äußerung von Bedenken bediente.
Das Versprechen, ich würde eine umfassende und qualitative Ausbildung erhalten, wurde während meiner Zeit im Strukturvertrieb nur teilweise erfüllt. Zwar bekam ich durch die Grundkurse einen guten ersten Überblick und meine Fragen wurden immer gewissenhaft und gut beantwortet, dennoch nahm das Angebot an Möglichkeiten zur Verbesserung meines Fachwissens danach rapide ab. Die wöchentlichen Meetings, die sich diesem widmeten, waren verschwindend gering. Zudem wurde wieder sehr einseitig gelehrt – etwaige Kritikpunkte an bestimmten Produkten oder deren Aufstellung gegenüber Konkurrenzangeboten fanden keine Plattform, da sie die Verkaufsbereitschaft neuer Mitarbeiter nur verschreckt hätten oder solch ein tiefgreifendes Wissen in der Struktur vielleicht auch nicht vorhanden war. Stattdessen lag Fokus der Meetings auf Vertriebs-Know-How und speziellen Methoden zur Mitarbeitermotivation, welche bisweilen esoterische Züge annahmen. Dazu gehörte die gebetsmühlenartige Formulierung von persönlichen und beruflichen Zielen in der Struktur, inklusive Auflistung marterieller Dinge, die man sich von seinen ersten 1.000, 10.000 oder 50.000 € kaufen wollte – Stichwort Visualisierung zur emotionalen Verstärkung. Erfahrene „Strukkis“ sprachen von ihren insbesondere „persönlichen Fortschritten“, welche sie erfahren hätten. Regelmäßig hielten Struktur-Gurus selbstherrliche Vorträge. Die Begeisterung war den anwesenden Mitarbeitern ins Gesicht geschrieben. Für sie verkörperten die Gurus den einen Lifestyle, den alle dort leben wollten: „Work hard, play hard!“ Im Nachhinein fragte mich ein Kollege: „Hast du seinen Anzug gesehen? Geil, einfach nur geil!“. Statussymbole waren allgegenwärtig: Incentives, welche Erfolge in der Struktur symbolisierten, teure Kleidung und schnelle Autos – Außenwirkung gehörte zum guten Ton. Ich machte ein kleines Experiment: Meinen sonst eher basisorientierten Kleidungstil ergänzte ich tagesweise gezielt mit kleineren Accessoires und wartete auf Reaktionen. Ohne Ausnahmen wurden meine kleinen Updates registriert und jedes Mal ausführlich gelobt.

„Nothing is impossible – mind is everything!“ - Aufstrebende „Jungunternehmer“ malten sich solche und ähnliche Lebensweisheiten auf ihre Flagge, was unter anderem an ihren Profilen in sozialen Netzwerken zu erkennen war. In diesen stellten viele ebenfalls ihren Erfolg im Unternehmen zur Schau – eine Art Selbstmarketing, welches gleichzeitig neue Interessenten dazu animierte, ebenfalls im Unternehmen „selbstständig“ erfolgreich zu werden und die strukturhöheren Mitarbeitern von diesem Erfolg profitieren zu lassen. Angesichts der großen Anzahl regelmäßig neu angeworbener Mitarbeiter war die Anzahl der anwesenden Mitarbeiter auf den Meetings recht überschaubar, obwohl innerhalb der Struktur viel Wert auf Anwesenheit gelegt wurde. Dies bestätigt die allgemeine Aussage über Strukturvertriebe, sie unterlägen einer starken Fluktation. Tatsächlich gab es einige wenige Mitarbeitern, denen man ihren Erfolg auch abnahm. Dabei war es ganz egal, welches Bildungsniveau diese vorzuweisen hatten. Viele Mitarbeiter hatten lediglich einen Hauptschulabschluss, keinerlei Berufsausbildung oder ein abgebrochenem Studium. In diesem System zählen Fertigkeiten, die man in keiner offiziellen Bildungsinstitution erlernen kann. In diesem Sinne kann den Strukturvertrieben zu Gute gehalten werden, dass diese auch Personen finanziellen Erfolg ermöglichen, welche auf normalen Karrierewegen keine guten Chancen hätten. Die erfolgreichen Menschen in Strukturvertrieben fallen durch besondere Charaktermerkmale auf: Diese sind in der Regel ehrgeizig, oftmals sportlich engagiert, kommunikationsstark, kontaktfreudig, charismatisch, berechnend und weisen eine extreme Fixierung auf materielle Werte und deren Außenwirkung auf. Mit einem Wort können sie oft auch als „aalglatt“ beschrieben werden. Somit weisen sie einige Parallelen zu anderen Vertriebsmitarbeitern, beispielsweise im Angestelltenverhältnis, auf. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass angestellte Vertriebsmitarbeiter ihre psychologischen und sprachlichen Raffinessen nur im beruflichen Alltag einsetzen müssen, während bei Mitarbeitern im Strukturvertrieb die Grenze zwischen Privat- und Berufsleben und die damit einhergehenden Kontakte zunehmend verschwimmen. Ich bin der Meinung, dass je länger ein Mensch unreflektiert in diesem System verbleibt, desto größer wird für diesen die Gefahr, die dogmatischen Illusionsgebilde als wahre Begebenheit anzusehen und trotz eventueller anfänglicher Bedenken schlussendlich mit dem Gedanken, dass Richtige zu tun, im Hamsterrad gefangen zu sein und Kritik fälschlicherweise nur noch als puren Neid zu interpretieren.

Die Gefahren des Strukturvertriebs für die Persönlichkeit und das soziale Umfeld der Mitarbeiter gehen meiner Meinung nach insbesondere von einer Kombination aus der Generierung einer Illusion basierend auf verdrehten Tatsachen und der bewusst fokussierten zunehmenden Einbindung neuer Mitarbeiter in den Strukturvertrieb auch abseits regulärer Arbeitstätigkeiten aus. Etwaige Kritikpunkte am Verkauf im warmen Markt wurden mit geschickten psychologischen Tricks entkräftet: Durch das Aufklären über etwaige Finanzrisiken und das Anbieten qualitativer Lösungsansätze täte man beispielsweise seinen Bekannten etwas Gutes und schütze sie somit vor anderen Finanzberatern, welche nicht mit den gleichen hohen Qualitätsstandards arbeiteten. Im Grunde genommen ist diese Argumentation im Kern richtig, jedoch wird diese idealistische Betrachtung durch zwei Tatsachen umgekehrt: Die Provisionsvergütung, welche den „Berater“ grundsätzlich zum Abschluss möglichst vieler und möglichst teurer Verträge animiert und das generelle Unwissen über die Sinnhaftigkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis beziehungsweise die Qualität von Produkten. In dem Fall, dass es sich bei dem „Berater“ um einen Handelsvertreter eines einzelnen Unternehmens handelt, kommt erschwerend hinzu, dass dieser nur die unternehmenseigenen Produkte vertreiben kann; unabhängig davon, ob Angebote der Konkurrenzunternehmen gegebenenfalls qualitativer sind. Es existieren mittlerweile zwar schon Möglichkeiten, in Ausnahmefällen Konkurrenzprodukte zu vertreiben, allerdings sind diese Möglichkeiten streng limitiert und für den Vertreter auch nicht besonders lohnenswert, da solche Abschlüsse nur monetär vergütet werden – die Gewinnung von zusätzlichen Einheiten für den Aufstieg in der Struktur ist nicht möglich. Aber sicherlich lässt sich diese Möglichkeit überzeugend im Verkaufsgespräch beleuchten.

Im Internet wird viel von „sektenähnlichen“ Zustanden in Strukturvertrieben geschrieben. Diese extreme Beurteilung möchte ich meinen Erfahrungen nach etwas entschärfen. Nichtsdestotrotz herrschte in der Struktur eine umfassende Betreuungskultur durch strukturhöhere Mitarbeiter. Zum Büroalltag gehörte das gemeinsame Ausgehen, Trinken und Essen. Diese an sich erfreuliche Tatsache kollegialen Zusammenhalts war meiner Einsicht nach jedoch vorwiegend ergebnisorientierten Ursprungs und verstärkte die Effektivität der Indoktrination durch Einbindung möglichst vieler Lebensbereiche. Für mich wurde diese dogmatische Praxis insbesondere dann deutlich, als ich diversen Abendaktivitäten absagte und erst freundlich, dann unangenehm aufdringlich dazu gedrängt wurde, dem Treffen doch noch beizuwohnen und noch Freunde mitzubringen, welche „gegebenenfalls auch Interesse an einer spannenden und lukrativen nebenberuflichen Tätigkeit besitzen.“ Ein weiteres Beispiel zum Versuch der Struktur zur Einflussnahme auf das Privatleben neuer Mitarbeiter und deren Bindung an das System zeigte sich in einem Meeting, in welchem ein Struktur-Guru davon berichtete, wie eine damalige Partnerin Zweifel an seinem Engagement in der Struktur hegte und ihn dadurch in seiner persönlichen und beruflichen Entwicklung ausbremste. Er berichtete davon, wie er sich schnell von ihr trennte:

„Was glaubt ihr, wie viel Erfolg ihr haben könnt, wenn der Mensch, der euch am nächsten ist, an euch und eurem Weg zweifelt? Was würdet ihr machen?“

Als ich dann auch noch dazu animiert wurde, mit meinem oberflächlichen „Fachwissen“ Geschäftspartner einer nahen Verwandten, insbesondere hochrangige Mitarbeiter in der Industrie und wohlhabende Familienunternehmer, mit Finanzprodukten zu versorgen, entschied ich mich zum Ausstieg aus diesem System.
Oftmals wird argumentiert, der Strukturvertrieb sei nur ein Werkzeug. Wie dieses eingesetzt würde, hinge von den jeweiligen Mitarbeitern ab. Diesem zunächst oberflächlich überzeugenden Argument muss mit aller Entschiedenheit entgegnet werden. Die Vertriebsform des Multi-Level-Marketings ist ein System, dessen Erfolg maßgeblich von schnellem und exponentiellem Wachstum der Struktur durch ausschließliches Neukundengeschäft und dem damit verbundenen Erschließen möglichst umfangreicher warmer Märkte verbunden ist. Dies ist auch daran zu erkennen, dass auch erfolgreiche „Strukkis“ selten mehr als zwanzig eigene Kunden vorweisen können. Diese Ausrichtung auf exponentielles Wachstum offenbart die Parallelen zu illegalen Schnellballsystemen, welche Strukturvertriebsmitarbeiter rigoros abstreiten. Ein schneller Strukturaufbau, welcher für den Erfolg in diesem System unabdingbar ist, und ein ausschließlich leistungsbezogenes Vergütungssystem gehen jedoch auf Kosten von Mitarbeiterqualität und –moral. Zudem münden die mehrstufigen Vergütungen und kostenintensive Incentives in hohen Abschlusskosten, welche der Kunde schlussendlich zu tragen hat. Im persönlichen Austausch mit anderen „Strukkis“ im Bereich der Finanzdienstleistungen stellte ich fest, dass selbst in anderen Unternehmen exakt dieselben Formulierungen und Illusionen verwendet werden.
Ich persönlich möchte die Zeit in diesem System nicht missen, da ich viel über diese Art des Vertriebs, einen ganz besonderen Schlag von Mensch und die Macht der Beeinflussung und Manipulation lernen konnte.

Zudem setzte ich mich erstmals intensiv mit der analagebasierten Verbesserung meiner eigenen Finanzsituation auseinander. Mein persönliches Fazit kann mit dem berühmten Stichwort „Es ist nicht alles Gold was glänzt“ umschrieben werden: Nebenjob und Karriere lieber in anderen Bereichen. Vertraue keinem Berater und Vertreter jeglicher provisionsvergütenden Finanzunternehmen, sondern informiere dich selbst – so komplex ist die Thematik für Privatanleger nicht.
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