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Erzählperspektive
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Sternschnuppe93
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Anmeldungsdatum: 16.04.2012
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 16 Apr 2012 - 09:53:03    Titel: Erzählperspektive

Hallo ihr Lieben,

mein Problem ist folgendes. Mir ist bewusst, dass die Erzählperspektive für die Analyse eines epischen Textes Elementar ist, weshalb ich hoffe, hier eine Antwort zu finden.

Mir sind die Merkmale für den auktorialen Erzähler sowie für den personalen Erzähler gegenwärtig.

Auktorial:

- Allwissenheit
- überblickt das gesamte Geschehen "Vogelperspektive"
- hat einen Wissensvorsprung den Figuren gegenüber
- kommentiert, ironisiert, etc.

Personal:

- nimmt die Perspektive einer Figur ein (beschreibt die Gefühle)
- keine eindeutige Erzähler-Leser Kommunikation
- keine Kommentare

Mir fällt es jedoch unheimlich schwer, diese Perspektiven auseinander zu halten. Ich wäre euch einfach für Beispiele dankbar, die mir das noch einmal verdeutlichen. Es ist zwar nicht schwer zu erkennen, ob es auktorial ist, wenn der Erzähler kommentiert aber er muss ja nicht kommentieren, damit es auktorial ist oder ist dies zwingend notwendig?

Danke für eure Hilfe.
werkstattschreiber
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Anmeldungsdatum: 02.05.2012
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2012 - 19:52:36    Titel:

Hallo Sternschnuppe,

die auktoriale Erzählsituation:
„Das auszeichnende Merkmal dieser Erzählsituation ist die Anwesenheit eines persönlichen, sich in Einmengung und Kommentaren kundgebenden Erzählers [...]“ Quelle: Stanzel: Typische Formen des Romans (1987).

Der auktoriale Erzähler ist eine Gestalt, vom Autor eigenständig geschaffen, wie die Charaktere des Romans. Wesentlich für den auktorialen Erzähler ist, dass er als Mittelsmann der Geschichte einen Platz sozusagen an der Schwelle zwischen der fiktiven Welt des Romans und der Wirklichkeit des Autors und des Lesers einnimmt. Die der auktorialen Erzählsituation entsprechende Grundform des Erzählens ist die berichtende Erzählweise.

* Anwesenheit eines „persönlichen“ Erzählers
* Vorherrschen der berichtenden Erzählweise der Erzähler steht außerhalb der von ihm erzählten Welt (ist keine Figur der Erzählung!) es herrscht eine Dominanz der Außenperspektive vor
* Allwissenheit des Erzählers: der Erzähler kann zwischen verschiedenen Orten und Zeiten der Geschichte hin- und herspringen, Vor- und Rückgriffe machen, er kann berichten, was verschiedene Personen der Erzählung fühlen oder denken.

Die personale Erzählsituation:
„Verzichtet der Erzähler auf seine Einmengungen in die Erzählung, tritt er so weit hinter die Charaktere des Romans zurück, dass seine Anwesenheit dem Leser nicht mehr bewusst wird, dann öffnet sich dem Leser die Illusion, er befände sich selbst auf dem Schauplatz des Geschehens oder er betrachte die dargestellte Welt mit den Augen der Romanfigur, die jedoch nicht erzählt, sondern in deren Bewusstsein sich das Geschehen gleichsam spiegelt. Damit wird diese Romanfigur zur „persona“, zur Rollenmaske, die der Leser anlegt. Was über die Wirkung der szenischen Darstellung, die in einer solchen Erzählsituation immer vorherrscht, gesagt wurde, gilt auch für die personale Erzählsituation allgemein. Es ist vor allem die Illusion der Unmittelbarkeit, mit welcher das dargestellte Geschehen zur Vorstellung des Lesers wird, welche als charakteristisches Merkmal der personalen Erzählsituation anzusehen ist.“ Quelle: Stanzel: Typische Formen des Romans (1987).

* Zurücktreten des Erzählers
* Dominanz der Innenperspektive (mit den Augen der Romanfigur, in deren Bewusstsein) Vorherrschen der szenischen Darstellung
* insgesamt: Illusion der Unmittelbarkeit

Wichtiges Merkmal ist im Gegensatz zur auktorialen Erzählsituation: Das Zurücktreten des Erzählers!

Damit kommen wir zu G. Genette und der Fokalisierung. Die Frage ist, wofür Du das Ganze benötigst. Smile
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