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Evolutionstheorie: Die Evolution der Chromosomen
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LoLzeBoB
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Anmeldungsdatum: 14.05.2010
Beiträge: 1266

BeitragVerfasst am: 06 Mai 2012 - 06:26:18    Titel: Evolutionstheorie: Die Evolution der Chromosomen

Moin zusammen!

Ich bin eigentlich BWLer und kein Biologe, deshalb kann ich mir meine Frage auch nicht beantworten. Es geht darum, wie die Evolutionstheorie die Entwicklung von Chromosomen erklärt, bzw. genauer gesagt, wie aus Spezies andere Spezies mit unterschiedlicher Chromosomenzahl entstehen können. Ich kenne mich in Sachen Evolution eigentlich auch gut aus, und bin davon überzeugt, dass diese unsere Entwicklung beschreibt, und dies ist die einzige Frage, die ich durch verschiedene Bücher zu dem Thema nicht beantworten konnte.

Nehmen wir den modernen Menschen einfach mal als Beispiel. Wir besitzen 46 Chromosomen, unsere Vorfahren, die wir mit Schimpansen etc. teilen, hatten aber vermutlich 48. Das heisst, dass es irgendwo eine Entwicklung gab, in der ein 46-Chromosomen Individuum von einem 48er geboren wurde. Das ist noch in Ordnung, dann muss dieses 46er Individuum sich aber mit einem 48er gepaart haben. Kritiker der Evolutionstheorie, die ich kenne, sind der Meinung, dass Unterschiede an Chromosomenzahl Fortpflanzung unmöglich macht, und somit die Evolutionstheorie widerlegen. Deshalb frage ich: Wie hat das funktioniert?

Liebe Grüße
Bob
Frankx
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Anmeldungsdatum: 02.08.2010
Beiträge: 678

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2012 - 15:47:01    Titel:

Zitat:
Kritiker der Evolutionstheorie, die ich kenne, sind der Meinung, dass Unterschiede an Chromosomenzahl Fortpflanzung unmöglich macht,


Offensichtlich gibt es hin und wieder, wie fast überall, Ausnahmen.
Viele spontanen Mutationen des Genoms führen zu nicht lebensfähigen Organismen. Nur wenige dieser Mutationen sind dergestaltig, dass keine wesentliche Beeinträchtigung auftritt, wenn sie im aktiven Bereich des Genoms stattfindet. Und nur sehr selten gibt es Mutationen, die dem Träger einen evolutionären Vorteil verschaffen. Darüber hinaus gibt es auch Mutationen, die dem Träger nur in bestimmten Situationen nützlich sind, sonst aber unauffällig oder gar schädlich sind. Unter bestimmten sich ändernden Umweltbedingungen kann nun gerade dies einen Vorteil darstellen.

Es gibt da noch ganz andere eigenartige Effekte.
Ich habe mal über eine Vogelart gelesen, die sich ausschließlich am Ufer einer größeren Insel (möglicherweise Australien?) ausbreitete, so dass das entsprechende besiedelte Gebiet allmählich einen schmalen Ring um die Insel bildete.
An jeder Stelle des Ringes konnten sich die entsprechenden direkten Nachbarn untereinander fortpflanzen, bildeten also eine einzige gemeinsame Tierart. Nur dort wo der Ring sich nach langer Zeit geschlossen hat, waren die dann aufeinandertreffenden Tiere zur gemeinsamen Fortpflanzung nicht mehr fähig, bildeten also eigentlich getrennte Arten.
Es entstand also ein graduelles Gefälle bestimmter Eigenschaften über die entsprechende Strecke, so dass die Zuordnung Art - Unterart - Rasse etc. über das Kriterium der gemeinsamen Fortpflanzung nicht mehr eindeutig möglich war.

Leider weiß ich nicht mehr genau, wo ich das gelesen habe, ist schon eine Weile her.

MfG. Frank
LoLzeBoB
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Anmeldungsdatum: 14.05.2010
Beiträge: 1266

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2012 - 19:11:34    Titel:

Danke erstmal für die Antwort
Frankx hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Kritiker der Evolutionstheorie, die ich kenne, sind der Meinung, dass Unterschiede an Chromosomenzahl Fortpflanzung unmöglich macht,


Offensichtlich gibt es hin und wieder, wie fast überall, Ausnahmen.


Das ist leider zirkuläre Logik - Evolution ist ein Fakt, also muss es Ausnahmen geben. Ich bin auch der Meinung, dass die Evolutionstheorie bereits weit mehr als ausreichend belegt ist, aber es hilft in dem spezifischen Fall nicht. Kennt vielleicht jemand ein Paper zu dem Thema oder einen Artikel, in dem sich jemand mit dem Thema beschäftigt hat, wie dieser Übergang vorgekommen sein könnte? Dabei ist es mir egal, ob es eine generelle Erklärung für das Phänomen ist oder einfach nur eine spezifische Erklärung eines Einzelfalls (z.B. 48->46 im Fall des Menschen). Oder ob es zwischen den zwei Stufen eventuell Zwischenstufen geben könnte?

Dennoch, interessanter Post! Danke dafür
Frankx
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Anmeldungsdatum: 02.08.2010
Beiträge: 678

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2012 - 07:08:00    Titel:

Zitat:
Das ist leider zirkuläre Logik

Da gebe ich Dir recht.

Ich habe aber z.B. noch folgendes bei Wiki zum Thema Maulesel gefunden:
Zitat:
Bei der Vermischung des Erbgutes von Eselstute (62 Chromosomen) und Pferdehengst (64 Chromosomen) entsteht ein ungerader Chromosomensatz (63 Chromosomen bei Mauleseln), welcher eine Geschlechtszellenbildung unmöglich macht. Gleichwohl können Maulesel den Geschlechtsakt ausführen. Hengste sind stets unfruchtbar, gelegentlich kommen jedoch fruchtbare Stuten vor.

Da hättest Du z.B. Deine Ausnahme.


Falls Du selbst dazu neue Infos findest, bitte posten, das Thema interessiert mich auch.

MfG. Frank
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