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Wirtschaftsprüfer nicht mehr lohnend?
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Schrimps
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Anmeldungsdatum: 10.03.2007
Beiträge: 128

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2012 - 08:56:34    Titel: Wirtschaftsprüfer nicht mehr lohnend?

Ich stehe jetzt kurz vor der Entscheidung mich für einen master zu bewerben. Dabei habe ich konkret vor, mich für FACT Masterstudiengänge einzuschreiben.
Bereits vor meiner Ausbildung/Bachelor hatte ich als langfristiges Ziel den WP abzulegen. Nur bin ich allmählich unsicher, ob dieser Berufsweg tatsächlich noch sinnvoll ist... Denn die Arbeitszeiten sind relativ lang, hohe Reisetätigkeit und die Vergüting ist im Vergleich zur Industrie eher schlecht.

Klar bin ich mir darüber bewusst, dass die Möglichkeit in die Industrie zu wechseln besteht, aber trotzdem ist man ja immer hin ca. 4 jahre nach dem studim in einer wp gebunden und so gut sollen die Exit-Optionen auch nicht immer sein,wie ich aus ester hand erfahren habe...

Im Endeffekt geht es für mich jetzt darum, zu wissen, ob ich mich für sogenannte § 13b WPO Studiengänge (Nünberg, Bayreuth) bewerbe, mit dem Ziel den WP abzulegen,oder ob ich mich im Studium lieber breit aufstelle und damit auch für die Bereiche Controlling, Rewe etc. interessant bleibe.

Könnt ihr mir da vielleicht Einschätzungen/Erfahrungen geben?
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5538
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2012 - 10:13:36    Titel: Re: Wirtschaftsprüfer nicht mehr lohnend?

Schrimps hat folgendes geschrieben:

Bereits vor meiner Ausbildung/Bachelor hatte ich als langfristiges Ziel den WP abzulegen. Nur bin ich allmählich unsicher, ob dieser Berufsweg tatsächlich noch sinnvoll ist... Denn die Arbeitszeiten sind relativ lang, hohe Reisetätigkeit und die Vergüting ist im Vergleich zur Industrie eher schlecht.

Vergütung im Vergleich zur Industrie eher schlecht? Ok...nach Jahren in einer WPG ist das wirklich das erste mal, dass ich das höre.
Die Big4 zahlen ungefähr auf Großindustrieniveau, was den Einstieg angeht. Pro Stunde allerdings würde ich es nicht ausrechnen.
Kleinere WPG zahlen natürlich auch weniger, wie kleinere Industrie auch in aller Regel weniger zahlt.
Wirklich spannend wird der Beruf allerdings gehaltstechnisch erst mit Bestehen des WP. Dann kann man auch in den WPG durchaus Gehälter bis in die Abteilungsleiterebene der Industrie erhalten und das relativ früh in Bezug auf das Alter. Daneben bleibt einem dann auch die Selbstständigkeit oder auch der Wechsel in die Industrie, was sich vor allem direkt nach dem Examen oder bei einem gescheiterten Examen durchaus anbietet und rechnen kann.

Man muss zwar auch sehen, dass es einen starken Preiskampf in dem Bereich gibt aber schlecht verdienen Wirtschaftsprüfer in aller Regel nicht. Die Möglichkeiten als WP oder in der Industrie aufzusteigen sind nach wie vor ziemlich gut.

In Bezug auf Reisetätigkeit und Arbeitszeiten bleibt nicht viel zu sagen. Geld will eben auch verdient sein. Wer sich damit nicht abfinden kann ist in dem Beruf falsch. Allerdings hängt es auch etwas vom Mandanten ab und der Philosophie der jeweiligen Gruppe. Bei uns, Industrie, sind bspw. die WP eines mittelständischen WPG-Netzwerkes (aber noch Top 10) um spätestens 19:30 Uhr verschwunden, Freitags tauchen sie grundsätzlicht nicht auf.
Im Gegensatz zu den WP die ich mitgemacht habe bzw. in der Großindustrie auf Mandantenseite erlebt habe: Dort wurde zwar erst um 9:00 Uhr angefangen aber vor 24 Uhr ist da keiner raus in den heißeren Phasen.


Bei Reisetätigkeit muss man allerdings auch sehen, dass es sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt durchaus WP (auch bei den Big 4) die eher regional unterwegs sind. Andere werden bunt durch die Republik geschickt.


Zitat:
Klar bin ich mir darüber bewusst, dass die Möglichkeit in die Industrie zu wechseln besteht, aber trotzdem ist man ja immer hin ca. 4 jahre nach dem studim in einer wp gebunden und so gut sollen die Exit-Optionen auch nicht immer sein,wie ich aus ester hand erfahren habe...

Ich möchte hier zwei Dinge relativieren.
Exit-Optionen: Hier muss man überlegen, was man will, wohin man will. Es ist nicht so, dass die Headhunter in der Schlange stehen um jeden einzelnen Pups-WP auf die hochdotierten Stellen zu schippen. Es kann schon sein, dass man nach dem passenden Ausgang auch mal ein, zwei Jahre sucht, wenn man wählerisch ist. Auch hängt viel von der eigenen Flexibilität und Mobilität ab. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, dass meine Kollegen es groß schwer haben in einer gewissen Zeit auch eine passende Option zu finden. Schwer haben es nur die, die nach den Bereich schon etwas im Sinne von Quereinstieg wechseln möchten. Logisch. Ein gewisses Maß Realismus ist schon nötig aber niemand muss bei einer WPG bleiben, wenn er nicht will.

Bindung: hier wäre die Frage, was für eine "Bindung" Du meinst? Niemand kann Dich zwingen nicht schon nach einem Jahr die WPG nicht zu verlassen oder es 10 Jahre auszuhalten. Es macht nur unter "Sprungbrett" bzw. "Exit"-Gesichtspunkten Sinn zumindest mal die drei Jahre voll zu machen. Ob man danach noch das WP-Examen machen möchte oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.. (Abgesehen davon, dass er als WP auch weiter aufsteigen möchte, dann muss man.)

Das setzt allerdings auch voraus, dass man das zugegeben stressige und nicht immer ganz einfache WP-Leben auch solange aushält. Es gibt nicht wenige, die das nicht tun, daher sollte man sich schon die Frage stellen ob das etwas für einen ist.


Zitat:
Im Endeffekt geht es für mich jetzt darum, zu wissen, ob ich mich für sogenannte § 13b WPO Studiengänge (Nünberg, Bayreuth) bewerbe, mit dem Ziel den WP abzulegen,oder ob ich mich im Studium lieber breit aufstelle und damit auch für die Bereiche Controlling, Rewe etc. interessant bleibe.

Auch mit den 13b-Studiengängen bleibst Du für Controlling und Rewe interessant. Ist nur die Frage, ob Du Dir das geben möchtest, wenn du Deine, zumindest vorübergehende Zukunft nicht in einer WPG siehst. Für den WP selbst brauchst Du ja auch einen solchen Master nicht. Theoretisch könntest du auch als Bachelor jetzt einsteigen und eher einen klassischen Weg wählen oder berufsbegleitend einen der Audit-Excellence-Studiengänge besuchen.


Meine persönliche Einschätzung ist für Dich natürlich schwierig, sind wir doch völlig unterschiedliche Menschen die sich nicht kennen.
Ich persönlich würde rückblickend und auf heute gemünzt den Einstieg in den WPG mit dem Bachelor suchen. Dann versuchen in den Audit-Excellence-Master zu kommen oder ganz klassisch begleitend über StB- und WP-Examen zu gehen. Sollte ich davon Abstand nehmen oder es nicht schaffen, könnte ich auch später berufsbegleitend noch einen Master für den Lebenslauf machen und der Wechsel in FRW der Industrie sollte nach zwei, drei Jahren zur Not gut machbar sein, wenn auch nicht in der Traumstelle münden.

Grüße
Gozo
Schrimps
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Anmeldungsdatum: 10.03.2007
Beiträge: 128

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2012 - 16:34:21    Titel:

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Mit Bindung meinte ich, dass ich 3-4 Jahre brauche, um mein wp abzulegen.
Mein Ziel ist es auf jeden fall in die Industrie zu gehen, ob es jetzt über den umweg der wpg geht oder direkt...dass ist die eigentliche Frage, die ich mir stellen muss.

Wenn ich 100% vorhabe in die wpg zu gehen, machen die § 13b WPO Studiengänge schon sinn, da man sich immer hin 3 klausuren anrechnen lassen kann. Allerdings muss ich beispielsweise in nürnberg 140 statt 120 CP belegen und controlling kommt dann gar nicht mehr vor...
Des Wegen sollte ich meiner meinung nach auf jeden fall vor dem studium wissen, wo ich denn den Berufseinstieg sehe....
MSTA
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Anmeldungsdatum: 13.09.2010
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2012 - 18:48:31    Titel:

Ach weißt du was, mach dir keine Gedanken darüber wo genau du später arbeiten willst (industrie, Beratung, WPG, wo auch immer)

Studier einfach das auf was du Lust hast, ob das dann auf das WP Examen angerechnet werden kann - so what! An den BWL oder VWL Klausuren scheitern die Leute eher nicht....

Also nimm den Master der dir im Programm zusagt. Nach den 2 Jahren steigst du dann ein wo du (DANN - in 2 Jahren) willst.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5538
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2012 - 07:28:14    Titel:

Schrimps hat folgendes geschrieben:
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Mit Bindung meinte ich, dass ich 3-4 Jahre brauche, um mein wp abzulegen.

Dann wärst Du aber noch unter den ganz schnellen. 4-6 Jahre sind eher Durchschnitt. Zumal es auch sehr sinnvoll sein kann den StB vorzuschieben.

Zitat:
Mein Ziel ist es auf jeden fall in die Industrie zu gehen, ob es jetzt über den umweg der wpg geht oder direkt...dass ist die eigentliche Frage, die ich mir stellen muss.

Typische Einstellung. Die wenigsten Anfänger in einer WPG haben die hausinterne Karriere im Blick.
Ich persönlich finde den Weg über die WPG und evtl. durch StB und WP-Examen sehr reizvoll. Meiner Meinung nach gibt es aus Sicht der Ausbildung keinen kompletteren Weg für anspruchsvolle Aufgaben in der Industrie wie diesen. Allerdings auch keinen härteren.

Zitat:
Wenn ich 100% vorhabe in die wpg zu gehen, machen die § 13b WPO Studiengänge schon sinn, da man sich immer hin 3 klausuren anrechnen lassen kann. Allerdings muss ich beispielsweise in nürnberg 140 statt 120 CP belegen und controlling kommt dann gar nicht mehr vor...

Glaub mir, deswegen wirst Du nicht so groß zusätzliche Probleme bekommen, wenn Du direkt ins controlling einsteigen möchtest.

Wenn du den Master machen möchtest (direkt) und es wirklich eine Option für Dich ist in eine WPG zu gehen, würde ich den Weg auf jeden Fall wählen. Auch die BWL & Co. Klausuren im WP sind nicht zu verachten aber viel wichtiger: Man braucht dafür nicht auch noch pauken. Die restlichen Klausuren nehmen genügend Zeit in Anspruch.

Zitat:
Des Wegen sollte ich meiner meinung nach auf jeden fall vor dem studium wissen, wo ich denn den Berufseinstieg sehe....

So hart würde ich es nicht sehen.
Die grobe Richtung sollte Dir bekannt sein - was sie ja auch ist: das FRW im weitesten Sinne.
Mit einem 13b Studiengang machst Du aber weder für die eine, noch für die andere Richtung etwas falsch. Es ist ja nicht so, dass Du Dir damit irgendetwas verbaust. Und selbst wenn Du Dich für einen "normalen" FACT-Master entscheidest, steht Dir der Weg in die WPG ja immer noch offen und das WP-Examen ja auch. Dann machst Du es eben wie die meisten anderen.

Letztlich denkst Du hier über Dinge nach, die in Zukunft keine Wutz interessieren. Anders formuliert ist die Frage nur, ob das ansonsten identische Auto schwarz oder anthrazit sein soll.

Grüße
Gozo
Iola
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Anmeldungsdatum: 10.12.2011
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2012 - 08:38:43    Titel:

Werden die WPs nicht bald von eine Software abgelöst oder geht das juristisch nicht?

Wieviel verdienen die als BAchelor als Einsteiger in der WP bei den Big4 eigentlich?

LG
kleindanie
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Anmeldungsdatum: 25.02.2007
Beiträge: 107

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2012 - 09:54:42    Titel:

Zitat:
Wieviel verdienen die als BAchelor als Einsteiger in der WP bei den Big4 eigentlich?


Korrigiert mich wenn ich falsch liege aber das Einstiegsgehalt mit dem Bachelor liegt soweit ich weiß bei ca. 42k im Jahr.

Jedoch können Überstunden ausbezahlt werden, was je nach Service Line (Advisory, Audit,etc) auch nochmal 1-2 Monatsgehälter betragen kann.
Im Audit ist es wohl jedoch eher üblich seine Überstunden mit Freizeitausgleich abzubauen um dann entsprechend Kurse fürs Examen zu besuchen.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5538
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2012 - 10:19:38    Titel:

Iola hat folgendes geschrieben:
Werden die WPs nicht bald von eine Software abgelöst oder geht das juristisch nicht?

Das geht technisch schlicht nicht endgültig. Technisch ist es zwar durchaus möglich wenig plausible Datensätze rauszuleiern, das wird heute ja schon gemacht, aber letztlich muss ein Mensch darüber schauen und sie bewerten.
Das fängt bei simplen Fragen an von Gehört das jetzt auf Konto A oder doch in B. Ist eine Sonderabschreibung ausreichend begründet usw.

Das wird letztlich keine Maschine machen können.

Zum Thema Gehalt:
Ganz aktuelle Zahlen weiß ich nicht mehr aber die 42k von Kleindanie dürften durchaus hinkommen. Etwas schwankend vielleicht, weil die Big 4 durchaus regionale Unterschiede machen von Zeit zu Zeit und durch unterschiedliche Überstundenregelungen durchaus auch das vertragliche Gehalt von dem "echtem" unterscheidet.

Grüße
Gozo
turbokapitalist
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Anmeldungsdatum: 30.07.2005
Beiträge: 1265

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2012 - 11:10:07    Titel:

Letztes Jahr lagen die Einstiegsgehälter in Stuttgart und München bei 43k. War EY oder KPMG, weiß nicht mehr genau.
am_dream
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Anmeldungsdatum: 11.01.2009
Beiträge: 1111

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2012 - 21:00:32    Titel:

turbokapitalist hat folgendes geschrieben:
Letztes Jahr lagen die Einstiegsgehälter in Stuttgart und München bei 43k. War EY oder KPMG, weiß nicht mehr genau.


Krass. Das ist ja ca. nur 50% vom IBD Gehalt inklusive Bonus. Dann kann man ja dann gar nicht die Fuffies durch den Club schmeißen und Fo Fo schreien!
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