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Kostenstellenrechnung
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BWVWA
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Anmeldungsdatum: 14.05.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 13:01:43    Titel: Kostenstellenrechnung

Hallo,

mir ist bei der Anwendung der KLR in der Praxis eine Frage gekommen, die Ihr vielleicht klären könnt:

In unserem Dienstleistungsunternehmen (die KLR wird in der einschlägigen Literatur ja leider meist nur für ein Industrieunternehmen thematisiert) wollen wir nur die Kostenstellenrechnung zwecks Kostenkontrolle der einzelnen Kostenstellen einrichten. Kostenträger im ursprünglichen Sinne haben wir gar nicht. Bei der Kostenstellenrechnung werden ja lediglich die Gemeinkosten im BAB umgelegt- Einzelkosten umgehen den BAB und werden direkt auf den Kostenträger verrechnet. Wie kann denn die Kostenstellenrechnung bzw. der BAB seiner Funktion als Instrument der Wirtschaftlichkeitskontrolle gerecht werden, wenn die Einzelkosten dabei ignoriert werden? Da wir ja nur(!) die Kostenstellenrechnung betreiben, würden die Kostenträgereinzelkosten ignoriert werden.

Wo ist hier mein Denkfehler?

Danke im Voraus!
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1432

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 14:47:18    Titel:

Kostenträger müsst ihr haben, sonst wisst ihr schlicht nicht, mit was ihr wieviel verdient habt. Das will ich für euch nicht hoffen.

Ob es sich um einen Dienstleister oder ein produzierendes Unternehmen handelt tut was die Grundkonzeption angeht auch erstmal nichts zur Sache.

Ansonsten beschreibe doch mal, wo genau dein Problem liegt.
BWVWA
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Anmeldungsdatum: 14.05.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 15:04:47    Titel:

Zumindest ist die Identifizierung der einzelnen Kostenträger bei uns extrem komplex. Naja, das ist aber auch nochmal ein ganz anderes Thema.

Grundsätzlich habe ich folgendes noch nicht verstanden: Ein Industrieunternehmen fertigt nur das Produkt A mit den exakt auf das Produkt A verrechenbaren Materialkosten. Da wir der Einfachheit halber von einem Einprodukt-Unternehmen ausgehen, stellen diese Materialkosten ja dementsprechend Kostenträgereinzelkosten da und umgehen den BAB und damit die Kostenstellenrechnung. Um jetzt aber über die Kostenstellenrechnung einen Überblick über die Wirtschaftlichkeit (und die Kosten) einzelner Kostenstellen zu bekommen, müssten wir diese Einzelkosten doch auch im BAB berücksichtigen. Diese Kosten sind ja nun mal angefallen... Irgendwo ist da mein Denkfehler, aber ich komm nicht drauf.

Mein Problem bei unserer KLR: Wir kaufen zentral für unsere Filialen IT-Hardware ein und "verkaufen" diese ohne Marge an die Filialen weiter. Diesen Kosten steht also ein eindeutiger Erlös in gleicher Höhe entgegen. Wie behandel ich diese Kosten? Stelle ich Ihnen den Erlös entgegen und "bereinige" ich so die Kostenstelle um diese Kostenart oder nehme ich diese Kosten in voller Höhe in die Kostenstellenrechnung mit auf?
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1432

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 15:19:41    Titel:

BWVWA hat folgendes geschrieben:
Grundsätzlich habe ich folgendes noch nicht verstanden: Ein Industrieunternehmen fertigt nur das Produkt A mit den exakt auf das Produkt A verrechenbaren Materialkosten. Da wir der Einfachheit halber von einem Einprodukt-Unternehmen ausgehen, stellen diese Materialkosten ja dementsprechend Kostenträgereinzelkosten da und umgehen den BAB und damit die Kostenstellenrechnung. Um jetzt aber über die Kostenstellenrechnung einen Überblick über die Wirtschaftlichkeit (und die Kosten) einzelner Kostenstellen zu bekommen, müssten wir diese Einzelkosten doch auch im BAB berücksichtigen. Diese Kosten sind ja nun mal angefallen... Irgendwo ist da mein Denkfehler, aber ich komm nicht drauf.

Wie gesagt, die Thematik hat erstmal nichts mit Industrieunternehmen vs. Dienstleister zutun. Auch Industrieunternehmen können 10.000 Kostenträger haben, bei Dienstleistern sind es für gewöhnlich einzelne Aufträge. Und auch dass bei Industrieunternehmen Materialkosten anfallen tut was den Grundsätzlichen Aufbau angeht erstmal nichts zur Sache.

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Mein Problem bei unserer KLR: Wir kaufen zentral für unsere Filialen IT-Hardware ein und "verkaufen" diese ohne Marge an die Filialen weiter. Diesen Kosten steht also ein eindeutiger Erlös in gleicher Höhe entgegen. Wie behandel ich diese Kosten? Stelle ich Ihnen den Erlös entgegen und "bereinige" ich so die Kostenstelle um diese Kostenart oder nehme ich diese Kosten in voller Höhe in die Kostenstellenrechnung mit auf?

Also entweder steht der ganze Kram auf einem Kostenträger oder auf einer Kostenstelle, anders geht es schlecht. Wink
Wie läuft es denn aktuell? Wo bucht ihr die Handelsware hin und wo die Erlöse?
BWVWA
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Anmeldungsdatum: 14.05.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 15:35:14    Titel:

Ich glaube Du hast mein grundsätzliches Problem allerdings noch nicht ganz verstanden. Ich versuchs nochmal, gänzlich unabhängig von der Betriebsform: Sämtliche Kostenträgereinzelkosten umgehen den BAB und finden keinen Eingang in die Kostenstellenrechnung. Somit weise ich diese Kosten auch keiner Kostenstelle zu. Aber sie sind doch angefallen und müssten somit auch (meinetwegen über Schlüsselung) den Kostenstellen zugeordnet werden. Wenn ich hinterher der GF mitteilen will wie viele Kosten der Kostenstelle Verwaltung unterm Strich zugeordnet worden sind, kann ich doch die Kostenträgereinzelkosten nicht einfach unter den Teppich kehren.

Zu "unserem" Problem: Den Wareneingang der Hardware buchen wir auf verschiedene Konten wie z.B. "EDV Drucker" und die Erlöse auf "EDV Erlöse Filiale XYZ"
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1432

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 15:41:55    Titel:

BWVWA hat folgendes geschrieben:
Sämtliche Kostenträgereinzelkosten umgehen den BAB und finden keinen Eingang in die Kostenstellenrechnung. Somit weise ich diese Kosten auch keiner Kostenstelle zu.

Richtig

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Aber sie sind doch angefallen und müssten somit auch (meinetwegen über Schlüsselung) den Kostenstellen zugeordnet werden. Wenn ich hinterher der GF mitteilen will wie viele Kosten der Kostenstelle Verwaltung unterm Strich zugeordnet worden sind, kann ich doch die Kostenträgereinzelkosten nicht einfach unter den Teppich kehren.

Doch, genau deshalb sind es Kostenträgereinzelkosten.

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Zu "unserem" Problem: Den Wareneingang der Hardware buchen wir auf verschiedene Konten wie z.B. "EDV Drucker" und die Erlöse auf "EDV Erlöse Filiale XYZ"

Den Wareneingang oder den Verkauf? Der Wareneingang selbst ist erstmal nicht GuV-wirksam. Ansonsten haben die Konten auch erstmal garnichts mit Kostenträgern oder Kostenstellen zutun.
"Wo" sind denn die Kosten zugeordet? Sie müssen ja trotzdem auf einem Kostenträger oder einer Kostenstelle sein.
BWVWA
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Anmeldungsdatum: 14.05.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 15:54:21    Titel:

Okay, also habe ich das richtig verstanden: Konstenträgereinzelkosten werden direkt den KT zugeordnet und gehen somit auch nicht in die Kostenstellenrechnung ein. Somit sind diese Kosten auch nicht in den Kostenstellenrechnung vorzufinden und gehen nicht mit die Kostenkontrolle ein.

"Ansonsten haben die Konten auch erstmal garnichts mit Kostenträgern oder Kostenstellen zutun."
Darum habe ich mich auch gefragt, warum Du nach den Konten gefragt hast Wink
""Wo" sind denn die Kosten zugeordet? Sie müssen ja trotzdem auf einem Kostenträger oder einer Kostenstelle sein."
Wie gesagt wollen wir eine Kostenträgerrechnung eigentlich gar nicht durchführen. (Das machen aber viele Handels- und DLunternehmen so). Einer Kostenstelle sind diese Kosten nicht wirklich zuzuordnen, am ehesten der Kostenstelle "EDV". Wahrscheinlich schlüsseln wir diese Kosten aber auch einfach nach Köpfen. Trotzdem irritiert mich weiterhin (und das ist ja mein Grundproblem), dass diesen Kosten ja ein direkter Erlös gegenübersteht. Wenn ich mich jetzt z.B. dazu entscheide die Kosten auf die KST "EDV" zu legen, würde dadurch das Ergebnis total verfälscht werden, da die Kosten ja quasi einen durchlaufenden Posten darstellen.
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1432

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 16:05:38    Titel:

BWVWA hat folgendes geschrieben:
Darum habe ich mich auch gefragt, warum Du nach den Konten gefragt hast Wink

Ich hab nicht nach Konten gefragt, sondern "wo" (sprich Kostenstelle oder Kostenträger) das Zeug denn momentan gebucht wird.

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Einer Kostenstelle sind diese Kosten nicht wirklich zuzuordnene, am ehesten der Kostenstelle "EDV".

Wie gesagt, irgendwo muss es doch gebucht sein. Sobald ihr das Zeug verkauft stellt es bei euch Aufwand für Handelswaren dar und muss entsprechend gebucht werden. Entweder auf einen Kostenträger oder auf eine Kostenstelle. Einfach so "verschwinden" kann es nicht.

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Wahrscheinlich schlüsseln wir diese Kosten aber auch einfach nach Köpfen.

Was soll das für einen Sinn machen?

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Trotzdem irritiert mich weiterhin (und das ist ja mein Grundproblem), dass diesen Kosten ja ein direkter Erlös gegenübersteht.

Was genau irritiert dich daran?
Wenn ihr das Ganze auf eine Kostenestelle bucht, dann muss der entsprechende Erlös natürlich den Kosten ggü. stehen.
BWVWA
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Anmeldungsdatum: 14.05.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 16:21:12    Titel:

Okay, wir reden glaube ich grade völlig aneinander vorbei Very Happy

"Ich hab nicht nach Konten gefragt, sondern "wo" (sprich Kostenstelle oder Kostenträger) das Zeug denn momentan gebucht wird."

Du hast schon nach den Konten gefragt: "Wie läuft es denn aktuell? Wo bucht ihr die Handelsware hin und wo die Erlöse?"

Wir müssen mal grundsätzlich unterscheiden: Was wir wie wohin buchen hat ja mit den Kostenrechnung nichts zu tun. Wir nutzen zwar die Konten zum Teil als Leitfaden für die Kostenarten, allerdings nur grob.

"Wie gesagt, irgendwo muss es doch gebucht sein. Sobald ihr das Zeug verkauft stellt es bei euch Aufwand für Handelswaren dar und muss entsprechend gebucht werden. Entweder auf einen Kostenträger oder auf eine Kostenstelle. Einfach so "verschwinden" kann es nicht."

Wie wir die Sachen buchen habe ich ja vorhin geschrieben. Sobald wir das Zeug verkaufen, stellt es keinen Aufwand, sondern einen Erlös dar (oder habe ich dich irgendwie falsch verstanden). Wenn wir es einkaufen, stellt es einen Aufwand dar.

"Was genau irritiert dich daran?
Wenn ihr das Ganze auf eine Kostenestelle bucht, dann muss der entsprechende Erlös natürlich den Kosten ggü. stehen."
Also wenn wir jetzt z.B. 50.000 Euro Aufwand für IT-Hardware hatten, die wir weiterberechnet haben, stellen wir dem Aufwand den Erlös von 50.000 entgegen und damit erhöhen sich die Kosten der KST EDV um 0?
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1432

BeitragVerfasst am: 14 Mai 2012 - 16:30:27    Titel:

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Du hast schon nach den Konten gefragt: "Wie läuft es denn aktuell? Wo bucht ihr die Handelsware hin und wo die Erlöse?"

Dann habe ich mich unglücklich ausgedrückt, mit "wo" meine ich den "Ort" (also Kostenstelle oder Kostenträger), nicht das Konto.

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Wie wir die Sachen buchen habe ich ja vorhin geschrieben. Sobald wir das Zeug verkaufen, stellt es keinen Aufwand, sondern einen Erlös dar (oder habe ich dich irgendwie falsch verstanden). Wenn wir es einkaufen, stellt es einen Aufwand dar.

Das ist nicht richtig.
Wenn ihr den Kram einkauft, dann kommt er erstmal in euer Lager und stellt solange keinen Aufwand dar, bis das Zeug verkauft wurde.
Erst in dem Moment entsteht euch der Erlös und der zugehörige Aufwand.

BWVWA hat folgendes geschrieben:

Also wenn wir jetzt z.B. 50.000 Euro Aufwand für IT-Hardware hatten, die wir weiterberechnet haben, stellen wir dem Aufwand den Erlös von 50.000 entgegen und damit erhöhen sich die Kosten der KST EDV um 0?

Wenn ihr es unbedingt auf die EDV-Kostenstelle buchen wollt (was ich nicht als sinnvoll erachte) dann ist das so korrekt.
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