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Wirtschaftsmathematik in Ulm
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AndiWatz
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Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2012 - 10:52:05    Titel: Wirtschaftsmathematik in Ulm

Nach einem zweisemestrigen Studium der BWL habe ich mich dafür entschieden dieses zum Ende dieses Semsters abzubrechen. Ich möchte mit einem Studium in Wirtschaftsmathematik in Ulm beginnen.

Da das WiMa Studium in Ulm sehr Mathematik lastig sein soll poste ich diesen Thread hier.

Nun zu meiner eigentlichen Frage.

Könnt ihr mir Tipps für Bücher geben, die man vor Antritt des Studium gelesen haben sollte?
Gibt es vielleicht Leute, die schon in Ulm WiMA studiert haben und Ratschläge für das Studium haben? Auch im Hinblick auf Praktika und Firmen zu denen der Lehrstuhl gute Beziehungen hat?
Was sollte man sich von den von der Universität angebotenen Praktika nicht entgehen lassen?
Sind die Einführung in den Trading-Room und das Bloomberg Informationsystem ein muss?

Vielen Dank
Andi
gelber_hamster
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Anmeldungsdatum: 11.02.2012
Beiträge: 285

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2012 - 16:38:51    Titel:

1. Studium ist natürlich sehr mathelastig, da es sich um ein Mathestudium handelt (die Mathematiker haben im Bachelor genau zwei Pflichtvorlesungen, die die WiMas nicht zwangsläufig hören müssen, aber natürlich hören können), zudem ist es in Ulm auch recht informatiklastig. Die WiWi-Fächer, die die meisten später wählen (also die nach dem Pflicht-WiWi-Kram mit Rechnungswesen und Einführung) sind auch sehr quantitativ ausgerichtet (aber bis dahin hast du so viel Mathe studiert, da kommen dir die nicht sonderlich schwer vor).

2. Am Anfang beschäftigst du dich in der Mathematik mit Analysis und Lineare Algebra, zwei Standardwerke hier zu sind der Forster für Analysis und Fischer für Lineare Algebra, gibt da aber zahlreiche Bücher.
Allerdings musst du die nicht lesen. Sofern du die Grundrechenarten beherrscht und ein bisschen Übung in der Schulmathematik hast, hast du alles, was du für die Vorlesungen brauchst, den Rest kriegst du beigebracht und es ist auch relativ schwierig sich das am Anfang selbst beizubringen.

3. Die Uni direkt bietet keine externen Praktika an, und falls du die Praktika im Studium meinst, sind die eh obligatorisch und haben den Focus auf dem Programmieren. Wenn du absolut nichts für PCs und Programmieren übrig hast, solltest du lieber kein WiMa studieren. Gibt zwar Unis, bei denen das im Studium kaum vorkommt (Ulm gehört nicht dazu, hier hast du in dem Bereich viel: Allgemeine Info I/II, WiMa-Praktikum, Numerik I/II, ggf. Optimierung ), aber spätestens im Arbeitsleben brauchst du für >80% der typischen Mathematikerjobs zumindest ein grundlegendes Verständnis dafür. (Betonen auch viele Unternehmen immer wieder, dass sie bei Mathematikern/WiMas viel wert darauf legen).
Ansonsten kannst du auf dem WiMa-Kongress mit vielen Unternehmen reden, überwiegend aus der Finanzwirtschaft. Gibt auch die Möglichkeit, Kurzbewerbungen einzureichen. (Hier die Seite zur Veranstaltung, dort siehst du die Teilnehmer des letzten Jahres: http://www.wima-kongress.de/). Hier finden viele auch eine Stelle für ihr Pflichtpraktikum im Bachelor.

4. Den "Lehrstuhl" gibt es gar nicht, sind natürlich mehrere. Wink
Ansonsten sind die Numeriker und angewandten Informatiker recht gut direkt vernetzt, haben auch viele Gemeinschaftsprojekte mit Unternehmen, die neben der Uni Entwicklungsabteilungen haben (Nokia, Telekom, Daimler, ... -> hier auch in Verknüpfung mit Informatik). Zur Versicherungswirtschaft besteht wegen des Schwerpunkts des Studiengangs zumindest indirekter Bezug und einige der Dozenten haben sehr viel Erfahrung in dem Bereich. Das merkt man spätestens beim WiMa-Kongress und bei den Vorträgen unterm Semester. Gibt auch Stipendiengeber aus der Versicherungswirtschaft (für die musst du allerdings wirklich herausragend sein, also nichts, mit dem man rechnen kann). Ansonsten ist hier Finanzmathematik und Stochastik noch recht gut vertreten, wie das mit deren Praxiskontakten aussieht, weiß ich allerdings nicht. Von den Stochastikern hört man zumindest, dass die ein paar Projekte mit z.B. Versicherungsunternehmen machen.

5. Im Rahmen des ersten WiMa-Praktikums musst du den Bloomberg-Teil machen, der ist aber nicht der Rede wert und ist auch nur ein Nachmittag. Sollte also bei deiner Wahl keine Rolle spielen.


Da du ja schon zwei Semester BWL hinter dir hast, weißt du ja zumindest, wie das Studium an einer Uni abläuft. Du scheinst dich ja auch schon recht gut informiert zu haben. Wichtig ist eben, dass du die Mathematik in der BWL nicht mit der "richtigen" Mathematik des Mathestudiums vergleichst. Das sind grundlegend verschiedene Dinge, logischerweise geht ein WiMa-Studium da viel, viel mehr ins Detail und es bleibt nichts an der Tafel (ja, für BWLer auch ungewohnt: Auf der grünen Wandverzierung hinter dem Dozenten kann man tatsächlich schreiben und das macht auch der Großteil der Mathematiker Very Happy ) unbewiesen. Du wirst auch in den mathematischen Fächern (nicht mal in den angewandten) keine praxisnahen Beispiele kennen lernen. Eventuell in Finanzmathe mal ein Aktienkurs, das wars dann aber auch. Die Anwendung hast du dann in den WiWi-Fächern (hauptsächlich Versicherungsmathematik), das wird aber der weitaus kleinere Teil deines Studiums sein (die meisten haben auch im Wahlfplichtbereich viel mehr Mathe als WiWi, sodass am Ende ein ECTS-Verhältnis von 70-30 steht, wobei von den 30 ein Großteil auch noch auf die Informatik geht, unter Umständen sogar mehr als auf WiWi. Die Verteilung des Zeitaufwands ist auch eher 90-10 Very Happy).


Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter. Auch wenn es wie eine hohle Phrase klingt (sie stimmt halt wirklich): Wenn du Spaß an deinem Studium hast (genau wirst du das erst wissen, wenn du es studierst), dann wirst du es auch schaffen.
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