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Polyeder Newbie


Anmeldungsdatum: 30.07.2011 Beiträge: 47
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Verfasst am: 25 Jun 2012 - 12:43:53 Titel: Mathestudium. Forschungsorientiert. Welche Uni? |
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Hallo Leute,
Ich will ein Mathestudium beginnen mit Forschungsschwerpunkt.
Anschließend würde ich gerne meinen Doktor machen und möglichst "frei" in Gebieten forschen die mich interessieren. Ein Traum wäre natürlich eine Festanstellung als Professor.
Bisher habe ich mir das Analysis 1 Buch von Otto Forster zu Gemüte geführt. Ich finde es anspruchsvoll, aber nach einiger Auseinandersetzung doch gut verständlich.
Wichtig ist mir nach dem Studium, bzw. ca. 5 Jahre später eine Festanstellung. Da dies in Deutschland u. U schwierig werden könnte, wäre ich bereit nach Frankreich/USA/England/... zu ziehen.
Welche Uni eignet sich für mein Vorhaben?
Natürlich halte ich mir auch noch andere Alternativen offen, sollte ich feststellen dass mir die nötige Begabung fehlt.
(Ich habe schon öfters gehört dass Bonn für den Bachelor eher nicht geeignet sein soll, eher für den Master.)
mfg
Polyeder |
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Polyeder Newbie


Anmeldungsdatum: 30.07.2011 Beiträge: 47
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Verfasst am: 26 Jun 2012 - 22:55:09 Titel: |
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Kann keiner dazu nähere Angaben geben?
Ich habe den Eindruck dass man in machen Unis schlechter auf das "Forschen" vorbereitet wird.
Ich habe zum Beispiel in Bezug auf Mathestundenten mit Nebenfach BWL gehört, dass sie in machen Unis eher zu BWlern mit bestimmten Mathekenntnissen ausgebildet werden, was sich wiederum nicht sonderlich "forschungsorientiert" anhört. |
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Matthias20 Moderator


 Anmeldungsdatum: 25.05.2005 Beiträge: 11789 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 27 Jun 2012 - 10:03:12 Titel: |
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boah Leute, ihr macht euch Gedanken zu Dingen, die noch so weit weg sind und die sich vielleicht erst waehrend des Studiums entwickeln (Kontakte, Forschungsmoeglichkeiten etc. pp.).
An dieser Stelle betone ich es immer wieder: Sucht euch eine Hochschule, wo ihr euch wohlfuehlen koennt/koenntet (Stadt, Region, Leute, ...) und wo die Inhalte euch ansprechen und interessieren.
Alles andere wird sich entwickeln.
Matthias _________________ 10 HAMBURG
20 MEINE
30 PERLE |
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Polyeder Newbie


Anmeldungsdatum: 30.07.2011 Beiträge: 47
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Verfasst am: 27 Jun 2012 - 13:12:25 Titel: |
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| Ich frage nach einer geeigneten Universität, das dauert nun wirklich nicht mehr lange. |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22637
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Verfasst am: 27 Jun 2012 - 13:33:05 Titel: |
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Die École normale supérieure und École polytechnique in Paris,
die Московский Государственный Университет имени М. В. Ломоносова / МГУ,
das CalTech in Pasadena und MIT Cambridge (MA)
Cyrix _________________ Die Wurzel
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frischell1990 Full Member


Anmeldungsdatum: 11.06.2011 Beiträge: 425
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Verfasst am: 27 Jun 2012 - 13:52:55 Titel: |
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| Gibt es keine angesehene deutsche Hochschule für Mathematik? Ich dachte, Göttingen, Bonn und Heidelberg seien da recht bekannt. Vor allem, weil die Hochschulen in Paris und die beiden USA-Institute für einen Studienanfänger die Einstiegshürden wesentlich höher ansetzen. |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22637
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Verfasst am: 27 Jun 2012 - 16:35:01 Titel: |
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Die Antwort ist der Frage angepasst: Für einen Studienanfänger an eine Festanstellung im Wissenschaftsbetrieb im Ausland zu denken, ist ungefähr so, wie vom Kleinkind, das gerade Krabbeln gelernt hat, an eine Karriere als Berufssportler zu denken...
Cyrix _________________ Die Wurzel
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frischell1990 Full Member


Anmeldungsdatum: 11.06.2011 Beiträge: 425
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Verfasst am: 27 Jun 2012 - 19:55:50 Titel: |
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Ich würde das differenzierter betrachten. Wer einen überragenden Schulabschluss hat (hier nicht gegeben, aber setzen wir das mal voraus) sollte schon möglichst früh die Weichen für seine Karriere stellen. Wenn man die Noten hat, um an eine renommierte Hochschule zu gehen, dann sollte man das auch tun.
Unabhängig davon zurück zu meiner eigentlichen Frage: Gibt es deutsche Hochschulen bzw. Gruppen, die in der mathematischen Forschung international Spitzenklasse sind? |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22637
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Verfasst am: 28 Jun 2012 - 09:28:48 Titel: |
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Klar gibt es in Deutschland Forschungsbereiche, die international sich sehen lassen können. Das ballt sich einerseits in Bonn (in der reinen Mathematik), andererseits gibt es viel Spitzenpersonal auch anderweitig in der Republik. Da muss man eben schauen...
Dieses "Karriere"-Denken ist hier vollkommen fehl am Platz. Warum? Die AUSBILDUNG im Studium unterscheidet sich in Mathe bundesweit nicht allzusehr. Ein Bachelor an der HU Berlin, an der Bergakademie Freiberg oder TU Clausthal behandeln alle jeweils nur Grundlagen. Da ist man von der Forschung und den Gebieten, auf denen sich die Fachleute austoben, noch sehr weit entfernt. Insofern hat das damit nichts zu tun.
Und - mal ganz ehrlich - einen (sher) guten Schulabschluss haben viele. Dennoch werden nur sehr wenige in die Regionen vorstoßen, in die der Threadersteller zielt. Schulmathematik hat von ihrer Art des Denkens und Vorgehens rein GAR NICHTS mit Mathematik, wie sie an der Uni betrieben wird, zu tun. Auch kennt man kaum bis gar nicht die verschiedenen mathematischen Disziplinen, sodass man überhaupt keine Möglichkeit hat zu sagen: "Ich will an die Uni, um dann in der Arbeitsgruppe von Prof. XY zu arbeiten, da der genau das macht, wofür ich mich interessiere"...
Der Vergleich, den ich oben brachte, ist zwar drastisch, aber so falsch nicht.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Matthias20 Moderator


 Anmeldungsdatum: 25.05.2005 Beiträge: 11789 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 28 Jun 2012 - 09:57:08 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
| Der Vergleich, den ich oben brachte, ist zwar drastisch, aber so falsch nicht. |
im Gegenteil: Er ist voellig korrekt ! _________________ 10 HAMBURG
20 MEINE
30 PERLE |
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Ol@f Full Member


Anmeldungsdatum: 05.09.2007 Beiträge: 482
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Verfasst am: 28 Jun 2012 - 14:34:49 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Klar gibt es in Deutschland Forschungsbereiche, die international sich sehen lassen können. Das ballt sich einerseits in Bonn (in der reinen Mathematik), andererseits gibt es viel Spitzenpersonal auch anderweitig in der Republik...
Cyrix |
Hinkt Bonn egtl in der angewandten Mathematik im Vergleich zur reinen Mathematik so stark hinterher? Ich hör da meist von Kommilitonen / höheren Semestlern, dass die W-Theorie (noch) nicht so stark vertreten ist, aber gerade die diskrete Mathematik und mittlerweile auch die Numerik doch ziemlich stark sein. _________________ Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erwiesen sich viele von ihnen als falsch. (Bertrand Russell) |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22637
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Verfasst am: 28 Jun 2012 - 16:46:54 Titel: |
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Von der diskreten Mathematik hab ich das auch gehört, wobei da auch in Hamburg ein Zentrum sein soll. Allerdings war/ ist das nicht mein Fachgebiet, noch weniger die Numerik, dehalb kann ich dazu wenig sagen...
Ich kann nur beurteilen, dass im/ ums MPI sich hauptsächlich reine Mathematiker tummeln, und auch das Graduiertenkolleg sich in der reinen befindet, die Ausrichtung (auch vom Vorlesungsangebot) also doch eher darauf zielt.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Polyeder Newbie


Anmeldungsdatum: 30.07.2011 Beiträge: 47
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Verfasst am: 29 Jun 2012 - 12:13:15 Titel: |
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Entschuldigung, ich glaube ich habe einen falschen Eindruck vermittelt...
Momentan schwanke ich zwischen Kaiserslautern und Düsseldorf.
Bei Düsseldorf habe ich aber das Gefühl, dass es sich um anwendungsbezogene Mathematik handelt und zwar im Größeren Umfang, wie als wenn ich nur ein Nebenfach wählen würde.
http://www.math.uni-duesseldorf.de/Studium
Bei Kaiserslautern habe ich hingegen das Gefühl, ein breites Theoriewissen geboten zu bekommen.
http://www.mathematik.uni-kl.de/studium/studiengaenge/bachelor-mathematik/?S=0/agca/
Ich finde das schwer einzuschätzen, ich habe/hatte einfach nur Angst in einen Studiengang zukommen, der mir zu anwendungsbezogen/nebenfachlastig/"unrein" wird.
Was haltet ihr von den beiden Unis?
mfg
Polyeder |
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Mister_X Full Member


Anmeldungsdatum: 19.04.2009 Beiträge: 226
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Verfasst am: 01 Jul 2012 - 00:29:35 Titel: |
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Ich kann cyrix in seiner provokativen Darstellung nur uneingeschränkt recht geben.
Es gibt zwar die ein oder andere rare Außnahme, die sich schon bei Studienbeginn recht sicher sein kann, dass sie bei passendem Einsatz zumindestens die Möglichkeit haben wird auf hohem Niveau zu promovieren (nicht darüber hinaus, da es dann schon deutlich trickier wird). Aber diese Leute sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon so in der mathematischen Community vernetzt (und/oder waren schon an der Uni), dass sie hier diese Art Frage nicht stellen.
Also erstmal sehen, wie sich das Studium entwickelt. Mathe ist hier deutlich anders als andere Fächer.
Und bezüglich wissenschaftlicher Karrie in (insbesondere reiner) Mathematik gilt: Hier muss Talent, Interesse, Fleiß/Wille und auch Glück zusammen kommen. Imho ein verdammt harter Weg.
Trotzdem mal ein paar inhaltliche Infos für Bonn:
@Diskrete Mathematik in Bonn :
Absolutes Spitzeninstitut (auch weltweit), aber quasi ausschließlich auf kombinatorische Optimierung spezialisiert. Als "Konkurrenz" in Deutschland in Sachen Optimierung wird immer nur die Grötschel-Gruppe an der TU Berlin genannt.
Für klassische Graphentheorie tatsächlich Diestel et al. in Hamburg.
@Stochastik in Bonn:
Verglichen mit anderen Bereichen in Bonn mit 4,5 Profs (+2 herumgeisternde Emeriti-Koryphäen) eher klein.
Mit KT-S. eine Koryphäe (dessen Vorlesungen sind aber katastrophal). Vorlesungsangebot ist dennoch ziemlich groß, aber sehr theoretisch und fast nur Stoch. Ana. (kaum Mathem. Statistik).
@Numerik in Bonn:
Viele Profs, vor allem verglichen mit der Anzahl der Studenten, die einen Numerik-Schwerpunkt machen. Sehr gute Hiwi-Möglichkeiten. Dadurch, dass man quasi vom 1.-6. Semester Numerik/WissRech. hören kann, ist man beim Bachelor-Abschluss schon auf einem verdammt hohen Level (nötiges Funk-Ana-Wissen wird in die Vorlesungen integriert). Vorlesungen auf Master-Level sind eher knapp, dafür sehr gute und viele Seminare, was aber eigentlich auch sehr sinnvoll ist, da man bereits ein gutes Level erreicht hat.
Profs sind für Deutschland sehr gut und auch gut vernetzt. Allerdings vlt. nicht die internationale Sichtbarkeit, die in der Bonner reinen Mathematik gegeben ist. Das Doktoranden-System ist in der Numerik noch am Ehesten dem typisch-deutsch Lehrstuhlsystem ähnlich (leider). Die anderen Bereiche sind schon eher in Richtung US-Graduate-School orientiert.
@Kaiserslautern vs Düsseldorf:
Von Düsseldorf habe ich quasi bisher noch nichts gehört. Weder Paper gelesen, noch durch Profs Erwähnung gefunden, etc. Hier hätte ich defintiv die Bedenken, dass es zu wenig theoretisch ist.
Bzgl. Kaiserslautern. Das Steckenpferd ist hier definitiv angewandte Mathematik (wie sollte es an einer TU auch anders sein =)). Trotzdem hätte ich hier keinerlei Bedenken, dass die Ausbildung/Grundlagen von schlechterer Qualität sind.
Ein Bonner Bachelorabsolvent mit Schwerpunkt Numerik/Stochastik |
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