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Bachelornote einklagen
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gepardspike87
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Anmeldungsdatum: 21.04.2007
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BeitragVerfasst am: 02 Jul 2012 - 22:26:53    Titel: Bachelornote einklagen

Hallo zusammen,

kennt sich zufällig jemand aus mit dem Einklagen einer BA Note?

Ich bin jetzt keiner der hier um irgendwelche Punkte feilschen möchte und jammert weil er eine 2,0 statt einer 1 bekommen hat.

Sondern es geht wirklich um !NOTEN! Unterschied, also ein Leistung die objektiv betrachtet eine 1 ist (das sagen Leute in meinem Umfeld, Freunde und Bekannte die wirklich Ahnung von dem Stoff hatten) und trotzdem mit Ausreichend bewertet wurde und mir damit die gesamte Zukunft versaut, bzw. mich abstempelt wie einen Idioten, weil sein wir mal ehrlich, ne 4,0 was ist das bitte? das bekommen auf unserer Uni eigentlich nichtmal Leute die ne Quellenangabe oder Inhaltsverzeichnsi vergessen haben.

Ich weiß das es wohl von der Uni aus eine Prüfungskommission gibt die eine Klage erlaubt, allerdings sitzt der besagte Prof in der Kommission und ich bezweifel stark das der eine Prof dem andern in die Suppe spucken wird.

Es mag vllt. arrogant klingen aber diese Arbeit ist vom Inhalt her eher schon eine gute bis sehr gute Masterarbeit, sei es vom Umfang und vom Schwierigkeitsgrad her - es ist bekannt das viele Studenten Probleme mit dem Prof haben, ich bin also kein Einzelfall. Auch habe ich das Gefühl das er mich von Anfang an nicht leiden konnte und mir so gut einen reinwürgen wollte. Seine Argumentation der Benotung ist lachhaft. die Fehler die er mir ,,unterstellt" würden niemals eine 4 rechtfertigen, hinzu kommt das meine Präsentation gut war, man erkannte das ich mich mit der Thematik beschäftigt habe.

Naja so weit so gut, kann man was dagegen tun?

wie gesagt es ist keine Kleinigkeit und ich will auch keine Noten geschenkt bekommen, es geht mir einfach nur um Gerechtigkeit und eine objektive Beurteilung für monatelangen Schweiss der geflossen ist.
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2718

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2012 - 22:35:22    Titel:

Schau mal in deiner Studienordnung oder in anderen Dokumenten der Uni inwiefern man einen Einspruch gegen die Note einlegen kann und eine Zweitkorrektur beantragen kann.

Wenn es wirklich wichtig ist, könntest du vielleicht direkt zu einem Anwalt gehen und dich beraten lassen. Zumindest bei Letztversuchen in Klausuren (also Exmatrikulationen) ist es keine Seltenheit diesen Weg zu gehen. Zieht sich aber zeitlich hin, so wie ich es bisher zwei mal mitbekommen habe.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5739
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 08:11:21    Titel:

wasp hat es im Grunde schon genannt.

Als kleine Anmerkung aber dazu, weil ich es aus persönlicher Erfahrung mit Studenten erlebe:

Die eigene Leistung wird meist erheblich überschätz. Bekannte und Verwandte, selbst wenn sie grundlegend oder auch weiterführende Ahnung vom Stoff haben sind meist keine guten Ratgeber für Noten, weil diese selten reinen Wein einschenken und meist es auch subjektiv befangen nachschlagen. Zudem muss man immer bedenken, dass diese Arbeit häufig unter praktisch-akademischen Gesichtspunkten von den Helfern gelesen wird aber nicht, wie an der Hochschule, unter (rein) akademischen Fragestellungen. Sehr häufig ist es daher, wenn jemand völlig fremdes aber auf dem Stand des benotenden Profs zu sehr ähnlichen Ergebnissen kommen, die höchstens im Rahmen des normalen Ermessenspielraums abweichen.

Du musst auch immer bedenken, dass eine solchen Notenvergabe und Diskrepanz in den Ansichten für den Prof sehr gefährlich werden können, sollte es, was heute durchaus häufig vorkommt, zu einem außer- oder gerichtlichen Verfahren kommen wo ein Zweitgutachter diesem Prof Willkür bescheinigt. Das Risiko ist schlicht zu hoch.

Geh also ruhig mal davon aus, dass im allerschlimmsten Fall, bei sehr strenger Bewertung die 4,0 gerechtfertigt ist und bei normaler, mittelmäßig strenger Bewertung wahrscheinlich auch nicht mehr als einen 3,0 oder 2,7 herausgekommen wäre. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass eine 4,0 als Gutachten (das solltest du mal anfordern) schwer zu begründen ist. Im Grunde hat damit der Student schon am eigentlichen Thema / Ziel gut vorbeigeschrieben oder grobe handwerkliche Fehler gemacht.

Daher bezweifel ich erst einmal, dass es "objektiv" eine eins sein kann - zumal Noten, auch Deine Einschätzung, ohnehin NIE objektiv sind.

Grüße
Gozo
gepardspike87
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Anmeldungsdatum: 21.04.2007
Beiträge: 102
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 11:18:52    Titel:

Danke für eure Ratschläge, ich werde mich so schnell es geht informieren.

Zu meiner Arbeit: ich weiß das macht man zu gerne, und Bekannte wollen einem ja auch nichts Schlechtes.

Allerdings handelt es sich bei dem Bekannten um jemanden vom Fach der Ahnung von der Materie hatte, wirklich von den Grundbausteinen meiner BA, außerdem hatte ich (gut benotete) BA´s mit dem gleichen Thema, an denen ich mich im Groben orientiert habe - in sofern ist es unmöglich wirklich schwere Fehler reingebaut zu haben, wie es eben eine 4,0 rechtfertigen würde.

Wie du schreibst, eine ausreichende Leistung der Abschlussarbeit muss mit gravierenden Fehlern begründet sein. Die einfach nicht existieren können, mir wurde zB ein Fehler bei einer Rechnung vorgeworfen, als ich zu hause war habe ich diese nochmal mit der lektüre überprüft - sie war richtig. Auch wurde mir gesagt das auf so gut wie jeder Seite gravierende Fehler zu finden sein, als ich dann um die Fehler bat schlug er einfach eine Seite auf (eine von 5 markierten Seiten allerdings, welche zufall) und kreidete mir irgendeinen Satzbaufehler an.
Überhaupt sind die Fehler die mir aufgezeigt wurden im keinen Verhältnis Sie rechtfertigen vllt eine Abstufung von 0,3 Notenpunkten aber nicht eine ,,ausreichende" Leistung.

Zu meinen Bekannten, klar sie haben keine Ahnung von der Materie, aber sie haben auch schon BA´s geschrieben über weit aus weniger komplexere Themen und mit wesentlich weniger Umfang (wie sie selbst zugeben, daher waren sie so geschockt und hielten meine Note für einen schlechten Scherz) benotet wurden diese mit 1 und 2.

Mir fehlt einfach das Verhältnis, ich frage mich wo der Prof den Maßstab setzt. Auch die Art der Fragen die der Prof mir gestellt hatte ließen darauf schliessen das er die BA gar nicht richtig gelesen hat oder mir vorwerfen wollte ich hätte sie nicht selbst geschrieben. Überhaupt hatte ich während der ganzen Mündlichen das Gefühl die wollen mich in die Pfanne hauen. ich wurde 1h mit Fragen durchlöchert die gar nicht wirklich Bestandteil meiner Arbeit waren, bei meiner Präsentation wurde nicht richtig zugehört - es kamen immer nur Sachfragen oder mir wurden vereinzelte Rechtschreibfehler angekreidet, dann wurde 20min auf 2 Rechnungen rumgehackt die sich letztendlich doch als richtig herausstellten ( nennt man sowas dann am Thema vorbeigeschrieben und auf jeder Seite wären gravierende Fehler? )

- ich bin selbstkritisch und sehe ein wenn man Fehler gemacht hat, und man fängt wirklich an an sich selbst zu zweifeln und die Arbeit zu reflektieren, aber es gibt einfach keine objektive Rechtfertigung für Ausreichend. Ich bin fest davon überzeugt das diese Arbeit bei jedem anderen Prof eine 2,0 wenn nicht sogar besser geworden wäre.
Ich wurde um meine Note betrogen, betrogen von einem Prof der bekannt für sowas ist, wie gesagt, es ist/war wohl kein Einzelfall.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5739
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BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 12:55:32    Titel:

Zitat:
Zu meiner Arbeit: ich weiß das macht man zu gerne, und Bekannte wollen einem ja auch nichts Schlechtes.
Letzteres hat niemand behaupted.

Zitat:
Allerdings handelt es sich bei dem Bekannten um jemanden vom Fach der Ahnung von der Materie hatte, wirklich von den Grundbausteinen meiner BA, außerdem hatte ich (gut benotete) BA´s mit dem gleichen Thema, an denen ich mich im Groben orientiert habe - in sofern ist es unmöglich wirklich schwere Fehler reingebaut zu haben, wie es eben eine 4,0 rechtfertigen würde.

Glaub mir - es ist nicht schwer grobe Fehler selbst bei Plagiaten einzubauen. Scherz beiseite - schon das grobe orientieren - wie du es nennst - kann zur Abwertung führen, wenn es dem Prof aufgefallen ist und er diese Anlehnungen für zu nah hielt um endgültig als eigenständig zu gelten aber zu weit um als Plagiat zu gelten.

Zitat:
Wie du schreibst, eine ausreichende Leistung der Abschlussarbeit muss mit gravierenden Fehlern begründet sein.

Jain. Wenn das Thema nicht richtig getroffen wurde, so kann eine Arbeit sehr schnell "ausreichend" sein. Das ist natürlich schon ein grober Fehler. Aber auch eine falsche Ableitung wichtiger Erkenntnisse oder das Nichtbeachten neuer aber essentieller Literatur oder wichtiger Aufsätze kann schnell dazu führen um ein oder zwei Noten abzuwerten. So habe ich bspw. mal eine Arbeit abgewertet, die sich nur auf deutschsprachige Literatur beschränkte, die wesentlichen und aktuellen Erkenntnisse aber alle in Englisch vorlagen usw.
Es können schnell Dinge sein, an die ein Student nicht denkt und es daher auch kaum bewerten kann.

Zitat:
Die einfach nicht existieren können, mir wurde zB ein Fehler bei einer Rechnung vorgeworfen, als ich zu hause war habe ich diese nochmal mit der lektüre überprüft - sie war richtig. Auch wurde mir gesagt das auf so gut wie jeder Seite gravierende Fehler zu finden sein, als ich dann um die Fehler bat schlug er einfach eine Seite auf (eine von 5 markierten Seiten allerdings, welche zufall) und kreidete mir irgendeinen Satzbaufehler an.

Vorsicht hier: Nicht aus einzelnen Aspekten eine ganze Arbeit bewerten (gilt natürlich für Dich aber auch für den Prof). Hier jetzt einzelne Dir genannte Fehler aufzuzählen hilft weder Dir noch uns...und...

Ich kenne die Arbeit nicht und ich kenne nicht den Maßstab den der Prof angelegt hat. Ich kenne nur Deine Version hier. Das ist zuwenig um etwas dazu zu sagen. Ich gebe Dir nur Hinweise, die Du bedenken solltest, die es sein könnten - aus Erfahrung.

Ich habe noch nie eine einser Arbeit gesehen die ein Dozent oder Prof mit 4,0 aus reiner Willkürlichkeit bewertet hat. Ich habe strenge Benotungen gesehen, die ich so nicht vergeben hätte aber da waren vielleicht Abweichungen um eine einzelne Note gemeint - 3,3 anstatt 2,3 und das ist schon selten.

Zitat:
Überhaupt sind die Fehler die mir aufgezeigt wurden im keinen Verhältnis Sie rechtfertigen vllt eine Abstufung von 0,3 Notenpunkten aber nicht eine ,,ausreichende" Leistung.

Sicher? Unzureichende Grammatik und Rechtschreibung im übebordenden Maße (das ist sicherlich interpretationsbedürftig) werden bei vielen Profs mit bis zu einer ganzen Note abgestraft. Fehlerhafte Berechnungen (ob es nun eine war oder nicht, solltest Du mit Prof und Prüfungsamt ausdiskutieren) können, wenn darauf essentielle aber falsche Annahmen beruhen, sogar bis zur 5,0 gehen usw.

Das es nur 0,3 Noten sind ist hier vor allem eine Einschätzung von jemanden, der selbst nie korrigiert hat und wahrscheinlich auch die Maßstäbe nicht kennt.

Zitat:
Zu meinen Bekannten, klar sie haben keine Ahnung von der Materie, aber sie haben auch schon BA´s geschrieben

Ok. Weil ich jetzt schon eine Thesis in Management geschrieben habe kann ich jetzt eine Thesis in Ingenieurwesen beurteilen? Sorry - diese Leute sind gut für´s Grobe aber kaum in der Lage fachlich eine Arbeit zu beurteilen. Wenn sie aus völlig anderen Bereichen kommen könnten selbst spezifisiche Formvorschriften schon problematisch werden.
Abgesehen davon ist es ein Unterschied eine Arbeit in Wirklichkeit zu benoten als eine zu schreiben.

Bei Schülern aber auch Studenten hast Du den Effekt leider sehr häufig. Weil sie fachlich nicht ausreichend geschult sind (auch nicht in der Notenvergabe), sind sie schnell und leicht zu beeindrucken. In der Unternehmensberatung nennt man das, das "Selbstbewusste Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit" und es funktioniert bestens - wenn Dein Gegenüber nicht fachlich besser ist als Du.

Zitat:
über weit aus weniger komplexere Themen und mit wesentlich weniger Umfang (wie sie selbst zugeben, daher waren sie so geschockt und hielten meine Note für einen schlechten Scherz) benotet wurden diese mit 1 und 2.

Auch das ist eine gern gemachte Fehlannahme. Viele meinen, weil man ein komplexes Thema bearbeitet, dass man besondere Bonuspunkte bekommt. Das ist falsch. Es kommt schlicht darauf an ob ein Thema sehr gut, gut, befriedigend etc. bearbeitet. Ob es pisselig einfach ist oder extrems komplex ist dabei irrelevant. Das Risiko sich bei sehr komplexen arbeiten aber zu verrennen ist ungleich höher, liegt aber beim Studenten.

Weitere typische, aus der Schulzeit basierende Fehlannahme: Je mehr man schreibt, je umfangreicher, desto besser. Die kleinste Abschlußarbeit die ich mal hatte waren 15 Seiten. Gedanklich hatte ich da schon die 5,0 drunter stehen aber die war so gut und prägnant, dass es letztlich für eine 2,3 gereicht hat. Eine Freundin hatte mal eine Diplomarbeit über 300 Textseiten abgegeben - i.d.F. 1,0. Aber das ist nicht immer so. In aller Regel schreiben die Leute viel, weil sie es nicht auf den Punkt bringen können oder weil sie das Risiko scheuen etwas zu vergessen. Sie schwafeln - ohne es selbst zu erkennen oder zu merken. Akademisch gesehen in solchen Arbeiten eine Todsünde, weswegen sie meist ja auch vom Umfang begrenzt werden. Hier gibt es zwei Probleme: Überschreitet man signifikant den vorgegebenen Rahmen ohne das grüne Licht vom Betreuer zu haben kann es auch mal um eine Note nach unten gehen.
Unabhängig davon birgt großer Umfang aber immer auch die Gefahr sich zu verlieren, vom Ziel abzukommen, zu schwafeln. Auch das hat schon den einen oder anderen eine Note gekostet oder gar das Bestehen.

Zitat:
Mir fehlt einfach das Verhältnis, ich frage mich wo der Prof den Maßstab setzt. Auch die Art der Fragen die der Prof mir gestellt hatte ließen darauf schliessen das er die BA gar nicht richtig gelesen hat oder mir vorwerfen wollte ich hätte sie nicht selbst geschrieben.

Als du von der groben Orientierung gesprochen hast, viel mir genau das ein. Die Verteidigung ist auch dafür da, genau das herauszufinden. Dann stellt man auch schon mal einige, für den Prüfling u.U. komische Fragen, um zu sehen ob er verstanden hat, was er schrieb.

Zitat:
Überhaupt hatte ich während der ganzen Mündlichen das Gefühl die wollen mich in die Pfanne hauen. ich wurde 1h mit Fragen durchlöchert die gar nicht wirklich Bestandteil meiner Arbeit waren, bei meiner Präsentation wurde nicht richtig zugehört - es kamen immer nur Sachfragen oder mir wurden vereinzelte Rechtschreibfehler angekreidet, dann wurde 20min auf 2 Rechnungen rumgehackt die sich letztendlich doch als richtig herausstellten ( nennt man sowas dann am Thema vorbeigeschrieben und auf jeder Seite wären gravierende Fehler? )

Unterschätz nicht, wo und wie die Prüfer zuhören. Eine Stunde Verteidigung im Frageteil ist, zumindest aus meiner Erfahrung, beim Bachelor eher ungewöhnlich und eher dann anzutreffen, wenn sich die Profs über die Qualität nicht klar sind.

Das in solchen Prüfungen, dann bestimmte Themenbereiche, wie bspw. die Rechnungen, herausgegriffen werden ist normal. Wenn die Rechnungen objektiv korrekt sind (auch in der gesamten Einbettung in der Arbeit), dann würde ich den Prof damit konfrontieren und fragen wie es weiter gehen könnte oder evtl. auch den Zweitprüfer.

Ob Du am Thema vorbeigeschrieben hast kann ich nicht sagen. Es ist letztlich nur einer der wahrscheinlichsten Fehler die bei solchen Notenbereichen auftauchen. Wie soll ich es beurteilen, wenn ich Deine Arbeit nicht kenne bzw. fachlich dafür nicht die Kompetenz habe?

Wenn die Rechnungen ein zentraler Bestandteil waren und die Profs diese für falsch halten (unabhängig davon ob es so ist oder nicht), dann ist das in der Tat ein extrem grober Fehler.

Zitat:
- ich bin selbstkritisch und sehe ein wenn man Fehler gemacht hat, und man fängt wirklich an an sich selbst zu zweifeln und die Arbeit zu reflektieren,

Glaube ich Dir. Aber ich weiß auch, auch aus eigener, persönlicher Erfahrung, dass es schwer ist Dinge zu reflektieren oder zu erkennen, die man gar nicht sieht - auch weil einem die Erfahrung und das Wissen fehlt, worauf es ankommen kann oder einfach, wo man evtl. bei der Literaturrecherche einen wichtigen Aspekt übersehen hat. So als Beispiel. man selbst ist der schlechteste Notengeber.

Zitat:
aber es gibt einfach keine objektive Rechtfertigung für Ausreichend.
Glaub mir. Ich bin mir sehr sicher, dass das Gutachten eine objektiv nachvollziehbare Argumentation für die 4,0 hat ohne zu sehr auf Details einzugehen und der Prof dieses sehr gut begründen kann.

Es steht Dir ja frei dagegen vorzugehen. Tu es auch, wenn Du meinst, da ist etwas falsch gelaufen. Ich wollte Dir nur einfach aus Erfahrung ein paar Dinge aufzeigen, warum das Selbstbild oder auch das Bild von "Bekannten i.w.S." nicht unbedingt mit der Realität zu tun haben muss.

Es ist nicht auszuschließen, dass auch ein Prof Fehler macht bei der Notenvergabe. Das er eine wichtige Passage fehlinterpretiert hat oder bspw. bei den Rechnungen in der Tat einfach einem Fehler aufgesessen ist. Ich habe bislang noch keinen Prof oder Dozenten gesehen, der, wenn man ihn darauf hingewiesen hat und es in der Tat stimmte, den Fehler nicht versucht hat zu korrigieren. Wie aber auch schon geschrieben ist es meist der Schüler/Student der in seiner Sicht der Dinge nicht auf dem richtigen Weg liegt.

Zitat:
Ich bin fest davon überzeugt das diese Arbeit bei jedem anderen Prof eine 2,0 wenn nicht sogar besser geworden wäre.
Ich wurde um meine Note betrogen, betrogen von einem Prof der bekannt für sowas ist, wie gesagt, es ist/war wohl kein Einzelfall.

DAS ist eine Emotion und hat mit Objektivität nichts zu tun. Sei Dir mit der besseren Bewertung da nicht so sicher aber wenn Du willst, dann geh eben mit den dazu zu Verfügung stehenden Mitteln vor. Mal gucken was dabei herumkommt.

Grüße
Gozo
sm00ther
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BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 13:01:33    Titel:

gepardspike87 hat folgendes geschrieben:
mir wurde zB ein Fehler bei einer Rechnung vorgeworfen, als ich zu hause war habe ich diese nochmal mit der lektüre überprüft - sie war richtig.


Ich gehe davon aus, dass du für die Formel einen Quellverweis angegeben hast?
gepardspike87
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Beiträge: 102
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BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 14:34:45    Titel:

@ sm00ther

ja selbstverständlich habe ich die Formel mit Lektüre ,, in Anlehnung an" belegt, nur in der Mündlichen hatte ich leine Lektüre zur hand um das auch wirklich zu beweisen.


@Gozo ich danke dir für deine Kritik und es lässt mich auch wieder nachdenken:

Also, bei dem Bekannten handelt es sich um einen der in dem Bereich wirklich tätig ist. Der sich mit den Grundbestandteilen des Themas bestens auskennt und auch beruflich in dem Bereich arbeitet.
Wie gesagt hatte ich auch Arbeiten die exakt das gleiche Thema behandelt haben zur Hand, gerade um nicht am Thema vorbeizuschreiben.

Es kann einfach nicht am Thema vorbeigegangen sein, das hätte mir der Prüfer auch gesagt.

Zum Thema Rechtschreibung und Grammatik: die war gut, genau wie der formale Aufbau...er meinte sogar das das quasi noch meinen ,,Arsch" gerettet hat. -

Das was er mir vorgeworfen hat waren: - die Rechnung die angeblich falsch war - war sie aber nicht.

Und angeblich auf fast jeder Seite irgendwelche inhaltlichen Fehler wären -kann auch nicht, weil ich mich an Fachlektüre gehalten habe und die anderen Sachen keinem Gesetz unterliegen und frei wählbar sind.

Wie gesagt, ich weiß nicht wo er seinen Maßstab setzt.

Ich kann auch verstehen das man natürlich erstmal die Schuld beim Studenten sucht, das der Prüfer ja unmöglich ,,subjektiv" bewertet und doch keinen Studenten in die Pfanne hauen möchte.
Aber dieser Professor ist für seine ,,Bewertungen" bekannt...
ich habe durch die Bank weg nur schlechtes über ihn gehört, wirklich extrem selbst von anderen Hochschulen und Bekannten - aber da war es leider zu spät.
Ich dachte wenn ich eine gute Leistung abgebe und mir den Arsch aufreiße kann mir der Prüfer egal sein, ich will ja schließlich auch keine Noten geschenkt haben.

Ich für meinen Teil kann nur sagen das mir persönlich die BA eine Menge Wissen gebracht hat, ich mich mit der Thematik extrem auseinandergesetzt habe - und es keine 3,7 rechtfertigt.

Wie gesagt Gozo, natürlich betrachtet man es als Außenstehender immer skeptisch und denkt das die Bewertung des Profs gerechtfertigt ist.

Aber ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen das ich ungerecht behandelt und um eine gute Note betrogen wurde - aufgrund des extrem hohen Maßstabes den der Prof setzt und evt. auch Missgunst/Antipathie mir gegenüber.

- besteht nicht irgendwie die Möglichkeit es außerhalb der Uni von einem Fachwissenden benoten zu lassen?
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2718

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 15:05:09    Titel:

Ich denke das HAuptproblem hier ist, dass der Prof seine Benotung nicht ausreichend begründen konnte. Zumindest nicht so, dass es für den Studenten eindeutig sondern eher willkürlich geschah. Das kann natürlich auch an dem Studenten liegen, der es nicht "verstehen" will und von seiner Leistung überzeugt ist.

Da ich aber mittlerweile selbst mitbekommen habe, dass anscheinend nicht wenige Profs die Abschlussarbeiten nicht richtig lesen und Begründungen für die Note nicht selten sehr konfus und wahllos wirken, bin ich schon ein wenig skeptisch, ob hier alles richtig lief.

Habe selbst natürlich nie geprüft, aber auf der anderen Seite ist eine 4,0 auch für den Prof eine Note, die er in jedem Fall ja begründen muss, da sie grenzwertig ist. Und vielleicht handelt er genau dann nicht willkürlich.

Wenn es ein Asi-PRof ist, ist es vielleicht wirklich reine SChikane. Man sollte das ganze vielleicht nicht so contra-Student sehen.
gepardspike87
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Anmeldungsdatum: 21.04.2007
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BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 15:39:23    Titel:

ich habe auch Angst jetzt genau den falschen Schritt zu unternehmen.

Angenommen ich würde es bei der Uni einklagen und die Arbeit einem 3t-Prüfer (der Uni) geben.

Dann würde das Ergebnis höchstwahrscheinlich genau so schlecht ausfallen.
Immerhin ist es ein und die selbst Uni und kein Prof wird seinem Mitarbeiter in die Suppe spucken wollenl.
Außerdem geht ja jeder schon mit einer gewissen Voreinstellung rein, wie es mir hier zT auch vorkommt, ganz dem Motto: ,, jaja, da ist wieder ein Student der sich ungerecht behandelt fühlt und um ne Note feilschen will". (dabei hat der Prof IMMER Recht Wink )

Wenn ich dann das gleiche Ergebnis vom 3t-Prüfer bekommen habe würde es sicher noch viel schwerer werden da rechtliche Schritte einzuleiten.


Ich möchte hier nochmal anmerken das ich in der Arbeit Fehler gemacht habe, ohne Zweifel, allerdings: wer ist ohne Fehler?

Und wir reden hier von einer Abschlussarbeit, wo i.d.R. nur sehr sehr schwerwiegende Fehler ein ,,Ausreichend" rechtfertigen.
Ich meine ich kenne Leute an meiner Uni die hatten keine Quellenangaben, kein Inhaltsverzeichnis und haben trotzdem noch bestanden.
Wo ist da der Maßstab?

Wie gesagt der Prof konnte mir keinen einzige wirklich schwerwiegenden Fehler nennen, das Gefühl was ich hatte war, dass er meinte ich hätte Lücken aus dem Grundstudium oder mich nicht richtig mit der Thematik beschäftigt.

Dem habe ich aber sofort entgegengewirkt: ich habe ausschließlich 1sen und 2en in dem Schwerpunkt geschrieben, über das Thema meiner BA habe ich in dem Modul sogar ne 1,0. (beim andern Prof)

Ich hatte vor sogar einen Master in dem Schwerpunkt anzufangen (den ich mir jetzt abschminken kann) -

- jedem X-beliebigen Kerl konnte ich nach meiner BA blind die Inhalte erzählen und die einzelnen Bestandteile von X,Y ... ich hatte mich wirklich eine Menge mit der Thematik beschäftigt und war mitten drin.

In der Mündlichen wurden mir Fragen über Allgemeinheiten gestellt die nicht Bestandteil meiner Arbeit waren, normalerweise fragt man doch nach einzelnen Arbeitsschritten und wie man vorgegangen ist? ich wurde aus Themenbereichen befragt und nach Begrifflichkeiten die gar nicht in meiner Arbeit geschrieben standen, und trotzdem konnte ich (die meisten) Fragen noch sachlich korrekt beantworten...sobald ich dabei war eine Frage richtig zu erklären wurde ich unterbrochen und mir wurde direkt wieder die nächste Keule entgegengeworfen.

In dieser Prüfung ging es einfach darum mich von vornherein ,,fertig zu machen"
Ich kenne von anderen Mitstudenten die 10min über irgendwelche Kleinigkeiten befragt wurden die selbst mein 5 jähriger Bruder beantworten könnte... und dann ging es ins Private und Kaffee und Kuchen: ,, ja Herr Weimann, wie sieht denn ihr weiterer Lebensweg aus"

- ich dagegen wurde knallhart eien Stunde einer Prüfung unterzogen die von vornerein darauf ausgelegt war mir eine schlechte Note reinzuwürgen.

Ich weiß ich bin gereizt, und emotional natürlich angespannt.
Aber ich bin selbstbewusst und weiß was ich geleistet habe was nicht honoriert wurde - bzw. nicth ausreichend begründet werden konnte! und mir nun meinen gesamten Lebensweg verbaut.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5739
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2012 - 15:46:14    Titel:

Fass es nicht als Kritik auf. Die kann ich mangels Kenntnis Deiner Arbeit nicht üben. Es sind einfach nur Hinweise wodrin überall diese Note aber auch eine evtl. Fehleinschätung Deinerseits begründet sein könnte, was mir so aus Erfahrung eben einfällt.

Bevor Du ein Fass aufmachst, was bei einer Klage auch recht teuer werden kann, solltest Du eben Dir das alles mal durch den Kopf gehen lassen um weg zu kommen von der verständlichen Emotionalität, hin zu einer passablen (subjektiven) Objektivität.

Auf keinen Fall will ich damit sagen, dass Dein Prof definitiv richtig liegt und auch nicht, dass Du alles das falsch gemacht haben könntest. Es soll Dir nur helfen Deine Situation vielleicht etwas realistischer einzuschätzen und somit evtl. auch Deine Erfolgsaussichten.


gepardspike87 hat folgendes geschrieben:

Also, bei dem Bekannten handelt es sich um einen der in dem Bereich wirklich tätig ist. Der sich mit den Grundbestandteilen des Themas bestens auskennt und auch beruflich in dem Bereich arbeitet.

Hier immer bedenken, dass eine anwendungsorientierte Sicht der Dinge die eine ist. Was Du aber abgegeben hast musste eine akademische Arbeit sein. Da kann es durchaus frapierende Unterschiede geben.

Zitat:
Wie gesagt hatte ich auch Arbeiten die exakt das gleiche Thema behandelt haben zur Hand, gerade um nicht am Thema vorbeizuschreiben.

Ok - das macht die Sache aber nur bedingt besser. Abgesehen davon, dass ich persönlich dann das Thema nie nochmal vergeben hätte.
Wenn man sich so nah an anderen Arbeiten entlanghangelt kann es schnell vorkommen, dass man ein - ich will es mal "eigenständiges Plagiat" nennen - erstellt. In dem Moment geht aber die Eigenständigkeit der Arbeit ziemlich flöten und man sollte nicht glauben, dass Profs/Dozenten diese Arbeiten nicht kennen. Da könnte auch die von dir latent geäußerte Vermutung her kommen, dass die Profs dich getestet haben ob und in wie weit du abgeschrieben hast.

Dieses entlanghangeln führt aber bspw. sehr schnell zu Zitierfehlern - wenn man nicht permanent wieder darauf hinweist oder aber auch zur Abwertung, wenn es den Profs zuviel wird aber zuwenig um als Plagiat es durchfallen zu lassen.

Weiterer Aspekt, einfach mal in den Raum geworfen, wenn sich das Thema etwas oder sei es minimal unterscheidet, dann kann man schnell dabei auf die falsche Fährte kommen und dann versehentlich und unbemerkt am Thema vorbeischiessen oder nicht die richtigen Schwerpunkte setzen. Das gilt auch und inbesondere dann, wenn zwischen der "Vorlage" und der aktuellen Arbeit mehr als ein paar Monate vergangen sind. Vor allem dann, wenn es ein sehr aktueller und damit sich verändernder Bereich ist.

Zitat:
Es kann einfach nicht am Thema vorbeigegangen sein, das hätte mir der Prüfer auch gesagt.

Mag sein. Dann könnte die Tiefe fehlen, falsche Schwerpunktwahl, mangelnde Aktualität oder Deine Schlußfolgerungen sind nicht eindeutig, klar erkennbar, nachvollziehbar usw. Oder eine Mischung aus allem? Wie gesagt, alles Möglichkeiten, mehr nicht.

Zitat:
Zum Thema Rechtschreibung und Grammatik: die war gut, genau wie der formale Aufbau...er meinte sogar das das quasi noch meinen ,,Arsch" gerettet hat. -

Rechtschreibung und Grammatik retten den Arsch? Ok...bei mir kann es das eigentlich immer nur verschlechtern aber nicht verbessern.

Wenn also der formale Aufbau bzw. die Formalkriterien so stimmten, dass sie Dir dafür sogar Pluspunkte einräumten, dann ist die inhaltliche Arbeit sogar tendentiell mangelhaft bewertet worden, wenn es insgesamt eine 4,0 gab.

Zitat:
Das was er mir vorgeworfen hat waren: - die Rechnung die angeblich falsch war - war sie aber nicht.

Folglich hatten die Rechnungen einen starken Stellenwert in der Arbeit?!
Das wiederum wäre ja sogar noch am einfachsten zu korrigieren. Literatur unter den Arm, Arbeit unter den Arm und ein Termin beim Prof.

Kleiner Tipp: Benutz dann nicht nur die verwendete Literatur, sondern dann möglichst noch andere. Je renommierter der Autor/das Werk, desto besser. Was sein kann - reine Spekulation - ist, dass Du Dir einen Rechenweg ausgesucht hast, der zwar in der Literatur beschrieben wurde aber (mittlerweile) als falsch oder überholt gilt. In dem Moment hättest du zwar richtig gerechnet, auch von der Basis richtig abgeleitet aber schlicht die falsche Grundlage genommen. Auch könnte sein, dass diese Grundlage vielleicht nicht falsch aber sehr unverbreitet und von viel Kritik begleited ist. Dann hättest Du diese beschreiben und den Grund dafür nennen müssen, warum du diese trotzdem verwendest.

Ich hatte mal in der Berufsschule eine solche Situation, wo ich mit drei Lehrbüchern unterm Arm eine Sicht durchsetzen wollte (ging um eine als falsch gewertete Aufgabe). Der Lehrer hat es nicht akzeptiert und mir fünf Bücher gegeben, die es exakt anders beschrieben und meinen Ansatz expliziet als "zu kurz" darstellten.

Zitat:
Und angeblich auf fast jeder Seite irgendwelche inhaltlichen Fehler wären -kann auch nicht, weil ich mich an Fachlektüre gehalten habe und die anderen Sachen keinem Gesetz unterliegen und frei wählbar sind.

Inhaltlich falsch kann auch das richtige Zitat an der falschen Stelle sein et vice versa....und nur weil die "anderen Sachen keinem Gesetz unterliegen" heißt es nicht, dass Du sie korrekt abgeleitet hast. Frei wählbar heißt ja in dem Moment nicht, dass man es nicht genau begründen muss, warum man jetzt zu diesem und nicht jenem Schluß kommt. Ist die Begründung nicht ausreichend, fehlerhaft oder ungenau oder fehlt ganz, ist das ein fachlicher oder auch inhaltlicher Fehler.

Eine Thesis baut in aller Regel auf Fachliteratur auf und die Leute halten sich meist auch daran, was da steht. Wenn das aber dazu führen würde, dass keine Fehler gemacht werden, dann bräuchte man nicht studieren.

Zitat:
Wie gesagt, ich weiß nicht wo er seinen Maßstab setzt.

Das kannst du nur im Gespräch herausbekommen. Er ist aber anders als Deiner....und Noten sind keine Verhandlungssache. Auch wenn sie leider von manchen Lehrern dazu gemacht werden.

Zitat:
Ich kann auch verstehen das man natürlich erstmal die Schuld beim Studenten sucht, das der Prüfer ja unmöglich ,,subjektiv" bewertet und doch keinen Studenten in die Pfanne hauen möchte.

Stop! Niemand sucht die Schuld bei Dir oder beim Studenten. Es ist nur die Erfahrung, dass es meist der Student ist, der seine Leistung überschätzt. Das ist schlicht ein Fakt.

Darüber hinaus ist KEIN Prüfer objektiv. Jede Note, jede Bewertung ist in einem guten Stück subjektiv. Immer. Und es gibt Ärsche, die wollen einen in die Pfanne hauen. Der Haken ist daran, man kann sich dagegen kaum wehren.

Schriftliche Leistungsnachweise sind dafür aber relativ ungeeignet, weil die durch einen Zweitprüfer korrigiert werden können. Bei einigen Hochschulen ist sogar für eine Abschlußarbeit ein Zweitprüfer Pflicht. Keine Ahnung wie es bei Dir ist. Die Note wird dann zwischen beiden ausgemacht. Hier kann es zwar zu strengen Bewertungen kommen aber selten zu bewusst falschen. Es wäre zu einfach zu kontrollieren. Aber natürlich ist es durchaus möglich, dass jemand aus reiner Boshaftigkeit eben bei bestimmten Personen etwas strenger kontrolliert und seinen Maßstab recht hoch setzt. Abweichungen von mehr als zwei ganzen Noten sind aber kaum zu rechtfertigen. Eine, im schlimmsten Fall eins-Komma. Hier ist das Risiko einfach zu groß.
Daher bezweifel ich, dass Dein Prüfer "wusste", dass die Rechnung korrekt war. Entweder es ist ihm in der Tat ein Fehler unterlaufen oder er kannte die Variante nicht oder es gibt einen anderen Grund warum er sie für fehlerhaft hält.

Viel einfacher ist es jemanden bei einer mündlichen Prüfung reinzureiten. Man muss einfach nur die "richtigen" Fragen stellen. Hier ist die Willkür viel einfacher zu haben, selbst wenn ein Mitprüfer im Raum ist.

Zitat:
Aber dieser Professor ist für seine ,,Bewertungen" bekannt...
ich habe durch die Bank weg nur schlechtes über ihn gehört, wirklich extrem selbst von anderen Hochschulen und Bekannten - aber da war es leider zu spät.

Wenn er einer von der überexakten Sorte ist, dann hast Du eben schlicht eines: Pech gehabt. Solange Du aber keine Fehler in der Bewertung nachweisen kannst bzw. er sie nachvollziehbar begründen kann - wovon ich leider ausgehe, man kann fast jede Note rechtfertigen, mit mehr oder weniger Risiko - wird man sagen, dass es in seinem Ermessensspielraum liegt. Aber Versuch macht klug.

Zitat:
Ich dachte wenn ich eine gute Leistung abgebe und mir den Arsch aufreiße kann mir der Prüfer egal sein, ich will ja schließlich auch keine Noten geschenkt haben.

Nein. Denn eine gute Leistung bei A muss keine gute Leistungs bei B sein - auch rechtlich nicht. In aller Regel weichen aber A und B nicht soweit voneinander ab, dass es nicht im Rahmen normaler Schwankungen ist - eben der sog. Ermessensspielraum.

Nur als Beispiel: In BWL gilt die Uni Köln als eine der Universitäten mit den schlechtesten Durchschnittsnoten bei den Absolventen. Je nach Vergleich teilweise eine bis 1,7 Noten schlechter als andere Unis mit gutem Ruf. Sind die Studenten da wirklich schlechter? Anders gefragt: In den anderen Unis besser?

Versuch Dein Glück, wenn Du wirklich davon überzeugt bist, dass hier etwas massiv falsch gelaufen ist, was ausserhalb des Ermessensspielraumes liegt. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings recht hoch, dass die Arbeit nicht ganz so gut ist, wie Du glaubst und der Prof u.U. nur seinen Spielraum ausgereizt hat. Es kann daher schwer werden, evtl. auch auf dem Klageweg mehr als eine Note herauszubekommen.
Aber vielleicht fang erst einmal damit an, dass Du mit der entsprechenden Literatur bei ihm noch einmal nachfragst, warum seiner Meinung nach die Rechnungen falsch sind - du würdest es gerne verstehen.

Zitat:
Ich für meinen Teil kann nur sagen das mir persönlich die BA eine Menge Wissen gebracht hat, ich mich mit der Thematik extrem auseinandergesetzt habe - und es keine 3,7 rechtfertigt.

Aber vielleicht hat es auch einfach nicht zu mehr gereicht? Wie gesagt, es ist Deine Meinung, da hatte jemand eine andere.


Zitat:
Wie gesagt Gozo, natürlich betrachtet man es als Außenstehender immer skeptisch und denkt das die Bewertung des Profs gerechtfertigt ist.

Ich möchte es noch eimal wiederholen:

Ich sage nicht, dass der Prof keinen an der Klatsche hat und auch nicht, dass sich der Prof nicht geirrt haben kann. Ich zeige nur auf, wo alles häufige Probleme liegen können, die zur Abwertung geführt haben KÖNNTEN. Diese Punkte sind aber für einen Persönlich und nahestehnde Personen sowie Personen der gleichen Qualifikationsstufe nur sehr schwer selbst zu sehen. Das Eigen- und Fremdbild können schlicht weit voneinander abweichen.

Es ist sehr typisch, dass viele Studenten oder auch Schüler, die sich ungerechtfertigt benotet fühlen, glauben eine weit bessere Leistung abgegeben zu haben, als letztlich als Note zurückkam. In der absolut großen Mehrheit der Fälle ist es aber so, dass diese Studenten oder Schüler kaum bis gar nicht in der Lage sind ihre Leistung notentechnisch überhaupt halbwegs korrekt einzuschätzen.

Ich will nicht Partei für Deine Prof ergreifen, ich will nur aufzeigen, woran es theoretisch alles gelegen haben könnte, damit DU DIR ein Bild machen kannst, was etwas weg von der verständlichen Emotion ist und um Deine Erfolgschancen genauer einschätzen zu können, falls Du wirklich ein Faß aufmachen möchtest.

Zitat:
Aber ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen das ich ungerecht behandelt und um eine gute Note betrogen wurde - aufgrund des extrem hohen Maßstabes den der Prof setzt und evt. auch Missgunst/Antipathie mir gegenüber.

Dann geh dagegen vor...aber mach es nicht unüberlegt und emotional gesteuert. Damit kannst Du nur verlieren. Klapper alle möglichen Fehlerquellen ab, besser lass sie abklappern - von einem erfahrenen Dozenten oder sogar Prof., der wirklich kritisch hinterfragen sollte. Aber mach nicht den Fehler von "Deiner" fachlichen Sicht es zu beurteilen. Die ist und kann kaum halbwegs objektiv sein. Sollte dieser Zweitgutachter auch auf den Schluß kommen, dass unter keinen Umständen die 3,7 gerechtfertigt ist, dann hast Du vielleicht auch Chancen. Mach Dich aber Schlau über das Prozedere an Deiner Hochschule in diesem Fall, damit Du nicht irgendetwas wesentliches übersiehst, was später dazu führen könnte, im schlimmsten Fall, dass der Klage aufgrund eines Fehlers nicht stattgegeben wird.

Aber, auch hier nicht eine Meinung sondern schlicht Erfahrung: In 99% aller Beschwerdefälle dieser Art, ist die Benotung u.U. hart aber gerechtfertigt. Signifikante Änderungen > einer ganzen Note sind höchstselten. Mag sein, dass Du ein solcher Fall bist aber es ist schlicht unwahrscheinlich.

Zitat:
- besteht nicht irgendwie die Möglichkeit es außerhalb der Uni von einem Fachwissenden benoten zu lassen?

Immer erst das Prozedere der Hochschule anschauen bevor man bspw. Fristen übersieht.
Natürlich ist es möglich die Arbeit auch noch einmal einen hochschulfremden Dozenten/Prof vorzulegen - wenn Du einen findest. Allerdings musst Du unter Umständen die Kosten dafür selbst tragen und Du solltest zusehen, dass diese Person tatsächlich als adäquater Gutachter angesehen wird um nicht zu schnell angreifbar zu sein und um damit vielleicht etwas zu bewegen.

Grüße
Gozo
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