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Ausdruck und Formulierungen
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coolerstudent
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Anmeldungsdatum: 04.07.2012
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2012 - 02:30:15    Titel: Ausdruck und Formulierungen

Hallo,
ich habe dieses Jahr mein Fachabitur gemacht und wollte jetzt anfangen zu studieren.
Mein Problem ist das ich schon seit der Grundschule Schwierigkeiten mit dem Verfassen von eigenen Texten habe, dabei bin ich hier geboren und aufgewachsen.

Auf der Fachoberschule war ich nie besser als 03 Punkte.dabei bin ich hier geboren und aufgewachsen.
Bei der Fachhochschulprüfung in Deutsch saß ich 4 Stunden da und habe ungefähr 200 Wörter geschrieben weil mir nichts einfiel, das Ergebnis waren 01 Punkte.
Es lag auch nicht am Thema, ich habe Probleme bei der Erörterung wie auch bei der Analyse.
Ich weiß nicht was ich schreiben soll und wenn, dann weiß ich nicht wie ich mich ausdrücken soll.
Mein Schreibstil ist sehr eintönig, ich benutze ständig die gleichen Floskeln.
An meinem Wortschatz liegt es nicht, es gibt kaum Wörter die ich nicht kenne, doch beim verfassen scheint es als ob er doch sehr begrenzt wäre.

Ich hab schon das Internet durchsucht nach Tipps um mich beim Artikulieren zu verbessern,
doch hab nicht viel gefunden außer lesen aber irgendwie glaube ich dass das irgendwie nicht viel bringt.

Habt ihr vielleicht irgendwelche hilfreichen Tipps.

danke
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1702
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2012 - 11:37:41    Titel:

Ja, nu: Was studierst du denn?

Mit welchem Erfolg hast du z.B. die Deutschklausur geschafft? Welches Thema war es?

Ich vermute, dass du ein stummer Denker bist; solche Jungs (und das Problem hab ich nur bei Jungs kennen gelernt, nie bei Mädchen); und dass du im Bereich Mathe und Technik deine Stärke hast. Solche Jungs denken sehr rational und einfach in der grammatischen Struktur; sie sind am schnellen Ergebnis orientiert, nicht an seitenlangen Interpretationen über Rollenbeziehungen und vielfältige Gesichtspunkte.
Daraus ergibt sich natürlich genau deine Frage, wie du mit diesen Voraussetzungen strukturierte Texte zu Gesamtzusammenhängen abfassen kannst.

Nimm dir mal dieses Beispiel einer echten Abiturprüfung vor und schreib mir mindestens, was dir an der Aufgabe mit der Interpretation eines Brecht-Gedichts gefällt.

Interpretationsaufgabe im Fach Deutsch:

Bertolt Brecht (1898 – 1956)
Der Schneider von Ulm
(Text s. u.)
und
„Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel.“
Robert Lerch*] (geb. 1938)

Interpretieren Sie das Gedicht und erörtern Sie Möglichkeiten und Grenzen von Visionen! Beziehen Sie dabei das Zitat von Robert Lerch ein!
*] Schweizer Aphoristiker und Lyriker

Bertolt Brecht

Der Schneider von Ulm
(Ulm 1592)
Bischof, ich kann fliegen
Sagte der Schneider zum Bischof.
Paß auf, wie ich’s mach!
Und er stieg mit so ’nen Dingen
Die aussahn wie Schwingen
Auf das große, große Kirchendach.
Der Bischof ging weiter.
Das sind so lauter Lügen
Der Mensch ist kein Vogel
Es wird nie ein Mensch fliegen
Sagte der Bischof vom Schneider.

Der Schneider ist verschieden
Sagten die Leute dem Bischof.
Es war eine Hatz.
Seine Flügel sind zerspellet
Und er lag zerschellet
Auf dem harten, harten Kirchenplatz.
Die Glocken sollen läuten
Es waren nichts als Lügen
Der Mensch ist kein Vogel
Es wird nie ein Mensch fliegen
Sagte der Bischof den Leuten.
(1934)
Brecht, Bertolt: Gedichte. Leipzig 1971, S. 125.


Wenn du dich an anderen Originalaufgaben überprüfen willst, schau hier mal nach, und such dir das Fach, das dir am meisten liegt:
http://www.thueringen.de/de/tmbwk/bildung/schuleonline/datenbank/content.asp?year=2010&sf=Abitur

Auch diese Abiturprüfungen im Fach der evangelischen Religion halte ich für gute Beispiel; such nach deinen Interessen aus:
http://www.thueringen.de/de/tmbwk/pruefungsaufgaben/pruefung2010/abi/evr_gf.pdf


Oder hier im Fach Geschichte:

http://www.thueringen.de/de/tmbwk/pruefungsaufgaben/pruefung2010/abi/ge_gf.pdf

Das Wichtigste ist überhaupt, dass du dein eigenes Beispiel der Ausarbeitung hier einstellst (oder mir per PN, wenn du es nicht öffentlich machen willst, schickst); denn nur aus den eigenen Fehlern kannst du lernen; wenn du an ihnen weiterarbeitest.
coolerstudent
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Anmeldungsdatum: 04.07.2012
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2012 - 01:24:42    Titel:

Ich fange wahrscheinlich zum Wintersemester mit den Wing Studium an.

Es gab 2 Themen in der Deutschklausur die zur Auswahl standen, Analyse und Erörterung.
Ich habe die Erörterung gewählt und 1 Punkt bekommen bzw. eine 5-.

Mit deiner Vermutung hast du recht. In Fächern wie Politikwissenschaften und Geschichte habe ich keine Probleme, da ich aus einem Text die wichtigen Punkte herauslesen und die richtige Antwort geben kann.
In Deutsch ist es aber ganz anders, während meine Mitschüler ihre
Argumente noch seitenlang umschreiben können, sind es bei mir max. 3 Sätze und danach fällt mir nichts ein, weil ich in den 3 Sätzen alle wichtigen Fakten unterbringen konnte.

Bei dem Text wüsste ich jetzt garnicht was ich interpretieren soll,
für mich sieht es so aus als sei das ein normaler Text ohne eine tiefere Bedeutung. Ich habe halt Schwierigkeiten mit dem lesen zwischen den
Zeilen.
Kannst du mir vielleicht irgendwelche allgemeinen Tipps geben, weil ich zur Zeit keine Zeit habe um diesen Text zu interpretiern oder zu erörtern ,
aber ich würde gerne zur einem anderen Zeitpunkt auf dieses Angebot zurückgreifen

viele Dank nochmal
surfdozi
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Anmeldungsdatum: 28.04.2012
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2012 - 10:18:26    Titel: Re: Ausdruck und Formulierungen

coolerstudent hat folgendes geschrieben:
Hallo,
ich habe dieses Jahr mein Fachabitur gemacht und wollte jetzt anfangen zu studieren.
Mein Problem ist das ich schon seit der Grundschule Schwierigkeiten mit dem Verfassen von eigenen Texten habe, dabei bin ich hier geboren und aufgewachsen.

Auf der Fachoberschule war ich nie besser als 03 Punkte.dabei bin ich hier geboren und aufgewachsen.
Bei der Fachhochschulprüfung in Deutsch saß ich 4 Stunden da und habe ungefähr 200 Wörter geschrieben weil mir nichts einfiel, das Ergebnis waren 01 Punkte.
Es lag auch nicht am Thema, ich habe Probleme bei der Erörterung wie auch bei der Analyse.
Ich weiß nicht was ich schreiben soll und wenn, dann weiß ich nicht wie ich mich ausdrücken soll.
Mein Schreibstil ist sehr eintönig, ich benutze ständig die gleichen Floskeln.
An meinem Wortschatz liegt es nicht, es gibt kaum Wörter die ich nicht kenne, doch beim verfassen scheint es als ob er doch sehr begrenzt wäre.

Ich hab schon das Internet durchsucht nach Tipps um mich beim Artikulieren zu verbessern,
doch hab nicht viel gefunden außer lesen aber irgendwie glaube ich dass das irgendwie nicht viel bringt.

Habt ihr vielleicht irgendwelche hilfreichen Tipps.

danke



Als allgemeine Beruhigung erst mal der Hinweis, dass an der FH oder Uni - gerade in deinem gewählten Studiengang - nach anderen Kriterien geschrieben und auch bewertet wird. Die Hinweise zum Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten finden sich in zahlreichen Bücher zum Thema Lern- und Arbeitstechniken, keine Angst vor dem leeren Blatt oder Duden? Gestalten und Formulieren wissenschaftlicher Text oder so ähnlich...

Außerdem gibt es an den FHs/Unis häufig auch so etwas wie Schreibwerkstätten und Unterstützungen zum Schreiben (die lange Nacht der ungeschriebenen Hausarbeiten, Kreatives Schreiben usw.) Da muss man manchmal lange suchen, aber Angebote/Unterstützung gibt es bei - manchmal allerdings von "unerwarteter Seite"; nicht direkt im Fachbereich.

Die Tipps aus der - von mir besuchten - Schreibwerkstatt sahen in der Kurzfassung ungefähr so aus:

Perspektivenwechsel z. B. für die Abwägung von Entscheidungen im Bereich Wirtschaft

gedanklich für das Thema verschiedene Personen erfinden ggf. auch skizzieren und für diese Personen Argumente und Belege finden
a) der Chef -
b) der leitende Mitarbeiter
c) der/die ausführende/n Mitarbeiter
d) der Kunde
e) die Bank/Anleger
f) weitere Beteiligte

Zeitreisen unternehmen: was bedeutet die Entscheidung für unterschiedliche Zeiträume - das nächste halbe Jahr und in 5-10 Jahren?

Anschaulichkeit steigern: Übungen aus dem Bereich berufliche Sprachpraxis wie z. B. einer 14-Jährigen (durchschnittlich intelligent und am Thema interessiert) Sachverhalte so beschreiben und erläutern, dass es wie (gute) Bedienungsanleitungen nachvollziehbar ist. --- Beispiel war hier "Kaffee machen mit ..."; konnten aber gerade die angehenden Ingenieure gut gebrauchen für die Laborberichte!

W-Fragen abarbeiten... war sehr nützlich für den Bereich Recht/gesetzliche Grundlagen (Verträge aller Art und technische Vorschriften für...) Hier konnten wir uns u. a. an der Standardfrage "wer verlangt was von wem?" "Wo steht das?" "Was bedeutet das für wen?" super abarbeiten...hier gab es dann herrliche Diskussionen über z. B. die Auslegung des Taschengeldparagrafen, Streitfälle aus dem Arbeitsrecht aber auch so etwas wie Produkthaftung oder die IKEA-Klausel

Zusammengefasst war also eher Informationsbeschaffung und deren Verwertung gefragt und die gedankliche Diskussion/Betrachtungsweise aller Perspektiven. Vielen hat auch die Erstellung von Mind-Maps oder die Kleingruppenarbeit zu neuen Anregungen verholfen - da war es häufig die Mischung der Leute ... unerwartet unterhaltsam...

Also Kopf hoch und Informationen sammeln, über die Sachen, die in deinem Studium wirklich gefragt sind.

Viel Erfolg!
surfdozi
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Anmeldungsdatum: 28.04.2012
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2012 - 10:43:21    Titel: linktipp

Hier noch eine nützliche (und kostenlose) Seite:

http://www.bremer-schreibcoach.uni-bremen.de/cms/index.php?page=neueinstieg

Damit hast du schon mal einen Vorgeschmack auf das Kommende... klingt am Anfang nach viel Stoff - ist aber alles machbar!
coolerstudent
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Anmeldungsdatum: 04.07.2012
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2012 - 19:54:38    Titel:

Danke surfdozi für deine Tipps, sie sind sehr hilfreich, ich werde mich mal an meiner FH nach Schreibwerkstätten umsehen und danke nochmal für die
Internetseite, nach solch einer Seite hab ich gesucht.
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