Höhere Inflation als Strategie
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GLÜ Junior Member


Anmeldungsdatum: 02.03.2009 Beiträge: 85
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Verfasst am: 05 Jul 2012 - 16:46:29 Titel: Höhere Inflation als Strategie |
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Höhere Inflation als Strategie , hierzu siehe plusminus :
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,qfado6phsrayv8w5~cm.asp
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/11040930_geldanlage-spargeld-verliert-durch-inflation-an
plusminus : Wertverlust durch Staatsverschuldung
Schuld daran ist die rasant wachsende Staatsverschuldung überall auf der Welt:
Deutschland 2,1 Billionen €
Eurozone 8,7 Billionen €
Japan 9,7 Billionen €
USA 13 Billionen €
Sparen, Steuererhöhung oder heimliche finanzielle Repression?
Der Wirtschaftswissenschaftler Hanno Beck von der Fachhochschule Pforzheim sieht, wie die Staaten gegen den Schuldendruck kämpfen. Ein Mittel wäre Sparen, aber das ist unpopulär. Und so versuchen die Regierungen, ihre Schulden heimlich zu drücken.
Der Wirtschaftswissenschaftler kennt neben Sparen, Wachstum und Steuererhöhungen noch den Weg der finanziellen Repression. Das ist die Variante, bei der die Bürger nicht merken, dass sie die Zeche zahlen müssen und trotzdem senken sie die Kosten der Staatsverschuldung. Finanzielle Repression bedeutet, dass der Staat die Zinsen seiner Wertpapiere drückt und die Inflation steigen lässt.
Höhere Inflation als Strategie
Auch für den Internationalen Währungsfonds ist das eine elegante Lösung. Er schlägt vor, die tolerierten Inflationsraten von 2 auf 4 Prozent zu verdoppeln. Amerikanische Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass wir eher 6 Prozent brauchen, um die Schulden abzubauen. Wirtschaftswissenschaftler Hanno Beck erklärt, dass sich bei dieser Inflationsrate der reale Wert einer Altersvorsorge schon in 12 bis 14 Jahren um die Hälfte reduziert statt anzuwachsen.
Bürger einer demokratisch gewählten LOBBYKRATIE
GLÜ2010 |
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hansi111 Full Member


Anmeldungsdatum: 17.08.2009 Beiträge: 298
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Verfasst am: 05 Jul 2012 - 20:17:51 Titel: |
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| Klar, einfacher wäre es wenn die Bürger einsehen würden, dass sie über ihre Verhältnisse leben und Steuererhöhungen akzeptieren würden, aber leider wird es dazu nie kommen. |
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Filzstift Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 07.02.2007 Beiträge: 5832 Wohnort: im Osten unseres Landes
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Verfasst am: 05 Jul 2012 - 23:32:50 Titel: |
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| hansi111 hat folgendes geschrieben: |
| Klar, einfacher wäre es wenn die Bürger einsehen würden, dass sie über ihre Verhältnisse leben und Steuererhöhungen akzeptieren würden, aber leider wird es dazu nie kommen. |
Mit "die Bürger" meinst du doch bestimmt die, die eh schon brav Steuern zahlen und nun noch mehr für die Zahlen sollen, die "über ihre Verhältnisse" gelebt haben?
 _________________ 06 Okt 2012 - 16:21:01 xmisterDx:
"Griechenland wird die EU nicht verlassen. Unter Merkel nicht und unter Steinbrück schon gleich gar nicht ..." |
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Accounting Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.03.2009 Beiträge: 521
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 07:03:26 Titel: |
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| Zitat: |
| Mit "die Bürger" meinst du doch bestimmt die, die eh schon brav Steuern zahlen und nun noch mehr für die Zahlen sollen, die "über ihre Verhältnisse" gelebt haben? |
Ja denn diese bilden die Mehrheit und bestimmen damit die Zusammensetzung von Bundestag und Bundesrat (-> Landesparlamente). Wenn man nunmal Parteien wählt, die die größen Wohltaten versprechen, obwohl das Haushaltsvolumen dieses nicht hergibt, trägt der gemeine Wähler und Steuerzahler eben Mitverantwortung und lebt über seine Verhältnisse. Er leistet sich dann ein Staatsapperat, den er nicht bezahlen kann. _________________ "Ja ich hätte hohen Anspruch euer "Knoff-Hoff" doch vielleicht en Plan B wie man das Steuerloch stopft.
Doch dann könnt' ich es nicht bringen aus 'nem rechtlichen Grund, ja Stumpf ist Trumpf doch manchmal echt nicht gesund." |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 11:06:05 Titel: |
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@Nicht bezahlen können: Quark. Schau mal nach Skandinavien...
Deutschland - und so manch anderer Staat noch mehr - vertritt nur irgendwie die seltsame Auffassung, dass man einen Sozialstaat ohne größere Abgaben/ Steuern bekommen kann. Und bevor jetzt über die ach so hohen Steuersätze gejammert wird: Da ist deren Entwicklung seit 1990 doch irgendwie sehr interessant...
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Accounting Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.03.2009 Beiträge: 521
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 11:44:48 Titel: |
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| Zitat: |
@Nicht bezahlen können: Quark. Schau mal nach Skandinavien...
Deutschland - und so manch anderer Staat noch mehr - vertritt nur irgendwie die seltsame Auffassung, dass man einen Sozialstaat ohne größere Abgaben/ Steuern bekommen kann. Und bevor jetzt über die ach so hohen Steuersätze gejammert wird: Da ist deren Entwicklung seit 1990 doch irgendwie sehr interessant... |
Nicht bezahlen können ist schon richtig. Schließlich langen die Einnahmen aus Steuern nicht aus um die Aufwendungen für das Staatswesen zu decken -> ergo können wir uns unser Staatswesen derzeit nicht leisten.
Deutschland vertritt nicht die Ansicht, das man den Sozialstaat mit wenig Einnahmen leisten kann. Linke vertreten nur die Ansicht, jeder sei an einem aufgebohrten Sozialstaat interessiert und bereit dafür Gelder in unbegrenzter Höhe zur Verfügung zu stellen. _________________ "Ja ich hätte hohen Anspruch euer "Knoff-Hoff" doch vielleicht en Plan B wie man das Steuerloch stopft.
Doch dann könnt' ich es nicht bringen aus 'nem rechtlichen Grund, ja Stumpf ist Trumpf doch manchmal echt nicht gesund." |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 11:58:26 Titel: |
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| Accounting hat folgendes geschrieben: |
Nicht bezahlen können ist schon richtig. Schließlich langen die Einnahmen aus Steuern nicht aus um die Aufwendungen für das Staatswesen zu decken -> ergo können wir uns unser Staatswesen derzeit nicht leisten.
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Nö. Wir wollen uns den Staat, so viel er kostet, eben nicht leisten. Nicht, wir "können" nicht. Mit den (u.a. Einkommens-)Steuersätzen vom Anfang der 1990er, hätten wir zig Milliarden mehr im Bundeshaushalt, sodass man locker keine Neuschulden aufnehmen müsste, sondern Altschulden tilgen könnte.
Nur ist es eben "hipp" "Mehr Netto vom Brutto" zu fordern. Und nicht wenige Deutsche haben entspr. Parteien gewählt (wobei alle Regierungsparteien seit 1990 die Steuersätze sukzessive immer weiter gesenkt haben)...
| Zitat: |
Deutschland vertritt nicht die Ansicht, das man den Sozialstaat mit wenig Einnahmen leisten kann.
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Achso? Nun, den libertären Ansatz in den angelsächsischen Ländern gewinnt man hier wohl wenig ab. Aber zahlen möchte man (s.o.) für das Mehr an staatlicher Leistung hier irgendwie auch nicht so recht.
| Zitat: |
Linke vertreten nur die Ansicht, jeder sei an einem aufgebohrten Sozialstaat interessiert und bereit dafür Gelder in unbegrenzter Höhe zur Verfügung zu stellen. |
Versuche mal in Deutschland die allgemeine Krankenversicherung abzuschaffen... Wenn du das so siehst, wie du es eben beschreibst, dann ist die Mehrheit der Deutschen eben "links"; so wie der Rest der Kontinental-Europäer i.W. auch...
Cyrix _________________ Die Wurzel
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koenig_ludwig73 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 5332 Wohnort: Neuschwanstein
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 13:41:42 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
| Accounting hat folgendes geschrieben: |
Nicht bezahlen können ist schon richtig. Schließlich langen die Einnahmen aus Steuern nicht aus um die Aufwendungen für das Staatswesen zu decken -> ergo können wir uns unser Staatswesen derzeit nicht leisten.
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Nö. Wir wollen uns den Staat, so viel er kostet, eben nicht leisten. Nicht, wir "können" nicht. Mit den (u.a. Einkommens-)Steuersätzen vom Anfang der 1990er, hätten wir zig Milliarden mehr im Bundeshaushalt, sodass man locker keine Neuschulden aufnehmen müsste, sondern Altschulden tilgen könnte.
Nur ist es eben "hipp" "Mehr Netto vom Brutto" zu fordern. Und nicht wenige Deutsche haben entspr. Parteien gewählt (wobei alle Regierungsparteien seit 1990 die Steuersätze sukzessive immer weiter gesenkt haben)...
| Zitat: |
Deutschland vertritt nicht die Ansicht, das man den Sozialstaat mit wenig Einnahmen leisten kann.
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Achso? Nun, den libertären Ansatz in den angelsächsischen Ländern gewinnt man hier wohl wenig ab. Aber zahlen möchte man (s.o.) für das Mehr an staatlicher Leistung hier irgendwie auch nicht so recht.
| Zitat: |
Linke vertreten nur die Ansicht, jeder sei an einem aufgebohrten Sozialstaat interessiert und bereit dafür Gelder in unbegrenzter Höhe zur Verfügung zu stellen. |
Versuche mal in Deutschland die allgemeine Krankenversicherung abzuschaffen... Wenn du das so siehst, wie du es eben beschreibst, dann ist die Mehrheit der Deutschen eben "links"; so wie der Rest der Kontinental-Europäer i.W. auch...
Cyrix |
Hmm das bestätigt ja dann die Theorie, dass niedrigere Steuersätze höhere Steuereinnahmen generieren. Umgekehrt führen hohe Steuersätze zu niedrigeren Einnahmen. _________________ Am Ende wird alles gut und wenns nicht gut ist ist es nicht das Ende. |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 17:31:30 Titel: |
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Also den Schluss musst du mir jetzt mal erklären.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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koenig_ludwig73 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 5332 Wohnort: Neuschwanstein
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Verfasst am: 06 Jul 2012 - 20:51:20 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Also den Schluss musst du mir jetzt mal erklären.
Cyrix |
Du hast doch selbst festgestellt, dass mit den deutlich höheren Steuersätzen geringere Steuereinnahmen generiert wurden. Oder wie hoch war der Staatshaushalt in den 90gern im Vergleich zu heute? _________________ Am Ende wird alles gut und wenns nicht gut ist ist es nicht das Ende. |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 07 Jul 2012 - 09:42:21 Titel: |
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Hm? Ein Vergleich Steuereinnahmen zu BIP wäre da interessant, die absoluten Zahlen dagegen überhaupt nicht. Aber für so dämlich halte ich dich eigentlich nicht. Worauf willst du hinaus?
Cyrix _________________ Die Wurzel
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koenig_ludwig73 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 5332 Wohnort: Neuschwanstein
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Verfasst am: 07 Jul 2012 - 14:34:36 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Hm? Ein Vergleich Steuereinnahmen zu BIP wäre da interessant, die absoluten Zahlen dagegen überhaupt nicht. Aber für so dämlich halte ich dich eigentlich nicht. Worauf willst du hinaus?
Cyrix |
das das gewachsene BIP mit den gesenkten Steuern zu tun haben könnte, auf den Gedanken kommst Du nicht?
Ich weiß halt nicht worauf Du hinaus möchtest, wenn Du die Steuersätze von 1990 vorschlägst. Ich weise eben drauf hin, dass man dann die Ausgaben, Einnahmen etc von 1990 auch heranziehen muß.
So weiß ich auch nicht was es überhaupt bringen soll die zu betrachten, wo doch die Hauptbelastungen, die Deutschland zu schultern hatte aufgrund 40 jähriger Misswirtschaft der Linkspartei uns 1990 ja erst noch bevorstanden. _________________ Am Ende wird alles gut und wenns nicht gut ist ist es nicht das Ende. |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 07 Jul 2012 - 20:16:10 Titel: |
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Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen BIP und Steuersätzen. Dass dieser nicht einfach monokausal in der Form "je niedriger die Steuern, desto höher die Wirtschaftsleistung" vorliegt, dürfte klar sein. Aber einfach platt die Zahlen, ohne Betrachtung anderer, maßgeblicher Effekte, die Einfluss auf die Höhe der Steuereinnahmen haben (um mal ein, und bei Weitem nicht das einzige Beispiel zu nennen: Inflation) zu vergleichen, ist ja wohl eine nette Milchmädchenrechnung.
Worauf ich hinaus will: Es ist in Deutschland von der Wahlbevölkerung seit den frühen 1990ern offenbar erwünscht, dass die Steuersätze sinken. Gleichzeitig ist aber auch erwünscht, dass die staatlichen Leistungen (z.B. Rente) gesichert werden.
Beides zusammen geht offenbar nicht.
Nur ist es falsch zu behaupten, man könne die staatlichen Leistungen nicht in ihrer bisherigen Form erhalten. Es ist eher so, dass man es nicht für den Preis, den man im Moment bereit ist dafür zu zahlen, hinbekommt. Aber wäre es gesellschaftlich anerkannt und auch gewollt, könnte man durch höhere Abgabgen dies durchaus bewerkstelligen. dafür dürften die Steuersätze aber nicht immer weiter sinken, sondern müssten eben wieder steigen.
Wenn jeder, der etwas hat (damit ist also jeder mit einem Einkommen oder Vermögen gemeint), mehr für die Gemeinschaft zur Verfügung stellt, kann diese auch mehr leisten.
Die frage ist eben, ob dies gewollt ist.
Nur die schizophrene Sichtweise an den Staat hohe Anforderungen zu haben, dafür auf der anderen Seite aber so wenig wie nur irgend möglich an diesen für die Erfüllung seiner Aufgaben zu zahlen, funktioniert so nicht. Das heißt aber nicht, dass es nicht möglich wäre, dass der Staat diese Aufnahmen übernimmt. Man muss ihn nur dann auch mit den notwendigen Mitteln ausstatten. Und dass dies theoretisch möglich ist, sollte mit Verweis auf die Entwicklung der Steuersätze in Deutschland klar sein.
btw: Dein Vergleich (wenn auch polemisch, da die Linkspartei erst seit 2008 als solche existiert, Geschichtsunterricht bezüglich der Entwicklung, Aufsplitterungen, Fusionen usw. der Arbeiterbewegung benötige ich keinen) ist gar nicht mal so schlecht:
Damals ging es darum die durch verschiedene Gründe fast vollkommen zu Grunde gerichtete Industrie im Beitrittsgebiet plus sonstige Altlasten (Staatsschulden) der ehemaligen DDR aufzugreifen und dafür zu sorgen, dass eine Angleichung der Lebensverhältnisse im gemeinsamen Deutschland erreicht wird, ja alle auf einen neun, besseren und höheren Stand kommen.
Dies führte zu Einschnitten für Alle Beteiligten. Dennoch war und ist gerade die gesamtdeutsche Solidarität miteinander der Grund, dass wir füreinander eintreten und uns helfen, also auch diese Aufgabe angegangen sind. Und sie ist (mit Blick auf die wirtschaftliche Struktur in den östlichen Bundesländern) noch immer nicht ganz erledigt. Wenn auch in sofern, dass man soweit aufgeholt hat, dass diese Strukturprobleme nun gesamtdeutsch betrachtet werden können, da einige Regionen z.B. im Ruhrgebiet ähnliche Probleme haben, man also nicht mehr gesondert die Schwierigkeiten besitzt.
Und nun stehen wir vor einer ähnlichen, aber deutlich größeren Aufgabe im europäischen Maßstab. Aber hier igeln wir uns ein, und meinen "die, da unten" sollten irgendwie selber und ohne unsere Hilfe klar kommen. Wir begreifen uns - so jedenfalls bei Meinungsumfragen - hier in erster Linie als Deutsche und nicht als Europäer.
Und das finde ich schade.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Accounting Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.03.2009 Beiträge: 521
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Verfasst am: 08 Jul 2012 - 12:09:26 Titel: |
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| Zitat: |
| Nur ist es falsch zu behaupten, man könne die staatlichen Leistungen nicht in ihrer bisherigen Form erhalten. Es ist eher so, dass man es nicht für den Preis, den man im Moment bereit ist dafür zu zahlen, hinbekommt. |
Hier widersprichst du dir selbst. Natürlich können wir unsere dezeitigen staatlichen Leistungen nicht erhalten, da wir nicht gewillt sind, diese in diesem Umfang zu bezahlen.
| Zitat: |
| Wenn jeder, der etwas hat (damit ist also jeder mit einem Einkommen oder Vermögen gemeint), mehr für die Gemeinschaft zur Verfügung stellt, kann diese auch mehr leisten. |
Das ist aber im Augenblick nicht mehrheitsfähig und somit auch gesellschaftlich nicht gewollt. Aus diesem Grund kann man nicht das Niveau der staatlichen Leistungen erhöhen oder halten. Die Einnahmen geben das nunmal nicht her.
| Zitat: |
| Nur die schizophrene Sichtweise an den Staat hohe Anforderungen zu haben, dafür auf der anderen Seite aber so wenig wie nur irgend möglich an diesen für die Erfüllung seiner Aufgaben zu zahlen, funktioniert so nicht. Das heißt aber nicht, dass es nicht möglich wäre, dass der Staat diese Aufnahmen übernimmt. Man muss ihn nur dann auch mit den notwendigen Mitteln ausstatten. Und dass dies theoretisch möglich ist, sollte mit Verweis auf die Entwicklung der Steuersätze in Deutschland klar sein. |
Die Ausstattung ist nunmal derzeit nicht mehrheitsfähig ergo steht die Übernahme weiterer Aufgaben durch den Staat auch nicht zur Diskussion.
Höhere Steuersätze (unter Kohl) bringen übrigens nur etwas wenn diese auch durch jemanden bezahlt werden (unter Kohl kaum der Fall). Es waren die Reformen von Lafo und Eichel, die zwar die Spitzensteuersätze senkten aber gleichzeitig die Bemessungsgrundlage ausweiteten, was in der Tat zu einem höheren Steueraufkommen führte.
| Zitat: |
Und nun stehen wir vor einer ähnlichen, aber deutlich größeren Aufgabe im europäischen Maßstab. Aber hier igeln wir uns ein, und meinen "die, da unten" sollten irgendwie selber und ohne unsere Hilfe klar kommen. Wir begreifen uns - so jedenfalls bei Meinungsumfragen - hier in erster Linie als Deutsche und nicht als Europäer.
Und das finde ich schade. |
Die da unten im Süden, insbesondere Griechenland bekamen bisher durch Strukturfördermittel aus der EU Leistungen in Höhe von >200% des BIP. Zum Vergleich bekam die BRD im Rahmen des Marshallplans Mittel in Höhe von 22% des BIPs von 1952. Bisher sind die gesamten Fördermittel im Staatsapperat versickert. GR muss erstmal eine Verwaltung aufbauen, dafür gäbe es Unterstützung von Europa, diese wird aber nicht abgegriffen. Nach dem Aufbau einer Verwaltung kann man auch über Investitionshilfen reden. Wo sollte denn bitte in der aktuellen Situation in GR investiert werden?
Solidarität ja, aber bitte nicht blind.
| Zitat: |
ö. Wir wollen uns den Staat, so viel er kostet, eben nicht leisten. Nicht, wir "können" nicht. Mit den (u.a. Einkommens-)Steuersätzen vom Anfang der 1990er, hätten wir zig Milliarden mehr im Bundeshaushalt, sodass man locker keine Neuschulden aufnehmen müsste, sondern Altschulden tilgen könnte.
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Hätten wir nicht, den damaligen Spitzensteuersatz hat sogut wie keiner zahlen müssen, da wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden waren. Die KSt Reform samt Abgeltungsteuer hat eher dazu geführt, dass die absolute Steuerbelastung auf Entnahmen steigt, da z.B. die GewSt nicht mehr anrechenbar ist, auch wird nun der ausgeschüttete Betrag vollständig der Steuer unterworfen und nicht mehr nur ein Teil (Teil-/Halbeinkünfteverfahren) und nochviel weniger lässt sich die KSt- & GewSt- Schuld auf die persönliche Einkommensteuerschuld (Köhl Ära) anrechnen. Die Aussage von den Linken, die Steuereinnahmen unter den Steuersätzen der Kohlära wären höher gewesen blenden aus, dass damals die Ermittlung der Steuerschuld eine ganz andere war. _________________ "Ja ich hätte hohen Anspruch euer "Knoff-Hoff" doch vielleicht en Plan B wie man das Steuerloch stopft.
Doch dann könnt' ich es nicht bringen aus 'nem rechtlichen Grund, ja Stumpf ist Trumpf doch manchmal echt nicht gesund." |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 08 Jul 2012 - 20:42:47 Titel: |
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Nuja, wenn ich 10€ habe, etwas 8€ kostet, ich aber nur bereit bin 5€ auszugeben, dann ist es kaum so, dass ich mir das betreffende Objekt nicht leisten kann, sondern nur, dass ich es mir nicht leisten will.
Um mehr ging es hier nicht.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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koenig_ludwig73 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 5332 Wohnort: Neuschwanstein
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Accounting Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.03.2009 Beiträge: 521
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 08:29:11 Titel: |
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| Zitat: |
Nuja, wenn ich 10€ habe, etwas 8€ kostet, ich aber nur bereit bin 5€ auszugeben, dann ist es kaum so, dass ich mir das betreffende Objekt nicht leisten kann, sondern nur, dass ich es mir nicht leisten will.
Um mehr ging es hier nicht.
Cyrix |
Doch, denn der Haushalt hat nur die 5 Euro und nicht die 10, diese stecken bei den Finanzierern und nicht im Zugriffsbereich des Staates. Ergo kann er es sich unter den aktuellen Voraussetzungen nicht leisten. Du mischt hier ganz munter, das verfügbare Einkommen der Deutschen mit den Mitteln, die dem Staat zur Verfügung stehen, aber mit einem Verständnis von Eigentum war es links noch nie besonders weit her. _________________ "Ja ich hätte hohen Anspruch euer "Knoff-Hoff" doch vielleicht en Plan B wie man das Steuerloch stopft.
Doch dann könnt' ich es nicht bringen aus 'nem rechtlichen Grund, ja Stumpf ist Trumpf doch manchmal echt nicht gesund." |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 11:41:03 Titel: |
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Der Staat sind "wir". Wir, das ist der Souverän, der seine Vertreter wählt, die über die Ausgaben und Einnahmen des Staates entscheiden.
Wenn wir als Wahlbevölkerung uns dazu entscheiden mehr Abgaben an die Gemeinschaft = Staat abzuführen, können wir es uns auch leisten, dass durch dieses Konstrukt entsprechende Aufgaben, die wir im zuweisen, erfüllt werden können.
Es gibt nicht mich auf der einen und den großen, bösen Staat auf der anderen Seite. Wieso da also eine Trennung in den Finanzierungsmitteln künstlich einziehen? Der Staat hat genau die Mittel zur Verfügung, die wir bereit sind ihm zu geben...
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Accounting Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.03.2009 Beiträge: 521
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 12:05:21 Titel: |
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| Zitat: |
| Der Staat sind "wir". Wir, das ist der Souverän, der seine Vertreter wählt, die über die Ausgaben und Einnahmen des Staates entscheiden. |
Niemand behauptet das Gegenteil
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| Wenn wir als Wahlbevölkerung uns dazu entscheiden mehr Abgaben an die Gemeinschaft = Staat abzuführen, können wir es uns auch leisten, dass durch dieses Konstrukt entsprechende Aufgaben, die wir im zuweisen, erfüllt werden können |
Wir haben uns aber nunmal dazu entschieden, den Haushalt nicht mit entsprechenden Mitteln auszustatten.
| Zitat: |
| Es gibt nicht mich auf der einen und den großen, bösen Staat auf der anderen Seite. Wieso da also eine Trennung in den Finanzierungsmitteln künstlich einziehen? Der Staat hat genau die Mittel zur Verfügung, die wir bereit sind ihm zu geben... |
Stimmt, dann können aber auch nur Aufgaben übernommen werden, die aus den überlassenen Mitteln finanziert werden. Da wir der Souverän nicht bereit sind mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Ergo kann Exekutive und die Legislative nur die Leistungen anbieten, die aus den Mitteln finanzierbar sind, alles andere ist nicht finanzierbar, weil kein Zugriff auf weitere finanzielle Mittel herrscht. _________________ "Ja ich hätte hohen Anspruch euer "Knoff-Hoff" doch vielleicht en Plan B wie man das Steuerloch stopft.
Doch dann könnt' ich es nicht bringen aus 'nem rechtlichen Grund, ja Stumpf ist Trumpf doch manchmal echt nicht gesund." |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 14:50:56 Titel: |
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Also wollen wir uns nicht mehr leisten.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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koenig_ludwig73 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 5332 Wohnort: Neuschwanstein
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 15:39:51 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Also wollen wir uns nicht mehr leisten.
Cyrix |
Für was denn noch mehr? _________________ Am Ende wird alles gut und wenns nicht gut ist ist es nicht das Ende. |
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Accounting Senior Member


Anmeldungsdatum: 12.03.2009 Beiträge: 521
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 20:40:02 Titel: |
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| Zitat: |
Also wollen wir uns nicht mehr leisten. Wink
Cyrix |
Nein, nicht leisten ist schon richtig. Der Bürger stellt ein gewissens Kontingent an Geldern zur Verfügung, die es zu disponieren gilt. Staatliche Leistungen können sich also nur in Höhe dieser Mittel geleistet werden.
Du kannst die von deinem Einkommen ja auch nur das leisten, was dieses Einkommen her gibt. Nach deiner Argumentation wäre diese Aussage falsch, da du dir nur nicht mehr leisten willst, schließlich könntest du deinem Chef zur Herausgabe weiterer Mittel zwingen. _________________ "Ja ich hätte hohen Anspruch euer "Knoff-Hoff" doch vielleicht en Plan B wie man das Steuerloch stopft.
Doch dann könnt' ich es nicht bringen aus 'nem rechtlichen Grund, ja Stumpf ist Trumpf doch manchmal echt nicht gesund." |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 09 Jul 2012 - 20:49:58 Titel: |
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Wenn ich das könnte, wäre es so.
Aber es ist nicht die Regierung/ das Parlament, dass die armen Bürger dazu zwingen kann mehr Geld für den Staat bereit zu stellen, sondern es ist der mündige Bürger selbst, der durch seine Wahl (mit)entscheidet, wie viel er dem Staat zur Verfügung stellt.
Die Regierung und das Parlament sind vom Volk bestimmt und keine davon unabhängige Instanz.
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Pauker Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005 Beiträge: 7763 Wohnort: Schwäbisch Hall
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Verfasst am: 10 Jul 2012 - 19:49:00 Titel: |
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Nunja, die Schizophrenie ist schon da. Da werden mal schnell im Wahlkampf neue Volksbeglückungsinstrumente erfunden, auch solche die sich widersprechen wie ein garantierter Kitaplatz und die Herdprämie. Das nennt sich bei der CDU im Übrigen asymetrische Demobilisierung. Man verspricht einfach das, was die SPD schon lange wollte.
Das Volk hätte das alles schon gerne. Immerhin wählt sie ja dann SPD nicht, weil sie eben das gleiche von der CDU erhält. Aber Steuern zahlen will man auch nicht. Man zahlt ja eh schon viel zu viel.
Beim Sparen darf man sowieso immer erst beim Nachbarn anfangen.
Nicht dass mich der Geldsegen stören würde. Immerhin profitieren wir von Elterngeld, Kindergeld, Ehegattensplitting mit vielen 1000 Euro im Jahr. Aber ehrlich: sinnvoll ist es nicht. Das Kind gäbe es auch ohne das alles und als sozial bedürftig würde ich uns auch ohne die Vergünstigungen nicht einschätzen.
Gerne darf man den Schrott weitestgehend abschaffen bzw. an die tatsächlich Bedürftigen auszahlen, wenn dafür die Steuern sinken und meine Steuererklärung einfacher wird.
Gruß
Pauker _________________ and remember: the light at the end of the tunnel may be you! |
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GLÜ Junior Member


Anmeldungsdatum: 02.03.2009 Beiträge: 85
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Verfasst am: 11 Jul 2012 - 17:02:55 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Worauf ich hinaus will: Es ist in Deutschland von der Wahlbevölkerung seit den frühen 1990ern offenbar erwünscht, dass die Steuersätze sinken. Gleichzeitig ist aber auch erwünscht, dass die staatlichen Leistungen (z.B. Rente) gesichert werden.
Beides zusammen geht offenbar nicht. Cyrix |
Es geht vor allem deswegen nicht , weil wir dabei sind aus dem Generationen-Vertrag auszusteigen . Um die Arbeitgeber zu entlasten haben wir z.B. den Arbeitgeberanteil festgeschrieben , anstatt zunächst den Generationen-Vertrag als Hauptsäule auf eine solidere Basis zustellen ,(wie es z.B. die Schweiz gemacht hat , wo alle einzahlen) führt ausgerechnet die SPD zuerst die Private-Altersrente ein. Aber es lockten ja gut dotierte Posten in der Versicherungs-Wirtschaft .
Spätestens wenn wir unsere Privaten-Zusatzrenten beziehen (die dann mit gut Glück neben unseren Ersparnissen auch nur noch die Hälfte wert sind ), werden wir merken , welchen wahren Wert neoliberale Ideen z.B. eine Riester-Rente haben .
| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Damals ging es darum die durch verschiedene Gründe fast vollkommen zu Grunde gerichtete Industrie im Beitrittsgebiet plus sonstige Altlasten (Staatsschulden) der ehemaligen DDR aufzugreifen und dafür zu sorgen, dass eine Angleichung der Lebensverhältnisse im gemeinsamen Deutschland erreicht wird, ja alle auf einen neun, besseren und höheren Stand kommen.
Dies führte zu Einschnitten für Alle Beteiligten. Dennoch war und ist gerade die gesamtdeutsche Solidarität miteinander der Grund, dass wir füreinander eintreten und uns helfen, also auch diese Aufgabe angegangen sind. Und sie ist (mit Blick auf die wirtschaftliche Struktur in den östlichen Bundesländern) noch immer nicht ganz erledigt. Wenn auch in sofern, dass man soweit aufgeholt hat, dass diese Strukturprobleme nun gesamtdeutsch betrachtet werden können, da einige Regionen z.B. im Ruhrgebiet ähnliche Probleme haben, man also nicht mehr gesondert die Schwierigkeiten besitzt.
Cyrix |
Aus dem Grund sollte man nach über 20 Jahren aufhören noch immer in Himmelsrichtungen zu denken sondern die eh knappen Mittel endlich solidarisch nach Bedürftigkeit verteilen .
Bürger einer demokratisch gewählten LOBBYKRATIE
GLÜ2010 |
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