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Der Veruf des Philosophiestudiums....?
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Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Der Veruf des Philosophiestudiums....?
 
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Aeternum
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Anmeldungsdatum: 13.06.2012
Beiträge: 16
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BeitragVerfasst am: 13 Jul 2012 - 23:24:41    Titel: Der Veruf des Philosophiestudiums....?

Hallo zusammen! Ich bin sehr, sehr weltoffen, lerne gerne neue Sachen und werde unter anderem deswegen in diesem Semester ein Philosophiestudium beginnen. Ich hab mich natürlich schon vorab grundlegend über das Fach informiert und mit Personen aus meinem Umfeld darüber gesprochen. Durch diese Gespräche sind Fragen aufgekommen, auf die ich irgendwie keine wirkliche Antwort finde.

Wieso ist es so verufen Philosophie zu studieren?

Mir ist schon klar, dass ein Studium der Philosophie einen nicht so auf das Berufsleben vorbereitet, wie es beispielsweise ein Jurastudium tut. Das Fach aber dann als "Brotlose Kunst", "Perspektivenlos", "Realitätsfern" zu beschreiben finde ich aber doch mehr als nur falsch! Ich lese immer wieder, dass man in der Philosophie lernt analytisch zu denken und vor allem das "denken zu lernen" lernt. Sind denn diese Fähigkeiten heutzutage nicht gefragt? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Fähigkeiten nicht im heutigen Berufsleben gebraucht werden.

Komischerweise ist die mir meist gestellte Frage diese hier:
"Was willst du denn später mal arbeiten?" - Nun ja, so speziell weiß ich das auch nicht. Aber ich bin fest davon Überzeugt, dass man, wenn man sich um genügend Praktikas schaut und nicht fest an "Deutschland gekettet" ist, man bestimmt etwas findet, dass seinen (meinen) Erwartungen gerecht wird. ....Liege ich dahingehend richtig, oder phantasiere ich da etwas zu viel?

Ein Großteil der Menschen schimpft über die Philosophie und bezeichnet sie als nutzlos. ...Ja, woher kommt denn diese ganze Vorurteilsmanier? Die können doch unmöglich alle Experten oder selbst ehemalige Philosophiestudenten sein, um das so konkret bewerten zu können?
Haben solche Leute einfach Angst, wenn sie zu viel Freiheit nach dem Studium haben? (So und nicht anders würde ich es nämlich bezeichnen, wenn man Philosophie studiert hat. Es bereitet nicht konkret auf einen Beruf vor, sondern öffnet - sofern ich das beurteilen kann - viele Türen. ...Nur hindurchgehen muss man schon selber.) Greifen diese Leute dann lieber zu Studienfächern wie BWL oder Jura, da dort der Weg klarer vorgegeben ist und man sich sicherer wiegt, man weniger Risiko eingeht. Man mit solchen Studiengängen einfach "das Ende", das auf einen im Beruf zukommen wird schon in irgendeiner Weise sehen kann?

Fast ein jeder belächelt das Fach, oder allgemein die Geisteswissenschaften. Wieso eigentlich? Mir ist das nicht ganz - oder besser: überhaupt nicht verständlich. Ich geh doch auch nicht hin und sage: "Was willst du mit BWL, da gibts doch eh schon soviele Leute die das studieren / studiert haben. Da kannst dich doch auch gleich arbeitslos melden?!"



Ich würde mich freuen, wenn hier jemand ein paar Gedanken niederschreibt und mich vielleicht etwas aufklärt.

Lg

Aeternum
Clarice
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Anmeldungsdatum: 24.07.2007
Beiträge: 625

BeitragVerfasst am: 14 Jul 2012 - 12:16:00    Titel:

Naja, das hat was mit dem Paradigmenwechsel in den letzten hundert Jahren zu tun. Im 19. Jahrhundert war Philosophie ein ehrwürdiges und geschätztes Fach. Heute ist nur noch das angesehen, was der Wirtschaft und/oder unmittelbaren Nutzen hat. BWLer geben vor, einen rationalen geldwerten Nutzen zu bringen, wenn sie für ein Unternehmen arbeiten. Dazu kommt, dass es für Philosophen nach dem Studium tatsächlich schwierig werden kann, obwohl sie auch, mit entsprechenden Praktika und vielleicht einem wirtschaftlichen Nebenfach, auch von Unternehmen eingestellt werden.
Gaisler
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Anmeldungsdatum: 12.08.2009
Beiträge: 1279

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2012 - 01:28:19    Titel: Re: Der Veruf des Philosophiestudiums....?

Hi.

Eins vorweg: Ich bin Wirtschaftsstudent Wink

Aeternum hat folgendes geschrieben:
Hallo zusammen! Ich bin sehr, sehr weltoffen, lerne gerne neue Sachen und werde unter anderem deswegen in diesem Semester ein Philosophiestudium beginnen. Ich hab mich natürlich schon vorab grundlegend über das Fach informiert und mit Personen aus meinem Umfeld darüber gesprochen. Durch diese Gespräche sind Fragen aufgekommen, auf die ich irgendwie keine wirkliche Antwort finde.


Schön, dass du dich informiert hast. Außerdem ist Philosophie, denke ich, ein sehr interessantes Studium.

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Wieso ist es so verufen Philosophie zu studieren?

Mir ist schon klar, dass ein Studium der Philosophie einen nicht so auf das Berufsleben vorbereitet, wie es beispielsweise ein Jurastudium tut. Das Fach aber dann als "Brotlose Kunst", "Perspektivenlos", "Realitätsfern" zu beschreiben finde ich aber doch mehr als nur falsch! Ich lese immer wieder, dass man in der Philosophie lernt analytisch zu denken und vor allem das "denken zu lernen" lernt. Sind denn diese Fähigkeiten heutzutage nicht gefragt? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Fähigkeiten nicht im heutigen Berufsleben gebraucht werden.


Das klingt ziemlich naiv. Erstens: Nicht nur im Philosophiestudium lernt man "kritisches Denken", und zweitens: Was will man mit einem anfangen, der zwar "kritisch denken" kann, aber von den Sachverhalten keine Ahnung hat? Wenn wenig Sachwissen nötig bzw. dieses erst "on the job" vermittelt wird, hast du natürlich auch als Philosophiestudent Chancen - aber eben keine besseren als die Absolventen anderer Studiengänge!

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Komischerweise ist die mir meist gestellte Frage diese hier:
"Was willst du denn später mal arbeiten?" - Nun ja, so speziell weiß ich das auch nicht. Aber ich bin fest davon Überzeugt, dass man, wenn man sich um genügend Praktikas schaut und nicht fest an "Deutschland gekettet" ist, man bestimmt etwas findet, dass seinen (meinen) Erwartungen gerecht wird. ....Liege ich dahingehend richtig, oder phantasiere ich da etwas zu viel?


Praktika. Ohne "s". Plural von Praktikum. Ist freundlich gemeint, es gibt Leute, die werfen z.B. deine Bewerbung sofort in den Müll, wenn sie "Praktikas" lesen.
Und ja, Praktika bringen viel, aber Wunder solltest du nicht erwarten. Wo man Spezialisten sucht, wird man dich nicht einstellen.
Unternehmensberatungen stellen z.B. auch Philosophiestudenten ein. Aber nicht, weil sie die besonders toll finden, sondern schlicht, weil die Beratungen Absolventen aller Studiengänge einstellen.

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Ein Großteil der Menschen schimpft über die Philosophie und bezeichnet sie als nutzlos. ...Ja, woher kommt denn diese ganze Vorurteilsmanier? Die können doch unmöglich alle Experten oder selbst ehemalige Philosophiestudenten sein, um das so konkret bewerten zu können?
Haben solche Leute einfach Angst, wenn sie zu viel Freiheit nach dem Studium haben? (So und nicht anders würde ich es nämlich bezeichnen, wenn man Philosophie studiert hat. Es bereitet nicht konkret auf einen Beruf vor, sondern öffnet - sofern ich das beurteilen kann - viele Türen. ...Nur hindurchgehen muss man schon selber.) Greifen diese Leute dann lieber zu Studienfächern wie BWL oder Jura, da dort der Weg klarer vorgegeben ist und man sich sicherer wiegt, man weniger Risiko eingeht. Man mit solchen Studiengängen einfach "das Ende", das auf einen im Beruf zukommen wird schon in irgendeiner Weise sehen kann?


Hmm, du erwartest von anderen, dass sie dein Studium vorurteilsfrei beurteilen, aber selbst kommst du mit einem Vorurteil nach dem anderen?
"Freiheit" nach dem Studium nennst du es. Sehen wir mal, wie das in ein paar Jahren aussieht - irgendwann kommen dann nämlich materielle Zwänge, die dich zwingen werden, Jobs anzunehmen, auf die du vielleicht gar keine Lust hast.
Und übrigens, mir einem BWL- oder Jurastudium hat man, ceteris paribus, wesentlich mehr Möglichkeiten als ein Philosophieabsolvent.
Warum? Philosophiestudenten machen entweder klassische Geisteswissenschaftlerjobs (schlecht bezahlt und es gibt relativ wenige davon) oder gehen eben Karrierewegen nach, die kein bestimmtes Studium voraussetzen - die kann der BWLer oder der Jurist aber ebenso ergreifen!
Zum Thema Nutzen der Philosophie: Sie ist eine großartige Sache. Leider ist es aber auch so, dass geschätzt 99% der Philosophieabsolventen ihr Fach nicht wesentlich weiter bringen und dann fachfremd arbeiten. Hat man das Studium aus Spaß/Interesse betrieben lässt sich das aber nicht mit wirtschaftlichem Nutzen aufwiegen!

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Fast ein jeder belächelt das Fach, oder allgemein die Geisteswissenschaften. Wieso eigentlich? Mir ist das nicht ganz - oder besser: überhaupt nicht verständlich. Ich geh doch auch nicht hin und sage: "Was willst du mit BWL, da gibts doch eh schon soviele Leute die das studieren / studiert haben. Da kannst dich doch auch gleich arbeitslos melden?!"


Angebot - Nachfrage. Gibt viele Betriebswirte, aber auch viele Jobs für sie. Es gibt wenig Philosophiestudenten, aber noch weniger Jobs (die explizit und exklusiv ihnen offen stehen).

Quintessenz: Ein Philosophiestudium kann eine tolle Sache sein, wenn man es aus Interesse und Leidenschaft betreibt und sich eben sehr wohl darüber im Klaren ist, dass man sich keine Türen öffnet, die nicht mit anderen Studiengängen auch offen stünden (was nicht heißt, dass Philosophen per se arbeitslos sind). Philosophie wegen der "tollen Berufsaussichten" zu studieren ist aber Blödsinn.
FranzderKanns
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Anmeldungsdatum: 02.07.2012
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2012 - 02:57:23    Titel:

Euch braucht kein Mensch! Sry, dass ich es so hart sage! Heute zählen Penunzen im Beutel, mehr nicht! Und ich habe z.B. keine Lust euch durchzufinanzieren! Ihr könnt viel labern, aber bringt nichts! Unternehmen wollen euch nicht, ausser ihr habt coole Sprüche füs Marketing!
Aeternum
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Anmeldungsdatum: 13.06.2012
Beiträge: 16
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2012 - 14:58:24    Titel: Re: Der Veruf des Philosophiestudiums....?

Gaisler hat folgendes geschrieben:
Hi.

Eins vorweg: Ich bin Wirtschaftsstudent Wink


Praktika. Ohne "s". Plural von Praktikum. Ist freundlich gemeint, es gibt Leute, die werfen z.B. deine Bewerbung sofort in den Müll, wenn sie "Praktikas" lesen.
Und ja, Praktika bringen viel, aber Wunder solltest du nicht erwarten. Wo man Spezialisten sucht, wird man dich nicht einstellen.
Unternehmensberatungen stellen z.B. auch Philosophiestudenten ein. Aber nicht, weil sie die besonders toll finden, sondern schlicht, weil die Beratungen Absolventen aller Studiengänge einstellen.


Nein, nein ich freue mich über solche Verbesserungen! Wieder was neues dazugelernt. Außerdem: Lieber mach ich es hier falsch, als später bei einer Bewerbung!

Das mit den Praktika ist mit schon klar. Ist ja auch logisch, dass jemand der eine Fachperson im Bereich Wirtschaft braucht jemanden nimmt, der sein ganzes Studium damit verbracht hat Fachwissen aufzubauen. (Da können Praktika natürlich bei weitem nicht mithalten.)


Zitat:

Hmm, du erwartest von anderen, dass sie dein Studium vorurteilsfrei beurteilen, aber selbst kommst du mit einem Vorurteil nach dem anderen?


Nun ja, ich wollte zwar vorurteilsfrei schreiben, aber gänzlich ohne Erfahrung (was das studieren betrifft) geht es wohl doch nicht. Zumindest ist es mir scheinbar nicht möglich gewesen ohne vorurteile an diese Sache heranzugehen.

Zitat:

"Freiheit" nach dem Studium nennst du es. Sehen wir mal, wie das in ein paar Jahren aussieht - irgendwann kommen dann nämlich materielle Zwänge, die dich zwingen werden, Jobs anzunehmen, auf die du vielleicht gar keine Lust hast.


Dazu sollten wir wirklich erst mal in ein paar Jahren weiterschauen. Jetzt kann man das zweifelsfrei schlecht beurteilen; und selbst wenn ich mal Jobs annehmen muss, die mir nicht gefallen - Was letzten Endes zählt ist, so finde ich, dass einem der Job, den man am längsten ausübt gefällt. Was dazwischen ist, das darf dann auch ruhig etwas dürftiger sein.


Zitat:

Und übrigens, mir einem BWL- oder Jurastudium hat man, ceteris paribus, wesentlich mehr Möglichkeiten als ein Philosophieabsolvent.
Warum? Philosophiestudenten machen entweder klassische Geisteswissenschaftlerjobs (schlecht bezahlt und es gibt relativ wenige davon) oder gehen eben Karrierewegen nach, die kein bestimmtes Studium voraussetzen - die kann der BWLer oder der Jurist aber ebenso ergreifen!


Natürlich hat der BWL- oder Jurastudent in seinem Fachgebiet mehr Möglichkeiten, aber ob das außerhalb genauso gilt? Ich finde man kann es, sofern man die Studiumsunabhängigen Berufe betrachtet nicht so pauschal sagen, inwiefern man dort mit BWL- oder Jurastudium bessere Chancen -/ mehr Möglichkeiten hat. Das dürfte dann sehr wohl auf Praktika und den jeweiligen Menschen ankommen.

Zitat:

Zum Thema Nutzen der Philosophie: Sie ist eine großartige Sache. Leider ist es aber auch so, dass geschätzt 99% der Philosophieabsolventen ihr Fach nicht wesentlich weiter bringen und dann fachfremd arbeiten. Hat man das Studium aus Spaß/Interesse betrieben lässt sich das aber nicht mit wirtschaftlichem Nutzen aufwiegen!


Fakt ist aber auch, dass man mit einem Studium, das man mit Spaß und Interesse betreibt bestimmt mehr Erfolg haben wird, als mit einem das man lediglich aus Karrieretechnischen gründen betreibt.

Ich kann mir beispielsweise nicht vorstellen, dass es für einen BWL'er mit Abschlussnote 4,0 allzu leicht sein wird, einen geeigneten Job zu finden. Da denke ich mir, hat man es mit einem 1,0 und Philosophie doch irgendwo leichter. .....Selbstredend kommt es aber auch hier wieder drauf an, wo man denn hin will.

Zitat:

Quintessenz: Ein Philosophiestudium kann eine tolle Sache sein, wenn man es aus Interesse und Leidenschaft betreibt und sich eben sehr wohl darüber im Klaren ist, dass man sich keine Türen öffnet, die nicht mit anderen Studiengängen auch offen stünden (was nicht heißt, dass Philosophen per se arbeitslos sind). Philosophie wegen der "tollen Berufsaussichten" zu studieren ist aber Blödsinn.


Da bin ich mit dir einer Meinung. Philosophie sollte man nicht für die Karriereleiter studieren. Man sollte es - meiner Meinung nach - aus Gründen der Selbstverwirklichung, Bildung oder gar der, wie im Namen schon enthalten, "Liebe zur Weisheit" studieren. Was diese Türen betrifft, würde ich jedoch nicht sagen, dass man durch die Philosophie keine öffnet, die nicht auch mit einer anderen Wissenschaft geöffnet werden könnte. Ich finde, dass die Philosophie in gewisser Weise einzigartige Türen öffnen kann. (Und sei es auch nur die Tür, die einem zu dem führt was man wirklich machen möchte. ...Zwar muss man danach womöglich nochmal studieren - Aber wirklich umsonst, ist das mit Sicherheit nicht.)




Dankeschön für deine ausführliche(n) Antworten. Das hat mir doch den ein oder anderen Denkanstoß gegeben. =)




FranzderKanns hat folgendes geschrieben:
Euch braucht kein Mensch! Sry, dass ich es so hart sage! Heute zählen Penunzen im Beutel, mehr nicht! Und ich habe z.B. keine Lust euch durchzufinanzieren! Ihr könnt viel labern, aber bringt nichts! Unternehmen wollen euch nicht, ausser ihr habt coole Sprüche füs Marketing!


DAS ist so eine Meinung, die gar nicht voller Vorurteile sein könnte! Zwar stimmt es, das wir im Zeitalter des Kapitalismus leben, und somit fast der ganze Fokus auf dem des Gelderhalts bzw. Geldgewinns liegt, doch kann man nicht einfach sagen: Philosophen sind dumm! Genausowenig kann man behaupten, dass Philosophie gleichbedeutend mit der Arbeitslosigkeit sei! Philosophen bringen etwas! Wer stellt grundsätzliches, allgemeingültiges in Frage!? Die Philosophen machen dies! Warum hat es in der Vergangenheit Revolutionen gegeben? Wieso wurden Könige gestürzt? ....Ganz einfach: Es haben sich dort mal Leute gefragt: Müssen wir uns das gefallen lassen? Ist das gerecht? Haben wir nicht mehr Recht?! ........Und so kann man das auch in die heutige Gegenwart übertragen. Ethische Fragen die geklärt werden müssen, die gibt es auch in neuen, fortschrittlichen Unternehmen! Hierbei kann (unter anderem!) ein Philosophieabsolvent helfen. - Der hat sich ja schließlich eine gewisse Zeit mit solchen Thematiken beschäftigt!

Ich bin der Meinung, dass es solange es Menschen gibt immer wieder Anlässe geben wird um Philosophen Arbeit zu verschaffen. Man muss sich nur ein Aufgabengebiet suchen und sollte dann halt nicht davor zurückschrecken sich weiterzubilden und neues kennenzulernen!
MasterFrogify
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Anmeldungsdatum: 24.04.2012
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2012 - 14:58:47    Titel: Re: Der Veruf des Philosophiestudiums....?

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Wieso ist es so verufen Philosophie zu studieren?

Mir ist schon klar, dass ein Studium der Philosophie einen nicht so auf das Berufsleben vorbereitet, wie es beispielsweise ein Jurastudium tut.


Deine Frage hast du damit im Kern selber beantwortet. Den Rest wirst du dir hoffentlich denken können.

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Das Fach aber dann als "Brotlose Kunst", "Perspektivenlos", "Realitätsfern" zu beschreiben finde ich aber doch mehr als nur falsch! Ich lese immer wieder, dass man in der Philosophie lernt analytisch zu denken und vor allem das "denken zu lernen" lernt.


Ein mathematisches oder naturwissenschaftliches Studium bringen dir ebenfalls strukturiertes und zielstrebiges Denken bei. Für die Wirtschaft nun aber viel wichtiger ist, dass eben solche Absolventen noch eine ganze Reihe von Zusatzqualifikationen mitbringen, die der Philosoph bestenfalls in Ansätzen besitzt. Da helfen dir auch keine Praktika, du kannst nicht mithalten und da gibt es nichts zu diskutieren. Die Industrie denkt da ähnlich: Was will ich mit einem Philosophen, wenn ich einen Mathematiker haben kann?

Du wirst als Philosoph weniger verdienen, selbst wenn wir die Ausbildung mal gewagt als "äquivalent" (z.B. zum Mathematiker) betrachteten. Darüberhinaus erinnere ich mich dunkel an eine Studie, die beschrieb dass Geisteswissenschaftlicher immer als erstes in einer Unternehmenskrise entlassen werden.

Aeternum hat folgendes geschrieben:

Komischerweise ist die mir meist gestellte Frage diese hier:
"Was willst du denn später mal arbeiten?" - Nun ja, so speziell weiß ich das auch nicht. [...] Liege ich dahingehend richtig, oder phantasiere ich da etwas zu viel?


Ich rate dir dringend die Arbeitslosenquote unter den Absolventen eines Philosophiestudiums anzusehen und mit anderen Studiengängen zu vergleichen. Achtung: Sie wird wahrscheinlich signifikant höher sein.


Aeternum hat folgendes geschrieben:

Ein Großteil der Menschen schimpft über die Philosophie und bezeichnet sie als nutzlos. [...]
Haben solche Leute einfach Angst, wenn sie zu viel Freiheit nach dem Studium haben?


Ich bezeichne sie als realitätsnah. Angst vor zu vielen Möglichkeiten? Ich bitte dich. Das glaubst du doch selbst nicht oder?


Aeternum hat folgendes geschrieben:

Fast ein jeder belächelt das Fach, oder allgemein die Geisteswissenschaften. Wieso eigentlich? Mir ist das nicht ganz - oder besser: überhaupt nicht verständlich. Ich geh doch auch nicht hin und sage: "Was willst du mit BWL, da gibts doch eh schon soviele Leute die das studieren / studiert haben. Da kannst dich doch auch gleich arbeitslos melden?!"


Respekt gibts in Augen von vielen Menschen halt nur für "echte" Studiengänge. Natürlich hat jeder Studiengang seinen Anspruch. Aber das liegt auch im eigenen Ermessen und kann daher wohl nicht begründet werden, sondern ist einfach ein Zustand den man als solche akzeptieren muss.
Aeternum
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Anmeldungsdatum: 13.06.2012
Beiträge: 16
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2012 - 15:11:03    Titel:

Aeternum hat folgendes geschrieben:


Ein Großteil der Menschen schimpft über die Philosophie und bezeichnet sie als nutzlos. [...]
Haben solche Leute einfach Angst, wenn sie zu viel Freiheit nach dem Studium haben?


MasterFrogify hat folgendes geschrieben:

Ich bezeichne sie als realitätsnah. Angst vor zu vielen Möglichkeiten? Ich bitte dich. Das glaubst du doch selbst nicht oder?


Ist es denn gleich immer realitätsfern, wenn man nach dem Studium keinen festen Weg hat dem man folgen muss?! Das meine ich nämlich mit "Angst vor zu vielen Möglichkeiten". Du hast nicht einfach den Weg zum Anwalt, und weißt was du dafür Schritt-für-Schritt zu erledigen hast, sondern darfst bzw. musst schauen wo du nun hin willst. ..Das kann freilich im schlechtesten Fall als Taxifahrer enden, aber - und da bin ich mir sehr sicher! - auch in einem wesentlich besser bezahlten Job àla der Personalberatung einer Firma, oder allgemein irgendwie in der Wirtschaft. Es gibt immer wieder Fälle die das schaffen. Ich schätze es ist eine Frage, wie sehr man es will. Einige sind bestimmt auch mit einem Nettogehalt von 2000€ zufrieden. Es kommt halt auch hier auf die Person und ihre Vorstellungen an!


Zu den anderen "quotes" hab ich nichts zu sagen. Da finde ich hast du es irgendwie sehr passend getroffen.




Danke für deine Antworte(n) =)
johnruizone
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Anmeldungsdatum: 25.09.2008
Beiträge: 736

BeitragVerfasst am: 17 Jul 2012 - 23:04:56    Titel:

@FranzderKanns

Zitat:
Euch braucht kein Mensch!


Fantastisch.

Was braucht man denn?
Braucht man 80 Millionen Einwohner, oder würden auch 60 Millionen genügen?
Braucht man Kinder, die Fußbälle nähen?
Braucht man Freunde?

Lies mal Kierkegaard, über den Übergang aus dem ästhetischen Stadium. Das wird dich interessieren. (Obwohl du es in gewissem Sinne nicht brauchen wirst.)
cabot
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Anmeldungsdatum: 12.07.2012
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 19 Jul 2012 - 10:18:08    Titel:

FranzderKanns hat folgendes geschrieben:
Euch braucht kein Mensch! Sry, dass ich es so hart sage! Heute zählen Penunzen im Beutel, mehr nicht! Und ich habe z.B. keine Lust euch durchzufinanzieren! Ihr könnt viel labern, aber bringt nichts! Unternehmen wollen euch nicht, ausser ihr habt coole Sprüche füs Marketing!


Peinlich peinlich, und das aus dem Munde eines Möchtegernjurastudenten..

Rate mal, wen tatsächlich kein Mensch braucht ...
Bei dem, was du im Jura-Forum für inkompetentes Geschwafel von dir gibst, hoffe ich nur, dass du niemals Rechtsanwalt wirst. Da würdest du nämlich statt Philosophen "durchzufinanzieren" einen Haftungsfall nach dem nächsten produzieren und ganz schnell selbst am Sozialstaats-Tropf hängen...

Philosophie zu studieren ist eines der wenigen sinnvollen (!) Dinge, die man heut zu Tage noch machen kann... (ich bin iÜ kein Philosophie-, sondern Jura-Student)

Aber gut was solls, bei derartiger Borniertheit darf man nicht erwarten, dass du überhaupt nur im Ansatz begreifst, was Philosophie bedeutet und welch großartigen Erkenntnisse auf Männer wie Kant, Hegel, Adorno und viele weitere zurückgehen, wovon übrigens auch die Juristerei profitiert hat.

Das zu wissen würde allerdings erfordern, dass du etwas versiert bist in den Rechtswissenschaften - aber dass das nicht der Fall ist, beweist du ja im Jura-Forum..
johnruizone
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Anmeldungsdatum: 25.09.2008
Beiträge: 736

BeitragVerfasst am: 21 Jul 2012 - 01:09:11    Titel:

Zitat:
Philosophie zu studieren ist eines der wenigen sinnvollen (!) Dinge, die man heut zu Tage noch machen kann...


Smile Wow.

In der Regel sind die "Erkenntnisse" der Philosophie, wenn sie dann zur Gesellschaft durchgedrungen sind, nicht mehr als Philosophie zu erkennen. Es dauert lange bis geniale Ideen irgendwann in der "Praxis", z.B. im geltenden Recht, ankommen.
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