Generaltoni Senior Member


 Anmeldungsdatum: 30.12.2005 Beiträge: 1670 Wohnort: Im Ruhrpott
|
Verfasst am: 15 Jul 2012 - 21:03:42 Titel: |
|
|
Schritte:
http://www.orgenda.de/img/bestellseiten/SYS/13/Schritte123.gif
Ein ganz leichtes, ein ganz verständig-verständliches, gar kein aufgemotztes Kunstgedicht, wie Biermann es brauchte, um seine Widersprüche zu verwickeln, ist dies hier:
Albrecht Goes:
Die Schritte
Klein ist, mein Kind, dein erster Schritt,
Klein wird dein letzter sein.
Den ersten geh’n Vater und Mutter mit,
Den letzten gehst du allein.
Sei’s um ein Jahr, dann gehst du, Kind,
Viel Schritte unbewacht,
Wer weiß, was das dann für Schritte sind
Im Licht und in der Nacht?
Geh kühnen Schritt, tu tapfren Tritt,
Groß ist die Welt und dein.
Wir werden, mein Kind, nach dem letzten Schritt
Wieder beisammen sein.
*
Zwölf Zeilen, ich glaube jeder Wanderer kann dieses Gedicht nachvollziehen, wohin auch das Ziel oder die Ziele zeigen; die Ziele des Tages, die Ziele der Jugend, der Ausbildung, der Arbeit; aber auch die geistigen Ziele; die über das Leben hinausweisenden Ziele…
*
Jeder kann diesen Weg ohne Ideologien, ideologische Begriffe, ohne Dogmatismen (wie das Verständnis des Begriffs „Kommunismus“), ohne Leitziele, die von außen einen Weg, einen VorGang, ein Fortschreiten, einen Fortschritt vorschreiben, … g e h e n (also dieses Fortschreitten des lyrischen Ichs mit dem Begleiter benennen, interpretieren.
Zu Goes:
http://www.elk-wue.de/typo3temp/pics/f1ed0cbef4.jpg
http://www.lyrikwelt.de/autoren/goes.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Goes
Interpretation zu „Schritte“:
http://www.litde.com/gedichte-aus-sieben-jahrhunderten-interpretationen/die-schritte-albrecht-goes.php
Ich in mal gespannt, welche anderen Vorschläge hier gemacht werden....!
Ich glaube, bei Gottfried Benn findet man einiges, was sich virtuos über Lebensziel, Existenz und Fortschritt ... in Metaphern ausläßt.
Viel Spaß bei der Aufgabe. |
|