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Übung für Fortgeschrittene Strafrecht/Tübingen/Kühl/WS 12/13
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Übung für Fortgeschrittene Strafrecht/Tübingen/Kühl/WS 12/13
 
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trolol
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Anmeldungsdatum: 31.01.2012
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 25 Jul 2012 - 22:06:26    Titel: Übung für Fortgeschrittene Strafrecht/Tübingen/Kühl/WS 12/13

Sachverhalt: http://www.jura.uni-tuebingen.de/professoren_und_dozenten/kuehl/aktuell/HA%2025.07.12.pdf

Zitat:
I.
A ist französischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Mulhouse, Frankreich, C und dessen Freundin D sind deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Freiburg, Deutschland. Bei einem Telefonat zwischen A und C am 11.11.2011 wird der Plan gefasst, sich in Metzingen, Deutschland, in den Outlet-Geschäften ab sofort regelmäßig mit hochwertigen Kleidungsstücken zu „versorgen“, die sodann in Frankreich weiterverkauft werden sollen. Hiermit wollen die arbeitslosen A und C ihr Arbeitslosengeld aufbessern. Dazu sollen Handtaschen der D mit einem doppelten Boden ausgestattet und mit Alufolie ausgelegt werden. In dem versteckten Fach der Taschen sollen die Kleidungsstücke an der Kasse „vorbeigeschmuggelt“ werden. Die Alufolie soll das Auslösen des Alarms beim Passieren der Kasse verhindern. D, die am Lautsprecher mithört, tritt am selben Tag ihre 8-wöchige Kur an und gibt deshalb zu verstehen, dass sie nicht „mitmachen“ wird. Da D ohnehin lediglich Kontakt zu den Abnehmern der Kleidung herstellen und an der Beute nicht beteiligt werden soll – sie soll lediglich einen Festbetrag von 100 Euro erhalten –, sagt C zu, am 12.12.2011 mit entsprechend präparierten Handtaschen der D in Freiburg auf A zu warten, um mit ihm nach Metzingen zu fahren. B – der Bruder des A, der ebenfalls französischer Staatsangehöriger ist und auch in Mulhouse wohnt – hat das Gespräch des A mit C zufällig mitgehört. Er ist empört, dass A das „Ding“ ohne ihn drehen wollte, woraufhin A von seinem Vorhaben mit C ablässt. A und B laden nun die beiden jungen Frauen E und F ein, mit Ihnen einen Ausflug nach Metzingen zu unternehmen. Erst in Metzingen angekommen wird den beiden jungen Frauen, die kein deutsch sprechen und keine Handys dabei haben, von A und B eröffnet, was diese tatsächlich geplant haben. E und F weigern sich zunächst. Als A und B jedoch damit drohen, dass sie E und F nicht mehr mit nach Frankreich zurücknehmen und in Metzingen zurücklassen werden, fügen sich E und F. Insbesondere F hat Angst, nicht mehr nach Frankreich zurück zu gelangen, da sie ein 2-jähriges Kind hat und der Babysitter, der das erste Mal für F tätig ist, nur bis abends bezahlt ist. Die beiden Frauen verbringen im Laufe des Tages im Hugo Boss Outlet-Geschäft 20 Kleidungsstücke im Wert von insgesamt 10.000 Euro in zuvor von A und B präparierte Taschen und passieren damit die Kasse. Am Abend werden sie von A und B zurück nach Mulhouse gefahren. A verspricht dem B, er werde die Kleidungsstücke eine Weile aufbewahren, bis „Gras über die Sache“ gewachsen sei und diese sodann bei Ebay verkaufen. Allerdings verkauft A zwei Anzüge im Wert von 1.000 Euro an einen deutschen Freund in Freiburg, dem er die Herkunft der Kleidungsstücke verschweigt. Auf der Rückfahrt musste B noch in Deutschland auf die Toilette. Die angesteuerte Raststätte ist mit einem speziellen System des Unternehmens S ausgestattet. Nach Einwurf von 70 Cent erhält man einen Wert-Bon in Höhe von 50 Cent, der auf einen Einkauf in der Raststätte angerechnet werden kann. Als B gerade unter dem vor den Sanitär-Anlagen befindlichen Drehkreuz durchgehen will, ohne 70 Cent eingeworfen zu haben, ertappt ihn ein Angestellter des Unternehmens S und verlangt von ihm die Bezahlung der 70 Cent. B hat kein Geld dabei und sieht auch nicht ein, für den Toilettengang zu bezahlen. Er zieht unverrichteter Dinge ab und verrichtet sein Geschäft auf der nächsten kostenlosen Parkplatz-Toilette.
II.
C ist über A dermaßen verärgert, dass er – wie schon mehrfach – die seit langem fällige Rückzahlung von 100 € fordert, die er dem A vor einiger Zeit darlehensweise überlassen hat. A lehnt die sofortige Rückzahlung ab. C entnimmt daher bei einem Besuch des A in Freiburg aus dessen im Gang hängender Jacke zwei 50 €-Scheine. Dabei denkt er, dies sei zulässig. Immerhin stünden ihm diese zu. Bei dieser Gelegenheit findet C in der Jackentasche des A auch ein Päckchen mit Cannabis. Auch dieses steckt er in seine Hosentasche. Dabei denkt er, dass das Cannabis niemand gehören könne, weil der Besitz von Cannabis ja ohnehin verboten sei, wie er aus einschlägigen RTL II-Doku-Soaps erfahren haben will. Ebenfalls anwesend ist G, ein Bekannter des C, der den Vorgang beobachtet und richtigerweise sofort erkannt hat, dass C ein Päckchen mit Cannabis, das G auch richtigerweise dem A zuordnet, einsteckt. Als A zur Garderobe gehen will, verwickelt G diesen in ein Gespräch. A nimmt deshalb den C, der gerade dabei ist, die Jacke des A wieder zurückzuhängen, nicht wahr. G nimmt den C daraufhin zur Seite und fordert von diesem einen Teil der Beute. Sie einigen sich darauf, dass sie sich am Abend treffen und rauchen das Cannabis zusammen mit ein paar weiteren Freunden.
III.
H ist Geschäftsführer des Wertkurierunternehmens „W-GmbH“. H schließt für die W-GmbH mit seinem alten Schulfreund J einen Kaufvertrag über einen gebrauchten Transporter VW T5 mit Tresorkofferraum zum Kaufpreis von 50.000 Euro ab. Beide wissen, dass der von H bezahlte Kaufpreis um 20.000 EUR höher ist als der Preis, den J am Markt üblicherweise erzielen könnte. Den erzielten Gewinn soll J gefälligkeitshalber behalten. Da er die Unangemessenheit des Kaufpreises nicht erkannte, hat K – der alleinige Gesellschafter der W-GmbH – dem Kauf des Fahrzeugs zugestimmt.
Aufgabe: Wie haben sich die Beteiligten strafbar gemacht? Strafvorschriften außerhalb des StGB sind nicht zu prüfen. Erforderliche Strafanträge sind gestellt.


Vielleicht finden sich hier ja einige, die mitdiskutieren möchten. Smile
Ziza87
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Anmeldungsdatum: 25.07.2012
Beiträge: 1
Wohnort: Tübingen

BeitragVerfasst am: 25 Jul 2012 - 23:26:21    Titel:

Ich schreibe auch mit
spriteking
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Anmeldungsdatum: 26.07.2012
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 - 11:10:33    Titel:

Ich schreibe auch mit.
spriteking
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Anmeldungsdatum: 26.07.2012
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 - 11:11:47    Titel:

Ich habe eine Frage über A, er französischer ist. Wo soll man das prüfen?
DietCoke
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Anmeldungsdatum: 26.07.2012
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 - 12:03:05    Titel:

@spriteking
Ob deutsches Strafrecht anwendbar ist wird vor der Prüfung des eigentlichen Tatbestandes festgestellt.

Mal was anderes, was ist denn im ersten Abschnitt zu prüfen, bzw. muß man da überhaupt was prüfen. Dort wird ja lediglich ein Diebstahl geplant, der aber nie durchgeführt wird und auch nie ins Versuchsstadium gelangt.
Zumindest nicht mit den Beiligten A,C,D.
Durchgeführt wird der Diebstahl ja erst im zweiten Abschnitt unter Beteiligung von A,B,E,F.
spriteking
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Anmeldungsdatum: 26.07.2012
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 - 15:49:39    Titel:

DietCoke hat folgendes geschrieben:
@spriteking
Ob deutsches Strafrecht anwendbar ist wird vor der Prüfung des eigentlichen Tatbestandes festgestellt.

Mal was anderes, was ist denn im ersten Abschnitt zu prüfen, bzw. muß man da überhaupt was prüfen. Dort wird ja lediglich ein Diebstahl geplant, der aber nie durchgeführt wird und auch nie ins Versuchsstadium gelangt.
Zumindest nicht mit den Beiligten A,C,D.
Durchgeführt wird der Diebstahl ja erst im zweiten Abschnitt unter Beteiligung von A,B,E,F.


Ich denke, für den erste Abschnitt ist nicht etwas zu prüfen. Aber für den zweite Abschnitt soll man noch Beihilfe des Diebstahls unter D und vielleicht Täterschaft unter C prüfen.


Zuletzt bearbeitet von spriteking am 26 Jul 2012 - 16:04:17, insgesamt 2-mal bearbeitet
spriteking
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Anmeldungsdatum: 26.07.2012
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 - 15:55:25    Titel:

Sind A, B nach Strafrecht strafbar oder nicht, warum? Wegen § 9 II StGB?
NewJustitia
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Anmeldungsdatum: 07.02.2011
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2012 - 20:12:35    Titel:

Noch jemand aktiv hier? Wink
NewJustitia
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Anmeldungsdatum: 07.02.2011
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2012 - 13:19:43    Titel:

Bei der Verabredung zum Bandendiebstahl, komme ich mir gerade zelich dumm vor, wenn ich den Diebstahl genau definieren muss, ich weiß nicht ob der Aufbau so Sinn macht. Hat jemand einen Rat? Grüßle
MiniProfessorin
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Anmeldungsdatum: 07.09.2011
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2012 - 14:47:21    Titel:

Prüft ihr vor § 30 II erst den Versuch und fallt beim unmittelbaren Ansetzten raus?
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