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Als Quereinsteiger in die Wirtschaft?
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Queraussteiger
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Anmeldungsdatum: 01.08.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2012 - 22:22:10    Titel: Als Quereinsteiger in die Wirtschaft?

Hallo Leute,

eigentlich könnte ich ja froh sein: Ich habe vor Kurzem endlich meinen Master in Geschichte erhalten. Mehr noch: Sogar eine Promotionsstelle ist in Aussicht.
Tja, eigentlich. Für mich ist nämlich klar, dass ich keine Uni-Karriere in Angriff nehmen werde. Ich kenne zu viele Promovierte, die mit 40 keine Anstellung an der Uni gefunden haben und sich nun ohne jegliche Praxiserfahrung auf dem freien Arbeitsmarkt tummeln.
Dem möchte ich tunlichst vorbeugen. Und ich bin immerhin schon 30.

Kurzum: Ich möchte den riskanten Schritt wagen und mich als Quereinsteiger ins Haifischbecken der «freien Wirtschaft» stürzen.
Nur: Wenige Firmen suchen gezielt nach Quereinsteigern. Bei meiner Recherche bin ich bisher auf zwei Trainee-Programme für Geistes- und Sozialwissenschaftler gestoßen: JOPP (Lufthansa) und First Job Experience (Audi). Leider haben beide zur Zeit keine freien Stellen für Quereinsteiger.

Kennt Ihr vielleicht ähnliche Programme von anderen Firmen?
Es muss kein Trainee-Programm sein, ein fundiertes Praktikum tät's ebenso.

Natürlich war ich schon beim Arbeitsamt. Der zuständige Sachbearbeiter hat mich aber eher verwirrt als aufgeklärt.
Er riet mir nämlich, nicht von den Unternehmen, sondern von mir auszugehen. Im Klartext: Ich solle meine Stärken in die Bewerbung schreiben und die Unternehmen fragen, welches Praktikum/Ausbildung in welchem Bereich dafür in Frage käme.
Eigentlich einleuchtend - dennoch wohl wenig sinnvoll, wenn ich nicht einmal eine konkrete Vorstellung von dem Job habe, den ich einmal machen möchte.
Andererseits: Wie soll ich wissen, ob ich für - sagen wir: «Lean Management» oder «Consulting» (beides Beispiele aus früheren JOPP-Angeboten für Geisteswissenschaftler) geeignet sein könnte, wenn ich bisher nicht die Gelegenheit hatte, das in der Praxis auszuprobieren?

Gibt es hier Leidensgenossen, die aus einer ähnlichen Konstellation heraus erfolgreich den Sprung in die Wirtschaft geschafft haben? Wie habt Ihr das angestellt, wie und wo Euch beworben?

Für Eure Erfahrungsberichte gibt es unten viel Platz und meine ungeteilte Aufmerksamkeit!

Übrigens: BWL-Kenntnisse sind bei mir so gut wie nicht vorhanden (von zwei Semestern BWL aus dem Jahre 2002 ist mir nur noch irgendein makabres Gefangenendilemma in Erinnerung geblieben). Würde ich aber gerne im Rahmen eines Praktikums bzw. einer Quereinsteiger-Ausbildung nachholen.

Vielen Dank für Eure Antworten und Beiträge!
Rafael HB
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Anmeldungsdatum: 28.07.2012
Beiträge: 176

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 00:41:23    Titel:

Hm, vielleicht wäre ein berufsbegleitendes (und idealerweise vom Arbeitgeber finanziertes) MBA-Programm das richtige für dich.
Queraussteiger
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Anmeldungsdatum: 01.08.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 01:00:06    Titel:

Rafael HB hat folgendes geschrieben:
Hm, vielleicht wäre ein berufsbegleitendes (und idealerweise vom Arbeitgeber finanziertes) MBA-Programm das richtige für dich.


Danke für Deine Antwort!
Das wäre natürlich perfekt. Ich habe mich jetzt über "MBA" informiert. Das scheint für mich die ideale Ergänzung zu sein, um überhaupt einen Einstieg in die Wirtschaft zu finden. Nur müsste ich dazu - wie Du richtig anmerkst - einen Arbeitgeber finden, der so etwas anbietet (mein Erspartes reicht noch für 6 Monate Miete, mehr nicht). Und diesen überzeugen, dass ich der Richtige für sie bin - da wird mir schon was einfallen.
Also wieder auf zur Agentur für Arbeit und fragen, ob die Firmen kennen, die Geisteswissenschaftlern so ein MBA-begleitetes Ausbildungsprogramm anbieten.

Gibt es denn außer Lufthansa und Audi noch weitere Firmen, die Geisteswissenschaftlern gegenüber prinzipiell aufgeschlossen sind? Beide haben Trainee-Programme für Geist.wiss., aber zur Zeit keine offenen Stellen.
Unternehmensberatungen sind mir zu stressig. Mein Maximum liegt längerfristig bei 60 Stunden die Woche. Mehr kann und möchte ich nicht arbeiten. Dann lieber weniger verdienen.
Ich würde auch gerne ein Praktikum machen, wenn ich wüsste, in welche Richtung ich sinnvollerweise gehen sollte. Ich kann ja schlecht wahllos Unternehmen anschreiben nach dem Motto: Ich hab' das studiert, dies sind meine Kompetenzen - welche Praktika können Sie mir anbieten?

Zu meiner Situation:
Erklärungsbedürftig sind bestimmt meine 20 Semester Studienzeit. Von BWL (wie erwähnt: nur 2 Semester) über Philosophie, Kunstgeschichte, Geschichte, Politik und Jura im Nebenfach habe ich so ziemlich alles durchprobiert. Lässt sich je nach Perspektive als Planlosigkeit oder vielseitiges Interesse interpretieren. Und für den Vorwurf der Planlosigkeit bin ich gewappnet Smile
Nachteilig ist weiter, dass ich nur HiWi-Jobs und keine "richtigen" Praktika gemacht habe. Telefonverkauf und -marktforschung als Nebenjob könnte evtl. noch als kleiner Bonus angerechnet werden.

Außer Englisch kann ich einigermaßen Russisch und Schwedisch. Vielleicht sollte ich mich auf Firmen konzentrieren, die viel mit Russland zu tun haben? Momentan stagniert die Wirtschaft dort, aber die Zukunft hält noch einiges bereit.

Klar ist: Selbstverständlich träume ich nicht vom großen Geld. Ich werde nie können, was ein ausgebildeter Betriebswirt kann. Ich habe gerne Geschichte studiert und war mir immer bewusst, dass die dicken Gehälter anderen zukommen werden. Das gönne ich denen, denn dafür hatten sie nicht die Freiheit, die ich in meinem Studium hatte. Da ist es nur gerecht, wenn ich nun geringere Chancen im Berufsleben habe.

Mein Traum ist es, in 10 Jahren einmal 2000 Euro netto heimzunehmen, um eine Familie versorgen zu können. Und das ist mit einem 1000-Euro-Job im Verlag oder sonstigen "typischen" Geisteswissenschaftler-Jobs eben kaum möglich.

Also: Das Beste aus meiner Situation machen und irgendwann einen Job erkämpfen, mit dem es sich leben lässt. Das will und werde ich, davon bin ich überzeugt. Nur die Frage nach dem Wie muss ich mir noch beantworten - und bin da für jeden Tipp dankbar!
Rafael HB
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Anmeldungsdatum: 28.07.2012
Beiträge: 176

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 03:40:32    Titel:

Queraussteiger hat folgendes geschrieben:
Das wäre natürlich perfekt. Ich habe mich jetzt über "MBA" informiert. Das scheint für mich die ideale Ergänzung zu sein, um überhaupt einen Einstieg in die Wirtschaft zu finden. Nur müsste ich dazu - wie Du richtig anmerkst - einen Arbeitgeber finden, der so etwas anbietet (mein Erspartes reicht noch für 6 Monate Miete, mehr nicht). Und diesen überzeugen, dass ich der Richtige für sie bin - da wird mir schon was einfallen.
Also wieder auf zur Agentur für Arbeit und fragen, ob die Firmen kennen, die Geisteswissenschaftlern so ein MBA-begleitetes Ausbildungsprogramm anbieten.

Na ja, vielleicht solltest du dir einfach nur einen Job suchen und den MBA-Abschluss selber finanzieren. Anbieter und Hochschulen mit berufsbegleitenden MBA-Studiengängen gibt es ja zuhauf.
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Anmeldungsdatum: 18.09.2011
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BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 08:22:52    Titel:

Hier ein paar Ideen:
- PR/Kommunikation/Journalismus: Ich glaube hier findet man die meisten Träger von M.A. in Geschichte
- Finanzbranche: Es gibt Programme zugeschnitten für Quereinsteiger die z.B. als Finanz-/Vorsorgeberater arbeiten möchten
- Im Bereich Sales gibt es viele Angebote
- IT: Ob Infrastruktur oder Softwarentwicklung, viele Quereinsteiger tummeln sich hier rum

Des Weiteren gibt es noch Nachdiplomstudien (kenne das deutsche Pendant dazu nicht), die dir einen Weg ebnen könnten.

Tipp für die Recherche: Suche mal bei google nach 'geschichte "master of arts" site:linkedin.com' oder evtl. auch mit 'site:xing.com'. Dann kriegst du eine kleine Übersicht, was andere mit ihrem Geschichtsabschluss gemacht haben.
Ingo30
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 1894

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 13:12:22    Titel:

Hi,

schwierges Feld für Historiker. Mir bekannte Doktoren der Geschichte haben sich zum Überwasser halten als Wehrübender beim Bund verdingt - vielleicht auch eine Idee für Dich. Da der Bund auch selber Historiker ausbildet, gibts da auch einige Stellen.

Ansonsten würde ich eher schauen, dass ich mich im Raum öffentlicher Dienst umschaue. Oder (wie es viele Geisteswissenschaftler machen) trotz Studium noch mal die Richtung Diplom-Verwaltungswirt studieren und so in den gehobenen Dienst einsteigen. Ja, ist formal ein Rückschritt und 3 Jahre gut zu tun - aber bietet danach Sicherheit und vielfältige andere Berufsmöglichkeiten.
Rafael HB
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Anmeldungsdatum: 28.07.2012
Beiträge: 176

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 14:30:56    Titel:

Ingo30 hat folgendes geschrieben:
Ansonsten würde ich eher schauen, dass ich mich im Raum öffentlicher Dienst umschaue. Oder (wie es viele Geisteswissenschaftler machen) trotz Studium noch mal die Richtung Diplom-Verwaltungswirt studieren und so in den gehobenen Dienst einsteigen. Ja, ist formal ein Rückschritt und 3 Jahre gut zu tun - aber bietet danach Sicherheit und vielfältige andere Berufsmöglichkeiten.

Nur ist der "Diplom-Verwaltungswirt" mittlerweile im Zuge des Bologna-Prozesses schon so gut wie Geschichte - der Abschluss nennt sich heute "Master of Public Administration". Keine Ahnung, ob der Threadstarter eine Karriere in der Öffentlichen Verwaltung anstrebt; falls er in die freie Wirtschaft möchte, wäre der "Master of Business Administration" (dauert ebenfalls etwa 3 Jahre) die bessere Wahl.
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Anmeldungsdatum: 18.09.2011
Beiträge: 74

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 14:34:27    Titel:

Das Problem beim MBA ist, dass die guten Programme etwa 5 Jahre Managementerfahrung voraussetzen.
Und das Geld für die schlechten Programme kann man sich auch sparen.
Ingo30
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 1894

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 14:36:17    Titel:

Ganz so schlimm ist es noch nicht, da ich mich selber noch in dem Studiengang befinde und er durch aus auch noch angeboten wird Wink Ist nur eine Möglichkeit von vielen, die aber gerne von Geisteswissenschaftlern genutzt wird. Sag ich jetzt mal als Politologe Wink
Rafael HB
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Anmeldungsdatum: 28.07.2012
Beiträge: 176

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2012 - 15:12:55    Titel:

iLike hat folgendes geschrieben:
Das Problem beim MBA ist, dass die guten Programme etwa 5 Jahre Managementerfahrung voraussetzen.
Und das Geld für die schlechten Programme kann man sich auch sparen.

Kommt darauf an, was man erreichen will. Wenn man sich - wie der Threadstarter - das Ziel gesetzt hat, mittelfristig mit einem Monatsgehalt von 2000 Euro netto nach Hause zu gehen, reicht der MBA-Studiengang bei der FOM vollkommen.
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