Ambitionen für Master in angewandter Informatik
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Mr Hankey Newbie


Anmeldungsdatum: 02.08.2012 Beiträge: 8
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Verfasst am: 02 Aug 2012 - 23:21:49 Titel: Ambitionen für Master in angewandter Informatik |
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Hallo,
ich habe schon einige Beiträge in diesem Forum zum Bachelor in AI gelesen, aber keinen gefunden zum Master.
Ich studiere momentan Wirtschaftsinformatik an einer für BAs recht guten BA, weil mir somit die Möglichkeit offen bleibt mich zwischen BWL und Informatik zu entscheiden. Relativ schnell habe ich aber gemerkt, dass mein Interesse fast ausschließlich bei der Informatik liegt. Das WI Studium will ich trotzdem abschließen, weil die Ausbildung super ist und ich es auch ganz gut aushalte.
Ich habe mir eher überlegt, nach dem Bachelor den Master dranzuhängen. Der Bezug zu einem Anwendungsbereich bei WI, nämlich Unternehmenssoftware, stört mich nicht. Ich finde ihn sogar interessant. Ich würde nur gerne etwas breiter aufgestellt sein, weshalb ich den Master in Angewandter Informatik machen möchte. Meine bisherigen Interessen liegen bei der Softwareentwicklung und allen Technologien, die dafür eingesetzt werden, wie Server, Datenbanken, Frameworks etc. Ich habe aber auch Interesse an Mathe und theoretischer Informatik sowie vielen weiteren Themen aus der allgemeinen Informatik. Lediglich technische Informatik ist nicht mein Ding.
Ich sehe bei angewandter Informatik den Vorteil, dass ich mit WI als Grundlage nicht vollkommen planlos in das Studium gehe, die Schwerpunkte bei der Systementwicklung liegen, Mathe und weitere Informatikbereiche oberflächlich dabei sind und die technische Informatik eine geringe oder keine Rolle spielt oder einfach nicht gewählt werden muss.
Soviel zu meinen Gedanken. Für mich stellt sich die Frage, welche Uni oder FH in Frage kommt. Uni Bremen und TU Dortmund sind bis jetzt interessant, weil nicht weit weg von der Heimat. Weil ich selber das BA Studium von der Ausbildung her geringer einschätze als das an einer Uni oder FH, wäre es mir recht, dass ich den Ruf der mir als BAler anhaftet durch ein Masterstudium an einer für Informatik renommierten Hochschule ausgleiche. Ich möchte einen richtig guten Abschluss in der Tasche haben, möchte ein richtiger Informatiker sein und kein Halbwissen als WIler besitzen, möchte zumindest mit dem Gedanken spielen können zu promovieren.
Die Überlegungen sind sehr ernsthaft und ich erhoffe mir ein paar Antworten von Leuten, die wissen wovon sie reden. Ich werde mich nicht morgen wieder für etwas anderes entscheiden, also sind eure Antworten nicht sinnlos. Und falls es jemanden interessiert, ein Durchschnitt von 2,0 oder besser ist drin. |
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Hamartis Newbie


Anmeldungsdatum: 26.09.2011 Beiträge: 15
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Verfasst am: 06 Aug 2012 - 14:39:45 Titel: |
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Meinst du mit BA Berufsakademie? Wenn ja, duales Studium oder normal?
Wenn du normal an einer BA "studierst" (und du dafür vermutlich Geld zahlst), wirst du keine Zulassung zum Master erhalten, irgendwo. BAs jenseits von BaWü sind nicht berechtigt, einen akademischen Bachelor zu vergeben.
Das Problem ist bekannt und breitet sich im Moment aus. Im Gegensatz zum Diplom ist der Titel "Bachelor" rechtlich nicht so gut geschützt, weshalb alle möglichen Institutionen behaupten, einen "Bachelor-Abschluss" verleihen zu können. V.a. viele BAs - die sich das teuer bezahlen lassen - machen damit seit der Bologna-Reform Unmengen an Geld. Öfter auch in Kooperation mit schlechten englischen "Unis". Viele BAs zocken ihre Schüler/Studenten regelrecht ab, weil sie wissentlich mit einem Bachelor, der kein akademischer Grad ist, werben - ohne es den Schülern/Studenten zu sagen. Das ist ein nettes Gechäftsmodell und klappt - leider - sehr gut.
Überprüfe also, ob deine BA staatlich anerkannt akademische Grade verleihen darf, oder nicht. Solange es sich nicht um ein duales Studium handelt, ist das in 99% der Fälle nicht der Fall. Dann wirst du mit deinem "Bachelor" zu keinem Master an einer deutschen Hochschule zugelassen werden.
Selbst wenn deine BA solche akademischen Grade vergeben darf - was sehr unwahrscheinlich ist - wird dein Abschluss noch einer "Prüfung auf Gleichwertigkeit" durch deine gewünschte Master-Hochschule unterzogen. Hierbei wird an Hand deines Transcript of Records geprüft, ob deine Ausbildungsinhalte denen des Bachelors an der Hochschule, wo du den Master machen willst, entsprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies klappt, ist sehr gering, da die Inhalte an BA und Hochschule sehr unterschiedlich sind (außer eben, es geht um ein duales Studium).
Um es dir ein bisschen leichter zu machen, dies zu überprüfen: Die Gesellschaft für Informatik gibt Akkreditierungsvorgaben und Empfehlungen für die Studieninhalte heraus. Suche dir diese (sind im Netz zu finden) und überprüfe, ob deine Ausbildungsinhalte die dortigen Vorgaben erfüllen.
Edit: Die ganze Sache lässt sich auch in der Wikipedia nachlesen:
| Zitat: |
In der Bundesrepublik Deutschland kann der Bachelor-Abschluss auch an Berufsakademien erworben werden. Die Absolventen erhalten eine staatliche Abschlussbezeichnung anstelle eines akademischen Grades.
In Baden-Württemberg wurden die Berufsakademien im März 2009 durch die Duale Hochschule Baden-Württemberg abgelöst. Da diese nun den Status einer Hochschule haben, erhalten seitdem auch alle Absolventen einen akademischen Abschluss. |
Und genau das ist der springende Punkt. Alleine die Bezeichnung "Bachelor" bringt dir rein gar nichts, denn nur der akademische Grad erlaubt dir die Aufnahme eines Master-Studiums.
Einzig in Baden-Württemberg funktioniert es eben, wo die Absolventen der dortigen DHBW auch einen akademischen Abschluss erhalten. |
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Mr Hankey Newbie


Anmeldungsdatum: 02.08.2012 Beiträge: 8
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Verfasst am: 08 Aug 2012 - 19:34:04 Titel: |
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Ich studiere an einer DHBW, damals BA. War etwas ungenau ausgedrückt, da trotz Hochschulstatus immernoch viele von der BA reden.
Deshalb mache ich mir um die Voraussetzungen weniger sorgen. Natürlich werten viele den Bachelor einer BA/DH als minderwertiger, aber wenn mein Abschluss so gut wird wie vorgenommen, mache ich mir über die Voraussetzungen für ein Masterstudium keine Sorgen. Was zum Zeitpunkt meines Abschlusses Lage ist, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Ich möchte dennoch schon so weit es geht planen, was mich zu meiner ursprünglichen Frage zurückbringt...siehe Eröffnungspost. |
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Hamartis Newbie


Anmeldungsdatum: 26.09.2011 Beiträge: 15
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Verfasst am: 08 Aug 2012 - 22:44:19 Titel: |
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Ah ok, dann passt das.
Wobei ich deine konkrete Frage aus dem Startpost auch nicht so ganz verstehe
Geht es dir um die Wahl der Hochschule?
Wenn ja, dann würde ich v.a. darauf schauen, wie du dich im Studium ausrichten kannst und was so im Studienplan geboten (und gefordert) wird. Das ist das, wonach du primär Ausschau halten solltest. Denn das ist das, was dich danach für die Arbeit qualifiziert. |
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hbr Senior Member


 Anmeldungsdatum: 03.03.2006 Beiträge: 1851
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Mr Hankey Newbie


Anmeldungsdatum: 02.08.2012 Beiträge: 8
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Verfasst am: 09 Aug 2012 - 11:29:08 Titel: |
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Ja genau, ich möchte wissen, welche Hochschulen gut sind.
Mir wäre schon wichtig, dass sie einen guten Ruf hat, wenn es um Informatik geht. Super wären natürlich das KIT, die RWTH usw...aber die bieten nur reine Informatik Master an. Für allgemeine Informatik fehlt mir einfach das Wissen in technischer und theoretischer Informatik. Von theoretischer Informatik habe ich geringes Wissen, doch das Interesse daran ist hoch. Bei technischer Informatik fehlt beides gänzlich.
Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre ein Informatik Masterstudium, in dem ich mich wirklich stark individuell ausrichten und somit anwendungsorientiert studieren und Fächer wie technische Informatik unberücksichtigt lassen kann.
Angewandte Informatik bieten wirklich nicht viele Hochschulen an. Was glaubt ihr, ist AI wie WI wieder nur "nichts halbes und nichts ganzes"? |
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Hamartis Newbie


Anmeldungsdatum: 26.09.2011 Beiträge: 15
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Verfasst am: 09 Aug 2012 - 12:49:56 Titel: |
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Ich sehe das ganze anders: Ob etwas "nichts halbes und nichts ganzes" ist, ist erst mal für dich recht egal, so lange du damit auch einen guten Job findest. Und das wirst du mit einem WI-Master definitiv. Die Nachfrage der Unternehmen ist vorhanden. WI ist einfach eine Ausrichtung der Informatik auf wirtschaftliche Anwendungen, was sehr vielen Unternehmen sehr gut gefällt.
Bei AI sieht es schon etwas anderes aus, das ist tatsächlich "nichts halbes und nichts ganzes". Stattdessen ist es - je nach Standpunkt und Ausrichtung des konkreten Studiengangs - entweder "Informatik light edition", oder inhaltlich eine Fortführung von Ausbildungsinhalten an einer Hochschule.
Bei einem reinen Informatik-Master wirst du - zumindest an den großen Hochschulen wie KIT, RWTH und TUM - sehr große Probleme bekommen, wenn dir die Basis aus dem Bachelor fehlt. Man kann sich zwar seinen Informatik-Master von den konkreten Vorlesungen her größtenteils selber zusammenstellen, aber das unterliegt recht engen Auflagen. Ich zum Beispiel muss eine gewisse Mindestanzahl an Credits in den Bereichen theoretische Informatik und wissenschaftliches Rechnen erbringen. Da kommt man im normalen Informatik-Master nicht dran vorbei. Und wenn du nicht im Bachelor schon entsprechende Mathematik-Veranstaltungen (Diskrete Mathematik, Numerik etc) und theoretische Informatik gehört hast, kannst du dir das gleich abschminken. Dann hast du da so gut wie gar keine Chance.
Ich würde an deiner Stelle - weil AI tatsächlich in die "Nichts halbes, Nichts ganzes"-Kategorie fällt - einen WI-Master machen. Der wird auch von der Wirtschaft nachgefragt. Kannst dir ja mal Gehaltsstatistiken suchen.
Und für dich persönlich solltest du deine Hochschule, wie bereits gesagt, vor allem nach dem (möglichen oder vorgegebenen) Studienplan auswählen. Natürlich gibt es signifikante Unterschiede bei der Ausbildung zwischen Wald-und-Wiesen-Unis und den großen Universitäten; der Ruf der Hochschulen mit eben einem besseren Ruf kommt nicht von ungefähr. Dennoch: Wenn du dich später auf eine Stelle bewirbst, zählt zu aller erst, ob du auf das Stellenprofil passt und für die Stelle qualifiziert bist. Und über die Wahl der entsprechenden Hochschule kannst du selber festlegen, für was du dich qualifizieren kannst, durch die gebotenen Studieninhalte. |
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Mr Hankey Newbie


Anmeldungsdatum: 02.08.2012 Beiträge: 8
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Verfasst am: 09 Aug 2012 - 15:06:21 Titel: |
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Ich sehe das ganze ja aus der Sicht eines Studenten, der mit der WI oder BWL später nicht mehr viel zu tun haben möchte. Wenn ich mich jetzt nochmal umentscheiden könnte, würde ich allgemeine Informatik studieren. Die Praxisphasen und Betreuung sind jedoch jetzt so gut, dass ich den Bachelor durchziehe. Im Master möchte ich dann lieber den Schwerpunkt auf Informatik legen. Deshalb kommt ein WI Master für mich nicht in Frage. Ich habe mir manche Modulpläne für den WI Master angeschaut und festgestellt, dass der Informatik Teil sehr gering ist. Umfangreicher vertreten sind die Wirtschaftsinformatikthemen, wie E-Business, Data-Mining etc. Und das dann sehr tiefgehend. Da steckt natürlich auch Informatik drin, aber es geht eher um die Konzepte statt um die Realisierung. Kurz und knapp - nichts für mich!
Ich würde gerne verstehen, warum angewandte Informatik nichts halbes und nichts ganzes ist (für mich als Informatikfan). Bei WI lernt man nur oberflächlich Programmieren, nur grundlegende Konzepte von Hardware, nur grobe Inhalte von Kommunikationssystemen. Ebenso wenig lernt man über BWL und VWL. IT Projekte leiten kann ich später. Toll für die, denen das Spaß macht. Ich gehört nicht dazu.
Um trotz B.Sc. in WI noch die Auffahrt auf den Informatikhighway zu bekommen, muss ich mich eben mit einer "abgeschwächteren" Variante der allgemeinen Informatik zufrieden geben. Siehst du ja auch so, Informatik geht einfach (wahrscheinlich) nicht. Und jetzt frage ich mich, ob deine Meinung zu AI die allgemein vertretene oder deine spezielle ist. Für mich ist AI einfach Informatik mit geringem bzw. keinem technischem Anteil und geringerem mathematischen/theoretischen Anteil. Mann kann sein/seine Anwendungsfach/-fächer selber wählen. Perfekt für jene wie mich, die später wie WIler an großen Softwareprojekten als Entwickler mitarbeiten möchten, nur eben nicht nur im wirtschaftlichen Bereich. Der Wechsel von WI zu AI wird nicht leicht und ich werde einiges nachholen müssen, doch ich denke es ist machbar und wenn ich nicht zu schlecht abschließe dürfte mich auch die ein oder andere Hochschule nehmen. (Kenne bereits welche, die genau das gemacht haben, nur weiterhin dual, was ich nicht möchte). Jetzt habe ich ja wieder einiges dazu geschrieben. Liege ich damit vollkommen daneben? |
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Hamartis Newbie


Anmeldungsdatum: 26.09.2011 Beiträge: 15
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Verfasst am: 09 Aug 2012 - 16:00:23 Titel: |
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Nein, diese Meinung über AI ist - zu Recht - weit verbreitet.
Bedenke, dass sich Informatik als die Wissenschaft der (automatisierten) Informationsverarbeitung versteht. Dahinter stehen abstrakte Methodiken und theoretische Fundamente, wie Algorithmik, Datenstrukturen, effiziente und effektive Problemlösung und so weiter. Aufgebaut ist das Ganze auf der Mathematik. Du kannst keine guten Datenstrukturen (für richtige informatische Systeme, wie Datenbanken z.B.) formulieren, ohne Kenntnisse von diskreter Mathematik und Graphentheorien zu haben. Du kannst keinem großen technischen System Herr werden, ohne es mit formalen Modellen zu modellieren (theoretische Info etc), und ohne die Eigenschaften seiner kleinsten Teile zu kennen (womit wir bei technischer Informatik wären).
Was ist aber, wenn man nun Informatik auf die Anwendung beschränkt, also zur Angewandten Informatik kommt? Wenn du dich auf die Anwendung beschränkst sind all diese theoretischen Betrachtungen außen vor. Aber genau diese Überlegungen machen die reine Informatik aus.
Somit ist Angewandte Informatik eben genau das, was diejenigen mit Ausbildung machen, nur auf höherem Niveau. Leute mit Berufsausbildung, also Fachinformatiker (AE oder SI) wenden auch nur das an, was davor entwickelt wurde. Und diese Entwicklungen fußen auf der reinen Informatik als Wissenschaft. Die Angewandte Informatik beschäftigt sich aber damit nicht - sie wendet nur an.
Daher ist Angewandte Informatik nichts Halbes und nichts Ganzes. Sie beschäftigt sich somit vor allem nur mit den einfachen Dingen statt den grundlegenden theoretischen Überlegungen. Das macht ein Studium der AI wesentlich einfacher.
Ganz ehrlich: Ich bezweifle stark, dass ein Master in reiner Informatik an einer guten Uni oder Hochschule überhaupt schaffbar ist, ohne einen Bachelor in Informatik. Nicht umsonst ist ein Master in Informatik meist nur konsekutiv angeboten, und richtet sich ausdrücklich nicht an Fachfremde.
Ich selber hatte schon Probleme, die härteren Vorlesungen des Bachelors überhaupt zu bestehen, also Mathe und theoretische Info, wie der Großteil aller anderen auch. ich denke, die Durchfallquoten in solchen Klausuren sind allgemein bekannt (vergleich die mal mit den Durchfallquoten, die du in deinem Studium an der DHBW hattest). Und ohne diese Veranstaltungen des Bachelors als Basis, welche schon hart genug sind, den Master bestehen? Keine Chance.
Wenn du nur auf den Titel aus bist - also Master in Informatik - kannst du dir absichtlich eine Universität oder Hochschule suchen, die diese Anforderungen an dich nicht stellt, sodass du auch eine Chance hast, durch den Master in Informatik durchzukommen. Aber das würde deinem Ziel, einen gut anerkannten Abschluss zu kriegen, vollkommen zu wider laufen.
Und eben genau deswegen - Informatik Master nicht zu schaffen ohne die Grundlagen, zumindest nicht an einer guten Uni/Hochschule & AI nichts Halbes, nichts Ganzes - hatte ich dir zu WI geraten.
Wenn du auf keinen Fall WI machen willst, dann solltest du in Richtung solcher Studiengänge wie dem gehen, den hbr vorgeschlagen hat. Also irgendwelche nichtkonsekutiven Master aus dem informatischen Bereich. Diese richten sich ausdrücklich auch an Leute, die keinen B.Sc. in Informatik haben. Der konkret von hbr genannte sieht tatsächlich gut aus, weil du dort auch mehr aus dem Bereich Informatik machen kannst, ohne gleich einen vollen Master Informatik machen zu müssen. |
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just_phil Senior Member


Anmeldungsdatum: 23.08.2008 Beiträge: 846
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Verfasst am: 09 Aug 2012 - 17:36:38 Titel: |
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An dieser Stelle würde ich als AI-Master-Student gern einsteigen und meine Eindrücke schildern.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
Bedenke, dass sich Informatik als die Wissenschaft der (automatisierten) Informationsverarbeitung versteht. Dahinter stehen abstrakte Methodiken und theoretische Fundamente, wie Algorithmik, Datenstrukturen, effiziente und effektive Problemlösung und so weiter. Aufgebaut ist das Ganze auf der Mathematik. |
D'accord.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Du kannst keine guten Datenstrukturen (für richtige informatische Systeme, wie Datenbanken z.B.) formulieren, ohne Kenntnisse von diskreter Mathematik und Graphentheorien zu haben. Du kannst keinem großen technischen System Herr werden, ohne es mit formalen Modellen zu modellieren (theoretische Info etc), und ohne die Eigenschaften seiner kleinsten Teile zu kennen (womit wir bei technischer Informatik wären). |
Jo, Wissen aus diesen Gebieten ist für einen Informatiker essentiell, da stimme ich ebenfalls zu, ohne geht es nicht.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Was ist aber, wenn man nun Informatik auf die Anwendung beschränkt, also zur Angewandten Informatik kommt? Wenn du dich auf die Anwendung beschränkst sind all diese theoretischen Betrachtungen außen vor. Aber genau diese Überlegungen machen die reine Informatik aus. |
Hier würde ich gern einhaken: Dass man sich lediglich auf die Anwendung (wovon eigentlich?) "beschränkt", kann ich nicht unbedingt bestätigen. Wer seinen Anwendungsschwerpunkt beispielsweise auf Bio- oder Medizininformatik legt, benötigt dennoch die oben genannten (und im Studium auch vermittelten) Informatik-Basics, um überhaupt etwas "Anwendbares" zu erschaffen bzw. eine adäquate (und nicht nur eine funktionierende!) Lösung für ein vorhandenes Problem zu finden. Ein Informatiker, der nicht weiß, wie er einen Algorithmus optimieren kann oder sich über die Grenzen der Machbarkeit und/oder Leistungsfähigkeit nicht im Klaren ist, ist eigentlich kein Informatiker.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Somit ist Angewandte Informatik eben genau das, was diejenigen mit Ausbildung machen, nur auf höherem Niveau. Leute mit Berufsausbildung, also Fachinformatiker (AE oder SI) wenden auch nur das an, was davor entwickelt wurde. |
Hmm, ich weiß nicht, was Fachinformatiker während ihrer Ausbildung konkret lernen, daher möchte ich mir kein Urteil erlauben. Allerdings klingt die Tätigkeit eines AI-Absolventen hier nach meiner Auffassung nach 1. Problem erkennen, 2. bestehendes Tool suchen, 3. Tool anwenden(!), 4. Ergebnis erhalten. Das hat aber wenig mit der tatsächlichen Arbeit zu tun, auch wenn man seine Werkzeuge durchaus kennen und richtig einzusetzen wissen muss.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Und diese Entwicklungen fußen auf der reinen Informatik als Wissenschaft. Die Angewandte Informatik beschäftigt sich aber damit nicht - sie wendet nur an. |
Ich glaube, man müsste wirklich die Begrifflichkeit "Anwendung" nochmal klären. Ich würde sagen, dass man tatsächlich reale(!) Probleme eines ganz konkreten Diskurs- oder Anwendungsbereiches auf Grundlage der Möglichkeiten, die die Wissenschaft Informatik bietet, analysiert und ebenso reale Lösungen anbietet - ähnlich einem Ingenieur, dem das abstrakte Modell eines perfekten, fehlerfreien Systems bekannt ist, der aber eine Komponente für irdische Verhältnisse konzipieren muss, in denen Staub, Reibung oder Verschleiß existieren.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Daher ist Angewandte Informatik nichts Halbes und nichts Ganzes. Sie beschäftigt sich somit vor allem nur mit den einfachen Dingen statt den grundlegenden theoretischen Überlegungen. Das macht ein Studium der AI wesentlich einfacher. |
Dass das AI-Studium vom Intellektuellen Anspruch leichter ist, kann ich mir je nach Hochschule vorstellen, aber ich sehe schon eine sehr große Schnittmenge zwischen Allgemeiner und Angewandter Informatik, wobei erstgenannte sicherlich im analytisch-theoretischen Bereich noch tiefer geht, keine Frage. Wenn man aber danach geht, was Absolventen beider Fachrichtungen letztendlich auf dem Arbeitsmarkt tun, werden die Grenzen häufig unscharf. Ich arbeite beispielsweise mit Wirtschaftsinformatikern, allgemeinen Informatikern, angewandten Informatikern, Elektrotechnik- und Maschinenbauingenieuren zusammen, ohne dass es da ein nennenswertes Kompetenzgefälle in unserem Anwendungsgebiet, der Telemedizin, gibt. Dennoch gibt es auch Bereiche, wo die reinen Theoretiker mit ihrem Wissen sicherlich Vorteile haben, es kommt wirklich darauf an, was Du später mit dem Master machen möchtest, "nichts Halbes und nichts Ganzes" finde ich jedenfalls nicht unbedingt gerechtfertigt, aber da gehen die Meinungen eben immer wieder auseinander. Ich empfehle Dir daher durchaus ein Masterstudium der AI, wenn für Dich klar ist, dass Dich die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Wirtschaftsinformatik nur am Rande begeistern und Du interessiert daran bist, theoretisches Know-How der Informatik mit konkreten (aber nicht minder komplexen!) Problemen eines für Dich spannenden Fachgebietes zu verknüpfen.
Das soll jetzt übrigens keinesfalls die Einleitung für einen weiteren "vs."-Thread werden, denn die sind absolut unnötig.  |
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Mr Hankey Newbie


Anmeldungsdatum: 02.08.2012 Beiträge: 8
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 15:54:31 Titel: |
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just_phil, auf welchen Bachelor hast du denn deinen Master aufgesetzt? Ist die verbreitete Meinung über AI wirklich so, wie von Hamartis geschildert?
Wie sieht es denn mit den Berufschancen eines angewandten Informatikers aus? Die haben doch den Vorteil, dass sie sich bereits in einigen Anwendungsbereichen auskennen und schneller den Einstieg in die Berufswelt finden. Allgemeine Informatiker könnten sich doch da etwas schwerer tun, oder? Oder werden die reinen Informatiker vorgezogen, die angewandten hingegen eher "belächelt"? Wo seht ihr Vor-/Nachteile eines angewandten/allgemeinen Informatikers?
Für mich muss es doch irgendeinen Weg geben, in Richtung Informatik zu gehen. Angewandte Informatik macht auf mich einen attraktiven Eindruck, aus den schon genannten Gründen. Wenn ich aber hier höre, dass der allgemeine Ruf kein gerade guter ist und ich als "etwas besserer Fachinformatiker" gelten könnte, verunsichert mich das wieder. |
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just_phil Senior Member


Anmeldungsdatum: 23.08.2008 Beiträge: 846
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 17:11:54 Titel: |
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| Mr Hankey hat folgendes geschrieben: |
| just_phil, auf welchen Bachelor hast du denn deinen Master aufgesetzt? |
Konsekutiv, also AI-Bachelor und nun AI-Master...
| Mr Hankey hat folgendes geschrieben: |
| Ist die verbreitete Meinung über AI wirklich so, wie von Hamartis geschildert? |
Zumindest in den Institutionen, wo ich bisher einer Praktikanten-, Werkstudenten- oder Projekttätigkeit nachgegangen bin (Softwareentwicklung im telemedizinischen Bereich, System- und Netzwerkadministration, Webentwicklung/SEO), kann ich das definitiv nicht bestätigen. Die Fachrichtung bzw. die "Ausprägung" des Informatikstudiums spielte bis dato nie eine Rolle, es kam nur darauf an, was man tatsächlich drauf hatte.
| Mr Hankey hat folgendes geschrieben: |
| Wie sieht es denn mit den Berufschancen eines angewandten Informatikers aus? Die haben doch den Vorteil, dass sie sich bereits in einigen Anwendungsbereichen auskennen und schneller den Einstieg in die Berufswelt finden. Allgemeine Informatiker könnten sich doch da etwas schwerer tun, oder? Oder werden die reinen Informatiker vorgezogen, die angewandten hingegen eher "belächelt"? Wo seht ihr Vor-/Nachteile eines angewandten/allgemeinen Informatikers? |
Ich habe wie gesagt Kollegen unterschiedlichster Informatikhintergründe von Universitäten und Fachhochschulen und da wird niemand "belächelt" oder Ähnliches. Einarbeiten muss sich eh jeder, ich denke nicht, dass man da als AI'ler besondere Vorteile hat oder der allgemeine Informatiker wegen seiner Ausbildung mit stärkerem Theoriefokus und evtl. weniger Praxisbezug benachteiligt ist. Ein Kollege, der Allgemeine Informatik studiert hatte, musste sich aber beispielsweise die Arbeit mit Java und Entwicklungsumgebungen beibringen, er hatte vorher eher mit Haskell und MATLAB gearbeitet. Ist aber alles kein Problem, wer die Grundkonzepte kennt, kann (und muss!) sich fehlendes Wissen schnell nebenbei aneignen. Was die Berufschancen angeht, sehe ich je nach Bereich wie gesagt keine großen Unterschiede, mir wurden aufgrund des AI-Studiums bisher noch keinerlei Steine in den Weg gelegt, weil es an fachlicher Qualifikation gefehlt hätte oder Ähnliches. Es gibt aber selbstverständlich auch Bereiche, wo eben jene Kompetenzen im Besonderen gefordert sind, die Hamartis hervorgehoben hat, und wo der Uni-Absolvent der Allgemeinen Informatik möglicherweise einen Vorteil hat, muss er aber nicht zwingend. Genauso kann es auch umgekehrt sein, Stellenanzeigen geben ja meist schon eine grobe Auskunft darüber, welches Wissen tatsächlich im Job gefordert ist. Die Frage ist: Wo soll's hingehen?
| Mr Hankey hat folgendes geschrieben: |
| Für mich muss es doch irgendeinen Weg geben, in Richtung Informatik zu gehen. Angewandte Informatik macht auf mich einen attraktiven Eindruck, aus den schon genannten Gründen. Wenn ich aber hier höre, dass der allgemeine Ruf kein gerade guter ist und ich als "etwas besserer Fachinformatiker" gelten könnte, verunsichert mich das wieder. |
Ich kann diese Meinung über einen schlechten Ruf zumindest in der Wirtschaft und angewandten Forschung bislang überhaupt nicht teilen, habe aber auch noch nicht mit Fachinformatikern zusammengearbeitet. Ich bleibe dabei, dass ein AI-Master für Dich passend sein und Dir durchaus attraktive Jobaussichten bescheren könnte.  |
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iLike Junior Member


Anmeldungsdatum: 18.09.2011 Beiträge: 60
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Hamartis Newbie


Anmeldungsdatum: 26.09.2011 Beiträge: 15
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 19:45:03 Titel: |
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Der Vorschlag von iLike ist auch gut. Das ist genau ein solcher Studiengang aus dem Bereich der Informatik, den ich gemeint hatte. Dennoch finde ich den, den hbr gepostet hat, noch immer besser.
@just_phil: Warum gibt es dann überhaupt Angewandte Informatik, wenn die Angewandte Informatik doch ebenso wissenschaftlich wie die reine Informatik vorgeht?
Noch ein Punkt: Die von dir genannten Tätigkeiten sind - bis auf die Telematik-Software-Entwicklung - genau das, was normalerweise Fachinformatiker machen. Damit bestätigst du exakt meine These. Systemadministrator ist das Berufsziel vom Fachinformatiker Fachrichtung SI, und in den meisten Unternehmen wird dieser Job auch von einem FI-SI ausgeführt (außer die ganz großen, die das als Dienstleistung zum Outsourcen anbieten - nur da kommen mehrheitlich Studierte zum Einsatz). Ehrlich gesagt wäre ich mir nach dem Studium "zu fein", um danach als Sysadmin ein Netz zu verwalten. Für so nen Quatsch habe ich doch nicht studiert, da hätte auch der Wissensstand einer Ausbildung gereicht.
Selbiges beim SEO/Webentwicklung: Dafür braucht man beim besten Willen nicht studieren, und erst recht kein wissenschaftliches Studium machen. Genau das ist ebenfalls eigentlich dein typischer Bereich für Ausgebildete, außer es geht um Large-Scale SEO für große Werbefirmen. Da wiederum kämen dann Studierte zum Einsatz.
Einzig die Softwareentwicklung im telemedizinischen Bereich ist etwas, wo man üblicherweise wirklich ein Studium für braucht.
| just_phil hat folgendes geschrieben: |
| Zumindest in den Institutionen, wo ich bisher einer Praktikanten-, Werkstudenten- oder Projekttätigkeit nachgegangen bin (Softwareentwicklung im telemedizinischen Bereich, System- und Netzwerkadministration, Webentwicklung/SEO), kann ich das definitiv nicht bestätigen. Die Fachrichtung bzw. die "Ausprägung" des Informatikstudiums spielte bis dato nie eine Rolle, es kam nur darauf an, was man tatsächlich drauf hatte. |
Natürlich, weil die genannten Tätigkeiten - wie gesagt - gar kein Studiumswissen voraussetzen, bis auf eben den telemedizinischen Software-Part.
Aber zurück zum AI-Studium: Wie erwähnt, wenn es doch keine signifikanten Unterschiede zwischen normaler Informatik und Angewandter Informatik gibt, warum gibt es dann die zwei Studiengänge? Nicht umsonst bieten die renommiertesten Unis im Bereich Informatik nicht mal Angewandte Informatik-Studiengänge an. Denn wie auch durch zwei der drei von dir Tätigkeiten gezeigt, braucht es für sowas eh kein Studium.
Mehrere Komillitonen, die mit mir im ersten Semester gestartet sind, haben übrigens zu AI gewechselt, wegen dem Schwierigkeitsgrad. Die Anteile an Mathematik, technischer Informatik sowie theoretischer Informatik waren weitaus geringer. Die Fundierung ist somit durchaus eine andere. Was die einzelnen Leute daraus machen, ist aber von Person zu Person unterschiedlich. |
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FH-Spacken Senior Member


 Anmeldungsdatum: 20.04.2009 Beiträge: 1525
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 19:59:41 Titel: |
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| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
@just_phil: Warum gibt es dann überhaupt Angewandte Informatik, wenn die Angewandte Informatik doch ebenso wissenschaftlich wie die reine Informatik vorgeht?
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Die Herangehensweise ist natürlich in beiden Fällen gleich wissenschaftlich. Unterschiedlich sind aber die behandelten Themen. In der theoretischen Informatik wirst du halt das Pumping Lemma rauf und runter beweisen oder irgendwelche anderen abstrakten Dinge behandeln. Die angewandte Informatik ist da praxisnäher und widmet sich Themen aus der Praxis wie Software Engineering, betrieblichen Informationssystem usw.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
Noch ein Punkt: Die von dir genannten Tätigkeiten sind - bis auf die Telematik-Software-Entwicklung - genau das, was normalerweise Fachinformatiker machen. Damit bestätigst du exakt meine These. Systemadministrator ist das Berufsziel vom Fachinformatiker Fachrichtung SI, und in den meisten Unternehmen wird dieser Job auch von einem FI-SI ausgeführt (außer die ganz großen, die das als Dienstleistung zum Outsourcen anbieten - nur da kommen mehrheitlich Studierte zum Einsatz). Ehrlich gesagt wäre ich mir nach dem Studium "zu fein", um danach als Sysadmin ein Netz zu verwalten. Für so nen Quatsch habe ich doch nicht studiert, da hätte auch der Wissensstand einer Ausbildung gereicht.
Selbiges beim SEO/Webentwicklung: Dafür braucht man beim besten Willen nicht studieren, und erst recht kein wissenschaftliches Studium machen. Genau das ist ebenfalls eigentlich dein typischer Bereich für Ausgebildete, außer es geht um Large-Scale SEO für große Werbefirmen. Da wiederum kämen dann Studierte zum Einsatz.
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Ich selbst bin Software-Ingenieur/Consultant. Die Firma, bei der ich arbeite, stellt überhaupt keine Fachinformatiker ein und auch Bachelor sind noch die Ausnahme. Obwohl wir nur betriebswirtschaftliche (ich überwiegend in der Transportlogistik) System entwickeln, sind diese Projeklte so groß und komplex, dass man eben i.d.R. dafür studiert haben sollte.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
Aber zurück zum AI-Studium: Wie erwähnt, wenn es doch keine signifikanten Unterschiede zwischen normaler Informatik und Angewandter Informatik gibt, warum gibt es dann die zwei Studiengänge? Nicht umsonst bieten die renommiertesten Unis im Bereich Informatik nicht mal Angewandte Informatik-Studiengänge an. Denn wie auch durch zwei der drei von dir Tätigkeiten gezeigt, braucht es für sowas eh kein Studium.
Mehrere Komillitonen, die mit mir im ersten Semester gestartet sind, haben übrigens zu AI gewechselt, wegen dem Schwierigkeitsgrad. Die Anteile an Mathematik, technischer Informatik sowie theoretischer Informatik waren weitaus geringer. Die Fundierung ist somit durchaus eine andere. Was die einzelnen Leute daraus machen, ist aber von Person zu Person unterschiedlich. |
Das ist häufig Pseudo-Elitarismus. Ich arbeite auch mit Informatikern aller Coleur, Physikern, Ingenieuren, promovierten Mathematikern usw. zusammen. Klar, ich als Wi-Bachelor hatte es Schwierigkeiten, weil ich einiges an Theorie in Eigenregie nacharbeiten musste. Aber ein Master der theoretischen Informatik wäre sicher nicht notwendig gewesen. Wirklich Sinn macht es dann, wenn du eine akademische Karriere an der Uni anstrebst oder in Research-Abteilungen großer IT-Unternehmen arbeiten willst. Für alle anderen Jobs reicht IMHO ein Master in AI locker. _________________ B.Sc. Wirtschaftsinformatik (7 Semester)
Software-Ingenieur/IT-Consultant
Aktiver Reservist (Oberleutnant d.R.)
Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. |
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Hamartis Newbie


Anmeldungsdatum: 26.09.2011 Beiträge: 15
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 22:25:05 Titel: |
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Ich denke nicht, dass die Herangehensweise gleich wissenschaftlich ist. Wie gesagt, nehrere Komillitonen von mir (und unter denen auch ein Freund, von dem ich es dementsprechend detailliert weiß), haben im Bachelor von reiner Informatik auf Angewandte Informatik gewechselt. Und bei denen hat sich Lernpensum gleich arg reduziert, weil die wirklich schwierigen Dinge - also Mathematik-Vorlesungen, theoretische Informatik und ähnliches - qualitativ wie quantitativ gleich stark reduziert wurden.
Natürlich reicht für viele Tätigkeiten der Informatik ein Abschluss in Angewandter Informatik aus, das ist meinerseits unbezweifelt. Aber die Tätigkeiten, die just_phil da aufgezählt hat, sind unglaublich schlechte Beispiele, weil sie beim besten Willen kein Studium erfordern, bis eben auf die Telemedizin-Software-Entwicklung.
ich weiß auch nicht, wie groß deine Firma ist, aber die Firmen hier am Standort haben meistens eine Arbeitsaufteilung, bei welcher die Studierten v.a. die Software planen, konzipieren und designen, während die Fachinformatiker implementieren. Die FI brauchen nicht mal die ganze Software zu verstehen, da sie im Zweifelsfall ihre Vorgaben aus den Ticket-Systemen erhalten.
Meine Arbeit liegt in der Wissenschaft. An meinem Institut sind keinerlei AIler, nur eine Handvoll WIler und der Rest sind alles Informatiker. Klar, Forschung ist ein Extrembeispiel - aber ein AI-Studium ist nicht so stark wissenschaftlich fundiert. Das lässt sich ja auch einfach sehen, wenn man Studienpläne bzw. deren Pflichtveranstaltungen vergleicht. Während ich in meinem Bachelor 5 obligatorische Mathe-Vorlesungen, zwei zu technischer und eine sehr umfangreiche zu theoretischer Informatik hatte hatte, sehen viele Studienpläne der Angewandten Informatik nur weniger umfangreiche Veranstaltungen zu theoretischer Informatik vor, weniger zu technischer Informatik und weit weniger in der Mathematik. Beispielsweise "Mathematik 1 für Informatiker" plus "Mathematik 2 für Informatiker", und gut ist. Das ist einfach ein enormer Unterschied. Und zumindest bei dem Freund von mir, der zu AI gewechselt ist, waren plätzlich Graphentheorie, Algorithmik und Datenstrukturen auch nur noch weit oberflächlicher behandelt.
Das sollen alles keine Wertungen sein, sondern nur Erfahrungsberichte, was ich von meinem Studium und im Vergleich dazu von anderen AI-Studenten weiß. Ich gehe davon aus, dass für 60% aller ausgeschriebenen Stellen der Informatik ein AI-Abschluss auch reicht. Aber ich denke nicht, dass die Fundierung gleich ist, sonst würden - wie gesagt - verschiedene Studiengänge keinen Sinn machen. Während der normale Informatiker eine breitere und tiefere Fundierung gekriegt hat, hat der Angewandte Informatiker sich eben bereits mit der Anwendung spezialisiert - häufig hat man es in AI-Plänen ja sogar, dass man dort einen Anwendungszweig wie Medieninformatik wählen kann. Kurzfristig ist der AIler somit - für den einen Anwendungsbereich - auf dem Arbeitsmarkt vermutlich sogar mehr Wert für Unternehmen, weil er von dem einen Teilbereich mehr Ahnung hat. Langfristig kann sich aber ein Informatiker auch in diesen Anwendungs-Bereich einarbeiten. Die Theorie aber noch im Nachhinein zu büffeln - also Mathe und theoretische Info - ist da schon schwerer.
Nebenbei wird es wohl auch einen Grund in der Tradition von Studiengängen in Deutschland geben, warum man an den Unis mit eher sehr gutem Ruf für Informatik keine AI-Studiengänge findet: Das Konzept der Studiengänge im technischen und Ingenieurs-Bereich in Deutschland ist seit je her, eine breite wissenschaftliche Fundierung zu legen. Indem in der AI an der Seite gespart wird, bricht sie ein Stück weit mit diesem Konzept.
Wie gesagt, das ist alles keine Wertung oder als "Dissen" auf den AI-Studiengang gedacht. Ich denke, dass für mehr als die Hälfte aller ausgeschriebenen Stellen AIler so gut geeignet sind wie Informatiker, v.a. da mittlerweile ein Großteil der Informatiker-Stellen ja Software Engineering und andere marktorientierte Tätigkeiten mit festen Vorgaben sind. Dennoch gibt es auch viele Stellen - v.a. im R&D-Bereich, Forschung allgemein sowie bei der Konzeption sehr großer Systeme - Vorteile auf Informatiker-Seite, auf Grund der breiteren und tieferen Fundierung. Nicht umsonst bleiben die meisten Informatik-Fakultäten auch bei der wissenschaftlich fundierten Variante der Informatik, das hat schon seinen Sinn. |
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just_phil Senior Member


Anmeldungsdatum: 23.08.2008 Beiträge: 846
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 22:47:18 Titel: |
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| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
@just_phil: Warum gibt es dann überhaupt Angewandte Informatik, wenn die Angewandte Informatik doch ebenso wissenschaftlich wie die reine Informatik vorgeht?  |
Ich vermute, Du hast mich missverstanden. Dass in der Ausbildung (mitunter gravierende) Unterschiede existieren, sehe ich genauso, darum erwähnte ich bereits oben, dass ich einen Niveauunterschied hinsichtlich der theoretischen Tiefe je nach Hochschule und Studiengang durchaus nachvollziehen kann, mit wissenschaftlichen Methoden wird aber in jedem Studiengang gearbeitet, das sollte der AI nicht abgesprochen werden.
Anstatt einer Grundsatzdiskussion bestand mein Anliegen auch eher darin, dem Threadersteller aufzuzeigen, dass es einfach sehr, sehr viele Bereiche im Informatikumfeld gibt, in denen man sich keinesfalls mit einem AI-Abschluss irgendetwas verbaut, wie Du es nach meinem Verständnis suggeriert hast. Ob ein Abschluss "nichts Halbes und nichts Ganzes" ist, hängt im Wesentlichen von einem selbst ab. Rein interessenhalber: Du erwähntest, dass eine negative Einstellung gegenüber AI-Absolventen nach Deinem Empfinden weit verbreitet sei, gibt es da Beispiele für? Mir ist das wie gesagt bisher noch nicht begegnet.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Noch ein Punkt: Die von dir genannten Tätigkeiten sind - bis auf die Telematik-Software-Entwicklung - genau das, was normalerweise Fachinformatiker machen. Damit bestätigst du exakt meine These. |
Ich denke, das kann man so aber nicht pauschalisieren. Wie gesagt, ich habe in den genannten Bereichen noch nie mit einem Fachinformatiker zu tun gehabt (dort waren nur Hochschulabsolventen und Studenten involviert). Dass Fachinformatiker in diesem Bereich "normalerweise" arbeiten, dies also die Regel ist, kann ich so nicht bestätigen, obgleich es Unternehmen geben mag, wo Fachinformatiker mit ähnlichen Arbeiten betraut werden (Ausnahmen bestätigen die Regel).
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
Selbiges beim SEO/Webentwicklung: Dafür braucht man beim besten Willen nicht studieren, und erst recht kein wissenschaftliches Studium machen. Genau das ist ebenfalls eigentlich dein typischer Bereich für Ausgebildete, außer es geht um Large-Scale SEO für große Werbefirmen. Da wiederum kämen dann Studierte zum Einsatz.
Einzig die Softwareentwicklung im telemedizinischen Bereich ist etwas, wo man üblicherweise wirklich ein Studium für braucht. |
Wo Studierte tatsächlich zum Einsatz kommen und ob sie dort ausnahmslos mit Tätigkeiten beschäftigt werden, die ein Studium erfordern, hängt aber normalerweise von der Stelle und dem Arbeitgeber ab. Und wenn für Stelle X eben ein Studium Voraussetzung ist, weil Arbeitgeber Y es schlicht so für richtig hält, dann lässt sich das nur schwer ändern.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Natürlich, weil die genannten Tätigkeiten - wie gesagt - gar kein Studiumswissen voraussetzen, bis auf eben den telemedizinischen Software-Part. |
Ob man zwingend in einem Job arbeiten möchte, der Studiumswissen voraussetzt, ist aber ja jedem selbst überlassen, darum auch meine Frage, in welche Richtung der Threadersteller gerne gehen möchte. Stellte sich dabei heraus, dass er gern höchst theoretisch-mathematisch arbeiten möchte und dort seine Stärken sähe, so würde ich meine Empfehlung für ein AI-Studium umgehend zurückziehen, weil es dann von der Ausrichtung tatsächlich unpassend sein könnte. Ich habe aber anhand der Schilderungen in den Ausgangsposts das Gefühl, dass ein etwas praxisnäheres Studium eher in Frage käme, daher auch meine Meinungsbekundung.
Wie gesagt: Ich adressiere mit meinen Aussagen den Threadersteller und dessen Bedenken, dass AI beim Einstieg ins Berufsleben hinderlich sein könnte, etc. Grundsatzdiskussionen über Schwierigkeit oder Ähnliches sind gar nicht in meinem Interesse.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Aber zurück zum AI-Studium: Wie erwähnt, wenn es doch keine signifikanten Unterschiede zwischen normaler Informatik und Angewandter Informatik gibt, warum gibt es dann die zwei Studiengänge? |
Once again: Im Studium gibt es diese Unterschiede definitiv, in vielen real existierenden Informatiker-Berufen spielen viele der sehr theoretischen Kenntnisse aber eine mehr oder minder untergeordnete Rolle.
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Mehrere Komillitonen, die mit mir im ersten Semester gestartet sind, haben übrigens zu AI gewechselt, wegen dem Schwierigkeitsgrad. Die Anteile an Mathematik, technischer Informatik sowie theoretischer Informatik waren weitaus geringer. Die Fundierung ist somit durchaus eine andere. |
Ja, kann ich mir gut vorstellen. Nun ist eben die Frage, ob der Threadersteller beispielsweise auch interessiert an sehr tiefgehenden Kenntnissen der theoretischen Informatik ist oder ob ihm die im AI-Studium vermittelten Inhalte genügen. Formale Sprachen, Berechenbarkeits- und Komplexitätstheorie, Entscheidbarkeitsprobleme und Co. sind hier zumindest auch keine Fremdwörter. *g*
| Hamartis hat folgendes geschrieben: |
| Was die einzelnen Leute daraus machen, ist aber von Person zu Person unterschiedlich. |
Absolut.
EDIT: Und schon ein neuer Beitrag. Ich denke, im Wesentlichen ist alles gesagt, Mr Hankey wird schon die für ihn richtige Wahl treffen.  |
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Jeeeens Full Member


 Anmeldungsdatum: 26.02.2011 Beiträge: 185
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Verfasst am: 10 Aug 2012 - 22:54:32 Titel: |
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Biiiier und Vodkaaaa
Zuletzt bearbeitet von Jeeeens am 12 Aug 2012 - 21:23:56, insgesamt einmal bearbeitet |
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frischell1990 Full Member


Anmeldungsdatum: 11.06.2011 Beiträge: 425
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Verfasst am: 11 Aug 2012 - 01:52:33 Titel: |
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| Ihr BWL Trolls solltet aufhören, Metastasen in anderen Foren zu bilden. |
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FH-Spacken Senior Member


 Anmeldungsdatum: 20.04.2009 Beiträge: 1525
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Verfasst am: 11 Aug 2012 - 12:19:43 Titel: |
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Meine Firma hat 120.000 Mitarbeiter und einen Anteil an Fachinformatiker von 0%. Das finde ich auch richtig, weil große und komplexe Software-Systeme ein abstraktes und ganzheitliches Denken erfordern.
Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass mehr als 60% - wohl eher etwa 90%-95% - aller Stellen für Informatiker kein Wissen theoretischer Informatik auf höchstem Niveau verlangen.
Im Übrigen sind Wirtschaftsinformatik, Technische Informatik, Bio-Informatik, Ingenieurinformatik, Medizininformatik usw. alles Ausprägungen Angewandter Informatik. Mir ist keine Uni bekannt, die nicht mind. einen dieser Studiengänge anbietet.
IMHO machen diese Studiengänge auch Sinn, weil wir eine Wandlung vom Generalistentum zum Spezialistentum erleben (ob man das gut oder schlecht findet, sei dahin gestellt). Dementsprechend wird man (und ich empfehle das auch) sich also relativ früh - oft schon im Bachelor - anfangen zu spezialiseren.
Man muss sich frühzeitig mit der Frage beschäftigen, was man mit seinem Informatikabschluss anfangen will und welche Richtung die geeignetste ist. Wenn ich sehr hardware-nah an irgendwelchen Mikrocontrolleren oder sowas entwickeln will, bietet sich Wirtschaftsinformatik nicht wirklich an, auch theoretische Informatik mit irgendwelchen Halte-Problemen und Turing-Maschinen helfen nicht wirklich. Es bietet sich da eher Angedwandte Informatik mit Ausprägung Technische Informatik (oder sogar Elektrotechnik) an. Das Wissen über Elektro-/Digitaltechnik ist auch nicht so schnell nachgearbeitet bzw. wird kein Arbeitgeber monatelang für Einarbeitung zahlen, dass man dort mit Theoretischer Informatik problemlos einsteigen könnte.
Zur Wissenschaftlichkeit: Das hat erstmal nichts mit quantitativer oder qualitativer Tiefe zu tun. Wissenschaftlichkeit heißt eher, wie man an Probleme herangeht. Angewandte Informatik heißt ja nicht, dass man stumpf Lösungen für bekannte Probleme einpaukt, nicht sauber zitiert, sich nicht mit Ergebnissen aus anwendungsnaher Forschung beschäftigt, keine Komplexen Aufgaben bewältigen muss etc.
Letztlich liegt es auch bei der Hochschule und dem Prof., wie stark er in die Tiefe geht. Ein Fach wie "Datenbanken" kann beliebig aufblähen, in dem mit Relationenalgebra, komplexen Algorithmen, physischer und logischer Optimierung um die Ecke kommt oder formal-mathematisch beweisen soll, warum SQL nicht vollständig touringfähig ist. Man kann sich aber auch ins Computerlabor setzen und lernen, wie man Datenbank aufsetzen, wie man saubere Abfragen erstellt, wie man Performance optimiert, Isolationsstufen richtig setzt oder gegen Datenbanken programmiert. _________________ B.Sc. Wirtschaftsinformatik (7 Semester)
Software-Ingenieur/IT-Consultant
Aktiver Reservist (Oberleutnant d.R.)
Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. |
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Mr Hankey Newbie


Anmeldungsdatum: 02.08.2012 Beiträge: 8
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Verfasst am: 11 Aug 2012 - 15:08:30 Titel: |
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Freut mich, dass ich so viele Meinungen lesen konnte! Tatsächlich möchte ich später in die Softwareentwicklung gehen, nur eben nicht spezialisiert auf wirtschaftliche Probleme. Deshalb AI, nicht WI. Dass jeder unterschiedliche Ansichten hat ist auch normal und ich werde über jeden Standpunkt von euch nachdenken. Wenn noch Fragen auftauchen melde ich mich hier einfach nochmal  |
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FH-Spacken Senior Member


 Anmeldungsdatum: 20.04.2009 Beiträge: 1525
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Verfasst am: 11 Aug 2012 - 15:13:02 Titel: |
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In dem Fall würde ich sogar darüber nachdenken, einen Master in "Software Engineering" zu machen. Viele Unis bieten solche Informatikstudiengänge als Ausprägung Angewandter Informatik heute an. _________________ B.Sc. Wirtschaftsinformatik (7 Semester)
Software-Ingenieur/IT-Consultant
Aktiver Reservist (Oberleutnant d.R.)
Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. |
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