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Ambitionen für Master in angewandter Informatik
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Mr Hankey
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Anmeldungsdatum: 02.08.2012
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 02 Aug 2012 - 22:21:49    Titel: Ambitionen für Master in angewandter Informatik

Hallo,

ich habe schon einige Beiträge in diesem Forum zum Bachelor in AI gelesen, aber keinen gefunden zum Master.

Ich studiere momentan Wirtschaftsinformatik an einer für BAs recht guten BA, weil mir somit die Möglichkeit offen bleibt mich zwischen BWL und Informatik zu entscheiden. Relativ schnell habe ich aber gemerkt, dass mein Interesse fast ausschließlich bei der Informatik liegt. Das WI Studium will ich trotzdem abschließen, weil die Ausbildung super ist und ich es auch ganz gut aushalte.

Ich habe mir eher überlegt, nach dem Bachelor den Master dranzuhängen. Der Bezug zu einem Anwendungsbereich bei WI, nämlich Unternehmenssoftware, stört mich nicht. Ich finde ihn sogar interessant. Ich würde nur gerne etwas breiter aufgestellt sein, weshalb ich den Master in Angewandter Informatik machen möchte. Meine bisherigen Interessen liegen bei der Softwareentwicklung und allen Technologien, die dafür eingesetzt werden, wie Server, Datenbanken, Frameworks etc. Ich habe aber auch Interesse an Mathe und theoretischer Informatik sowie vielen weiteren Themen aus der allgemeinen Informatik. Lediglich technische Informatik ist nicht mein Ding.

Ich sehe bei angewandter Informatik den Vorteil, dass ich mit WI als Grundlage nicht vollkommen planlos in das Studium gehe, die Schwerpunkte bei der Systementwicklung liegen, Mathe und weitere Informatikbereiche oberflächlich dabei sind und die technische Informatik eine geringe oder keine Rolle spielt oder einfach nicht gewählt werden muss.

Soviel zu meinen Gedanken. Für mich stellt sich die Frage, welche Uni oder FH in Frage kommt. Uni Bremen und TU Dortmund sind bis jetzt interessant, weil nicht weit weg von der Heimat. Weil ich selber das BA Studium von der Ausbildung her geringer einschätze als das an einer Uni oder FH, wäre es mir recht, dass ich den Ruf der mir als BAler anhaftet durch ein Masterstudium an einer für Informatik renommierten Hochschule ausgleiche. Ich möchte einen richtig guten Abschluss in der Tasche haben, möchte ein richtiger Informatiker sein und kein Halbwissen als WIler besitzen, möchte zumindest mit dem Gedanken spielen können zu promovieren.

Die Überlegungen sind sehr ernsthaft und ich erhoffe mir ein paar Antworten von Leuten, die wissen wovon sie reden. Ich werde mich nicht morgen wieder für etwas anderes entscheiden, also sind eure Antworten nicht sinnlos. Smile Und falls es jemanden interessiert, ein Durchschnitt von 2,0 oder besser ist drin.
Hamartis
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Anmeldungsdatum: 26.09.2011
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2012 - 13:39:45    Titel:

Meinst du mit BA Berufsakademie? Wenn ja, duales Studium oder normal?

Wenn du normal an einer BA "studierst" (und du dafür vermutlich Geld zahlst), wirst du keine Zulassung zum Master erhalten, irgendwo. BAs jenseits von BaWü sind nicht berechtigt, einen akademischen Bachelor zu vergeben.

Das Problem ist bekannt und breitet sich im Moment aus. Im Gegensatz zum Diplom ist der Titel "Bachelor" rechtlich nicht so gut geschützt, weshalb alle möglichen Institutionen behaupten, einen "Bachelor-Abschluss" verleihen zu können. V.a. viele BAs - die sich das teuer bezahlen lassen - machen damit seit der Bologna-Reform Unmengen an Geld. Öfter auch in Kooperation mit schlechten englischen "Unis". Viele BAs zocken ihre Schüler/Studenten regelrecht ab, weil sie wissentlich mit einem Bachelor, der kein akademischer Grad ist, werben - ohne es den Schülern/Studenten zu sagen. Das ist ein nettes Gechäftsmodell und klappt - leider - sehr gut.

Überprüfe also, ob deine BA staatlich anerkannt akademische Grade verleihen darf, oder nicht. Solange es sich nicht um ein duales Studium handelt, ist das in 99% der Fälle nicht der Fall. Dann wirst du mit deinem "Bachelor" zu keinem Master an einer deutschen Hochschule zugelassen werden.


Selbst wenn deine BA solche akademischen Grade vergeben darf - was sehr unwahrscheinlich ist - wird dein Abschluss noch einer "Prüfung auf Gleichwertigkeit" durch deine gewünschte Master-Hochschule unterzogen. Hierbei wird an Hand deines Transcript of Records geprüft, ob deine Ausbildungsinhalte denen des Bachelors an der Hochschule, wo du den Master machen willst, entsprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies klappt, ist sehr gering, da die Inhalte an BA und Hochschule sehr unterschiedlich sind (außer eben, es geht um ein duales Studium).

Um es dir ein bisschen leichter zu machen, dies zu überprüfen: Die Gesellschaft für Informatik gibt Akkreditierungsvorgaben und Empfehlungen für die Studieninhalte heraus. Suche dir diese (sind im Netz zu finden) und überprüfe, ob deine Ausbildungsinhalte die dortigen Vorgaben erfüllen.


Edit: Die ganze Sache lässt sich auch in der Wikipedia nachlesen:
Zitat:
In der Bundesrepublik Deutschland kann der Bachelor-Abschluss auch an Berufsakademien erworben werden. Die Absolventen erhalten eine staatliche Abschlussbezeichnung anstelle eines akademischen Grades.
In Baden-Württemberg wurden die Berufsakademien im März 2009 durch die Duale Hochschule Baden-Württemberg abgelöst. Da diese nun den Status einer Hochschule haben, erhalten seitdem auch alle Absolventen einen akademischen Abschluss.

Und genau das ist der springende Punkt. Alleine die Bezeichnung "Bachelor" bringt dir rein gar nichts, denn nur der akademische Grad erlaubt dir die Aufnahme eines Master-Studiums.
Einzig in Baden-Württemberg funktioniert es eben, wo die Absolventen der dortigen DHBW auch einen akademischen Abschluss erhalten.
Mr Hankey
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Anmeldungsdatum: 02.08.2012
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2012 - 18:34:04    Titel:

Ich studiere an einer DHBW, damals BA. War etwas ungenau ausgedrückt, da trotz Hochschulstatus immernoch viele von der BA reden.

Deshalb mache ich mir um die Voraussetzungen weniger sorgen. Natürlich werten viele den Bachelor einer BA/DH als minderwertiger, aber wenn mein Abschluss so gut wird wie vorgenommen, mache ich mir über die Voraussetzungen für ein Masterstudium keine Sorgen. Was zum Zeitpunkt meines Abschlusses Lage ist, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Ich möchte dennoch schon so weit es geht planen, was mich zu meiner ursprünglichen Frage zurückbringt...siehe Eröffnungspost.
Hamartis
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Anmeldungsdatum: 26.09.2011
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2012 - 21:44:19    Titel:

Ah ok, dann passt das.

Wobei ich deine konkrete Frage aus dem Startpost auch nicht so ganz verstehe Wink
Geht es dir um die Wahl der Hochschule?

Wenn ja, dann würde ich v.a. darauf schauen, wie du dich im Studium ausrichten kannst und was so im Studienplan geboten (und gefordert) wird. Das ist das, wonach du primär Ausschau halten solltest. Denn das ist das, was dich danach für die Arbeit qualifiziert.
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1859

BeitragVerfasst am: 08 Aug 2012 - 22:07:21    Titel:

Schau dir diesen Studiengang mal näher an: http://www.studium.uni-konstanz.de/studienangebot/studiengaenge-abschluesse/studiengaenge-a-z/information-engineering-master/

Kann ich sehr empfehlen, da ich ihn selber auf ein WI-Studium aufgesattelt habe.
Mr Hankey
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Anmeldungsdatum: 02.08.2012
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2012 - 10:29:08    Titel:

Ja genau, ich möchte wissen, welche Hochschulen gut sind.

Mir wäre schon wichtig, dass sie einen guten Ruf hat, wenn es um Informatik geht. Super wären natürlich das KIT, die RWTH usw...aber die bieten nur reine Informatik Master an. Für allgemeine Informatik fehlt mir einfach das Wissen in technischer und theoretischer Informatik. Von theoretischer Informatik habe ich geringes Wissen, doch das Interesse daran ist hoch. Bei technischer Informatik fehlt beides gänzlich.

Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre ein Informatik Masterstudium, in dem ich mich wirklich stark individuell ausrichten und somit anwendungsorientiert studieren und Fächer wie technische Informatik unberücksichtigt lassen kann.

Angewandte Informatik bieten wirklich nicht viele Hochschulen an. Was glaubt ihr, ist AI wie WI wieder nur "nichts halbes und nichts ganzes"?
Hamartis
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Anmeldungsdatum: 26.09.2011
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2012 - 11:49:56    Titel:

Ich sehe das ganze anders: Ob etwas "nichts halbes und nichts ganzes" ist, ist erst mal für dich recht egal, so lange du damit auch einen guten Job findest. Und das wirst du mit einem WI-Master definitiv. Die Nachfrage der Unternehmen ist vorhanden. WI ist einfach eine Ausrichtung der Informatik auf wirtschaftliche Anwendungen, was sehr vielen Unternehmen sehr gut gefällt.

Bei AI sieht es schon etwas anderes aus, das ist tatsächlich "nichts halbes und nichts ganzes". Stattdessen ist es - je nach Standpunkt und Ausrichtung des konkreten Studiengangs - entweder "Informatik light edition", oder inhaltlich eine Fortführung von Ausbildungsinhalten an einer Hochschule.

Bei einem reinen Informatik-Master wirst du - zumindest an den großen Hochschulen wie KIT, RWTH und TUM - sehr große Probleme bekommen, wenn dir die Basis aus dem Bachelor fehlt. Man kann sich zwar seinen Informatik-Master von den konkreten Vorlesungen her größtenteils selber zusammenstellen, aber das unterliegt recht engen Auflagen. Ich zum Beispiel muss eine gewisse Mindestanzahl an Credits in den Bereichen theoretische Informatik und wissenschaftliches Rechnen erbringen. Da kommt man im normalen Informatik-Master nicht dran vorbei. Und wenn du nicht im Bachelor schon entsprechende Mathematik-Veranstaltungen (Diskrete Mathematik, Numerik etc) und theoretische Informatik gehört hast, kannst du dir das gleich abschminken. Dann hast du da so gut wie gar keine Chance.

Ich würde an deiner Stelle - weil AI tatsächlich in die "Nichts halbes, Nichts ganzes"-Kategorie fällt - einen WI-Master machen. Der wird auch von der Wirtschaft nachgefragt. Kannst dir ja mal Gehaltsstatistiken suchen.

Und für dich persönlich solltest du deine Hochschule, wie bereits gesagt, vor allem nach dem (möglichen oder vorgegebenen) Studienplan auswählen. Natürlich gibt es signifikante Unterschiede bei der Ausbildung zwischen Wald-und-Wiesen-Unis und den großen Universitäten; der Ruf der Hochschulen mit eben einem besseren Ruf kommt nicht von ungefähr. Dennoch: Wenn du dich später auf eine Stelle bewirbst, zählt zu aller erst, ob du auf das Stellenprofil passt und für die Stelle qualifiziert bist. Und über die Wahl der entsprechenden Hochschule kannst du selber festlegen, für was du dich qualifizieren kannst, durch die gebotenen Studieninhalte.
Mr Hankey
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Anmeldungsdatum: 02.08.2012
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2012 - 14:06:21    Titel:

Ich sehe das ganze ja aus der Sicht eines Studenten, der mit der WI oder BWL später nicht mehr viel zu tun haben möchte. Wenn ich mich jetzt nochmal umentscheiden könnte, würde ich allgemeine Informatik studieren. Die Praxisphasen und Betreuung sind jedoch jetzt so gut, dass ich den Bachelor durchziehe. Im Master möchte ich dann lieber den Schwerpunkt auf Informatik legen. Deshalb kommt ein WI Master für mich nicht in Frage. Ich habe mir manche Modulpläne für den WI Master angeschaut und festgestellt, dass der Informatik Teil sehr gering ist. Umfangreicher vertreten sind die Wirtschaftsinformatikthemen, wie E-Business, Data-Mining etc. Und das dann sehr tiefgehend. Da steckt natürlich auch Informatik drin, aber es geht eher um die Konzepte statt um die Realisierung. Kurz und knapp - nichts für mich!

Ich würde gerne verstehen, warum angewandte Informatik nichts halbes und nichts ganzes ist (für mich als Informatikfan). Bei WI lernt man nur oberflächlich Programmieren, nur grundlegende Konzepte von Hardware, nur grobe Inhalte von Kommunikationssystemen. Ebenso wenig lernt man über BWL und VWL. IT Projekte leiten kann ich später. Toll für die, denen das Spaß macht. Ich gehört nicht dazu.

Um trotz B.Sc. in WI noch die Auffahrt auf den Informatikhighway zu bekommen, muss ich mich eben mit einer "abgeschwächteren" Variante der allgemeinen Informatik zufrieden geben. Siehst du ja auch so, Informatik geht einfach (wahrscheinlich) nicht. Und jetzt frage ich mich, ob deine Meinung zu AI die allgemein vertretene oder deine spezielle ist. Für mich ist AI einfach Informatik mit geringem bzw. keinem technischem Anteil und geringerem mathematischen/theoretischen Anteil. Mann kann sein/seine Anwendungsfach/-fächer selber wählen. Perfekt für jene wie mich, die später wie WIler an großen Softwareprojekten als Entwickler mitarbeiten möchten, nur eben nicht nur im wirtschaftlichen Bereich. Der Wechsel von WI zu AI wird nicht leicht und ich werde einiges nachholen müssen, doch ich denke es ist machbar und wenn ich nicht zu schlecht abschließe dürfte mich auch die ein oder andere Hochschule nehmen. (Kenne bereits welche, die genau das gemacht haben, nur weiterhin dual, was ich nicht möchte). Jetzt habe ich ja wieder einiges dazu geschrieben. Liege ich damit vollkommen daneben?
Hamartis
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Anmeldungsdatum: 26.09.2011
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2012 - 15:00:23    Titel:

Nein, diese Meinung über AI ist - zu Recht - weit verbreitet.

Bedenke, dass sich Informatik als die Wissenschaft der (automatisierten) Informationsverarbeitung versteht. Dahinter stehen abstrakte Methodiken und theoretische Fundamente, wie Algorithmik, Datenstrukturen, effiziente und effektive Problemlösung und so weiter. Aufgebaut ist das Ganze auf der Mathematik. Du kannst keine guten Datenstrukturen (für richtige informatische Systeme, wie Datenbanken z.B.) formulieren, ohne Kenntnisse von diskreter Mathematik und Graphentheorien zu haben. Du kannst keinem großen technischen System Herr werden, ohne es mit formalen Modellen zu modellieren (theoretische Info etc), und ohne die Eigenschaften seiner kleinsten Teile zu kennen (womit wir bei technischer Informatik wären).

Was ist aber, wenn man nun Informatik auf die Anwendung beschränkt, also zur Angewandten Informatik kommt? Wenn du dich auf die Anwendung beschränkst sind all diese theoretischen Betrachtungen außen vor. Aber genau diese Überlegungen machen die reine Informatik aus.

Somit ist Angewandte Informatik eben genau das, was diejenigen mit Ausbildung machen, nur auf höherem Niveau. Leute mit Berufsausbildung, also Fachinformatiker (AE oder SI) wenden auch nur das an, was davor entwickelt wurde. Und diese Entwicklungen fußen auf der reinen Informatik als Wissenschaft. Die Angewandte Informatik beschäftigt sich aber damit nicht - sie wendet nur an.

Daher ist Angewandte Informatik nichts Halbes und nichts Ganzes. Sie beschäftigt sich somit vor allem nur mit den einfachen Dingen statt den grundlegenden theoretischen Überlegungen. Das macht ein Studium der AI wesentlich einfacher.


Ganz ehrlich: Ich bezweifle stark, dass ein Master in reiner Informatik an einer guten Uni oder Hochschule überhaupt schaffbar ist, ohne einen Bachelor in Informatik. Nicht umsonst ist ein Master in Informatik meist nur konsekutiv angeboten, und richtet sich ausdrücklich nicht an Fachfremde.
Ich selber hatte schon Probleme, die härteren Vorlesungen des Bachelors überhaupt zu bestehen, also Mathe und theoretische Info, wie der Großteil aller anderen auch. ich denke, die Durchfallquoten in solchen Klausuren sind allgemein bekannt (vergleich die mal mit den Durchfallquoten, die du in deinem Studium an der DHBW hattest). Und ohne diese Veranstaltungen des Bachelors als Basis, welche schon hart genug sind, den Master bestehen? Keine Chance.

Wenn du nur auf den Titel aus bist - also Master in Informatik - kannst du dir absichtlich eine Universität oder Hochschule suchen, die diese Anforderungen an dich nicht stellt, sodass du auch eine Chance hast, durch den Master in Informatik durchzukommen. Aber das würde deinem Ziel, einen gut anerkannten Abschluss zu kriegen, vollkommen zu wider laufen.


Und eben genau deswegen - Informatik Master nicht zu schaffen ohne die Grundlagen, zumindest nicht an einer guten Uni/Hochschule & AI nichts Halbes, nichts Ganzes - hatte ich dir zu WI geraten.

Wenn du auf keinen Fall WI machen willst, dann solltest du in Richtung solcher Studiengänge wie dem gehen, den hbr vorgeschlagen hat. Also irgendwelche nichtkonsekutiven Master aus dem informatischen Bereich. Diese richten sich ausdrücklich auch an Leute, die keinen B.Sc. in Informatik haben. Der konkret von hbr genannte sieht tatsächlich gut aus, weil du dort auch mehr aus dem Bereich Informatik machen kannst, ohne gleich einen vollen Master Informatik machen zu müssen.
just_phil
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Anmeldungsdatum: 23.08.2008
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 09 Aug 2012 - 16:36:38    Titel:

An dieser Stelle würde ich als AI-Master-Student gern einsteigen und meine Eindrücke schildern. Smile

Hamartis hat folgendes geschrieben:

Bedenke, dass sich Informatik als die Wissenschaft der (automatisierten) Informationsverarbeitung versteht. Dahinter stehen abstrakte Methodiken und theoretische Fundamente, wie Algorithmik, Datenstrukturen, effiziente und effektive Problemlösung und so weiter. Aufgebaut ist das Ganze auf der Mathematik.

D'accord. Smile

Hamartis hat folgendes geschrieben:
Du kannst keine guten Datenstrukturen (für richtige informatische Systeme, wie Datenbanken z.B.) formulieren, ohne Kenntnisse von diskreter Mathematik und Graphentheorien zu haben. Du kannst keinem großen technischen System Herr werden, ohne es mit formalen Modellen zu modellieren (theoretische Info etc), und ohne die Eigenschaften seiner kleinsten Teile zu kennen (womit wir bei technischer Informatik wären).

Jo, Wissen aus diesen Gebieten ist für einen Informatiker essentiell, da stimme ich ebenfalls zu, ohne geht es nicht.

Hamartis hat folgendes geschrieben:
Was ist aber, wenn man nun Informatik auf die Anwendung beschränkt, also zur Angewandten Informatik kommt? Wenn du dich auf die Anwendung beschränkst sind all diese theoretischen Betrachtungen außen vor. Aber genau diese Überlegungen machen die reine Informatik aus.

Hier würde ich gern einhaken: Dass man sich lediglich auf die Anwendung (wovon eigentlich?) "beschränkt", kann ich nicht unbedingt bestätigen. Wer seinen Anwendungsschwerpunkt beispielsweise auf Bio- oder Medizininformatik legt, benötigt dennoch die oben genannten (und im Studium auch vermittelten) Informatik-Basics, um überhaupt etwas "Anwendbares" zu erschaffen bzw. eine adäquate (und nicht nur eine funktionierende!) Lösung für ein vorhandenes Problem zu finden. Ein Informatiker, der nicht weiß, wie er einen Algorithmus optimieren kann oder sich über die Grenzen der Machbarkeit und/oder Leistungsfähigkeit nicht im Klaren ist, ist eigentlich kein Informatiker.

Hamartis hat folgendes geschrieben:
Somit ist Angewandte Informatik eben genau das, was diejenigen mit Ausbildung machen, nur auf höherem Niveau. Leute mit Berufsausbildung, also Fachinformatiker (AE oder SI) wenden auch nur das an, was davor entwickelt wurde.

Hmm, ich weiß nicht, was Fachinformatiker während ihrer Ausbildung konkret lernen, daher möchte ich mir kein Urteil erlauben. Allerdings klingt die Tätigkeit eines AI-Absolventen hier nach meiner Auffassung nach 1. Problem erkennen, 2. bestehendes Tool suchen, 3. Tool anwenden(!), 4. Ergebnis erhalten. Das hat aber wenig mit der tatsächlichen Arbeit zu tun, auch wenn man seine Werkzeuge durchaus kennen und richtig einzusetzen wissen muss.

Hamartis hat folgendes geschrieben:
Und diese Entwicklungen fußen auf der reinen Informatik als Wissenschaft. Die Angewandte Informatik beschäftigt sich aber damit nicht - sie wendet nur an.

Ich glaube, man müsste wirklich die Begrifflichkeit "Anwendung" nochmal klären. Ich würde sagen, dass man tatsächlich reale(!) Probleme eines ganz konkreten Diskurs- oder Anwendungsbereiches auf Grundlage der Möglichkeiten, die die Wissenschaft Informatik bietet, analysiert und ebenso reale Lösungen anbietet - ähnlich einem Ingenieur, dem das abstrakte Modell eines perfekten, fehlerfreien Systems bekannt ist, der aber eine Komponente für irdische Verhältnisse konzipieren muss, in denen Staub, Reibung oder Verschleiß existieren.

Hamartis hat folgendes geschrieben:
Daher ist Angewandte Informatik nichts Halbes und nichts Ganzes. Sie beschäftigt sich somit vor allem nur mit den einfachen Dingen statt den grundlegenden theoretischen Überlegungen. Das macht ein Studium der AI wesentlich einfacher.

Dass das AI-Studium vom Intellektuellen Anspruch leichter ist, kann ich mir je nach Hochschule vorstellen, aber ich sehe schon eine sehr große Schnittmenge zwischen Allgemeiner und Angewandter Informatik, wobei erstgenannte sicherlich im analytisch-theoretischen Bereich noch tiefer geht, keine Frage. Wenn man aber danach geht, was Absolventen beider Fachrichtungen letztendlich auf dem Arbeitsmarkt tun, werden die Grenzen häufig unscharf. Ich arbeite beispielsweise mit Wirtschaftsinformatikern, allgemeinen Informatikern, angewandten Informatikern, Elektrotechnik- und Maschinenbauingenieuren zusammen, ohne dass es da ein nennenswertes Kompetenzgefälle in unserem Anwendungsgebiet, der Telemedizin, gibt. Dennoch gibt es auch Bereiche, wo die reinen Theoretiker mit ihrem Wissen sicherlich Vorteile haben, es kommt wirklich darauf an, was Du später mit dem Master machen möchtest, "nichts Halbes und nichts Ganzes" finde ich jedenfalls nicht unbedingt gerechtfertigt, aber da gehen die Meinungen eben immer wieder auseinander. Ich empfehle Dir daher durchaus ein Masterstudium der AI, wenn für Dich klar ist, dass Dich die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Wirtschaftsinformatik nur am Rande begeistern und Du interessiert daran bist, theoretisches Know-How der Informatik mit konkreten (aber nicht minder komplexen!) Problemen eines für Dich spannenden Fachgebietes zu verknüpfen.

Das soll jetzt übrigens keinesfalls die Einleitung für einen weiteren "vs."-Thread werden, denn die sind absolut unnötig. Smile
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